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BloodyDeath schrieb:
Die Nacht schien beinahe undurchdringbar. Nur wenig Licht der Mondsichel schaffte es den Boden zu berühren. Aus diesem Grund passierte es nicht zum ersten mal das einer der Zwillinge über einen Grabstein stolperte da er diesen einfach nicht gesehen hatte. "Josh hältst du das wirklich für eine gute Idee?" Fragte das Mädchen ihren Bruder leise. Vorsichtig strich sie ihre Haare aus den Augen. Ihr Pony fiel in fransen ständig in diese und raubte ihr einen Teil ihrer Sicht.

"Komm schon Sarah, was soll schon groß passieren?" Fragte er und drehte sich im Laufen ein wenig zu ihr um. "Wir besuchen nur das Grab unserer Mutter."

"Aber es ist schon spät. Wir haben bald Mitternacht" Sarah blieb stehen und drehte sich ein wenig um sich zu orientieren. Sie hoffte, dass ihr Bruder stehen blieb und auf sie wartete, dabei würde sie nichts lieber tun als wieder zurück zu gehen.

Leise seufzte sie. Wenigstens gewöhnten sich ihre Augen langsam an die Dunkelheit und sie erkannte die Umrisse der Grabsteine. Als sie sich wieder nach vorn wandte bemerkte sie, dass ihr Bruder im Nebel verschwunden war. "Josh?" Fragte sie und schaute sich um.

Sicher ist er noch nicht weit gekommen. Dachte sie sich und lief in die dichte Nebelwand. Zuerst dachte sie sich nichts dabei, doch langsam wurde ihr bewusst, dass gerade noch kein Nebel da gewesen war. Woher kam der so plötzlich. Sie blieb stehen. Die Angst die das kleine Mädchen umschlossen hatte wurde immer stärker. Nebel tauchte nicht einfach so auf. Das war nicht möglich. Angsterfüllt schrie sie immer wieder nach ihrem Bruder. Er musste sie doch hören. So weit konnte er nicht weg sein. Ihre Beine zitterten bis sie in die Knie brach. Leise schniefte sie und lauschte in der Hoffnung schritte zu hören. Schritte von ihrem Bruder die näher kamen. Es dauerte ein wenig dann hörte sie etwas. Doch es waren keine Schritte. Es war ein Lied. Ein Lied das sie nun schon seid mehreren Jahren nicht mehr gehört hatte. Langsam richtete sie sich wieder auf. Langsam folgte sie den Tönen.

Sie wusste nicht wie lange sie durch die Grabreihen schritt.

Vielleicht war es lange, vielleicht aber auch nicht. Sie hatte in de Zeit ihr Zeitgefühl verloren. Sie wurde einfach nur von diesem Lied angezogen.

Gedanklich sang sie schon leicht mit.

Der Nebel wurde lichtete sich langsam und das Mädchen wusste das sie ihrem Ziel nun ganz nah war.

Durch den Neben erkannte sie schließlich die Engelsstatue die mitten auf dem Friedhof stand. Vor ein paar Tagen hatte sie noch davor gestanden und sie genau betrachtet. Der Engel war hier weiblich. Sie hatte ganz sanft Gesichtszüge und die Flügel leicht um sich gelegt.

Jeder fand diese Statue einfach nur schön. Doch als sie nur noch einen Meter entfernt stand erkannte sie, dass die Statue sich verändert hatte. Sie war dunkler geworden, die Flügel schienen irgendwie zerzaust und ein Umhang lag über den schultern. Sarah hob ihren Blick langsam. Sie erschauderte.

Eine dicke Gänsehaut bildete sich auf ihren ganzen Körper und plötzlich war ihr Eiskalt. Nicht der Engel mit den sanften Augen blickte sie an. Es war ein Totenschädel, der sie aus der Kapuze des Umhangs aus dunklen Augenhöhlen anstarrte.

Ein Schrei löste sich von ihren Lippen. So laut und angstvoll hatte sie noch nie geschrien.

Sie verstand das nicht. Auch wenn sie erst 15 Jahre alt war.

Sie wusste dass Statuen sich nicht einfach veränderten. Vielleicht täuschte sie sich nun einfach. Sie schaute nochmals auf und musste schlucken. Nein, es war immer noch dieses Skelett im Umhang.

Auf Grund des Schreckens hatte sie ganz das Lied vergessen.

Sie hatte auch noch nicht bemerkt das es aufgehört hatte. Auf dem Friedhof war es wieder ganz still, nicht einmal die Geräusche der Nacht erreichten den Friedhof.

"Endlich bist du da." Es war mehr ein Flüstern. Sarah hätte es beinahe überhört. Aber eben nur beinahe. Sie erschrak und drehte sich schnell nach rechts. Ihrer Meinung nach war das flüstern von da gekommen. Durch den leichten Nebel erkannte sie das eine Gestalt auf einem Grabstein saß.

Sarah wusste, dass es besser wäre, wenn sie rennen würde. Ganz weit weg und nie wieder zurück kehren. Doch sie konnte nicht. Neugier hielt sie fest umklammert. Auch wenn sie furchtbare Angst hatte so blieb sie dennoch da stehen.

Die gestallt bewegte sich. Sie schaute Sarah nun direkt an.

Sarah hatte nicht das Gefühl das vor ihr ein Mensch saß. Doch es sah so aus.

