Suche
Beitrag User
 
 
Hier können Sie eine Antwort zum Thema "010 Sie kommen" schreiben
Sollten Sie noch nicht eingeloggt sein oder Sie sind noch kein Autor dieser Community, dann wird Ihnen die Möglichkeit gegeben dies nachzuholen.
Loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich neu.
Alle anderen Autoren können wie gewohnt schreiben und ihr Wissen teilen.
Username:  Jetzt registrieren
Passwort:   
Text:
Vorschau
Vorschau:
Text:
Das Gleichgewicht schrieb:
Dark Land ist eine sonderbare Serie, Twilight City eine exotische Stadt. Vielleicht sollte man im Autorenkollektiv nicht nur über die Handlungen reden, sondern auch einige feste Regeln bestimmen. Es gibt immer wieder Details, die einfach nicht ins Bild passen. Warum braucht es in Twilight City einen christlichen Reverend, der vom Herrgott redet? Soll das heißen, die Bewohner der düsteren Welt glauben an den bekannten Gott mit seinen Geboten und dem ganzen Engelkram? Das halte ich schlichtweg für Unsinn. Wenn Marc Freund unbedingt einen Prediger einbauen möchte, dann hätte er sich Gedanken für eine eigene Glaubensrichtung machen sollen. Das ist aber nur ein Beispiel, ich würde es begrüßen wenn man allgemein für die Serie so wenig wie möglich vertraute Elemente aus unserer Welt einbaut. Schließlich ist die Stadt durch eine Nebelwand von allen anderen Dimensionen abgeschnitten.

Wenn ich direkt auf die Schreibe des Autors schaue ist mir etwas anderes aufgefallen. Er muss genauer durchdenken, was er geschrieben hat, damit er sich nicht wiederholt. Mehrmals hat mich das im Heft gestört. Da sagt Abby in der Bar, von welcher Zeitung sie kommt und wird von ihrem Gesprächspartner zwei Sätze später genau danach gefragt. Oder Sir Roger, der vermutet dass Garouze „seine Finger im Spiel hat“. Nur wenige Sätze später vermutet Esrath mit exakt der gleichen Phrase, dass Garouze vielleicht „seine Finger im Spiel haben könnte“. Im ersten Roman von Marc ist mir das nicht aufgefallen, vielleicht weil es nicht wie hier mehrmals passiert ist.

Ansonsten aber eine interessante erste Hälfte mit den Dingen, die in Bewegung gesetzt werden. Dafür hätte ich wieder eine sehr gute Lesespaß-Wertung vergeben.



Später krankt die Handlung dann wieder daran, dass „versprochene“ Dinge nicht ausgebaut werden. Das Schiff ist auf dem Cover abgebildet und läuft im Prolog in den Hafen ein. Man erwartet also, dass es der zentrale Storypunkt ist. Aber bis zum Finale passiert außer viel Aufregung nichts mehr. Es dümpelt da am Pier vor sich hin und Leute versammeln sich in gespannter Erwartung davor. Erst zum Schluss wird es aktiv, als sich an der Bordwand ein schwarzes Loch auftut. Ich hatte das Gefühl, dass selbst das nicht wegen dem Schiff geschrieben wurde, sondern wegen Marcs persönlicher „Handlung der Woche“.

Die gibt es auch wieder und nervt mich immer mehr. Bei Logan war der kimilastige Fall wenigstens noch unterhaltsam. Hier gleitet sie mir zu sehr in ausgelutschte Klischees ab. Henry Garouze weckt anfangs noch Interesse, wird aber nur zum platten Bösewicht ausgebaut. Ein fieser Verbrecher, der viel flucht und seiner Frau eine scheuert, wenn er den obligatorischen Wutanfall auf sie hat. Der Abby gefangen nimmt, um Sir Roger damit zu erpressen, etwas für ihn zu erledigen. Und dann muss er auch noch sein Haus mit klassischem Dynamit wegsprengen, um alle Spuren zu verwischen. Es gibt sogar die bildhafte Szene, als Wynn und Bella dazustoßen, die Sprengsätze gerade zünden und die Druckwellenszene im Geiste in Zeitlupe abläuft. Da hätte ich auch eine Folge „Walker Texas Ranger“ oder sowas aus den 90ern sehen können. Heutzutage sprechen solche Copypaste-Plots einfach nicht für Qualität.

Außerdem ergibt es für mich so überhaupt keinen Sinn, warum man Norek befreit. Beschissener Plan. Er wird von allen für tot gehalten und weggesperrt. Vor allem Wynn darf ihn auf keinen Fall sehen und vielleicht erfahren, dass der Schnabeldämon noch lebt. Ihn jetzt also frei zu lassen, damit er Garouze für Sir Roger killt ist ein unverhältnismäßiges Risiko, selbst wenn er eine Killermaschine ist.

Ich muss zugeben, große Stellen der zweiten Hälfte habe ich einfach nur lustlos weggelesen, damit ich endlich fertig bin oder Absätze erreiche, wo wieder etwas interessantes passiert. Das Schiff wird wie anfangs erwähnt nochmal wichtig und verschluckt Garouze. Jetzt wird es wohl die nächsten Wochen weiter lustlos vor sich hin schaukeln, bis die Story wieder aufgegriffen wird.
Logans Geschichte war durchweg zufriedenstellend und hat vor allem wegen dem „eigenen Fall der Woche“ nur eine mittlere Note bekommen. Die Konsequenz daraus ist im Vergleich eine schlechte Wertung für dieses Heft. Gute erste Hälfte, für mich sehr enttäuschende zweite Hälfte. Schreib- und Logikfehler über den Roman verstreut. Das kann er doch viel besser.



PS. Ein allgemeines Wort zur Serie. Wenn Twilight City nur ein Fundament für eigene Erzählungen der Stammautoren bleibt, bin ich sehr bald raus. Ich habe akzeptiert, dass es kein Spin Off zu JS ist, sondern eine neue Welt. Aber ich hätte schon gern den Ausbau dieser neuen Welt, abgesehen von den wenigen Hauptcharakteren. Nächstes mal geht es dann wieder mit einer eigenen Geschichte weiter, vermute ich. Der Fortsetzung von Rafaels Richter-Entität. Ich habe mit PZ schon eine Serie, wo (fast) jeder Autor seine eigene Baustelle geschaffen hat.

Hilfe:
Zitieren: [quote]text[/quote]

Spoiler verstecken: [hide]text[/hide]

Kursiv / Italics: [i]text[/i]

Fett / Bold: [b]text[/b]

Unterstrichen / Underline: [u]text[/u]

Links: [@link http://www.some.url] Bezeichnung [/link]
(Text der mit "www." oder "http://" beginnt wird automatisch durch einen link ersetzt)

Grafik einfügen: [@img http://www.some.url/some.(gif/jpg)]

Smilies einfügen:
;) =      :( =      :O =      :D =

Top

Sie interessieren sich für unsere aktuellen Meldungen? Hier finden Sie die neuesten Informationen rund um unsere Verlagsprodukte.
mehr ...
 
Hier finden Sie wichtige Informationen und Hinweise zur Registrierung und der Struktur des Bastei Forums.
mehr...
Content Management by InterRed