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nilusys schrieb:
Da ich in den Anmerkungen zu aktuellen Bänden letzthin oft über Genesis gesprochen habe, stelle ich hier auch noch einmal meine Beobachtungen zu diesem Band ein. Ich habe ihn in der Heft-Edition gelesen, also deutlich später als Andro (28.06.05):

Mit "Genesis" beweist Jo Zybell in meinen Augen einmal mehr, dass "die Welt nach dem Kometen" recht eigentlich seine Welt ist. Sorgsam zeichnet er seine Figuren in einer Atmosphäre, die dunkel, von Wehmut und Verzweiflung geprägt ist. Mit gewissermaßen unerschütterlichem Pessimismus schildert er die Schicksale von Menschen, die allesamt nicht "aus ihrer Haut können", sondern dazu verdammt sind, alte Gegensätze auszuagieren. Es geht weiter wie bisher - nur schlimmer! Keine gemeinsame Not und keine gemeinsame Bedrohung vermögen das zu ändern. Homo homini lupus.

Es ist faszinierend zu sehen, was Zybell aus und mit seinen Figuren macht; mindest ebenso fasziniert mich aber, was er nicht macht - was er, wenn man so will, dem Leser verweigert. All die falschen Entscheidungen, all die Unversöhnlichkeit. Vielleicht ist dabei der Charakter von Liz Drax am irritierendsten. Seltsam, dass diese Schilderung hier, so weit ich sehe, kein Echo gefunden hat.

Dies macht den Roman über weite Strecken geradezu verstörend und zu einem ausgesprochen literarischen Erlebnis. Allerdings schwelgt der Autor zuweilen doch etwas zu sehr in der düsteren Stimmung, die er da geschaffen hat. Und je länger die Erzählung andauert, desto klarer wird, dass Zybell die introspektiven Momente gegenüber den Action-Elementen klar bevorzugt, so dass diese ein wenig unterzugehen drohen.

Die Konfrontation zwischen dem Clan und den Columbunits wird zudem recht abrupt beendet, so dass die Spannung zur Mitte des Romans einbricht. Der Kampf des dezimierten Clans um einen Platz im Bunker von Washington ist dichter und in meinen Augen der Höhepunkt der Erzählung. Dass Zybell dann mit dem Viking-Projekt weiter macht, ist im Grunde fast unglücklich zu nennen. Sicher entsteht auf diese Weise quasi eine Chronik der Familie(n) als Bild der postapokalyptischen Geschichte, aber insgesamt vertragen sich die Erzählstränge nicht recht. Ich habe an dieser Stelle eine Pause eingelegt und die letzten knapp 50 Seiten separat gelesen.

Und wenn auch heute die Geschichte der "Disuuslachter" schon wieder Vergangenheit ist: dies ist das alte, ursprüngliche Szenario der Serie! Auf der LKS des neuen MX (142) beschwert sich ein Leser, die Euree-Abenteuer "wärmten den Anfang der Serie wieder auf". Ich kann nur sagen: ich wollte, es wäre so.

Und dann hört die Geschichte auf.

Was soll man daraus für ein Fazit ziehen? So einfühlsam die Szenen mit dem alten Chronisten sind, sie sind zu lang. So verstörend der Kampf des Wu-Tang-Clans ums Überleben ist, er wird mit dem Bruch in der Mitte der Geschichte nicht fertig. Und der letzte Teil - das Viking-Projekt - liest sich wie die "Abteilung Vorgeschichte" eines MX-Romans. Nun, das sollen die Romane ja auch sein. Die einzelnen Teile sind durchaus gut bis sehr gut. Aber sie bleiben einzelne Teile. Einen Spannungsbogen hat "Genesis" leider nicht. Man verliert sich im Text. Der ist großartig geschrieben und größtenteils faszinierend, aber er ergibt kein Ganzes. Und das von Zybell geschaffene "Meer der Verzweiflung" ertränkt irgendwie die Konzentration auf die Ereignisse. Nur so kann ich mir erklären, dass praktisch kein Aspekt dieser Erzählung hier im Forum diskutiert wurde. Und viele wären es Wert gewesen.

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