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Hier können Sie eine Antwort zum Thema "2000 - Das Höllenkreuz" schreiben
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Das Gleichgewicht schrieb:
ch möchte dem Jubiläumsband keine Sonderstellung zusprechen, nur weil er die Nummer 2000 trägt. Jason hat sich wie immer und wie auch die anderen Co-Autoren seine Heftwertung zu verdienen. Und er hat sich dieses mal tatsächlich Mühe gegeben, glaube ich. Es zeigt sich für mich stark, warum ich Dark bei einem theoretischen Ausstieg als Autor gern weiterhin als Ideengeber und Mentor dabei hätte. Einige der Ideen hier sind sehr gut. Die Schreib- und Erzählweise hingegen wie immer. Da kann er sich Mühe geben, wie er will. Gegen die Besten der Co-Autoren stinkt er ab.


Gehen wir die Handlung mal spoilerlastig durch. Matthias zeigt sich anfangs in seiner gewohnten Form. Einer der mächtigsten Gegenspieler in der aktuellen Serienhandlung verdreht ein paar Finger. Das namensgebende Höllenkreuz zeigt sich ein paar mal, ohne wirklich eine Gefahr zu sein. Die geht von den dunklen Engeln aus, die es auf John abgesehen haben. Einen konnte er bereits vernichten. Als sich vor dem offenen Fenster weitere zeigen geht der Geisterjäger ihnen dann aber wie ein Trottel auf den Leim. Sich einfach aus dem Fenster beugen und hinauszerren lassen ist nicht sehr schlau für einen erfahrenen Dämonenjäger. Der Engel lässt ihn fallen und das wäre damit das Ende für den Titelhelden. Wie gewohnt nutzen die Gegner ihre sicheren Chancen nicht, John zu töten, weil sie einen Evil Masterplan haben, der garantiert schief geht. Stattdessen wird John nach Aibon gebracht. Dort hat Matthias sich eingenistet, um als Ersatz für Guywano wieder für das Gleichgewicht zu sorgen. Da liegen meine Sympathien eindeutig bei ihm. Er erweist dem Land der Druiden einen Bärendienst, indem er die natürliche Ordnung wiederherstellt.


In London merkt man, dass John verschwunden ist. Der einzige Zeuge hat Selbstmord begangen, da er es nicht aushalten konnte, von Matthias verstümmelt worden zu sein. Wie man sich mit einer verkrüppelten Hand eine Ledergürtel-Schlinge knüpfen kann, um sich zu erhängen sind kleine Details, auf die Dark einfach nicht achtet. Einige der Co-Autoren durchdenken ihre Geschichten sehr genau und würden sowas merken. Und solcherlei macht zum Beispiel den Qualitätsunterschied aus. Man hat also keine Ahnung, wo John ist, erinnert sich aber an Glendas übermächtige Beamfähigkeiten. Neuerdings benötigt sie einen Gegenstand, der in Verbindung mit dem Ziel steht. Davon war früher nie die Rede, Dark ändert die Voraussetzungen wie es ihm passt. Kennt man von Johns Kreuz. Sie kann zwar herausfinden, wo John sich aufhält, allerdings nicht zu ihm reisen. Das verhindert Luzifer.


Nachdem John einen Troll niedergeknüppelt hat wird er wieder von den dunklen Engeln geschnappt und soll an das Rad der Zeit geschnallt werden. Es ist schön, wie Dark Bezug auf dieses Relikt nimmt. Seine Wirkungsweise ist eine nette Idee. John weigert sich natürlich, die mentale Reise mitzumachen, aber Matthias hat ein Druckmittel. Zuvor wurde Jane von einem der Engel in ihrem Haus überwältigt, weil sie sich – wie anfangs John am Fenster – total leichtsinnig verhält. Zum Glück verhalten sich die Gegenspieler auch dämlich und so gelingt es Jane ihrerseits, den Engel zu überwältigen und sich zu befreien. Um einen Roman voranzubringen muss man die Figuren nicht zwangsläufig dumm und nachlässig agieren lassen. Das ist zu simpel. Der Geisterjäger weiß von all dem nichts und lässt sich Jane weiterhin als Geißel wähnend an das Rad schnallen. Es schaut nicht gut für ihn aus, denn nach einer Vergangenheitsreise sieht er sich dem Höllenkreuz gegenüber und gerät sofort ihn dessen Bann. Sogar die Kreuzformel vergisst er und ist dabei, sich Luzifer zu unterwerfen. Was kann man da tun?


