Leseprobe "Chefarzt Dr. Holl"           

Lesen Sie hier eine Leseprobe aus dem Roman Chefarzt Dr. Holl' Band 1481
Die große Lüge einer Nacht - als eine schöne Schwester falschen Liebesschwüren glaubte
Ein unerwarteter Gewinn führt die junge Krankenschwester Carolin in einen Ort in den Bergen. Hier auf einem Almfest, lernt sie den feschen Nik kennen - und glaubt, in ihm die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Für eine Nacht vergisst Carolin, dass daheim in München, an der Berling-Klinik, ein Mann lebt und arbeitet, der sie liebt und dem sie ihr Wort gegeben hat. Zu romantisch sind die Liebesworte, die Nik ihr zuraunt. Zu leidenschaftlich sind seine Zärtlichkeiten und verführerisch seine Versprechungen. Für eine Nacht fühlt sich Carolin im siebten Himmel - doch ihr Erwachen ist grausam...

Das gleichmäßige Rattern des Zuges wirkte einschläfernd. Dr. Stefan Holl saß seinem jüngeren Kollegen Dr. Frank Reuter gegenüber, der mit geschlossenen Augen den Kopf angelehnt hatte und vor sich hindöste. Auch die Augen des Chefarztes wurden schwer. Während er sich entspannte, dachte er über sein Gegenüber nach. Der junge Kollege arbeitete erst seit ein paar Monaten an der Berling-Klinik, doch wer sich über Dr. Reuter auch äußerte der Chefarzt hörte nur Positives.

Insgeheim bedauerte Dr. Holl, dass Dr. Reuter sich nicht für die Gynäkologie entschieden hatte, sondern die rastlosen Einsätze als Notarzt bevorzugte. Oder - als Ausgleich - lieber in der Chirurgie tätig war.

Wie auf ein geheimes Kommando richtete sich Dr. Reuter auf, schob den Jackenärmel zurück und schaute auf die Uhr. "Noch zehn Minuten", sagte er und lehnte sich wieder zurück.

Die Ärzte kamen von einem Kongress, der am Wochenende in Berlin stattgefunden hatte. Am Freitag hatten sie den Flieger genommen, doch jetzt mussten sie sich mit dem ICE begnügen, denn das Flughafenpersonal war in den Streik getreten.

Dr. Holls Aufmerksamkeit wurde auf mehrere Menschen gelenkt, die am Abteil vorbeihasteten, kurz darauf wieder zurückkamen und die Tür aufrissen. "Wir suchen einen Arzt oder eine Krankenschwester!", stieß ein junger Mann aufgeregt hervor. Schweißnaß klebte sein dünnes ascblondes Haar am Kopf. "Da vorn... da liegt eine Frau, die ein Kind bekommt!" "Los, Herr Reuter, kommen Sie!" Dr. Holl sprang auf. "Ich bin Arzt", sagte er zu dem jungen Mann, "bringen sie mich zu der Frau!"

Ein paar Minuten später betraten Dr. Holl und Dr. Reuter ein Abteil. In der Ecke am Fenster lehnte, halb liegend, eine dunkelhaarige Frau mit schmerzverzerrtem Gesicht, ein Bein angewinkelt auf die Sitzbank gestellt. "Ganz ruhig, wir helfen Ihnen", sagte Dr. Holl, als er sich zu ihr beugte...



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