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Hier können Sie eine Antwort zum Thema "Geschichten aus der Welt von MADDRAX" schreiben
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Lonestar schrieb:
In Ermangelung einer Sektion für Kurzgeschichten oder FanFictions, poste ich meine kleine (und hoffentlich feine :-) ) Story einmal hier. Geht mit meinem Werk bitte nicht so kritisch um, was Rechtschreibung und Grammatik anbelangt, ich schreibsel nur als Hobby und nicht professionell. Viel Vergnügen damit und vielleicht tippe ich sogar eine Fortsetzung, wenn ich die Zeit und Muße dazu habe.



Mahre der Nacht

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Sveedi, an der Küste Kade'gaads, Frühjahr 2528


Missmutig stapfte sie den Pfad entlang. Die Nacht hatte das Firmament erobert und nicht einmal der silbrige Schein der Loona drang durch die bleiernen, tief hängenden Wolken. Weiße Flocken rieselten aus den schwarzgräulichen Himmelsgebilden, die gleich einer dunstigen Barriere die Welt der Sterblichen von jener der Götter trennte. Der Neuschnee knirschte und knarzte unter den Sohlen ihrer Stiefel, welcher den Weg mit einer bleichen, dünnen Schicht bedeckte und ihn somit vor unkundigen Augen größtenteils verbarg. Ihr geübter Blick vermochten dennoch der leidlich gepflasterten Straße zu folgen, die sie von dem hölzernen Anlegesteg hinein in die Ansiedlung führte, die von den Einheimischen Waaberg genannt wurde. Langhäuser aus massiven Bohlen und Stämmen errichtet, schälten sich vor ihr aus der Düsternis, wie auch die Fundamente alter, vergessener Baukunst. Sie schritt an metallenen Gerippen und bröckelnden, überwiegend halb eingestürzten Gebäuden aus voran gegangenen Zeiten vorüber, jener Epoche, bevor Orguudoo seinen brennenden Stern auf das Erdengrund schleuderte, um dessen Antlitz für immer zu verändern, ohne diesen Überbleibseln einer unlängst ausgelöschten Zivilisation auch nur eines Blickes zu erübrigen.

Jene Ruinen der alten Welt waren allgegenwärtig und prägten das Bild der heutigen. Sie waren nichts ungewöhnliches, die Menschen und anderen Wesen ihrer Tage, sahen in den Trümmern der Vergangenheit, lediglich eine nachhallende Warnung der höheren Mächte, nicht zu überheblich zu werden und nach Kräften zu streben, die nicht für sie bestimmt waren, denn die Disuuparweluun, die Schamanen, beriefen sich darauf, dass es eine göttliche Strafe war, die dereinst über die Menschheit gekommen war, da sie gegen die natürliche Ordnung der Dinge verstießen, und sich so den Zorn des bösen Gottes zuzogen, welcher hieraufhin das reinigende Feuer sandte.
Wie viel Wahrheit in den Überzeugungen der Göttersprecher steckte, wusste sie nicht, aber sie war geneigt ihren Geschichten Glauben zu schenken, nicht nur weil sie mit ihnen aufgewachsen war, sondern ebenso weil sie Stimmen, Bilder und Eindrücke anderer Lebewesen erspüren konnte. Eine Gabe, die man gewisslich als ebenso wundersam bezeichnen mochte, wie ein göttliches Strafgericht.

Wohltuende, nächtliche Stille herrschte rings um sie herum, nur das leise Heulen des Windes und die Geräusche des knirschenden Schnees drangen an ihr scharfes Gehör, während sie durch den Ort streifte. Die Stille war behaglich, dass damit einhergehende Schweigen in ihrem Kopf umso mehr. Langsam beruhigte sie sich wieder, entspannte die fest aufeinander gepressten Lippen. Die unangenehmen Gedanken der drei Männer am Kai schwanden allmählich. Sie waren nicht sonderlich darüber erbaut gewesen, mitten in der Nacht, einer Besucherin die Einkehr in das Dorf zu gewähren. Das Misstrauen, welches ihr entgegengeschlagen war, war berechtigt gewesen, wie auch die Aufforderung wieder zu verschwinden. Aber kaum war den Wachposten aufgefallen, dass es sich beim Klang ihrer Stimme um eine Frau handelte, hatten sie sie heran gewunken und ihr die Erlaubnis zum Festmachen erteilt. Für diese "Großzügigkeit" versprachen sie sich eine Gefälligkeit. Eine Gefälligkeit, an der sich diese Piigs in ihren Gedanken bereits aufs schamloseste berauschten.

Zum Bedauern der Dreien, war sie nicht so "eine" wie sie erwarteten, was das Taikepirfell, welches sie um ihre Schultern trug, und der Bogen, den sie zur Hand nahm, einem aufmerksamen Beobachter eigentlich hätte verraten sollen. Doch die Hafenwächter waren wohl von anderen Aussichten schon zu sehr abgelenkt, dass sie dem keine weitere Beachtung zollten. Eine Fehlentscheidung, wie sie wenige Herzschläge später bitterlich am eigenen Leib erfuhren und sich danach mit schmerzenden Lenden, auf den nasskalten Brettern windend, wiederfanden. Diese Begebenheit würde sicherlich noch Folgen haben und ihr schlimmstenfalls Ärger mit der hiesigen Obrigkeit einbringen, aber sollten die nur kommen! Dann würde sie denen schon zeigen, wie man einer Femana von de Trezee Iseele begegnete!

Kleine Lichter glommen vor ihr in dem leichten Schneegestöber der Nacht auf, sowie stark gedämpfte Laute aus selbiger Richtung drangen. Sie beschleunigte ihren Schritt und näherte sich einem mehrstöckigen Haus, dass sie unweigerlich als eine Taavern erkannte. Aus dem krakelig eingeritzten Schriftzug auf einem Holzschild, dass auf zwei Stangen neben dem Eingang in die gefrorene Erde getrieben worden war, deutete sie, dass jene Herberge den wenig zutreffenden Namen "Jonn's Palast" inne hatte. Sie hatte in Erzählungen weitgereister Kaufleute, wie diesem Hermon der einige Zeit auf den Inseln einen florierenden Handel unterhielt, von Palästen in Euree oder Luftschlössern in Afra gehört, aber von einem Prunkbau konnte hier wahrlich keine Rede sein. Zögernd streckte sie eine schmale Hand nach dem gusseisernen Türgriff aus, wappnete sich innerlich auf den Sturm, der unwillkürlich über sie hereinbrechen würde, sobald sie die Tür öffnete.

Es war jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung. Inzwischen fürchtete sie sich beinahe schon davor allein nur in die Nähe von denkenden Lebewesen zu geraten. Der "Zwischenfall" mit den Männern der Nachtwache bewies es und nun musste sie sich einer ganzen Menge unterschiedlichster Gestalten und ihrer geistigen Ausströmungen stellen. Ihre Hand begann zu zittern, das Herz klopfte ihr plötzlich wilder in der Brust.
"Merduu!", fluchte sie und ballte die bebenden Finger zur Faust. Sie zwang sich zur Ruhe, sog die frostig kalte Luft in ihre Lungen und stieß sie heftig wieder aus. Das half, zumindest etwas. Entschlossen umfasste sie den Griff und drückte die schwere Holztür auf, befahl ihren Füßen einzutreten und dämmte ihre Sinne... soweit diese es ihr gestatteten.

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