Leseprobe Maddrax           

Eindrücke aus der "dunklen Zukunft der Erde" gefällig? Hier finden Sie Leseproben aus ausgewählten 'Maddrax'-Romanen! Diesmal: ein Auszug aus dem Roman Nummer 161 mit dem Titel "Der Kristallschlüssel".
Leseprobe Maddrax 161 "Der Kristallschlüssel" von Susan Schwartz
Du fliegst über die Welt, die einst so fern war, nur ein Traum. Sie ist ganz anders, als du sie dir je vorgestellt hast. Vulkane, so groß wie Gebirge, Schluchten, so tief wie der Ozean, Krater, so weit wie das Land. Und da sind Meere, wo vorher trockene Einöde oder gefrorenes Eis waren. Und der Große Wald, mit kleineren Ablegern Richtung Nordpol. Dazwischen die glitzerweißen Städte. Blüten und Blättern gleich ranken sich Plattformen, Kuppeln und Terrassen um die Stiele der Spindeltürme, durch Bögen und Brücken verbunden.
Eine ferne Welt, die nun so nah ist, und du bewegst glücklich deine Schwingen auf diesem Flug...
Doch dann verzerrt sich das schöne Bild, und du siehst eine Sonne explodieren. Ihr Blut ergießt sich über die Welt, verklebt deine Federn, und du stürzt...

Matthew Drax fuhr hoch und griff sich an den Hals. Die Atemnot löste Panik in ihm aus, seine Hände griffen fahrig zur Seite, suchten nach der Maske, fanden nichts. Keuchend rang er nach Luft, schlug verzweifelt um sich, stürzte aus dem Bett und schlug auf dem Boden auf, wo er wie ein Fisch auf dem Trockenen zappelte und um Sauerstoff kämpfte. Seine Brust schnürte sich immer enger zusammen, weiße Sterne tanzten durch die Dunkelheit vor seinen Augen, ein glühender Hammer dröhnte gegen seine Schädeldecke. Er wollte schreien, aber er brachte keinen Ton mehr hervor. Stöhnend drehte er sich auf die Seite, fiel auf den Rücken. Seine Hände griffen ziellos in die Luft, verfingen sich in irgendwelchen Schnüren, rissen Gegenstände herunter, die auf ihn niederprasselten, doch er bemerkte es nicht mehr, denn jetzt wurde es auch in seinem Verstand dunkel...

Matthew Drax fuhr hoch und starrte blind in die Dunkelheit. Das Herz schlug ihm bis zum Hals, sein Puls raste. Er spürte, wie ihm der Schweiß von der Stirn den Hals entlang über die Brust hinab lief. In seinen Ohren dröhnte immer noch das Geräusch der Explosion, und er sah eine schwarze Rauchwolke, aus der Flammen hervorzüngelten. Maschinenteile flogen in alle Richtungen davon, die schweren polterten in roten Sand, rollten ein Stück weit und blieben liegen, die leichten machten sich scheinbar auf den Weg zum Orbit und legten weite Strecken zurück, bevor die Anziehungskraft auch sie zu Boden zwang.
Es muss aufhören, dachte er, eines Tages muss es aufhören...
Er versuchte tief durchzuatmen, sich zu beruhigen, um nicht zu hyperventilieren.
Doch das Hämmern in seinem Kopf wurde immer schlimmer, in seinen Ohren pfiff und rauschte es. Matt spürte ein Ziehen im rechten Arm, und einen heftigen Druck auf der Brust, der ihm das Atmen erschwerte. Er versuchte nicht in Panik zu geraten und begann eine meditative Übung, das furchtbare Herzrasen ignorierend.
Dann war ihm, als ob irgendetwas in ihm platzte, in seinem Kopf oder in der Brust, oder in beidem. Er spürte, dass etwas auslief in ihm, seinen Körper überspülte wie ein Tsunami, unaufhaltsam, und alles in sich ertränkte. Er stieß ein gurgelndes Geräusch aus, als er um Hilfe rufen wollte, und spürte, wie er sich immer weiter auflöste. Er ertrank innerlich...

"Wachen Sie auf!"
Eine laute, eindringliche Stimme in der Dunkelheit. Dann plötzlich grelles Licht, selbst durch die geschlossenen Lider schmerzhaft stechend. Jemand schüttelte ihn an der Schulter, schlug ihm ins Gesicht, und dieselbe Stimme brüllte ihn jetzt an:
"Maddrax! Kommen Sie endlich zu sich!"
Matthew Drax fuhr abrupt hoch. Beinahe hätte er mit seiner heftigen Armbewegung Chandra Tsuyoshi von der Bettkante gefegt, die ihn immer noch hielt und schüttelte. Sie wich gerade noch rechtzeitig aus, bevor er ihr Kinn mit seinem Kopf rammte, und sprang auf.
Heftig atmend blickten sie sich an, mit mehr oder minder wildem Blick.
Dann wurden Matts Augen endlich klar, seine angespannte Haltung löste sich, und er sank in sich zusammen. Mit einer erschöpften Geste fuhr er sich durch das vom Schweiß verdunkelte blonde Haar und rieb sich dann das Gesicht. "Bin ich jetzt wach?", flüsterte er.
"Ich will es hoffen!", schnappte Chandra.
Matt lehnte sich zurück. Auch seine nackte Brust war schweißnass, sein Atem ging immer noch beschleunigt. "Tut mir Leid, ich bringe Sie schon wieder um Ihre Nachtruhe...", seufzte er.
"Allmählich bin ich dran gewöhnt!", erwiderte sie schroff. "Inzwischen bin ich nicht nur Aufpasser, sondern auch Kindermädchen, wie es scheint, und Dienstmaschine, und was sonst noch alles." Vor sich hinmurmelnd, verschwand sie aus dem Zimmer.



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