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Hier können Sie eine Antwort zum Thema "1971 - Dr. Leonards Todes-Theater" schreiben
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Das Gleichgewicht schrieb:
Der Plot um die Dunklen Eminenzen schreitet zügig voran. Shador und Rabisana werden einander vorgestellt und der Dämon erhält den Auftrag, so viele Mitglieder des Sinclairteams wie möglich auszuschalten. Man hätte hier einen bombastischen Schritt nach vorn machen können, im Endeffekt ist es wieder nur ein Roman mit der üblichen Handlung. Das ist gar nicht mal so schlimm. Aber auch handwerklich gibt es einiges zu bemängeln. Meinen Ansprüchen an Logik genügt Marc Freund einfach überhaupt nicht.


Zuerst ein Wort zu der Idee des Theaterspuks. Vielleicht wäre es zu früh gewesen, aber hier hätte man das erste mal mehrere Eminenzen zusammen agieren lassen können. Rabisana statt Susan als Vampirbraut. Und wenn man die Idee der Bühnenillusion bzw. -dimension umgeschrieben hätte, hätte Ian auch wunderbar in die Geschichte gepasst. Für einen Einzelroman vielleicht zu überladen, als Zweiteiler wäre das sicher eine gute Idee gewesen. Dies ist aber eine Sache des Autorenteams und nicht des Autors, der sich an den abgesprochenen Handlungsplan hält.

Der Roman beginnt trotzdem sehr spannend. Wenn Shador es so eingefädelt hätte, dass Bill und Sheila ins Bühnenspiel eingewoben werden und nicht ihre Freunde, wäre es das schon gewesen. Dann hätten sie John nicht alarmieren können. So passiert das, was immer passiert. Johns Freunde werden misstrauisch und alarmieren den Geisterjäger. Schon da gab es winzige Details, die mich störten. Nichts schlimmes, aber dennoch verbesserungswürdig. Welche Uralt-Telefone gibt es im Yard, wenn John den „Hörer auf die Gabel legt“? Und wenn das Theaterstück spät Abends beginnt und Bill John erst einige Stunden später anruft, warum ist er mit Suko noch um die Zeit im Büro, als wäre es das normalste der Welt. Hier wäre es wieder besser gewesen, John daheim beim wohlverdienten Feierabend zu stören. Allgemein passen Zeitabläufe in diesem Roman nicht so recht zusammen. Beim Finale nimmt das dann schlimme Ausmaße an. Sheila befindet sich eingesperrt in einem Raum, dessen Wände sich hochdramatisch aufeinander zu bewegen. Sie muss schnell gerettet werden! Es passiert folgendes: John inspiziert das Loch in der Decke zur nächsten Etage. Dann redet er mit Suko. Sie kommen auf die Idee, dass Sheilas Aufenthaltsort in einer Windmühle sein könnte und treffen damit ins Schwarze. Sie erkundigen sich, wo die Windmühle ist. Es geht also los durch ein Tal und durch einen Stollen zu dem entfernten Gebäude. Auf dem Weg dorthin und in der Windmühle selbst werden sie durch Monsterangriffe aufgehalten. In der Mühle folgt nochmal ein Showdown mit Shador. Und in all der Zeit, mindestens eine Stunde vermute ich, bewegen sich die Wände auf Sheila zu. Wird sie in einem kleinen Geheimversteck der Mühle festgehalten oder in einer riesigen Lagerhalle? Mir ist Logik wichtig. Hier war der Punkt erreicht, wo Schluss mit lustig war.

Ein zweiter Punkt, der besser erklärt hätte werden müssen ist die Bühnendimension. Dauernd gibt es neue Details zu ihr, die sich widersprechen. Ist das Bühnenbild nun ein Tor in eine bereits bestehende Dimension, wie behauptet wird? Aber warum tanzen dann der dort herrschende Vampirfürst und allgemein alle nach Shadors Pfeife? Dann wäre er nur ein Eindringling gewesen. Also eine kleine begrenzte Dimension, die extra von Shador erschaffen wurde? Dafür spricht auch, dass die menschlichen Schauspieler des modernen Theaters in der mitteralterlichen Welt alle eine Rolle spielen. John weiß aber, dass Dimensionen die schwarzmagisch erschaffen wurden durch die Kreuzformel einfach aufgelöst werden. Damit hätte er auf einen Schlag alle gerettet. Dies ist in der Vergangenheit mehrmals passiert. Bei einem Tor in eine andere Welt hätte das nichts genutzt. Egal was jetzt genau dahinter steckt, es ist unlogisch.

Mein dritter Meckeransatz ist nicht so weitlaufend. Es geht dabei nur um einen Sachverhalt beim Finale. Der ist aber extrem wichtig. Der Mönch kann problemlos Dämonen gegen Johns Kreuz immun machen. Dauert nicht lange und kostet ihm kaum Anstrengung. Ja, warum zur dreiköpfigen Panzerhornschrecke macht er das dann nicht bei seinen Schützlingen? Sorry, falsche Serie.

Für mich fällt dieser Roman wieder unter die Kategorie „Kopf aus, Action an“. Denn davon gibt es genug. Die Geschichte ist spannend. Die Idee mit der Bühnendimension ließt sich frisch. Deshalb ist es für mich trotz der Kritik kein Totalausfall. Aber nur ein mittelmäßiger Roman. Genau das, was ich vom Autor erwartet habe, weil er seinem Stil treu bleibt. Für mich waren alle Romane von Marc Freund bisher „ein Dark an guten Tagen“.

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