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Thema: Reds. Ebbde
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erstellt am 27.03.03 07:08
Der wunderbare Blumenkohl

Das ist jetzt ein Experiment, und wahrscheinlich wird in Kürze der rächende C.M. am Horizont auftauchen

Seit meinem 16 Lebensjahr Hobbykoch, gelernter Hotelfachmann und Verbrecher einiger nicht gänzlich abstürzenden Rezeptkolumnen:

Blumenkohlsuppe Oriental

(Gestern damit die Menschheit bedroht, die Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates steht noch aus, die haben momentan anderes zu tun)

Von einem kleinen Blumenkohl ein paar Röschen runterschnippeln, den Rest, das grüne Zeugs natürlich nicht, das landet im Briefkasten vom Nachbarn, in Grund und Boden hacken und in einer helleren Brühe, Gemüse- (für Vegetarier, Lichterkettenbilder und Waldorfschüler) oder Hühner- (beim Selbermachen ist es vorzuziehen, wenn das Huhn bereits tot ist, sonst spritzt mit dem Geflatter die ganze Küche voll) von einem SEHR gutem 3/4 Liter so zehn Minuten garköcheln.

Um die Röschen in dem grobgehackten Teil herauszudefinieren, habe ich
sie in einem Teefilter reingeschmissen.

Zum Garkochen kommt noch ½ TL Zimt, ½ TL Pulveringwer, ½ TL Korianderkörner und ½ TL Kreuzkümmel (die beiden letzten werden im Mörser zerstampft, versucht euch dabei an den Roman eines Autoren zu erinnern, der euch in letzter Zeit besonders geärgert hat, dann geht es sehr schnell))-;

Seit wann wird versucht mit "F" geschrieben, wie kommt Sarks Schreibprogramm auf meine Kiste?? *

Den Teefilter mit den Röschen herausnehmen, falls der Nachbar seinen Briefkasten noch nicht geleert hat, kann der Filter auch reinwandern. Den gesamten Rest in Küchenmaschine oder Mixer pürieren, soweit vorhanden. Ansonsten kann man auch darauf herumtrampeln, das wäre allerdings die sehr unappetitliche Lösung.

Das Ganze wieder in einen Topf kippen - oder vom Boden kratzen - 80 g geriebenen Gouda - mittelalt - darin schmelzen lassen, 200 ml halbsteif - wer grinst jetzt? - geschlagene Sahne sowie ½ TL Kurkuma (Gelbwurz) vorsichtig unterheben.

Mit Salz, Pfeffer (den frisch gemahlenen, nicht das Hausfrauenniespulver), Zucker und frisch gepressten Zitronensaft abschmecken.

Dann die Röschen dazugeben. Wer das mit dem Teefilter falsch verstanden hat, Pech. Derweilen hat der untere Nachbar seinen Briefkasten geleert und stopft die Röschen dem Kater vom oberen Nachbarn in den Hintern, weil er den Falschen verdächtigt.

Was das mit dem Meeting Center zu tun hat, keine Ahnung, aber Bastei vertreibt ja auch Rätsel, und Kochen ist im Prinzip auch nichts anderes, solange man einen Blödmann findet, der hier unentgeltlich eine Zweitverwertung macht.

Oder C.M. schmeißt das Forum raus und futtert alles selber.**

Venceremos

Rammbüggl
Andreas Franz antwortet:
* Nu warte \'n bisschen, bis Korrektur-Andy nachgekommen ist!
** Celsius ist ein lieber Mensch, der keine grundlosen Dinge tut.


erstellt am 27.03.03 10:56
rezept

das war das erste kochrezept, bei dem ich mich beim lesen vor lachen gekringelt habe! bitte mehr davon :-)

erstellt am 27.03.03 11:41
@CM

Wehe Du löschst das ... *gg*

erstellt am 28.03.03 17:36
Der "Kalter Hund"

Rezepte? Lecker - da mach ich mal mit!


Es war einmal einer. (Ein Koch. Der eigentlich gar keiner war, aber Geschichten sind ja meistens frei erfunden. Diese könnte wahr sein. Ist es aber vielleicht nicht oder auch doch.) Der freute sich immer wie ein Schneekönig, wenn jemand zum Dessert "Kalten Hund" bestellte. Daß das nicht gelogen ist, würde man sehen können, wenn jetzt hier ein Foto des fröhlichen Kochs abgebildet wäre.

