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Hier können Sie eine Antwort zum Thema "2046 - Nocturnas Nachtgespenster" schreiben
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Das Gleichgewicht schrieb:
Psychonautenromane mit Dagmar bieten meist eine schöne Abwechslung zum Horror-Einheitsbrei mit Werwölfen oder Zombies. Auch dieses Abenteuer hat seinen ganz eigenen Stil. Dazu ist es wunderbar recherchiert. Die Leserseite, die ich mir vorsichtshalber aus Spoilergründen erst zum Schluss vorgenommen habe, erklärt so einiges. Die Geschichte ist nicht zufällig entstanden, sie ist sogar einer der besonderen Motto-Romane. Ich mag Romane, welche die vierte Wand durchbrechen. Hier passt sogar die zeitliche Komponente. Bis Februar noch kann man die Ausstellung besuchen, in der es im Text geht. Das ist sogar eine Steigerung zu den Romanen, wo man Details nachgoogeln kann oder sich im Netz Bilder anschauen.

Auch die eigentliche Handlung macht was her. Total allumfänglich zufrieden bin ich aber nicht. Am Anfang fand ich zwei Gedankengänge von Harry etwas seltsam. Natürlich hätte man John schon eher anrufen können. Dagmar wird nicht von ihrer alten Schulfreundin Hannelore zum Kaffee eingeladen, das wäre normal. Wenn jemand den seltsamen Name Nocturna hat, auf Dagmars Psychonautenkräfte anspielt und sogar ihren geheimen Name kennt, ist doch eindeutig was im Busch. Der Geisterjäger hätte sicher Verständnis gehabt und Sir James hätte das sicher genehmigt.

Und dann sieht Harry nicht, wie Dagmar im Museum verschwindet und dreht am Rad. Was wäre denn, wenn ihm kein Fahrzeug die Sicht genommen hätte und er gesehen hätte, wie sie das Museum betritt? Hätte das einen Unterschied gemacht? Es war doch abgesprochen, dass seine Frau sich mit der Fremden trifft. Dass sie in das Gebäude geht, um zur abgemachten Zeit am Treffpunkt zu sein, ist doch nicht ungewöhnlich. Wenn Harry etwas besorgt gewesen wäre, ob das gut geht und sie dann zwanzig Minuten später auf einen Kontrollanruf nicht reagiert hätte, in Ordnung. Aber er wird sofort leicht panisch und will ihr plötzlich unbedingt hinterher. Als wäre etwas unplanmäßig schief gelaufen.


Am Mittelteil hingegen habe ich nicht die geringste Kleinigkeit auszusetzen. Die perfekte Mischung aus Kampfszenen, Nachforschungen und Beschreibungen. John muss hier mal zu anderen Mitteln greifen und sein Köpfchen benutzen, da sein Kreuz nur Hinweise liefert und ihm nicht die ganze Arbeit abnimmt. Obwohl er zeigt, dass er zurecht Polizist ist, und die Details gut kombiniert, hat er später das Nachsehen. Diese Sache scheint ihm über zu sein.

Nocturnas Welt fügt sich dann wunderbar in diese „Kunstschiene“ ein. Könnte auch einem im Fieberwahn gezeichneten klaustrophobischen Gemälde entstammen. Eigentlich mag ich so abgefahrene Dinge nicht, hier passen sie aber einfach. Auch zur Psychonautenthematik. Ich habe das Gefühl, dass Florian sich wirklich erst Gedanken zu jedem Abschnitt macht. Eine grobe Textskizze zeichnet, auch mal Formulierungen streicht oder umändert. Und dann erst den finalen Text so stehen lässt, wenn er damit zufrieden ist. Ein echter Schriftarchitekt.

Auch bei der Auflösung hat er sich viele Gedanken gemacht und alles nachvollziehbar erklärt. Sonst hätte ich bemängelt, dass er sich in eine Sackgasse manövriert hat. So eine mächtige Gegnerin, das Kreuz weitestgehend nutzlos und dann wird sie auch noch vom Spuk geschützt. Durch die ausführlichen und in sich logischen Erklärungen am Ende im Krankenhaus ergibt das Finale durchaus Sinn. Von der Seite hat Florian sich abgesichert. Dagegen, dass es mit persönlich nicht gefallen hat, kann er aber nichts machen. Mir kam das mystische abhanden und ging zu sehr in Richtung Wissenschaft. Da wäre es mir notfalls sogar lieber gewesen, dass Dagmar daran glauben muss. Oder zurückgelassen und in einem Folgeband gerettet wird. Oder dass plötzlich als Deus ex Machina der Urdämon Helios auftaucht und die Helden rettet. Was weiß ich, mir ist seit jeher in paranormalen Romane die Magie lieber als die Wissenschaft.


Aber allein der Weg war den Roman wert, auch wenn mir das Ziel nicht zugesagt hat. Florian hängt sich wirklich rein. Sowohl in der Vorarbeit als auch bei der Schreibarbeit. Man meckert ja gern über die gestiegenen Heftromanpreise, für sowas würde ich sogar das doppelte bezahlen. Zum Glück gibt es jetzt ja ein ganzes längeres Taschenbuch, das unter anderem von dem Autor geschrieben wurde. Ich kann mich nur immer und immer wieder wiederholen. Wenn Florian nicht ins Übertreiben abrutscht spielt er im Autorenkollektiv ganz oben mit.


Ein sehr guter Roman, wie es sein soll. Wenn ich jedes mal die Bestnote vergeben würde, wäre es ja nichts besonderes mehr. Wobei, einen Bonus kann ich auf jeden Fall für die Arbeitsleistung zum Roman geben.

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