Leseprobe Dr. Stefan Frank           

Dr. Frank – die Nummer 1 unter den Arzt-Serien. Schauen Sie ihm bei der Arbeit über die Schulter!
Dr. Stefan Frank ist seit über 30 Jahren die beliebteste Arztroman-Reihe. Millionen Menschen nehmen regen Anteil an den ergreifenden Schicksalen der Patienten, die im Grünwalder Doktorhaus Rat und Hilfe suchen.

Diese Leseprobe stammt aus der Romanreihe 'Dr.Stefan Frank'.

Denn Hoffnung hat einen Namen - Dr. Frank

Seit Stunden prasselte der Regen in wahren Sturzbächen zur Erde. Wer nicht unbedingt musste, setzte keinen Schritt vor die Tür.
Auch in der Praxis von Dr. Frank war es an diesem Tag ausgesprochen ruhig, nur ein paar Patienten hatten sich auf den Weg ins Doktorhaus gemacht.
Einer von ihnen war Thorsten Wagenknecht, der an einem Magengeschwür litt. Dr. Frank wunderte sich nicht darüber, denn der junge Manager trieb Raubbau mit seiner Gesundheit. Er trank zu viel Kaffee, schlief zu wenig, aß unregelmäßig und gönnte sich keine Ruhepausen.
„Können Sie mir nicht was gegen die Schmerzen geben, Herr Doktor?“, fragte er jetzt und presste wieder die Hand auf den Leib - eine Geste, die seit Wochen typisch für ihn war.
Dr. Stefan Frank schüttelte den Kopf. „Sie müssen sich endlich einmal Zeit nehmen, sich auszukurieren“, sagte er. „Niemand wird Ihnen auf Dauer danken, dass Sie sich übernehmen und Ihre Gesundheit riskieren.“
„Aber mein Chef …“
Dr. Frank schüttelte erneut den Kopf. „Ich bin sicher, dass Ihr Chef Verständnis haben wird, wenn er erfährt, wie krank Sie sind. Oder wollen Sie so lange warten, bis Ihr Geschwür durchgebrochen ist? Dann beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, das sag ich Ihnen.“
Der junge Mann seufzte auf. „Ich werde mich für ein paar Tage ins Bett legen“, versprach er. „Nur noch diese eine Konferenz in London.“ Und die beiden Seminare im Bayerischen Hof, fügte er in Gedanken hinzu, sagte dies aber nicht laut, weil er Dr. Frank nicht verärgern wollte. Der Arzt hatte ja Recht, wenn er zur Ruhe mahnte. Aber … die Geschäftswelt war hart. Jemand, der Schwäche zeigte, war so schnell weg vom Fenster, dass es schon beängstigend war.
„Wie lange werden Sie in London sein?“, fragte Stefan Frank.
„Nur drei Tage.“
Zögernd nickte der Arzt. „Also gut, ich gebe Ihnen hier nochmals Tabletten. Aber gleich nach der Reise sehen wir uns und besprechen das weitere Vorgehen.“
„Einverstanden.“ Rasch griff Thorsten nach dem Rezeptblock und beeilte sich dann, die Praxis in der Grünwalder Gartenstraße wieder zu verlassen.
London war stressig, die Geschäftsessen ausufernd, die Nächte viel zu kurz. Seine Schmerzen nahmen immer mehr zu, es ließ sich kaum noch verheimlichen, dass er unter starken Beschwerden litt.
„Wenn du nicht langsam die Bremse anziehst, wird es böse enden“, sagte seine persönliche Assistentin Julia Schrader, als er die Unterlagen für das erste Seminar zusammenstellte.
„Ach, hör auf, du redest schon wie mein Arzt!“
„Der bestimmt weiß, was er sagt.“ Besorgt schaute die aparte junge Frau zu, wie Thorsten den Raum wieder verließ, hustend - dann war es still.
Sie lauschte, Angst kroch in ihr hoch.
Noch ein kurzes Zögern, dann ging sie in den Nebenraum - und stieß im nächsten Moment einen unterdrückten Schrei aus. Thorsten lag mehr als er saß in seinem Sessel. Er hielt die Augen geschlossen, aus seinem Mund quoll Blut.
Julia handelte besonnen, rief den Notarzt an - und als Nächsten Dr. Frank, dessen Telefonnummer sie im persönlichen Adressenverzeichnis ihres Chefs fand.
Dann wartete sie voller Angst auf das Eintreffen der Ambulanz. Sie hielt Thorstens Hände, strich ihm zärtlich über das blasse Gesicht - Gesten, die verrieten, wie sehr sie den Mann liebte.
Sie hatte es ihm nie gesagt, doch immer gehofft, dass er es einmal erkennen würde, wie vie er ihr bedeutete. War es jetzt zu spät für irgendwelche Gemeinsamkeiten? Musste sie alle Hoffnung begraben?
Draußen erklangen Stimmen, im nächsten Moment kamen der Notarzt und zwei Sanitäter herein.
Es dauerte nicht lange, dann stand fest, dass Thorsten massives Magenbluten hatte.
„Er muss sofort in die Klinik“, erklärte der Notarzt. „Hier kann ich gar nichts für ihn tun, höchstens den Kreislauf stärken.“ Schon legte er mit Hilfe eines Sanitäters die entsprechende Infusion.
Gerade waren die Männer damit beschäftigt, den halb Bewusstlosen auf eine Trage zu betten, da kam Dr. Frank herein. Eine junge Sekretärin führte ihn und blieb jetzt blass stehen, als sie sah, wie elend der so erfolgreiche Manager Thorsten Wagenknecht aussah.