Dann lockte er einen herrenlosen Hund zu sich in die Küche, einen armen vierbeinigen Straßenkumpel, den niemand vermissen würde, schwang das Hackebeilchen und machte ihm mit einem heiteren Lied auf den Lippen den Garaus. Das gab meistens eine ziemliche Sauerei. Vor allem, wenn der erste Hieb nicht richtig saß. Hier könntet ihr jetzt eines seiner Opfer abgebildet sehen, wenn nicht alles bloß eine Geschichte usw.

War der Hund dann kaltgemacht, wurde er serviert. Die Gäste konnten gar nicht genug von dieser Leckerei bekommen, und als die Straßen im Laufe der Jahre hundelos wurden, baute der kecke Geselle ein Tierheim, damit ihm die Rohmasse nie ausging. So schlau war der. Zumindest in dieser frei erfundenen, von mir selbst erlebten, erlogenen, wahren Geschichte. Die jetzt fertig ist, und trotzdem noch weiter geht:

Zuhause nämlich bevorzugt der Koch eine Abart des bekannten "Kalten Hundes" (dem mit Palmoliv, Schokozeug und Trockenkeks, von dem einem ganz mulmig wird), und das geht dann so (jetzt kommt endlich das Rezept...freu!):

Erstens ein Päckchen (oder auch zwei) Puddingpulver (wichtig: Vanille-Geschmack, am besten den von Dr. Öttinger) in die korrekte Dosis Milch einrühren und so kochen, wie es die Gebrauchsanweisung auf der Packung gebietet. Dazu nimmt man am besten einen Topf und einen Herd. Sollte kein Herd zur Verfügung stehen, tut\'s auch ein Bunsenbrenner oder ein Lagerfeuer, an dem man sich außerdem noch prima aufwärmen kann, vor allem, wenn es draußen kalt ist, z.B. im Winter... aber ich schweife ab. Zweitens eine Packung Butterkekse (die guten von De Beukel... was weiß ich, wie man das schreibt, wir wollen sie schließlich nur essen und nicht studieren). Jetzt in eine Schüssel eine Finger hohe (aber höchstens der horizontal gehaltene kleine Finger von einem ca. 5 Jahre alten, noch nicht eingeschulten Kind - so eines, wie man es hier auf dem Foto sehen könnte, wenn ich jetzt zufällig eines parat hätte...) Schicht Puddingpampe (noch heiß!), dann eine Lage Kekse drauflegen, dann wieder die Puddingpampe, wieder Kekse drauf, immer wieder und immer wieder, und zwar so lange, bis a) die Kekse leer sind, b) der Restpudding auf dem Topfboden (der, der da immer so dran festklebt) zu sehen ist, c) die angegebene Zubereitungszeit von 5 Minuten um ist oder d) man feststellt, dass die verwendete Schüssel zu klein ist und dass man aus halb flüssigem Pudding keinen Turm bauen kann.

Ein anschließender Aufenthalt im Kühlschrank (nein, halt! Nicht DU, sondern der Pudding soll da rein!) sorgt für die nötige (hier mach ich\'s mal Rammbüggl nach - ein Schelm, wer hier abwegig denkt) \'Steifigkeit\' des Schichtwerks. Sollte gerade kein Kühlschrank zur Hand sein, weil man ja draußen am Lagerfeuer sitzt, um sich aufzuwärmen, erfüllt der gefrorene Boden, der frisch gefallene Schnee und die kalte Winterluft natürlich einen ähnlichen Zweck.

Und jetzt: Haut rein! (natürlich auch hier nur im übertragenen Sinne... nicht dass da jetzt jemand rein schlägt oder sogar auf die Idee kommt, Haut rein zu tun....)

erstellt am 29.03.03 08:29
Genialer Thread

Suppie, macht weiter, Mesdames et Messieurs! :-))

erstellt am 29.03.03 16:58
Mandelsplitter

Da sie im Laden selbst zu teuer sind, mache ich sie selbst

Zutaten: Schokolade nach Geschmack (200g - 500g)
Mandelstifte (Jenachdem wieviel Mandeln ihr gerne hättet)

Schokolade schmelzen, Mandeln reingeben und dann auf einen Teller
keine "Schokomandelbällchen" geben. Dann (erst abkühlen lassen!)
ab in den Kühlschrank und futtern!

