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Thema: Romane von Simon Borner
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erstellt am 03.02.11 17:21
Hallo Susie,

leider hatte Dich der folgende Brief von mir seinerzeit nicht erreicht. Ich stelle ihn deswegen hier in leicht abgewandelter Form ein.

"Nach längerer Zeit möchte ich mich hiermit wieder mal zu Wort melden. Diesmal ist der Anlass Band Nr. 952 (Nacht über New Amsterdam) von Simon Borner.
Leider muß ich sagen, daß sich meine Einschätzung zu den Romanen von Herrn Borner in der letzten Zeit bestätigt hat. Für mich zählen die Romane, die Herr Borner für PZ schreibt eindeutig zu den langweiligsten und schlechtesten Romanen in den letzten Jahren. Das liegt in erster Linie am Schreibstil, der mir überhaupt nicht zusagt. Zwar lese ich die Romane jedes Mal zu Ende, allerdings bereitet es mir keine Freude, sondern schon eher Kopfschmerzen. So auch bei Band 952.
Während die Romane der anderen Autoren meiner Ansicht nach vom Stil her hervorragend zur PZ – Reihe passen, schlagen die Romane von Herrn Borner völlig aus der Art. Die Beschreibungen von Orten und Begebenheiten werden bis ins kleinste Detail geschildert, was durch die Art und Weise recht langatmig und eher abtörnend wirkt, als informativ zu sein. Zudem tragen die Zeitsprünge zwischen den einzelnen Kapiteln ebenfalls nicht dazu bei, den Lesespaß zu erhöhen. Wie bei allen PZ – Romanen, die Herr Borner zuvor geschrieben hat, habe ich auch diesmal mehrfach davor gestanden, nicht weiter zu lesen. Da es jedoch sein kann, daß in dem Roman für die weitere Handlung wichtige Informationen enthalten sind, habe ich mich – wieder einmal – bis zum Ende durchgequält.
Allerdings habe ich mich zum Schluß schon geärgert. Den vorliegenden Roman kann ich eigentlich nur als Lückenfüller bezeichnen, und man hätte auf ihn durchaus gut verzichten können. Für mich war der Roman so überflüssig wie ein Kropf.
Meiner Meinung nach hätte man den Platz einem anderen Autoren zugestehen sollen, das wäre auf jeden Fall besser gewesen als das, was Herr Borner abliefert.
Wie ich schon erwähnte sind für mich die ganzen PZ – Romane von Herrn Borner ein Stilbruch zu den Romanen der anderen Autoren und der bisherigen Art und Weise der PZ – Romane. Für mich persönlich wäre es das schönste Weihnachtsgeschenk, wenn ich nie wieder einen Roman von Herrn Borner in der PZ – Reihe zu lesen bekäme. Ich glaube nämlich nicht, daß Herr Borner seinen Stil den Gegebenheiten anpassen wird, der die PZ – Romane für mich über lange Jahre hinweg zu der interessantesten Romanreihe gemacht hat. Nicht umsonst bin ich der Serie schon seit ca. 30 Jahre treu geblieben.
Jedenfalls ist es für mich inzwischen jedes Mal ein Greuel, wenn ich auf der ersten Seite lese „Von Simon Borner“.
So, ich werde mir nun als nächsten den Band 953 von Adrian Doyle zu Gemüte führen, und ich bin mir sicher, daß ich mich nicht zwei Wochen lang damit abquälen werde.

Trotz allem wünsche ich Dir und dem gesamten Team ein schönes, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr (hoffentlich ohne PZ - Romane von Herrn Borner).

