Leseprobe "Notärztin Andrea Bergen"           

Verschwunden auf der Hochzeitstreise: Die Tage des Glücks enden für Carolin in einem Albtraum
Diese Leseprobe stammt aus dem Roman 'Notärztin Andrea Bergen', Band 1001.

Aus den Aufzeichnungen der Notärztin:
Ach, es ist einfach furchtbar, was unserer hübschen Schwester Carolin zugestoßen ist! Auf ihrer Hochzeitsreise, einer Kreuzfahrt durchs Mittelmeer, ist ihr Mann Victor spurlos verschwunden! Alles deutet darauf hin, dass er in dunkler Nacht über Bord gegangen und ertrunken ist! Alle Nachforschungen und Suchaktionen sind bisher ohne Erfolg geblieben und die Behörden gehen nun davon aus, dass Victor tot ist. Seit einigen Tagen arbeitet Carolin wieder auf der Chirurgischen Station - wohl um den Schmerz wenigstens einige Stunden am Tag zu vergessen. Doch sie weigert sich verzweifelt zu glauben, dass ihr Mann ertrunken ist. "Victor ist nicht tot. Er kann sich nur aus irgendwelchen Gründen nicht bei mir melden. Aber er lebt! Ich fühle es einfach", hat sie erst gestern unter Tränen zu mir gesagt. Natürlich ist es verständlich, dass sie sich an diese letzte Hoffnung klammert. Doch vielleicht wäre es gesünder, die schlimme Wahrheit langsam zu akzeptieren und dem Leben wieder eine Chance zu geben...

Carolin schickte ihrem Liebsten einen Luftkuss, dann ließ sie sich mit einem glücklichen Aufschrei rückwärts auf das breite Bett fallen und sah zu, wie sich die Tür langsam hinter Victor schloss. Musik rieselte aus unsichtbaren Lautsprechern in den Raum. Langsam drehte Carolin den Kopf, ihre Blicke wanderten über die weiß-golden lackierten Möbel, die wolkigen Stores und die zarten Aquarelle an den mit zartrosa Seide bespannten Wänden.

Es war Luxus pur, was sie hier umgab , bei dem man vollkommen vergaß, dass man sich auf einem Schiff befand. Carolin wollte gar nicht wissen, wie viel Victor für diese "Romantik-Suite" bezahlt hatte. Es musste sich um ein kleines Vermögen handeln, aber er war der Meinung, dass sie sich das leisten konnten.

Nun warum auch nicht?, dachte Carolin träge. Es sind schließlich unsere Flitterwochen. Die sollte man genauso verleben, wie man es sich immer erträumt hat. Na ja, wenn sie ehrlich war, von einer Luxus-Schiffsreise hatte sie eigentlich nie geträumt. Ihr hätte auch eine Wandertour durchs Allgäu gereicht. Aber Victor konnte sich nichts Schöneres vorstellen als eine Kreuzfahrt durchs Mittelmeer und so hatte er diese Reise gebucht und Carolin hatte nicht widersprochen.

Ihr Blick wanderte zu dem Einbauschrank. Ihr Brautkleid hing dort an einer der Lamellen-Schiebetüren. Es war ein Traum aus zitronenfarbener Seide und mit einem Hütchen, an dem ein Tüllschleier befestigt war. Als sie am Arm ihres Vaters auf Victor zugegangen war, hatte sie Überraschung und Bewunderung in Victors Augen gesehen. Eine schönere Liebeserklärung hätte er ihr nicht machen können.

Wo blieb Victor eigentlich?...



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