Leckerer und billiger als Gekaufter MAndelsplitter!

erstellt am 30.03.03 14:02
@Loxagun

Kleiner Tipp am Rande: Die Mandelstifte kannst du auch selber machen. Du schiebst Mandeln zwischen Zähne und Backentaschen, suchst dir einen Typ von ca. 2 Metern und 2 Zentnern und kneifst ihm neckisch in den Hintern. In leicht erwärmtem Wasser treiben die Mandelsplitter oben, die Zahnsplitter nicht, so sind sie leicht zu trennen*g*

Aber ein echter Tipp: in einem Pfännchen Honig zergehen lassen und warten, bis er karamellisiert. Ganz einfach, er schäumt auf und wird dunkler. Dann die Mandelstifte reinschmeißen, rausnehmen und festwerden lassen. Das wird dann so eine feste Krokantmasse, dass du sie wieder in passend grosse Stücke zertrümmern musst. Und dann die geschmolzene Schokolade drübergeben. Geht auch als Haselnusskrokant, Erdnusskrokant, Cashewkrokant und mit allem, was die Phantasie hergibt.

Bei meiner Phantasie denke ich jetzt lieber nicht größer darüber nach.

Venceremos

Rammbüggl

erstellt am 08.04.03 02:06
Big Bluff & Big Blamage

Ein guter Bluff ist so einfach, dass ich jetzt garnicht viele Worte darüber zu verlieren brauche. Jeder wird euch für einen Meisterkoch halten. In Wirklichkeit ist es eine Sache von Sekunden.

Weit ausholend und in Kreisformation auf das Thema zurückstürzend: Alter Witz, die Frage ist, dass keine Frau gleichzeitig beruflich erfolgreich sein kann und noch gut kochen kann. Die Täterätä-Antwort lautet "Doch, Alfred Biolek"

Richtig ist, das Bio sich zwar sämtliche Mühe gibt, weiblich zu sein. Allerdings kann er nicht kochen.

Es ist nicht lange her, da brachte er dem TV-Publikum ein Salatdressing näher, welches einer Gravved-Lachs-Sauce unter Zusatz von Essig und Öl entsprach und verkaufte es als erstaunlich, aber wohlschmeckend.

Das ist aber der Bluff (funktioniert immer). Ganz einfach, Senf und Honig etwa 50:50. Kommt natürlich auf die Grundlagen an, der Senf solte ein scharfer sein und bezüglich des Honigs, obacht auf den Zustand.

Dann mit etwas Dill - zu totem Fisch - und Cognac abschmecken. Schon fertig, und die Gäste sind begeistert. Ausser man treibt es mit dem Abschmecken zu weit, die Cognacflasche sollte zumindest noch einen Rest flüssigen Alkohol enthalten. Danke!!

Simpel, Bluff und das begeisterte Publikum schmeisst mit Michelin-Sternen um sich.

So, und jetzt noch die Rubrik Ess&Kochgeschichten, das Forum mit dem Graus! - Sensationen - Blamagen - Sauereien.

Tiere vor der Kamera, nöö, Tiere auf dem Essen.

Sehr jung und Hobbykochen noch Malen nach Zahlen, dementsprechend keinerlei Erfahrung mit Wasserinsekten (Wer gerne Hummer oder so isst, mag mal eine fette Schmeissfliege zerquetschen und dann an seinem Finger schnuppern*g*).

Pizzeria. Bestellung Pizza Frutti Di Mari. Pizza kommt. Mitten auf der Pizza ein Alien-Mistvieh, das gebraten und frech darauf herumsitzt, und mich mit Knopfaugen hinterlistig anstiert. Gottseidank war es schon seit längerer Zeit tot. Zu dem Zeitpunkt war ich mir allerdings nicht sicher, es hätte ja auch ein Lauerkämpfer sein können.

Lange, lange her, keine Ahnung - die Erinnerung mag trügen - was es war, so eine Languste oder Riesengarnele glaube ich. Nun will ich die Pizza essen, aber dieses Vieh sitzt darauf herum und verteidigt durch blosse Anwesenheit sein Revier.

Hmmm?? Alles, was auf einer Pizza ist, ist essbar. Also auch dieses Ding, solange es nicht anfängt, Haken zu schlagen.

Alles gegessen. Den Panzer, die Beine, den Kopf und die Antennen. Nicht mal soo falsch, zu einer ordentlichen Langustensuppe ist es keine schlechte Idee, Schalen in eine Mühle zu geben und darüberzumahlen.

Italianowirt kommt anmarschiert, blickt schon aus mehreren Metern auf die Platte und stockt. Misstrauisch nähert er sich dem Tisch, dann sieht er mich an, dann den Teller und dann den Boden um mich herum.

