Leseprobe "Fürsten-Roman"           

Lesen Sie hier eine Leseprobe aus dem Roman 'Fürsten-Jubiläum" Band 489
Die traurige Fürstin von Schloss Barnstorf
Hass machte der schönen Witwe das Leben schwer

Bei der Hochzeit seiner Schwester lernte der Architekt Sebastian Lubin die junge Fürstin Graziella von Barnstorf kennen. Er ist tief beeindruckt von der schönen Frau mit den traurigen bernsteinfarbenen Augen. Auch als er längst wieder zu Hause in Frankfurt ist, kann er Graziella nicht vergessen, so sehr er sich auch darum bemüht. Und dann erhält er einen Anruf, in dem ihm seine Schwester mitteilt, dass Graziellas Mann einem Herzinfarkt erlegen ist. Hoffnung und tiefe Sorge erfüllen Sebastian: Hoffnung weil die Fürstin nun frei ist, und Sorge, weil sie im Schloss eine erbitterte Feindin hat, die alles daransetzen wird, sie und ihren kleinen Sohn von Barnstof zu vertreiben...

"Sie sehen bezaubernd aus, Durchlaucht", versicherte Madame Yvette, die Schneiderin, Graziella von Barnstorf. Mit geschickten Handgriffen richtete sie hier eine Schleife des mauvefarbenen Ballkleides und zupfte dort an der feinen Brüsseler Spitze. "Finden sie?", gab die zierliche junge Fürstin zurück und betrachtete sich ein wenig irritiert in dem raumhohen Spiegel ihres Ankleidezimmers. Es überraschte sie immer wieder, wie sehr elegante Garderobe einen Menschen verändern konnte. Im Ballkleid, das ihr Madame Yvette für die Hochzeit auf dem Nachbargut geschneidert hatte, erkannte sie sich selbst kaum wieder. Weich fielen ihre dunklen Locken über die sanft gebräunten Schultern, und ihre bernsteinfarbenen Augen leuchteten auf. Fast übermütig machte Graziella ein paar spielerische Tanzschritte und drehte sich um sich selbst. "Seine Durchlaucht wird entzückt sein", fuhr Madame lächelnd fort. "Wir müssen aufpassen, dass Sie der Braut die Schau nicht stehlen."

Ehe Graziella etwas erwidern konnte, erklang von der Tür her ein spöttisches Lachen. Die junge Fürstin zuckte zusammen. Voller Abwehr schaute sie auf Prinzessin Edda, die auf der Türschwelle stand. Niemand hatte sie anklopfen hören. Aber so war das meist mit Edda, der um vieles jüngeren Schwester ihres Mannes. Sie tauchte plötzlich und fast lautlos immer dort auf, wo Graziella sie gerade nicht erwartete. Nicht einmal vor den privaten Räumen ihrer Schwägerin machte sie halt.

"Edda?", nur mühsamm kam dieser Name über Graziellas Lippen. Alle Vorfreude war aus ihren eben noch leuchtenden Augen gewichen. "Bilde dir nur nichts ein, Graziella!", erwiderte Edda von Barnstorf mit boshaftem Funkeln in den graugrünen Augen. "Es wird bei den Ondras nicht anders ein als bisher. Niemand wird dich beachten..."



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