Zum Beispiel im zweiten Versuch plötzlich doch die Beam-Reise nach Aibon gelingen lassen. Dieses mal zufällig mit Suko im Gepäck. Glenda allein hätte wenig gebracht, der Chinese hat ja den Stab und die Dämonenpeitsche dabei. Und da Matthias sich nachlässig und dumm verhält (wer erkennt ein Muster?) hat er sich siegessicher aus dem Staub gemacht. Die beiden können John also ohne Gefahr retten. Leider ist Glenda zu entkräftet für einen Rückteleport. Aber ich bin mir sicher, genau wenn es nötig wird geht es ihr plötzlich schlagartig besser.


Bis hierhin war die allgemeine Handlung um Aibon und das Rad der Zeit noch interessant und spannend. Bei der Grundidee kann ich nur anerkennend nicken.Gut gemacht, Herr Rellergerd. Nun wird es aber auch in dieser Beziehung langweilig. Man reist durch Aibon, kämpft hier und da gegen die dunklen Engel ohne Verluste oder Verletzungen einzustecken. Man kommt in einem Dorf an, wo es zur vorerst finalen Konfrontation kommt. Wieder erscheint das Höllenkreuz, dieses mal widersteht John diesem aber irgendwie, wo er doch zuvor keine Chance hatte. Er ruft die Kreuzformel (was die Szene umso seltsamer macht, genau das hat er vorher probiert und wusste sie nicht mehr komplett) und die restlichen Engel verbrennen. Matthias bereitet die Formel Schmerzen oder zumindest Unbehagen, womit er auch aus dem Spiel genommen ist. Moment, ist Matthias nicht der Engelssohn und immun gegen die Kreuzformel? Genau genommen macht das Höllenkreuz keinerlei Sinn, da Luzifer seinen Stellvertreter schon zu einem lebenden Gegenkreuz gemacht hat. Ich hatte mal die Hoffnung, dass Dark diese Idee wieder aufgreift. Aber er hat es wohl endgültig vergessen, wie die riesige Skelettarmee die Asmodis unter Konrolle hat. So gesehen kann man sagen, was auch immer hier im Jubiband angedeutet wird, es besteht die Chance, dass Dark es später ignoriert oder schlichtweg vergisst.


Wie erwartet kann Glenda zum Schluss wieder teleportieren und rettet das Trio zurück nach London. Aber Suko hat irgendetwas von Aibon mitgebracht. Ende des ersten Teils. Fortsetzung folgt, zum Glück nicht von Dark. Sondern von zwei alteingesessenen Sinclairfans.


Vor der Endwertung schlüssele ich noch einmal kurz auf.

Gut waren die Grundideen. Aibon, das Rad der Zeit, kleinere Verweise auf frühere Abenteuer. Sogar auf Romane der Kollegen, sehr schön. Action gab es genug, auch wenn sie einseitig ist und die Helden immer ohne ernste Verletzungen davonkommen.


Was hat mir nicht gefallen? Viele Figuren handeln sehr dumm, um gewisse Handlungspunkte zu triggern. Wieder mal gibt es Widersprüche zu in früheren Heften aufgestellte Fakten. Die Helden haben ohne Erklärung und Grund plötzlich Erfolg bei Dingen, die wenige Seiten zuvor noch kritisch gescheitert sind. Genau dann, wenn es die für Handlung nützlich ist. Die Dialoge und Erzählungen sind wieder unterdurchschnittlich, aber hier bin ich inzwischen schon froh, wenn es kein Totalausfall ist.


Ich will mal nicht zu kritisch sein. Eine mittlere Wertung ist echt fair. Darüber hinaus kann ich einfach nicht gehen, das hat sich Dark schlichtweg nicht verdient. Nennt mich gefühlskalt. Maximal als Ideengeber für die weiteren Geschehnisse in Aibon brauchbar, welche die Co-Autoren dann gern auf dieser Basis umsetzen dürfen. Dark mag sich dieses mal wirklich Mühe gegeben und Zeit gelassen haben. Es ist traurig, aber das hat kaum geholfen. Ich glaube er kann es einfach nicht mehr.


PS. Ich bin gern zu einer hitzigen Diskussion auf erwachsenem Niveau mit Verweise auf Textstellen bereit. Und lasse mich durchaus davon überzeugen, falls ich Dinge falsch wiedergegeben oder aufgefasst habe. :) Einige User fanden den Roman offenbar richtig klasse.

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