Suche
Beitrag User
 
 
Thema: 1586 Leichenräuber
| |

Antworten zu diesem Thema: 8

 
Zurück
Weiter
1


erstellt am 30.11.08 22:55
Suko wird von einem gewissen Peter Bloom zu einem Friedhof bestellt, wo es angeblich nicht mit rechten Dingen zugeht. Wo das Problem im Einzelnen besteht will Bloom nur unter vier Augen berichten, doch als Suko am Friedhof eintrifft findet er Bloom nur noch tot in einem Sarg liegend vor. In Anbetracht des Zustandes der Leiche bleibt für den Chinesen nur ein logischer Schluss: Ghouls waren am Werk!
Tatsächlich begegnet der Inspektor kurze Zeit später drei unheimlichen Gestalten, die ihn in eine Falle locken. Suko fällt in eine Grube, aus der er sich nicht mit eigener Kraft befreien kann. Dafür endet in der Grube ein unterirdischer Gang, wie er typisch ist für die schleimigen Leichenfresser. Kurz darauf wird Suko von einem Ghoul angegriffen, den er mühelos beseitigt, anschließend ruft er Shao, seine Partnerin an, damit diese in befreit. Shao lässt sich nicht lange bitten und macht sich mit Seil und Ersatzberetta auf den Weg zum Totenacker. Dort begegnet sie dem Gruftie-Mädchen Shini, die zunächst sehr undurchsichtig erscheint, der Chinesin letztlich aber hilft Suko aus der Grube zu befreien. Kurz darauf begegnen sie erneut den drei unheimlichen Ghoul-Gestalten. Die Silberkugeln erweisen sich als nutzlos, doch die Kreaturen verschwinden spurlos. Suko beschließt am nächsten Tag mit schwerer Bewaffnung zurückzukehren. Er weiß, dass hier nur noch die Goldene Pistole und die Krone der Ninja über Sieg oder Niederlage entscheiden können. Doch Suko ahnt nicht, dass sich Shao mit Shini auf eigene Faust auf den Weg zum Friedhof gemacht hat und den Ghoul-Kreaturen damit direkt in die Falle gelaufen ist…