Der Tisch war mit einem weissen und bis zum Boden reichenden Tuch bedeckt. Einige leichte Zuckeinheiten gingen durch seinen Körper, dann konnte er nicht anders, als das Tuch zu ergreifen und unter den Tisch zu schauen.*g*

Ich sah einen gebrochenen Menschen vom Tisch zurückwanken, für den Rest seines Lebens mit einer Fratze der Fassungslosigkeit gezeichnet und mit leeren Augen. Spätestends da kam es mir, dass das keine so gute Idee war.:-D

Zumindest, als dann auf ein Mal alle Köche aus der Küche kamen, um mich fassungslos anzublicken. Dann noch ein freches "Hallo, Superessen, ein Lob an die Küche!", begleitet von einem freundschaftlichen Winken, und Deutschland hatte schon wieder gegen Italien gewonnen.

Wenns denn im Fussball auch so wäre*gg*

Venceremos

Rammbüggl

erstellt am 11.04.03 06:06
Der vierte Aggregatzustand...

... von Wasser ist nach einem Uraltlangebartwitz die Hollandtomate. Es gelingt allerdings auch, eine vernünftige Tomate in Wasser zu verwandeln.

TOMATENSUD MIT RICOTTAKLÖSSCHEN

Heute gemacht. Zeugen spendeten Beifall. Wobei zu sagen ist, dass ich Mengen- und Garzeitangaben nur mit Bauchgrummeln angebe, da Herde (innen wie aussen), Töpfe, Pfannen und Zutaten verschieden sind.

600 g Tomaten, die diesen Namen verdient haben, nehmen, zwei kleine davon zur Seite legen, den Rest vierteln. Nun mag in der Politik dem Einen oder Anderen Rot-Grün recht nett erscheinen, geniessbar ist es allerdings nicht. Deshalb die grünen Winkel absäbeln und versenken. Den roten Tomatenanteil in ½ l Brühe kalt ansetzen und 20 min köcheln. 1 EL Tomatenmark zugeben.

Dann mit Salz, Pfeffer und Zucker abschmecken und im Auge behalten.

Jetzt 100 g Ricotta mit einem Eigelb, 1 EL Mehl und ½ Bund gehacktem Basilikum verpanschen, kleine Nocken (Teelöffelgrösse) abstechen und in Salzwasser garziehen. Den unschuldigen und jungfräulichen 2 Resttomaten bei lebendigem Leibe die Haut abziehen (mit kochendem Wasser überbrühen, dann eiskalt abschrecken, weitergehende Versuche an anderen Objekten - Nachbarskater, um keine falschen Vermutungen aufkommen zu lassen - wurden mir leider polizeilich untersagt)

Die Nocken und die 2 derweilen gewürfelten und entkernten Tomaten als Einlage in Suppenteller geben.

So. Jetzt den Tomatentopf in ein Passiertuch geben, dass heisst in einem normalen Haushalt eine Serviette. Stoff natürlich, aber wer es mit einer Papierserviette probieren will, nur zu und viel Spass. Eine neuere nehmen. Benutzt man dafür eine alte, um ihr das wegschmeissen zu ersparen und ihr ein Gnadenbrot zu spendieren, wird ihr letzes Geräusch ein ächzendes und morsches Bersten sein. Denn dass wird alles dermassen ausgedrückt, dass ihr euch eine Woche Fitnessstudio spart.

Über einenm Topf ausdrücken und wringen wie ein Berserker. Wenn ihr nachher seht, was für eine trocken-strohartige Masse im Tuch von 600 g Tomaten übriggelieben ist, werdet ihr staunen.

Dass ist dann eine klare Tomatenbrühe (das im Topf, der Rest ist ein Sc..........)Nachwürzen, aufkochen, und über die Einlagen in Suppenteller geben. Rezept für zwei.

Jetzt stellt sich halt die Frage, verheiratet oder liiert, oder die reparable Variante. Verheiratete (Liierte) Variante, die benutzte Serviette in die Wäsche geben, eventuell eine Packung Tampons in sichtbarer Nähe plazieren und unschuldig zur rechten Zeit einen naserümpfenden und vorwurfsvollen Blick in tiefster Unschuld abwerfen.

In wilder Freiheit etwas komplizierter. Eventuell den Vorhang benutzen und bei Besuch unauffällig mit sauteuren Designervorhängen angeben (Warhol hätte fast signiert, aber dann kriegte er einen Anruf und musste sofort weg, sogar sein Fischbrötchen hat er stehen lassen)

Und die Masse? Hmmm! Liiert in eine Dose mit der Aufschrift einer Edelfirma für Gesichtspflege einstreichen und ihr schenken. Aber Vorsicht, sie könnte es als Kritik an ihrem Aussehen verstehen. Wenn es teuer aussieht, ist der Beziehungsfrieden für die nächsten Tage gesichert und wer weiss, vielleicht hilft das Zeug ja tatsächlich was.