Viele Grüße,

Fooly."

erstellt am 03.02.11 19:32
Es stimmt schon. Viele Textpassagen lesen sich bei Simon Borner wie ein Reiseprospekt. Anscheinend liegt dem Autor sehr viel daran, dem Leser die betreffenden Handlungsorte so plastisch wie möglich rüberzubringen.
Leider übertreibt er es ein wenig, denn vieles davon ist nicht wirklich relevant.
Seine Ideen an sich sind nicht schlecht. Die Themen sind auch nicht schlecht. Seinen Schreibstil empfinde ich persönlich nicht als langweilig oder zäh, sondern als extrem anstrengend. Als ob sich jemand mit mir zwar auf deutsch, aber in einem unbekannten Dialekt unterhält und man sich anstrengen muss, dem Gespräch zu folgen.
Ich kann sein Geschriebenes beim besten Willen nicht in Kopfkino umwandeln. Kann die Zeilen nicht mit den Augen komplett einscannen wie bei anderen Autoren, sondern MUSS das Wort für Wort lesen. Und das strengt an und lässt Frust aufkommen.
Aber vielleicht wird das ja noch anders.
Ich erinnere an Roger Clement. Der brauchte auch eine Weile. Aber zum Schluss ging's

erstellt am 03.02.11 19:49
Du hast vollkommen Recht. Aber dass Simon schreiben kann beweist er ja bei Sternenfaust. Seine Zamorras sind aber allesamt mies. 952 fand ich allerdings okay. Aber ich stimme dir zu dass er IMO kein Verlust wäre, würde er aufhören. Ist zumindest meine Meinung. Bei StF könnte er gerne öfters schreiben.

Außerdem haben seine romane nur sehr selten mit der PZ Story zu tun. Vor Band 950 gabs NUR "Der Weg zur Quelle". Alle anderen waren absolut unwichtig. Wären die gut geschrieben, okay, aber ...

erstellt am 03.02.11 20:02
Meines Erachtens hatte Simon Borner nur einen einzigen Aussetzer und der war bei dem Roman um diese U-Bahn-Station bei der Notre Dame, der so sehr an den Song Nights in White Satin erinnert. Da hat er wohl die Langeweile gepflegt und versucht einen besonders eingestaubten Roman zu schreiben. Sonst fand ich Monster Maar, die Herren aus der Tiefe und auch Nacht über New Amsterdam leicht zu lesen und war über die Hintergrundinformationen sehr erfreut, wenn auch der Kontext zur Serie etwas verloren gegangen zu sein schien. Doch hier kann man S. Borner kaum einen Vorwurf machen. Bei verschiedenen Autoren, liegt eben der eine oder andere Roman vor und die Lektorin muss zusehen, wie sie ihn 'rausbringt, bevor er überholt ist.
Ein einziger, durchgehender Handlungsfaden ist nur zu erwarten, wenn ein einziger Autor schreibt. Doch selbst bei JS sieht man doch nur Wiederholungen.

Schon bei Seite 3 jedoch zu rufen "Simon Borner, oh je!" ist so als habe man sich bei einem Abonnement das Recht vorbehalten bestimmte Themen auszuklammern und nicht zu kaufen.

Jedoch möchte ich Simon Borner im Autoren-Team nicht missen. Mir müsste etwas fehlen, wenn ich extra wegen meiner akzeptierten Autoren mein Abonnement kündigte und alle zwei Wochen im Zeitschriften-Laden zuerst Seite drei aufschlüge ...

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 20:04 Uhr bearbeitet)

erstellt am 04.02.11 11:04
Gerade bei Simon Borner drängt sich mir immer der subjektive Verdacht auf, daß dieser Autor besonders unwillig ist, sich in die Serienhistorie einzuarbeiten und diese bei seinen Romanen zu berücksichtigen.

Bezugnahme auf andere Handlungsstränge, Einbindung von zurückliegenden Ereignissen oder gar serienrelevante Ausblicke fehlen bis auf die oben angeführte Ausnahme vollkommen.

Gerade seine Hefte lassen für mich den Verlust Werners in Verbindung mit dem Komplex "Rolf Michael; Claudia Kern" drastisch in den Vordergrund rücken - ein Empfinden welches ich nach dem Lesen von O. Fröhlich oder V. Krämer nicht so stark spüre.

