Suche
Beitrag User
 
 
Thema: 1576 Die Leichengasse
| |

Antworten zu diesem Thema: 5

 
Zurück
Weiter
1


erstellt am 21.09.08 19:01
John Sinclair erhält in seinem Büro Besuch von der Vampirin Justine Cavallo, die ihm erzählt, dass Jane Collins verschwunden ist. Die Detektivin hat gerade an einem Fall von Leichdiebstahl gearbeitet. John und Suko befragen den Firmeninhaber des Bestattungsinstitutes Aaron Grant, der Jane engagiert hat, aber nichts über ihren Verbleib zu berichten weiß. Im Büro überrascht Glenda die beiden Geisterjäger mit der Nachricht, dass Aaron einen Zwillingsbruder hat, der als Mitinhaber der Firma eingetragen ist. Eine Mitarbeiterin des Bestattungsinstitutes gesteht den Polizisten, dass sie den Räubern behilflich war und als Aaron behauptet, dass sein Bruder tot sei, bezichtigt sie ihn der Lüge. John und Suko setzen den Mann unter Druck und dieser bringt sie zu der Wirkungsstätte seines Bruders. In der Werkstatt finden sie ein Dimensionstor, dass die Geisterjäger mitten hinein bringt in die Leichengasse, wo Jane Collins mit einem mörderischen Ghoul um ihr Leben ringt…

Meinung:
Welch hanebüchener, undurchdachter Schwachsinn. Zu Beginn des Roman bekommt man leicht den Eindruck, dass der Autor an seinen Erfolgsroman „Luzifers Angriff“ anknüpfen will. John steht noch vollkommen unter dem Eindruck des Erlebten und macht sich Sorgen um die Zukunft, denn mit dem abtrünnigen Matthias ist ein neuer starker Gegner erwachsen, der gegen die meisten Waffen des Sinclair-Teams immun ist. Kurz darauf hat Justine Cavallo einen starken, wenngleich kurzen, Auftritt. Aber hier beginnt bereits der Abstieg der Geschichte. Die Vampirin erzählt John frech, dass sie ihm lediglich den Hinweis über Jane Collins gegeben hat, weil sie es sein will, die der Detektivin etwas antut.
O-Ton: „Ihr Blut ist für mich das Höchste der Gefühle. Und das bewahre ich mir auf.“
Und was macht der hehre Geisterjäger? Er bleibt Stumm und lässt die blonde Bestie ziehen. Da wird eine seiner besten Freunde indirekt bedroht und John Sinclair lässt eine Kreatur, die zu seinen ärgsten Feinden gehört, einfach gehen. Soweit ist er also gesunken.
Leider ist die eigentliche Handlung ebenfalls von Ungereimtheiten durchzogen. Aaron Grant, ein klischeehaft beschriebener Typ, engagiert eine bekannte Londoner Detektivin um Leichendiebstähle aufzuklären, die er selbst inszeniert hat. Wie dämlich ist das eigentlich? Die Erklärung, dass sein Bruder junges und frisches Fleisch haben will ist einfach unglaubwürdig. Statt die Toten einfach klammheimlich aus der Leichenhalle zu entwenden wird mal eben ein Transport auf offener Straße gestoppt, die Fahrer niedergeschlagen, als Zeugen natürlich am Leben gelassen und die Leiche mitgenommen. Hier könnte man noch argumentieren, dass dies geschah, um den Verdacht von ihm selbst abzulenken. Gleichzeitig macht Grant aber erst auf sich aufmerksam. Er hätte die Toten einfach heimlich verschwinden lassen können, die Särge wären mit Steinen beschwert beerdigt worden und fertig. Den Beweis, dass Jason Dark selbst keine Ahnung hatte, wie seine Story im weitern Verlauf endet, bekommt der Leser, als die Mitarbeiterin Dinah Parker behauptet, die Räuber gegen Geld eingelassen zu haben, um ihrem Chef eins auszuwischen. Darüber hinaus führt der Autor seine eigenen serieninternen Gesetzmäßigkeiten ad absurdum, indem er behauptet ein Mensch würde zu einem Ghoul mutieren, weil einer der Leichenfresser ihn großgezogen hat. Eigentlich haben die Ghouls ihren Ursprung auf dem Planeten der Magier, wo sie aus einem See voller Schleim entstehen. Wie es der Leichenfresser schlussendlich geschafft hat, als rangniedriger Dämon eine eigene Dimension aufzubauen, ist dem Autor dann auch egal. Einziger Lichtblick ist der Kampf der Detektivin Jane Collins gegen den Ghoul. Der rettet den Roman aber ebenfalls nicht vor dem Totalausfall.
Fazit:
Unlogisch und verworren aufgebauter Roman, den man sich ersparen sollte.

