Leseprobe "Shadows of Love"           

Lesen Sie hier eine Leseprobe aus dem 1. Band "Dunkle Leidenschaft" von Inka Loreen Minden und lassen Sie sich verführen ...
Geschichten voller Liebe, Laster und Lust
Leseprobe „Shadows of Love“

Als das Licht aufflammt, bleibt mir die Luft weg. Ich bin in einem Verlies gelandet! Ketten, Ösen und Seile hängen von den Steinwänden. Es gibt sogar ein Andreaskreuz, an dem ein Mensch festgebunden werden kann, und seltsame andere Möbelstücke aus massivem Holz oder Metall, die eher wie Turngeräte aussehen. In einer beleuchteten Glasvitrine liegen … kleine Peitschen?
Das ist ein SM-Studio! Dies ist also Nathans Geheimnis: Er hat ganz spezielle sexuelle Vorlieben. Daher die Verschwiegenheitsklausel.
Als ich den ersten Schock verdaut habe, werde ich wütend. Dieser dreiste Kerl! Wie kann er es wagen … Am liebsten möchte ich ihm meine Handtasche ins Gesicht schleudern.
»Sie haben mich allen Ernstes aus Kalifornien kommen lassen, damit ich Ihnen ein Sado-Maso-Zimmer einrichte?« Ich versuche, meine Stimme ruhig klingen zu lassen, aber ihm wird das Zittern darin nicht entgangen sein.
»Sie sollen kreative Ideen haben, Ihre Firma hat einen sehr guten Ruf. Und ich hätte hier gerne vieles anders gestaltet. Nicht so düster. Vielleicht orientalisch angehaucht.« Wie cool er zwischen den Gerätschaften steht, die Hände lässig in den Jeanstaschen vergraben und kein bisschen peinlich berührt, während ich vor Scham am liebsten im Boden versinken möchte.
»Nun, Mia, was sagen Sie? Sie wirken ein wenig indigniert.«
Langsam finde ich die Sprache wieder. »Nun, es ist nicht das, was ich erwartet habe. Sie haben mich unter völlig falschen Tatsachen hergelockt!« Meine Worte hallen von den kahlen Wänden wider und ich erschrecke, wie laut ich geworden bin.
»Nein«, sagt er ruhig und greift nach meinem Arm. »Ich habe Ihnen nichts vorgemacht, Mia.«
Wie unschuldig er schauen kann! Kein Wunder, dass ihm die Frauen reihenweise verfallen, er hat sämtliche Tricks auf Lager.
Aber gut, er hat recht. Im Brief stand nur, dass ich ein paar Räume der Burg umgestalten soll. Er hat nicht erwähnt, welche. Dieser Schuft!
»Wieso wollen Sie das alles überhaupt verändern?«, möchte ich wissen. »Es sieht doch aus wie neu und passt thematisch zusammen.«
»Weil es mich an meine verstorbene Frau erinnert«, erwidert er barsch.
Ich sehe den Schmerz in seinem Gesicht. Er hat sie geliebt.
Ein Stich durchzuckt meine Brust. Ich wollte ihn nicht verletzen, aber jetzt ist es zu spät. Auf einmal ist er derjenige, der wütend ist. Er kneift die Lider zusammen und schaut mich scharf an. »Stoße ich Sie ab?«
Stumm schüttele ich den Kopf.
»Finden Sie meine Neigung pervers?«
Immer noch hält er mich fest, und ich gehe unwillkürlich rückwärts. Er macht mir ein wenig Angst. Wir sind allein hier unten, es ist düster, und er ist aufgebracht … Ich könnte mich losreißen, nach oben laufen – doch ich kann den Blick nicht von ihm nehmen. Diese Trauer und die Sehnsucht in seinen wunderschönen grauen Augen gehen mir ans Herz.
»Sie müssen meine Vorlieben nicht gutheißen, Mia, nur Ihre Arbeit erledigen.« Er kommt so nah, dass ich mit dem Rücken gegen die Wand stoße. »Ich werde Ihnen die Wahrheit erzählen, Mia. Ich möchte mich endlich wieder lebendig fühlen und meine Gelüste auskosten. In meinen eigenen vier Wänden, wo niemand erfährt, was ich treibe. Aber dort drin erinnert mich alles an Sarah. Sie hat all die Möbel mit mir ausgesucht und das Zimmer eingerichtet, wir hatten viel Spaß zusammen. Doch das ist Vergangenheit. In Zukunft suche ich mir eine Spielpartnerin, mit der ich unverbindlich Vergnügen haben kann.«
»Es gibt Leute, denen gefällt es, gefesselt und … geschlagen zu werden?«, frage ich vorsichtig. Die Situation ist bizarr. Ich stehe mit dem begehrtesten und reichsten Mann von ganz England in seinem Keller und unterhalte mich über SM und Gefühle und … ach!
»Ja, solche Menschen gibt es, aber das ist nicht das, was ich möchte. Ich beziehe meine Lust nicht daraus, eine Frau zu schlagen, sondern ich möchte ihr höchsten Genuss verschaffen. Sie soll sich fallen lassen können, sich in meine Hände begeben. Ich möchte sie verwöhnen, will sie unter mir stöhnen, nach mehr flehen hören. Und falls sie nach Schmerzen bettelt, dann wird sie nur Lustschmerz zu spüren bekommen.« Er atmet schwer und drückt mich mit seinem Brustkorb unnachgiebig gegen die Wand. Seine Kraft beeindruckt mich, sein starker Körper erregt mich, lässt das Adrenalin durch meine Adern peitschen.
»Habe ich mich verständlich ausgedrückt?«, setzt er hinzu.
»Gut, ich werde mein Bestes geben«, sage ich heiser und kann den Blick nicht von seinem Mund nehmen. Seine Lippen sind schön geschwungen und viel zu nah … Eine feine Narbe zieht sich durch die Unterlippe und am Kinn erkenne ich ebenfalls eine, dort, wo sich fast jeder Junge eine Verletzung holt.
Plötzlich streifen seine Lippen meine Wange. »Ich möchte Sie küssen, seit Sie meine Burg betreten haben.«
»Was?«, hauche ich, und mein Puls überschlägt sich. Damit habe ich trotz dieser intimen Nähe nicht gerechnet. »Warum?«
»Braucht es immer einen Grund?« Nathans Lider senken sich; er knabbert an meinem Kinn. »Noch können Sie mich aufhalten, und ich werde Sie nie wieder anfassen, aber danach gibt es kein Zurück.«

...



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