Single, nun, seitdem der Nachbar oben ungewöhnliche Ausscheidungen im Katzenklo vorgefunden hat und unter Mitnahme des Katers und der medizinischen Beweisstücke panisch zum Tierarzt gerannt ist, der untere Nachbar seinen Briefkasten misstrauisch belauert, bleibt dieser Weg versperrt.

Eventuell Opa ins Mundwasser geben. Und an seinem Lieblingsplatz "rein zufällig" eine Zeitschrift liegen lassen, die auf einer Seite aufgeschlagen ist, in der über Ebola berichtet wird

Guten Appetit und venceremos

Rammbüggl

P.S. Bei allem Scheiss, die Rezepte schmecken ausprobierterweise tatsächlich. Das ist kein Jux!

erstellt am 12.04.03 16:15
Köstliche Käsekartoffeln

Eigentlich heißen die nur "Käsekartoffeln", aber weil sie wirklich köstlich sind, habe ich flugs den Namen erweitert. Kochen macht ja so kreativ.

Als erstes müssen natürlich Kartoffeln her. Die kann man anbauen oder kaufen. Ich kauf\' die immer. Zu Hause zieht man dann den Kartoffeln die Haut vom Leib. Wenn sie so richtig schön nackig sind, werden sie in Salzwasser gar gekocht. Anschließend abkühlen lassen und zu Kartoffelbrei zerdrücken - ohne Zugabe jedweder Flüssigkeit. Ich nehme dafür die Hände (vorher zumindest in Unschuld waschen). Wer jetzt glaubt, er könne die Füße nehmen und schwuppdiwupp wären die Käsekartoffeln fertig, sollte vielleicht einmal über sein ganz spezielles Extremitätenproblem nachdenken.

Der Rest ist einfach. Nach Geschmack (und Kartoffelmenge - übrigens habe ich hier bewusst auf Gewichts- und Mengenangaben verzichtet, damit jeder die Chance hat, seinem Geschmack entsprechend vorzugehen und das Rezept nach dem ersten misslungenen Versuch in z.B. "Widerliche Kotzkartoffeln" umzubenennen) kommt jetzt folgendes dazu: Kümmel ungemahlen, frische Petersilie und frischer Schnittlauch kleingehackt, Käse gerieben.

Als Käsesorte empfehle ich hier einen schön würzigen Schnittkäse, aber bloß nicht so ein kraftloses Modezeug wie z.B. Leerdamer. Gouda geht, Emmentaler ist da mein Favorit. Der Käse wird grob geraspelt ("Komm her, du Stück! Siehst du dieses Raspelwerkzeug? Und jetzt Achtung! Ja, nicht wahr, das tut gut! Ich weiß, dass du das magst, wenn man dich hart anpackt und mit scharfen Gegenständen an dir reibt...!" Nun ja, wer will, kann natürlich, bevor es ans raspeln geht, noch schnell in sein Latexdress steigen und dem Käse vorher eins überpeitschen. Mehr aber auch nicht. Käse ist ein sehr sensibles Lebensmittel.

Wenn alles gut mit einander vermengt ist, werden daraus ca. 5-6 Zentimeter durchmessende Kugeln geformt. Der Backofen sollte in der Zwischenzeit vorgeheizt sein. Die köstlichen Käsekartoffelkugeln landen dann, nachdem sie oben mit ein paar Butterflöckchen versehen wurden, auf einem Backblech in der mittleren Backofenschiene. Die Backzeit bei ca. 200 Grad C ist dann um, wenn die Oberfläche der Kugeln goldbraun geworden ist. Wenn alles zu einem flachen Brei zerläuft, hat man zu viel Käse genommen. Wenn alles Schwarz ist, hat man sich während des Backprozesses zu viel Zeit zum Lesen genommen. Wenn alles nach Käse schmeckt, hat man statt der Hände die Füße genommen (s.o.).

Sollte man die köstlichen Käsekartoffeln pur essen? Nein. Sie sind als Ersatz für Nudeln, Kartoffeln oder Reis gedacht. Permanenter ausschließlicher Verzehr führt wieder bloß dazu, dass das Rezept umbenannt werden muss ("Übel aufstoßende Fettkartoffeln", "Abgefuckte Durchfallkartoffeln" usw.). Was schmeckt dazu? Alles, was auch sonst schmeckt. Ein netter Kontrast ist ein Wirsingomelette (statt Tschaikowski als Tischmusik Krautrock!) - aber das hebe ich mir für ein anderes Mal auf.

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