erstellt am 22.09.08 12:29
Oh Gott oh Gott. Wenn man denkt schlimmer gehts nimmer schafft
JD einfach einen neuen Tiefpunkt.
Habe den neuen Roman noch nicht bekommen. Aber wie ich lese liegt es
also nur an der Zustellungsverspätung der Post.
Manchmal denkt man ja , irgendwem ist die Erkenntnis gekommen die Serie doch lieber einzustellen.

erstellt am 27.09.08 20:41
Als relativer Neuling der Serie, habe ich keine Ahnung von den "Gesetzen", die JD aufgestellt hat, also waren mir die Punkte egal. Auch kannte ich die Vampirdame vorher nicht, noch ein Pluspunkt für mich *g*

Alles in allem fand ich den Roman unterhaltsam. Die Trivialliteratur hat bei mir ihr Ziel erreicht.

Aber eine Stelle, an der ich auflache musste, da es eine sprachliche Ungereimtheit JDs war, ist jene, wo der Zwillingsbruderghoul beschrieben wurde: "Die gleiche FRISUR, das gleiche Gesicht. ... Auf dem Kopf des Ghouls wuchs kein einziges Haar mehr." :-D

erstellt am 28.09.08 18:29
An dieser Stelle musste ich auch sehr schmunzeln und habe mir hinterher gedacht, ob da vielleicht "die gleiche Figur" stehen sollte... :)

erstellt am 11.01.11 16:37
Also zunächst erstmal , der Roman war relativ spannend und unheimlich zu lesen. Gut auch der kleine rote Faden , Gespräch mit Ignatius am Anfang und Ankündigung des Anrufes von Godwin , am Ende der ihn mit Band 1575 und 1577 verbindet. Aber sonst , wenn man beim Lesen darüber nachdenkt, wurde die Handlung je länger man las immer unlogischer. Beginnend mit dem Überfall auf den Leichenwagen und der Aussage der Sekretätin Dinah Parker , sie hätte den Leichendieben die Türen geöffnet. Beides war absolut unnötig da später ja Aaron Grant persönlich für die Nahrung seines Ghoulbruders sorgen sollte. Also bringt es nichts die eigenen Leute erst den Leichenwagen überfallen zu lassen oder ihnen die Türen zu öffnen.Außerdem wäre ein Diebstahl auf dem eigenen Gelände effektiver. Später will Dinah zunächst mit in den Keller und dann wieder doch nicht. Der Ghoul Elias kommt auch erst sehr spät zur Geltung. Die Verpflichtung von Jane , um die Diebstähle aufzuklären ist ebenso fragwürdig. Zwar will Aaron sie gleich wieder verschwinden lassen , aber andererseits muß er doch wissen , das das Verschwinden einer Detektivin größere Ermittlungen nach sich zieht. Den größten Klops gibt es auf Seite 51. Elias soll u.a. die gleiche Frisur wie sein Bruder haben , aber im nächsten Satz steht der Ghoul hätte eine Glatze !!!! Alles klar ?? Und wieso hatte der Ghoul eine eigene Dimension ?? Und er wurde zum Ghoul , weil ihn ein anderer als Kind großgezogen hat ??? Höchst fragwürdig , ich dachte die Ghouls kommen aus dem Schleimsee , auf dem Planeten der Magier ???? Ach ja , auch Justine zeigt ihren wahren Charakter , als sie zu John sagt , wenn einer Jane etwas antut , dann möchte sie es sein. Mehr als nur schwarzer Humor. Nicht zu verstehen , das John das toleriert.

Fazit : Leider wurde viel verdorben , so das man gezwungen ist beim Lesen das Mitdenken zu unterlassen. So gebe ich mal wohlwollend noch die Note 4 = Ausreichend ( 2 von 5 Kreuzen ). Besser machen ist aber dringend nötig. Zufall ??? Oder sind doch verschiedene Autoren im Spiel ???

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 17:05 Uhr bearbeitet)

erstellt am 12.01.11 15:31
Insgesamt also ein Roman der schwer zu bewerten ist. Schreibstil , Spannung und Gruselstimmung in der Leichengasse sind top. Der Roman ließt sich gut am Stück ohne störend lange oder schlechte Dialoge. Wer ihn liest ohne nachzudenken wird bestens unterhalten. Nur wer nachdenkt , der wird sich an der Unlogik stören.

Zurück
Weiter
1

Top

Sie interessieren sich für unsere aktuellen Meldungen? Hier finden Sie die neuesten Informationen rund um unsere Verlagsprodukte.
mehr ...
 
Hier finden Sie wichtige Informationen und Hinweise zur Registrierung und der Struktur des Bastei Forums.
mehr...
Content Management by InterRed