Meinung:
Wirklich schade! In der Vorschau kommt beim eingefleischten SINCLAIR-Fan sofort Freude auf, wenn er liest, dass in diesem Band die Goldene Pistole und die Krone der Ninja gemeinsam auftauchen. Hinzu kommt die Tatsache, dass in diesem Roman John Sinclair nicht auftritt und Suko mit Shao allein gegen die Ghouls angehen muss. Doch hier erschöpfen sich bereits die positiven Punkte des Romans. Den Rest kann man nur noch als liebloses, undurchdachtes und geradezu hanebüchenes Geschreibsel bezeichnen. Das beginnt bereits bei dem nichtssagenden Titel, der nach der Lektüre des Roman überhaupt keinen Sinn ergibt, denn über den Leichenraub wird so gut wie gar nichts geschrieben. Der Anfang der Geschichte ist dabei sogar sehr stimmig und atmosphärisch dicht ausgefallen, auch wenn Sukos Identifizierung des Toten als Peter Bloom nicht logisch nachvollziehbar ist. Bis zu dem Zeitpunkt als der Chinese in die Grube stürzt und den Ghoul im Tunnel vernichtet liest sich das Heftchen äußerst flüssig, rasant und sehr unterhaltsam. Spätestens mit der Figur des Gruftie-Mädchens Shini verstrickt sich der Autor allerdings in Widersprüchen und banalen, holprigen Dialogen, die einfach unnütz sind. Zunächst lacht sie Suko in der Grube aus, dann macht sie Shao schräg an, wobei ihr Jason Dark die lächerlichsten Phrasen in den Mund steckt, die er irgendwann mal aufgeschnappt hat, und wenig später stellt sich plötzlich heraus, dass sie nicht mit den Ghouls unter einer Decke steckt, sondern diese vernichten will, weil sie ihre Freunde ermordet haben. Hier merkt man dem Roman deutlich an, dass Jason Dark beim Schreiben noch nicht wusste, wie er diese Figur ausbauen sollte. Die mächtigen Ghoul-Kreaturen, die mutmaßlich vom Planeten der Magier stammen, nutzen keine einzige Chance, um sich ihrer Gegner zu entledigen und stehen die meiste Zeit untätig in der Gegend herum, vermutlich um dem Titelbild gerecht zu werden. Warum diese Wesen aber ausgerechnet auf einem Londoner Friedhof ihr Lager aufschlagen, bleibt eines von vielen Rätseln. Auch wird nicht schlüssig erklärt weshalb Shao nicht ihre Armbrust mitnimmt, immerhin hegt sie ebenfalls Zweifel ob die Beretta hilft. Dass dem nicht so ist, merken sie und Suko kurz nachdem sie den Inspektor aus der Grube befreit hat. Und hier folgt der nächste, weitaus schwerwiegendere Fehler. Immer wieder wird betont, welch enges Vertrauensverhältnis zwischen Shao und Suko besteht und trotzdem zieht die Chinesin auch ein zweites Mal ohne ihren Partner los und nimmt selbst dann nicht die Armbrust mit, obwohl sie jetzt die Gewissheit hat, dass die Silberkugeln keine Wirkung erzielen. Suko hingegen reagiert sehr souverän und besorgt sich, zur Freude vieler Fans die Goldene Pistole und die Ninja-Krone. Zum ersten Mal wird die Tarnkappe in einem Fall eingesetzt, in dem es nicht um asiatische Mythologie geht. Hier stellt sich natürlich die Frage, wieso sie dann generell nicht öfter zum Einsatz kommt. Gerade in den unzähligen Abenteuern, wo es die Geisterjäger in die Vampirwelt verschlägt wäre die Krone der Ninja eine unschätzbare Hilfe. Warum nun ausgerechnet die Goldenen Pistole Erfolg erzielen soll wird ebenfalls nicht nachvollziehbar erläutert. Immerhin hat Suko die Dämonenpeitsche noch nicht mal ausprobiert und für Kreaturen, die selbst vom Planeten der Magier stammen, ebenso wie die Goldene Pistole, dürfte diese eigentlich keine Gefahr darstellen. Dass die Waffe fast leergeschossen sein soll, wie Bill einmal im Vertrauen erzählte, wird indes mit keiner einzigen Silbe erwähnt. Das große Finale entbehrt schließlich jeglicher Spannung und trotz des einfallsreichen Grundgerüsts der Story, bleibt dieser Roman weit hinter den Erwartungen zurück.
Fazit:
Gute Idee, grauenhafte Umsetzung. Obwohl endlich wieder Waffen wie die Goldenen Pistole und die Krone der Ninja zum Einsatz kommen liegt die stilistische und dramaturgische Verarbeitung weit unterhalb des Durchschnitts.

erstellt am 30.11.08 23:59
Ganz so schlimm fand ich den Roman nun nicht, aber man hätte wirklich viel mehr draus machen können.
Gefallen hat mir nebenbei erwähnt auch die Erwähnung von Xorron.
Allerdings ist mir erst durch das Lesen dieses Romans auch ein allgemeiner Logikfehler bei Ghoul-Romanen aufgefallen: Wenn die Ghouls wirklich vom Planeten der Magier stammen und sie somit quasi atlantischen Ursprungs sind, warum wirken eigentlich Silberkugeln gegen sie?
Aber darüber mach ich mir lieber keine weiteren Gedanken.

erstellt am 03.12.08 10:31
Bei dem Silber geht es ja schließlich um die Reinheit des Metalls. Das Silber an sich hat keinen Bezug zur christlichen Mythologie. Eher ist es umgekehrt.
Daher wirkt ja Sinclairs Kreuz auch gegen niedere Dämonen aus Atlantis, weil es letztlich aus Silber ist.

erstellt am 03.12.08 16:47
Hast du dir das jetzt so gedacht, oder wird das wirklich so bei JS erwähnt? Das wäre mir nämlich ziemlich neu.
Ich meine, die Silberkugeln werden doch auch von Father Ignatius geweiht. Nach deiner Rechnung müsste er das doch nicht mehr machen.
Und bei dem Kreuz ist es doch primär so, dass die Kraft von der Magie kommt, die Hesekiel dort hineingezogen hat. Also vor allem die der Erzengel und der alten ägyptischen Götter.
Dass das Kreuz gegen niedere atlantische Dämonen wirkt, hab ich auch noch nirgendwo gelesen.