Ein ganz normales Gesicht sah sie an. Ein Gesicht was sie nur zu genau kannte.

Sie erinnerte sich an jede Einzelheit. Sogar an die eine Falte unter dem Auge die ihre Mutter an sich immer Gehasst hatte.

"Meine Tochter." Meinte sie leise und streckte ihre Arme nach Sarah aus.

"Mama" flüsterte das junge Mädchen. Eine ungeahnte Sehnsucht überfiel sie. Sie wollte sich dieser Frau in die Arme werfen. Sie wollte sie an sich spüre. So sehr hatte sie diese Frau in den letzten Jahren vermisst.

Sie rannte auf sie zu und stürzte sich in ihre Arme.

"Mama." Hauchte sie "Mama, Mama.."

Arme wurden um sie gelegt. Die Frau sagte nichts zu ihr.

Still wartete sie bis sie sich wieder beruhigte. Als es endlich soweit war schaute Sarah zu ihr auf. Die blickte trafen sich.

Irgendwas stimmt nicht...

Sarah wurde das schlagartig bewusst. Irgendwas in ihr schrie weiter das sie abhauen sollte. Ein kleiner Teil in ihr hatte nicht vergessen das die Frau, in deren Armen sie gerade lag tot war. Sie war gerade unterwegs gewesen um ihr grab zu besuchen... zusammen mit Josh.. Josh... wo war Josh?

"Meine Sarah... von nun an werden wir uns nie wieder trennen." Fest wurde Sarah an den kalten Körper gedrückt. Die Kälte drang langsam durch Sarahs Kleidung. Sie fröstelte und wollte sich aus dem Griff lösen. "

"Mama lass mich Los" hauchte sie leise. "bitte Mama"

Das Gegenteil geschah. Sie wurde fester gegen den Körper gedrückt. Sarah schaute sie. Die Frau die sie umklammerte öffnete ihren Mund.

Fast schon erwartete Sarah, dass sie Vampirzähne hatte. Doch dem war nicht so.

Es waren ganz normale Zähne.

Ganz normale Zähne waren es, die sich dann auch auf einmal in ihre Schulter bohrten.

Das Mädchen schrie vor Schmerz auf. Sie drückte sich nach hinten und wollte sich losreißen doch es klappte nicht. Sie hatte Panik als sie in das dichte blonde Haar griff das zum Teil über ihre Schulter gefallen war.

Fest zog sie daran. Zu ihrem erstaunen hatte sie sogar Erfolg. Die Zähne lockerten sich aus ihrem Fleisch und auch der Griff lockerte sich von ihrem Körper. Sofort warf Sarah sich nach hinten. Sie fiel zu Boden und hatte nur noch den Gedanken, dass sie weg musste.

Sie drehte sich und kroch schnell von dem Grabstein weg, damit man sie nicht packen konnte. Sie hatte Panik als ihre Hand Feuchtigkeit spürte. Sie schaute zu Boden. Sie sah wie sich das leichte Mondlicht etwas darin spiegelte. Wasser.

Dachte sie und kroch weiter als sie noch etwas anderes spürte. Sie griff danach und hob es auf. Sie musste es ein wenig ins Licht halten um zu erkennen was es war. Es war ein Arm. Sie schmiss ihn weg und stand auf um nun richtig wegzurennen.

Sie rannte so schnell sie konnte und so lange sie konnte.

Sie wollte einfach nur weg. Weg von der seltsamen Statue. Weg von der bissigen Frau die wie ihre tote Mutter aussah und weg von dem Arm ohne Körper.

Sie verließ den Friedhof und rannte auf die Straße als sie in die Knie brach. Sie konnte nicht mehr. Sie keuchte atemlos und spürte wie der Biss auf ihrer Schulter schmerzte. Am liebsten wäre es, wenn sie alles was passiert war vergessen könnte. Doch sie konnte nicht. Sie sah den abgetrennten Arm vor sich. Sie erinnerte sich wirklich an jede Kleinigkeit, so wie dem Armband das fest am Gelenk hing. Das Armband was ihr Bruder trug und nie abnahm. Auf einmal wurde ihr bewusst, dass ihr Bruder tot war. Sie hatte seinen Arm in der Hand gehabt. Sie zitterte und warf sich auf die Straße, wo sie begann bitterlich zu weinen. Sie zitterte und sah vor trennen nichts mehr. Eine nach der anderen viel zu Boden und landete auf der Straße. In ihrer Verzweiflung bemerkte sie nicht wie ein Auto immer näher kam.

Der Fahrer sah sie nicht. Er aß am Steuer genüsslich sein Brot und summte laut zu der Musik aus dem Radio.

"Ja das Lied ist gut" lachte er, dabei fielen einige Krümel des durchgeweichten Brotes aus seinem Mund. Er nahm seine Hand vom Lenkrad und strich sich die Krümel vom Kinn. Genau da passierte es. Das Auto rammte Sarah. Sie war nicht sofort Tot, starb aber dann schließlich im Krankenhaus. Die ganze Familie hatte die Nacht nicht überlebt. Der Vater der Ruhig zuhause im Bett gelegen hatte, war in einem Feuer ums Leben gekommen. Die Nachbarin war mit brennender Zigarette Eingeschlafen. Dank dem Schicksal war die trauernde Mutter im Jenseits nach mehreren Jahren nicht mehr alleine.

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