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Zornhau schrieb:
Ich hatte MX 6 ja vor inzwischen gut zwei Jahren erstmals gelesen. Da hatte ich ihn noch etwas anders aufgenommen, als jetzt, wo ich direkt davor den MX-Hardcoverband 6 "Die Hüter der Quelle" gelesen habe.


Mein Eindruck ohne den Hardcover zu berücksichtigen:

Unbefangen losgelesen bekommt man hier eine für die MX-Anfangszeit typische Europa-(nach dem Kometen)-Park-Schau geboten.

Man lernt anfangs ein eher normales Alltagsleben von Bewohnern Norditaliens kennen. Erstaunlich, daß das Motorrad tatsächlich einen Abnehmer gefunden hat. Noch erstaunlicher, daß eine Flugandrone durchaus erschwinglich sein muß.

Das läßt ungeahnte Möglichkeiten offen, statt nur als Plot-Device zu dienen, um Matt und Aruula über bzw. besser in die Alpen zu schaffen. So könnte man mittels dieser Viecher lässig eine Luftüberlegenheit etablieren, die es erlaubt irgendwelchen Kriegsherren, Wulfanen-Stämmen, usw. beizukommen. - Da die Gegner auch nicht dumm sind, und auch Flugandronen erwerben könnten, hätte man hier das Potential für spannende Luftkämpfe und "Flieger-Asse". (Mal sehen, ob ich dieses Potential nicht mal für MX-Rollenspielrunden austeste.)

Das Abschmieren im Schneesturm war natürlich klar ein gewolltes Ereignis, um in diese Wudan-vergessene Gegend der Narka zu kommen.

Das Auftauchen der Netaratze wirkte ein wenig unmotiviert. Vor allem dürfte diese es so hoch im eisigen Gebirge nicht leicht gehabt haben, sich irgendwie zu ernähren. (Außer es fallen öfter Leute vom Himmel ...)

Das war aber alles nur Vorgeplänkel. - Erst mit dem "Narka-to" ging die eigentliche Geschichte los. Und Michael J. Parrish macht auf dem knappen Raum keine überflüssigen Schnörkel, sondern stellt die Konfliktlage schnell und klar dar. Die Narka sind ein wenig naiv dargestellt, nehmen sie Matt doch schnell und ohne Arg auf und tun auch nicht so heimlich mit ihrer Heilquelle. Alcam ist ein recht gesichtsloser Kriegsherr, der nur nach mehr Macht giert und dabei Matt skrupellos auf die falsche Fährte setzt.

Die große Massenkampfszene mit dem "Erdrutschsieg" der Narka war ganz gut in Szene gesetzt, doch bleibt die Geschichte nicht ganz abgeschlossen: Auch wenn Alcams Armee nun vernichtet wurde, so werden ANDERE kommen, und die Narka werden immer noch wie frostige Ewoks herumrennen und KEINEN PLAN haben, irgendwas gegen solche Gegner zu unternehmen.

Matt tut gut daran mit einem selbstgebauten Gleiter diesen Schauplatz künftiger Narka-Niederlagen zu verlassen.

Die Narka sind für mich der Schwachpunkt dieses ansonsten recht spannend und mit gut eingebauten Perspektivwechseln gestalteten Romans. (Über deren "dubiose" Lebensgrundlage - Jagd im vollkommen vereisten Hochgebirge! - hatte ich mich schon in meinem Beitrag zum Hardcover ausgelassen.)

Ich kann einfach nicht glauben, daß ein "Eskimo-Pygmäen"-Volk so arglos ist und solch eine Niete in puncto Kriegführung darstellt. Bei Jägern im Gebirge beißen sich Armeen REGELMÄSSIG die Zähne aus!

Afghanistan. Nicht erst heute, sondern die Engländer haben vor 150 Jahren bitter bluten müssen, als sie feststellen mußten, daß (primitive) Leute, die sich in ihrem eigenen Gebirge gut auskennen, mit Hit-and-Run-Taktik eine gut organisierte Armee einfach zerreiben können.

Mir sind die Narka zu sehr "Ewoks", zu unaggressiv und zu unfähig geschildert worden. Sie müßten mißtrauisch gegenüber Fremden sein, gewiefte Gebirgskrieger und Experten im Fallenpräparieren (z.B. Schneegruben, Steinschläge, usw.). - Kennt jemand den Film "Die Rache des Fährtensuchers"? Da sieht man sehr schön, wie in einer eisigen Umgebung auch schon EIN EINZIGER findiger Eis- und Berg-"Barbar" mit brutalen Kriegern kurzen Prozess macht.

Wenn man die Geschichte fortschreibt, dann sind die passiven, unaggressiven Narka dem Untergang geweiht. Die nächste, spätestens die übernächste Armee macht sie kurz und klein und dann kommt der Daa'mure endlich dazu sein intrigantes Wesen voll auszuleben.

Soviel zum Eindruck ohne den Hardcover-Roman dazu einzubeziehen.

Mein Eindruck vom Wiederlesen nach dem zugehörigen Hardcover

MIT dem Hardcover, der ja direkt die Vorgeschichte dieses MX-Heftes darstellt, wird der MX Band 6 zu einem finalen Teil der Gesamtgeschichte rund um Alcam und die Narkas.

Und da Alcam im Hardcover wirklich an Format gewinnt, mehr Tiefe bekommt und einem als Leser sogar die Art Respekt abnötigt, die man einem "guten Bösen" entgegenbringt, tritt beim Wiederlesen von MX 6 ein ANDERER Alcam auf. Die Szenen mit Alcam beim Wiederlesen lassen ja noch den viel plastischeren Charakter aus dem Hardcover auftreten. Und da paßt dann alles irgendwie besser zusammen.

Alcam ist nicht wirklich ein Held, aber eine tragische Figur. Er ist ein Arschloch. Ein hinterhältiges, menschenverachtendes Arschloch. Aber er ist auch jemand, der andere Menschen zusammenhalten, motivieren und führen kann. Jemand mit einer Vision.

Und die hat er ja laut Hardcover aus einer ganz bestimmten Quelle (wörtlich).

Damit ist er eben NICHT "noch ein dahergelaufener Kriegsherr", sondern jemand mit einem persönlichen Interesse an dem Schatz der Narka. Dadurch wird die gesamte Geschichte von MX 6 überzeugender.

Mir hat der Heftroman MX 6 beim Wiederlesen nach dem zugehörigen Hardcover deutlich besser gefallen. (Den Hardcover-Band kann ich allen empfehlen, die den Stil von Michael J. Parrish mögen. Es handelt sich um einen guten Fantasy-Roman, die Sci-Fi- bzw. Endzeit-Elemente sind eher nebensächlich.)

Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht nochmal MX 6 mit "erweitertem Kontext" zu lesen.

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