Wenn es wirklich nur um die Reinheit des Metalls geht, verstehe ich auch nicht, warum es überhaupt eine Wirkung auf Dämonen hat. Dann wäre es genauso hilfreich wie Bleigeschosse.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 16:50 Uhr bearbeitet)

erstellt am 03.12.08 22:29
Explizit erwähnt wird es nicht. Das meiste habe ich mir ausgedacht. Aber es ist deifinitv so, dass Silber, aufgrund der Reinheit des Metalls, eine dämonenzerstörende Wirkung haben soll. Ebenso wie Gold, dass aber einfach teurer ist. Die Weihung verleiht den Kugeln eine hörere Wirkungsfähigkeit. In dem TB "Alptraum in Atlantis" hat John mit seinem Kreuz ja auch Skelette und Ghouls vernichtet, konnte also sehr wohl niedere Dämonen damit bekämpfen. Hesekiel stattete das Kreuz dank der Erzengel mit einer immensen Kraft aus, die sogar dem Teufel trotzt. Hier findet sich allerdings ein genereller Logikfehler, der auf dem basiert, den Du bereits hier angesprochen hast. Damit meine ich Jason Darks Angaben darüber, dass das Kreuz bei Dämonen nicht wirkt, die älter sind als das Kreuz. Dass ist Asmodis, also der Teufel auch und der hasst und fürchtet das Kreuz wie die Pest.

erstellt am 09.01.09 16:25
Ein sehr vielschichtiger Roman, der einen in die Welt hinter den Kulissen entführt. Das junge Grufti-Mädchen vor allem erlebt einen Alptraum, in dem sie ihre Ahnungen bestätigt sieht. Ob sie sich allerdings von Friedhöfen abwendet und Gespräche mit Engeln und Geistern an spiessigeren Orten wie Bibliotheken und Museen weiterführt oder einschlägige Literatur darüber liest, kann nur die Zeit lehren.
Mit der Absonderung junger Leute, die keinen Zugang mehr zu überliefertem Wissen finden, greift Jason Dark ein Problem nicht nur der heutigen Zeit auf, dessen Lösung noch in den Sternen steht.
Mir hat der Roman sehr gefallen und schöne Stunden Lesevergnügen beschert. Danke.

erstellt am 09.01.09 20:22
Der Starter dieses Threads hat jetzt wohl endgültig mit dem JS-lesen aufgehört, oder hab ich nur so den Eindruck?

erstellt am 08.02.09 19:12
El Sargossa schrieb:
Der Starter dieses Threads hat jetzt wohl endgültig mit dem JS-lesen aufgehört, oder hab ich nur so den Eindruck?


Er hat in einem Thread so etwas angedeutet.

erstellt am 11.02.11 13:40
Nun ja , die Vorschau auf den Roman , hat viel versprochen , aber es wurde leider nicht viel daraus. Die Handlung ist zäh wie Kaugummi und bringt kaum Abwechslung. Interressant ist die Berichtigung zur Entstehung der Ghouls. Also doch auf dem Planeten der Magier und nicht durch Ansteckung , wie es in einem vorrausgegangen Roman geschrieben wurde. Die drei Superghouls vom Planeten der Magier , gegen die keine Silberkugeln helfen , sind leider nur seelenlose Randfiguren , deren Motive mehr im Dunkeln bleiben. Das hin und her Gerede von Shao und Shini wirkt sehr ermüdend. Den Einsatz der goldenen Pistole als ultimative Waffe kann man nachvollziehen , dagegen wirkt der Einsatz der Krone der Ninja irgendwie überflüssig und zu künstlich konstruiert. Schön das diese Utensil mal wieder erwähnt wurde , allerdings hätte die Krone einen effektiveren Einsatz verdient gehabt. Hier wirkt es nicht nötig. Ob Suko die drei Kuttenträger nun sichtbar oder unsichtbar mit der goldenen Pistole erledigt , kommt wohl auf das Gleiche hinaus.
Also wie bei Johns und Harrys vorausgegangener Monsterjagd , ein ziemlicher Langweiler , der nur wohlwollend noch die Note 4 = Ausreichend erhält ( 2 von 5 Kreuzen ). Auch hier wäre erheblich mehr möglich gewesen.

Zurück
Weiter
1

Top

Sie interessieren sich für unsere aktuellen Meldungen? Hier finden Sie die neuesten Informationen rund um unsere Verlagsprodukte.
mehr ...
 
Hier finden Sie wichtige Informationen und Hinweise zur Registrierung und der Struktur des Bastei Forums.
mehr...
Content Management by InterRed