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Hier können Sie eine Antwort zum Thema "2058 - Ihr Kinderlein kommet ..." schreiben
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Das Gleichgewicht schrieb:
Timothy Stahl ist wohl für die JS-Mottoromane zuständig. Eine tolle Sache. Der Ausbau der Marke „John Sinclair“ passiert nicht nur in Merchandise und dem Pseudo Spin Off. Sondern auch innerhalb der Stammserie. Nach Halloween jetzt Weihnachten, ich freue mich. Ob es ein Running Gag wird, dass John diese Abenteuer immer an Orten erlebt, die für ihn eine tiefe Bedeutung haben?

Trotzdem muss ich in meiner Rezension fair bleiben, auch wenn Weihnachten ist. Wieder kann ich die Geschichte wunderbar in Etappen einteilen. Keine Drittel, hier sind es mal Viertel.

Das erste Viertel, die Weihnachtsfeier bei den Conollys, hätte ruhig länger sein können. Es passiert nichts aufregendes, aber solche friedlichen Momente unter den Freunden gibt es viel zu selten. Ein wunderbarer Einstieg in die Geschichte. Ob das zwischen Jane und Chris etwas ernstes wird? Hoffentlich bleibt das keine einmalige Idee, sondern wird aufgegriffen und weitergeführt. Eine einzige winzige Sache ist mir aufgefallen. Hat Ignatius wirklich erstmal durch das Fenster des Esszimmers gespannt und ruft jetzt von draußen her, dass sie nicht ohne ihn anfangen sollen? Statt direkt zur Tür zu gehen und zu klingeln? Da wollte Timothy unbedingt einen kleinen Spannungsmoment als Absatzende drin haben. Ich erwähne es nur, für diesen Abschnitt gibt es die volle Punktzahl.

Folgen die Viertel zwei und drei. Der Anfang des eigentlichen Falles und erste Ermittlungen in Lauder. Bis zur Szene mit dem Dämon in der Leichenhalle. Wie schon in der Gegenwartsszene gibt es stimmige Beschreibungen. Dazu gute Ideen und ein durchdachter Plot. Als jemand, dem das wichtig ist, war ich hoch erfreut. Fast jede neue Information passt ins Bild und lässt die Sache aus einem neuen Blickwinkel erscheinen. Das Mitraten der Hintergründe und des Ablaufs haben mir viel Spaß gemacht. Und offene Fragen lassen sich mit ein wenig Weinnachtzauber herbeileiten.

Die Kinder erwecken ausversehen einen Dämon. Und weil Dämonen böse sind, sucht er sie nacheinander auf, um ihnen schwarzmagische Geschenke zu geben. Sobald die Kinder eingeschlummert sind bekommen sie Albträume, die real werden. Wachen sie auf, endet diese Magie. Das hat John im Wirtshaus das Leben gerettet. Durch den Kampflärm ist der junge Davey erwacht, woraufhin der Ritter verschwand. Da biss sich die Katze in den Schwanz, für den Plan des Dämons. Noch ein wenig Weihnachtselfenstaub und die Sache mit Billy ist ganz anders als wir Leser denken. Der hat seinen Vater gar nicht selbst angegriffen, sondern nur geträumt, dass er seinen Vater angreift. Es war also nicht Billy mit dem Traumschwertgeschenk, sondern ein Traumbilly mit dem Traumschwertgeschenk. Und sein Bett war gar nicht leer, das war auch nur eine Halluzination, weil er ja geträumt hat, er sei in der Werkstatt. Außerdem kann John froh sein, dass in meiner Kopf-Geschichte die Magie der Spielzeuge nur einmal wirkt. Nicht auszudenken, wenn Davey nochmal einschläft und der Ritter wieder aktiv wird. Zu kompliziert? Sicher, aber so kann sich die Geschichte bis hierhin die Topnote sichern. Ich kann es überhaupt nicht leiden, wenn einer Figur nach Belieben Fähigkeiten zugeschrieben werden, statt ihr ein festes Muster zu geben.

Deshalb hat mir das letzte Viertel die Sache vermiest. Die Sache mit dem unter der Kirche gebannten Dämon hätte man weglassen können. Bei zu vielen Details verheddert man sich irgendwann. Ein Wesen, das durch die Albträume magischer Geschenke Leute tötet und dann von John irgendwie aufgehalten wird, reicht doch. Mit den neuen Erkenntnissen stellen sich mir Fragen, die sich nicht mehr zurechtdenken lassen.

Der Bann des Dämons muss extrem laienhaft gewesen sein, wenn irgendwelche kleinen Kinder mit einem netten Reim ihn beschwören können. Die Magie des Glaubens und der Wünsche zählt nicht, auch bei einem Weihnachtsabenteuer ist das immer noch JS mit seinen Serienregeln.

Wenn der Dämon an seinen Körper will, warum macht er das nicht sofort, sondern verteilt lustig Geschenke? Jetzt wo John den Sarg aufsucht, spaziert er davon und versucht den Bann um die Kirche zu lösen. Oder auch nicht. Das mit den Beben und den Versuch, an seinen Körper zu kommen, wird einfach fallen gelassen. Stattdessen stellt der Dämon nun das letzte Geschenk zu. Man hätte das mit den Beben komplett rauslassen sollen. Das wäre flüssiger gewesen, er sperrt die Gruppe in der Leichenhalle ein und macht sich direkt auf den Weg zu Veronica.

Der Dämon verteilt also doch nicht aus reiner Bosheit Geschenke. Er muss den Wunsch jedes einzelnen Kindes erfüllen und hat erst nach der letzten Geschenkübergabe die Macht, den Bannzauber zu brechen und seinen Körper zurück zu erlangen. Oder wie? Dann heißt es aber, die Vernichtung von Johns Großtante sei die entscheidende ultimative Tat des Bösen. Warum macht er das dann nicht als allererstes, sondern als allerletztes?

Die Zombies auf dem Friedhof sind reine Effekthascherei, hat mir aber irgendwie doch gefallen.


Vor meinem Fazit geht es zurück in die Gegenwart. War alles nur ein Traum? Für eine Horrorserie unglaubwürdig, aber es würde das letzte Viertel erklären. Träume sind im Gegensatz zur Realität unrealistisch, sagt der Name ja schon. Und die Spieluhr? Wie ist John in die Vergangenheit gekommen? Der Dämon selbst wird es nicht gewesen sein, der wird sich hüten den Geisterjäger zu sich zu holen. Er hat auch gar nicht die Macht dazu, sage ich mal. Für mich ist es stimmiger, wenn damals eine Macht des Himmels eingegriffen hat. Müssen nicht direkt der Seher oder die Erzengel gewesen sein.



Ich weiß, „Das ist ein Weihnachtsmärchen, da muss man nicht zu hart sein und kann doch mal ein Auge zudrücken.“ Ok, so gesehen würde es die Topnote geben, einfach Weil. Das möchte ich aber nicht machen. Timothy bekommt eine unfestliche Gleichgewicht-Rezension. Was habe ich da in meinem Sack für den Text an sich? Eine sehr gute Wertung. Und für die Idee einer Weihnachtsepisode für die Serie eine Topnote. Ich bin eher der Knecht Ruprecht, Timothy darf froh sein, dass ich meine Wertungs-Rute stecken lasse und nur minimal den mahnenden Finger erhebe. Die Topwertungs-Geschenke, die sicher von den Foren-Nikolausen kommen, hat er sich aber auch redlich verdient. HoHoHo!

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