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Hier können Sie eine Antwort zum Thema "2031 Das Zombie Hospital" schreiben
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Das Gleichgewicht schrieb:
Was ist nur mit John Sinclair los? Helden haben es oft schwer, weil sie an Prinzipien festhalten und deshalb meist den schweren Weg gehen müssen. Weil sie im Gegensatz zu den Bösewichten an Recht und Ordnung festhalten. Bei schwarz-weißen Handlungen ist das kein Problem. Held tötet Monster und rettet Jungfrau, fertig. Eine der komplizierteren Situationen entsteht, wenn der Held mit dem Monster zusammen arbeiten muss. Geht ein Autor mit diesem Szenario zu lasch um, dann fällt der Held aus seiner Rolle und wird dem Leser im schlechtesten Fall sogar unsympathisch. Fingerspitzengefühl ist das Stichwort. Und da stößt Dark an seine Grenzen. Jedes mal, wenn er den klassischen Held-Monster-Handlungsaufbau verlässt.


Dass John sich ohne Rückendeckung mit einem seiner Erzfeinde triff, ja sogar ohne jemanden darüber zu informieren, ist ziemlich dumm und passt schonmal nicht. Wie er dann mit Justine umgeht ist wirklich Blödsinn. Er nimmt ganz locker hin, dass die Vampirin gerade Hunger hat und bei der nächstbesten Gelegenheit einen Menschen beißen wird. „Es war möglich, dass sie es getan hatte, aber das hatte mich nicht zu interessieren.“ Als sie sich um den Zombie gekümmert hat und John davon ausgeht, dass es ein normaler Mensch war fragt er sie sogar, ob es ihr denn geschmeckt hat. Und am Ende lässt der Geisterjäger sie den Doc aussaugen. Masur mag ein kriminelles Arschloch sein, aber er ist ein Mensch. John ist Polizist. Was machen Polizisten mit Kriminellen? Ganz sicher nicht zusehen, wie sie getötet werden.

Auch Masur und Justine verhalten sich seltsam. Da sie aber nicht der Serienheld sind hat es mich da weniger aufgeregt. Dass Justine John kontaktiert, damit er die Arbeit für sie macht passt soweit. Dass sie Adam Ascott mitschleppt aber nicht. Der ist doch nur menschlicher schwacher Ballast für sie. Die JS-Justine, die ich kenne, hätte ihn ausgesaugt, nachdem sie alle relevanten Informationen von ihm erhalten hat. Und sich einen Dreck um seine Freundin geschert. Ich hatte ja noch die Hoffnung, dass sie ihn nur als Ablenkung oder Köder mit nimmt, aber sie rettet ihm sogar das Leben. Wenn Dark Justine jetzt menschlicher und netter darstellen will kann er das gern machen, aber diesen Wandel muss er dem Leser dann auch langsam nahe bringen.

Bleibt noch Masur. John frei zu lassen und ihm die Erlaubnis zu geben, frei im Gebäude herumzulaufen, wie dämlich kann man eigentlich sein? Und 5 Minuten später scheint er das auch noch vergessen zu haben. Da hat sich jemand im Schrank versteckt, kann gar nicht sein, es ist doch sonst niemand hier. So einfach durch eine so bescheuerte Aktion hat Dark es sich lange nicht mehr gemacht.



Es bleibt aber nicht bei unpassenden Figurenhandlungen. Logikfehler und Widersprüche gibt es auch direkt mehrere. Einmal heißt es, Justine sei auf das Hospital aufmerksam geworden, weil es eines ihrer Notfallverstecke ist und sie zufällig vorbei geschaut hat. Dann sagt der Doc, er habe sie durch eine Nachricht hierher gelockt. Bei Lena schreibt Dark, dass ihr Blut gebraucht wird, um die Zombies irgendwie zu stärken, nur um einige Seiten später zu enthüllen, dass sie hier ist, weil sie selbst zu einem Zombie gemacht werden soll. Und die Zeitabläufe stimmen auch nicht überein. Der Roman fängt Nachts an. John wird erwischt und erwacht erst bei Tageslicht wieder aus seiner Bewusstlosigkeit. Da werden mindestens 6 Stunden verstrichen sein. Justine flieht, gabelt Adam auf und kehrt sofort wieder zurück zum Hospital. Noch in der gleichen Nacht. Der Rest des Romans spielt dann auch Nachts.

Für den anspruchslosen Sinclairleser gibt es aber solide Action und ein wenig Spannung. Dazu die übliche coole Justine. Geschrieben ist der Roman für das was man vom Altmeister erwarten kann prinzipiell in Ordnung. Ein unterdurchschnittliches Abenteuer auf der Dark-Skala.

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