Dr. Frank stellte sich kurz vor und sagte: „Seit Wochen leidet der Patient unter massiven Beschwerden, ich hatte ihm geraten, sich zu schonen, die Magengeschwüre ausheilen zu lassen.“
„Er hat am Abend ein Seminar“, warf Julia ein, „das war ihm sehr wichtig.“
„Und zuvor musste er nach London, hatte auch da keine Zeit, an seine Gesundheit zu denken.“ Dr. Frank schüttelte den Kopf. „Der Leichtsinn mancher Leute ist schlagenswert.“ Doch dann kümmerte auch er sich um den Kranken, der jedoch so optimal versorgt war, wie es unter diesen Umständen möglich war.
„Wohin sollen wir ihn bringen?“, fragte der ältere der Sanitäter.
„In die Waldner-Klinik“, erwiderte Stefan Frank. Und an Julia gewandt fügte er hinzu: „Die Klinik wird von meinem besten Freund geleitet - ich bin sicher, Herr Wagenknecht ist dort in den besten Händen.“
„Darf ich mit?“, fragte die junge Frau, und sie konnte nur mühsam die Tränen zurückhalten.
Der Notarzt nickte, und so kam es, dass Julia wenig später voller Angst zusah, wie die Ärzte der Klinik sich um den neuen Patienten bemühten. In der Aufnahme konnte man jedoch auch nichts für ihn tun, er musste sofort notoperiert werden.
Lange, bange Stunden vergingen, dann kam endlich die erlösende Nachricht aus dem OP, dass der Eingriff gut verlaufen war.
Julia weinte vor Erleichterung, und als wenig später Dr. Frank zu ihr kam, schaute sie ihm aus tränenfeuchten Augen entgegen. „Er ist also wirklich gerettet?“, fragte sie.
Der Arzt nickte. „Alles ist gut gegangen. Dr. Waldner hat die Blutung nach einigen Schwierigkeiten doch noch zum Stillstand bringen können. Ihr Chef ist jetzt auf der Intensivstation.“
„Kann ich zu ihm?“
„Aber nur für ein paar Minuten“, mahnte Dr. Frank.
„Natürlich. Danke, Herr Dr. Frank!“ Sie drückte ihm beide Hände.
„Sie brauchen mir nicht zu danken, ich hab nur ein wenig assistiert, weil gerade Personalmangel herrschte.“ Stefan lächelte. „Und jetzt gehen Sie.“
Das ließ sich Julia nicht zweimal sagen. Sie eilte zur Intensivstation, dann saß sie an Thorstens Bett, hielt seine linke Hand, dich nicht durch eine Infusion fixiert war, und streichelte sie zärtlich.
Das Personal ließ sie in Ruhe, denn sie störte nicht, und es war erwiesenermaßen gut, wenn ein Patient die Nähe eines lieben Menschen spüren konnte.
Thorsten schlug irgendwann die Augen auf - und sah in Julias Gesicht. „Du … “, flüsterte er, dann schlief er wieder ein.
Als er nach Stunden erwachte, war Julia fort, und er vermisste sie schrecklich. Überhaupt fiel ihm plötzlich ein, dass sie eigentlich die einzige Frau in seinem Leben war, die immer für ihn da war, die nichts forderte, nur gab …
Drei Tage blieb er auf der Intensivstation, Tage, in denen er mit Julia nur wenig sprach. Doch dann konnte sie ihn auf der chirurgischen Abteilung besuchen, und als sie allein waren, nahm er ihre Hand und zog sie an die Lippen. „Danke“, sagte er leise. „Danke für alles, Julchen.“
Die junge Frau wurde rot. Diesen Kosenamen hatte er nur ein einziges Mal benutzt … vor drei Monaten, auf einem Ball, den sie aus Geschäftsinteresse zusammen besucht hatten. Beim Tanzen hatte er ihr einen Kuss gegeben und gehaucht: „Du bist ein Schatz, Julchen, du bist das Beste, was mir je passiert ist.“
Und jetzt hatte er wieder Julchen zu ihr gesagt.
„Ich … ich hatte solche Angst um dich“, gestand sie und liebkoste sein blasses Gesicht mit den Blicken. „Wenn du wirklich …“
„Nicht darüber reden“, fiel er ihr ins Wort. „Es ist alles gut gegangen. Und ich weiß jetzt, wie dumm ich war.“
„Du hast die Arbeit immer viel zu hoch bewertet.“
„Nicht nur die Arbeit. Auch die anderen Menschen - und dich hab ich darüber fast vergessen.“ Er lächelte sie zärtlich an. „Gibst du mir einen Kuss, ja?“
Julia zögerte, dann beugte sie sich vorsichtig über ihn.
„Du, ich bin nur am Magen operiert, mit meinen Lippen ist alles in Ordnung“, lachte er leise, dann zog er sie an sich.
Dr. Frank und Dr. Waldner, die gerade zur Visite kommen wollten, zogen sich lächelnd zurück.
„Liebe ist doch immer noch die beste Medizin“, meinte Stefan. „Wir sollten jetzt nicht stören.“
„Wenn wir ihm jetzt den Puls fühlen, wäre der sowieso viel zu hoch“, lächelte Dr. Waldner. „Also gehen wir weiter, es warten noch viele Patienten auf uns.“



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