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Hier können Sie eine Antwort zum Thema "1968 Schloss der tausend Blitze" schreiben
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Das Gleichgewicht schrieb:
Als braver Sinclairleser versuche ich natürlich meine Lücken zu schließen. Also wieder ein Dark-Heft zum Abarbeiten. Und ich bin dankbar, dass ich kein Geld mehr dafür ausgebe. So konnte ich mich ohne Stress auf die Haupthandlung konzentrieren. Die langen und sich im Kreis drehenden Dialoge habe ich schnell weggelesen, wichtiges verpasst man eh nicht. Die Handlung war einfach genug, um auch so mitzukommen.

Neben den Dingen die in den Gesprächen, die kein echter Mensch so führen würde, mehrmals ohne Ergebnis abgearbeitet werden, stören mich auch die Reaktionen der jungen Leute, die einfach nicht glaubwürdig sind. Ich muss darauf nicht näher eingehen, jeder der sich ein wenig mit Dark beschäftigt hat kennt das.

Wo bei anderen Autoren der Einstieg in 5 Seiten abgehandelt wird dauert es hier ein Drittel des Romans, bis endlich Purdy eingeschaltet wird. Direkt mit einem missglückten Englischversuch vom Atmeister. Purdy kann ihre Termine gern absagen oder canceln (steht so im Duden) aber kanzeln geht eher bei einem Priester denn einer Staatsanwältin. Egal, bis diese dann ihre Nichte besucht und John endlich alarmiert wird ist die Hälfte der Geschichte um. Warum ruft Purdy John als gute Freundin nicht auf dem Handy an, oder hat zumindest seine Bürodurchwahl? Und gibt es heutzutage ernsthaft noch echte ausgebildete Volltags-Telefonisten? Ich schweife schon wieder in unwichtige Kleinigkeiten ab.


Zusammenfassend war der erste Teil dieser Geschichte gestreckt und bis auf wenige Stellen spannungsarm. Aber die Grundidee hat mir gefallen, an ihr wurde festgehalten. Da ich meinen Fokus auf die Handlung legte war ich ganz beruhigt.

Dann aber schlägt der Darksche Spontan-Irrsinn zu. Penny ist über ihre neuen Fähigkeiten geschockt und ruft von sich aus Purdy zu Hilfe. Nach dem Kreuztest ist sie aber plötzlich und ohne Erklärung gewandelt. Sie genießt ihre Macht und hat Insiderwissen, das sie zuvor nicht hatte. Trotzdem willigt sie ein, der Geburtsstätte dieses Fluchs zu besuchen.

Jerry hat unterdessen eigene Probleme, nämlich ist durch ihn ein weiterer Mensch erwischt worden. Obwohl später behauptet wird, er hätte den Fremden mit der Hand angefasst, war es nicht so. Er hat sich durch eine simple Berührung von Jerrys Schulter den magischen Schlag zugezogen. Es sind Kleinigkeiten, bei denen ich längst die Hoffnung aufgegeben habe, dass Dark daran etwas verbessern kann. Eigentlich wollte ich anmerken, warum die beiden Blitzinfizierten sich nicht einfach Handschuhe anziehen, notfalls nichtleitende Gummihandschuhe oder so. Hätte aber auch nichts gebracht, wenn die Magie durch Kleidung hindurch geht und es keine aktive Handberührung braucht. Für mich eine interessante Wendung, die für den Fall leider völlig egal ist.

Später erwacht Jerrys Opfer. Nicht nur Opfer des Blitzes, auch Opfer von Jasons Geschreibsel. Dass die Blitze nicht tödlich sind und andere infizieren ist neu. Dann müsste auch der Motorradfahrer vom Anfang wieder aufgestanden sein und eine Gefahr darstellen. An den denkt aber niemand mehr. Der neuste Blitztyp hat im Gegensatz zu den „Patienten Null“ keinen eigenen Willen mehr und attackiert rasend die nächstbeste Person. Eigentlich müsste jetzt eine Kettenreaktion folgen. Aber wieder ändert Dark die Regeln. Der angegriffene Kioskbesitzer überlebt den Stromschlag, aber sein Angreifer wird dadurch getötet. Was? Wie jetzt? Warum?

Bei Doktor Quintus laufen dann alle Fäden zusammen. Erst wird Jerry von ihm auf die dunkle Seite gezogen. Dann taucht John bei ihm auf. Der wird nicht überwältigt. Der Doc lädt ihn ganz offen ein, plaudert ein Ründchen, erklärt ihm ehrlich und detailliert seine Geschichte und bringt ihn zu Jerry. Der Junge greift denn John an, während Quintus nicht flieht sondern die ganze Zeit zuschaut. John ist durch das Kreuz die ganze Zeit geschützt, so kommt auch in einer der wenigen Kampfszenen keine Spannung auf. John kann gar nichts passieren, dafür geht das Kreuz zum Gegenangriff über und tötet Jerry. Nun stellt sich heraus, das Mandragoro dem Doc die Kräfte verliehen hat. Damit ein wichtiger Name auftaucht. Ein halbgar zurechtgeschusterter Öko-Grund, den Dark gern beim Umweltdämon benutzt, muss reichen. Was der Altmeister auch gern benutzt ist die Vernichtung des Gegenspielers durch seinen Meister. Also kein weiterer Kampf gegen den Oberbösewicht, Mandragoro übernimmt das selbst.


Ach, Jason. Es ist eine Sache, dass die Dialoge zu ausufernd waren. Damit könnte ich aber leben. Diese Brüche in der Handlung regen mich aber jedes mal auf. Wenn Dark nur noch simpelste Fälle der Woche schreiben kann oder möchte, dann ist das in Ordnung. Soll er, solange es halbwegs passt. Zwei Jugendliche die im Haus mit gefährlicher Blitzmagie infiziert werden. Die daraufhin Pudry um Hilfe bitten, welche wiederum John einschaltet. Ob die Opfer der Stromschläge nun selbst zu Killern werden ist egal. Kann man machen, muss man aber nicht. Wäre dann halt schwerer für den Geisterjäger zu lösen gewesen, wenn immer mehr von solchen Leuten rumrennen. Mit dem verzweifelten Päärchen ab zum Haus, wo sich erst jetzt heraus stellt, dass keine ortsgebundene Magie, sondern Quintus dahinter steckt. Wäre doch eine gute Überraschung gewesen. Von mir aus nutzt der seine Kraft, um Jerry umzukehren. Der Geisterjäger muss ihn als dramatische Sequenz leider töten, weil das Kreuz nun heftig reagiert. Penny kann gerade noch gerettet werden, weil John vorher den Doktor erledigt. Mandragoro ganz weglassen, den braucht es nicht. Jedenfalls nicht mit solchen Alibiauftritten. Eventuell hätte man als Abschlusssatz beim Durchsuchen des Hauses noch eine Alraunenfigur mit eingeschnitztem Namen oder einen magischen Vertrag als Hinweis auf den Umweltdämon finden können. Simpel, nichts besonderes, aber stimmig und unterhaltsam. Die Ideen habe ich, nur am Epik-Schreibstil mangelt es bei mir.

War noch was? Ah ja, eine schlechte Wertung. Gerade noch solide erste Hälfte, sehr schlechte zweite Hälfte. Zum Glück habe ich die seitenlangen Dialoge so gut es geht ignoriert, das hätte mir sicher noch mehr Nerven gekostet.

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