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Hier können Sie eine Antwort zum Thema "MX 95 - Der Gen-Mutant" schreiben
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Vogelmädchen schrieb:
Das Heft, geschrieben von Bernd Frenz, ist anläßlich des Bandes Nr. 300 noch einmal hier auf der Bastei-Seite veröffentlicht worden. Ich hab es mir als pdf-Datei gezogen und konnte so mal ein altes Abenteuer lesen, das schon lange zurückliegt.

Einen Unterschied zu heutigen Ausgaben habe ich nicht bemerkt, MX ist über die Jahre, so scheint es mir, seiner Linie sehr treu geblieben. Da die Handlung kein Hintergrundwissen verlangt und Matt und Aruula die einzigen wiederkehrenden Charaktere der Story sind, eignet sich diese gut zum Kennenlernen und Testlesen der Serie. Außerdem werden in "Der Gen-Mutant" eine ganze Menge Viechter vorgestellt: Frekkeuscher, Gejagudoos, Nosfera, Wulfanen und Guule, die letzten drei sogar in Form einer detailgetreuen Abbildung. Hinzu kommen noch die Technos, das sind unterirdisch lebende Menschen, die sich technisches Wissen bewahrt, aber durch ihre Abschottung eine Immunschwäche eingefangen haben, die sie die Oberwelt nur noch in Schutzkleidung betreten läßt.

Letzter Aspekt ist der Aufhänger der Geschichte, denn bei den biologischen Experimenten, die der Herstellung eines Heilmittels dienen, gab es einen Zwischenfall, der die gesamte Techno-Kolonie in Hamburg in Gefahr gebracht hat: Die Lebenserhaltungssysteme drohen, ohne Reparatur auszufallen, doch sie liegen innerhalb des versiegelten Laboratoriumtrakts. Mit ihnen eingeschlossen ist der verletzte Prof. Geyer, dessen Wissen über den Türcode offenbar nur mit Hilfe von Telepathie erlangt werden kann.

Hier kommt Aruula mit ihren Lauschfähigkeiten ins Spiel, in die die Technos ihre Hoffnungen setzen und sie kurzerhand entführen. Matt heftet sich an ihre Fersen und erreicht ein Hamburg, in dem sich, von einem mysteriösen Ruf angelockt, Horden von Mutanten sammeln ...

Bemerkenswert ist, daß dieser Roman als Vorlage für ein MX-Computerspiel dienen sollte (vgl. dazu das mehrseitige Exposé am Ende des Bandes); gerade an der Handlung der zweiten Hälfte wird dies sehr augenfällig. Alles ist sehr actionlastig, was ein bißchen auf Kosten der Figurenzeichnung geht und manches etwas hastig erscheinen läßt. Titel und Coverbild greifen zudem schon recht weit vor, mir hätte der Roman ohne deren Kenntnis noch ein Stück besser gefallen. Aber klar, verkaufsfördernd ist beides.

Als beste Passage habe ich eigentlich die Schilderung der Zeit in Erinnerung, die der Wulfane Duroc in der Gefangenschaft der Technos verbringt; als Figur die Medizinerin Tanja Dang, die mir als Antagonistin über einen längeren Zeitraum gut gefallen hätte. Hier gewinnt der Roman eine Tiefe, die er leider im Trubel der Ereignisse wieder einbüßt.

Noch ein paar schöne Aruula-Szenen:
- Die Technos servieren ihr eine Mahlzeit, und sie leckt anschließend den Teller ab. Nicht, weil sie es nicht besser kennt, sondern um die so zivilisierten Technos zu ärgern.
- In der Atomkraft-Zentrale sucht Matt nach einem bestimmten Schleusenschalter. Aruula weiß sofort, es kann nur der Größte sein, und leitet damit eine Kernschmelze ein.
- Matt und Aruula benötigen Geyer für einen Netzhautscan, doch ein Guul hat ihm bereits die Augen ausgerissen. Aruula entwendet dem Mutant einen Augapfel und freut sich. Schließlich ist es so viel einfacher als mit dem ganzen Geyer.

Ich gebe dem Abenteuer 4 von 5 Hamburger und bedauere, nie dieses tolle Computerspiel ausprobieren zu können.

Übrigens fehlt im MX-Archiv leider die Nr. 300 ->
www.bastei.de/indices/index_allgemein_939.html?id=300

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