Grüße, Alter Wolf.

erstellt am 04.02.11 12:10
Simon Borners Schreibstil ist flüssig und er beschreibt die Orte wirklich gut. So das man meint , man wäre vor Ort. Das seine Romane meistens nicht allzuviel mit der Haupthandlung zu tun haben , stört mich weniger. Es müssen ja zwischendurch auch mal andere Themen erzählt werden. Für mich schreibt er solide ohne zu große Ausrutscher nach unten oder oben. Keine absoluten Spitzenromane aber auch keine grottenschlechten.

erstellt am 04.02.11 13:27
Die Geschmäcker sind eben verschieden....ich finde Simons Romane gut recherchiert, mit viel Lokalkolorit und spannend erzählt. Gerade sein eigener Stil ist mal eine nette Abwechslung.


Salve,
Hellboy

erstellt am 04.02.11 13:48
Hellboy schrieb:
Die Geschmäcker sind eben verschieden....ich finde Simons Romane gut recherchiert, mit viel Lokalkolorit und spannend erzählt. Gerade sein eigener Stil ist mal eine nette Abwechslung.


das sehe ich im großen und ganzen genauso. anstrengend zu lesen finde ich die romane auf jeden fall nicht.

"nacht über new amsterdam" war in meinen augen als fast ganz für sich allein stehenden einzelroman so unmittelbar hinter dem höllenzweiteiler zwar unpassend platziert, sogar ein wenig ärgerlich, aber bei "der schlüssel zur quelle" war das ja zum beispiel nicht der fall (vielleicht eine ausnahme, so viel von simon borner habe ich nicht gelesen, muss ich zugeben). und ein punkt, der manche stört, diese ständigen cameo-auftritte und anspielungen auf amerikanische-tv serien und ähnliches macht mir persönlich großen spaß.

erstellt am 05.02.11 11:38
Hellboy schrieb:

Die Geschmäcker sind eben verschieden....ich finde Simons Romane gut recherchiert, mit viel Lokalkolorit und spannend erzählt. Gerade sein eigener Stil ist mal eine nette Abwechslung.


Ich gebe Hellboy dahingehend recht, daß die Geschmäcker verschieden sind. Ich bezweifel auch nicht, daß Herr Borner seine Romane gut recherchiert. Spannend erzählt sind die Romane in meinen Augen nicht, denn sonst hätte ich die Romane an einem Tag gelesen und bräuchte nicht wie bisher ca. zwei Wochen dafür (tja - eben halt wieder die Geschmäcker, gell )
Völlig gegensätzlich sehe ich die Sache, was die nette Abwechslung angeht. PZ ist eine über Jahrzehnte gewachsene Serie, an die sich langjährige Leser gewöhnt haben. Wenn dann jemand Romane schreibt, die vom Stil her völlig aus der Reihe fallen, ist das genauso, als wenn man z.B. jahrelang eine Fernsehserie anschaut und von heute auf morgen wird der Hauptdarsteller ausgewechselt und durch einen neuen Darsteller ersetzt, der nicht im geringsten an den vorherigen Akteur erinnert (z.B. blond statt schwarzhaarig, korpulent statt schlank, 1,65 Meter statt 1,90 Meter groß, hohe Fistelstimme statt sonorer Bass etc.).
Ich finde schon, daß ein Schriftsteller, der neu in ein bestehendes Team kommt und an einer Serie, die schon seit fast 40 Jahren auf dem Markt ist, mitarbeiten soll (oder möchte), sich integriert und seinen Schreibstil anpasst.

erstellt am 05.02.11 12:20
Dolmial schrieb:

Schon bei Seite 3 jedoch zu rufen "Simon Borner, oh je!" ist so als habe man sich bei einem Abonnement das Recht vorbehalten bestimmte Themen auszuklammern und nicht zu kaufen.


Richtig ist, daß ich quasi ein Abo habe. Falsch ist jedoch zu vermuten, ich würde mir deswegen das Recht herausnehmen, bestimmte Themen ausklammern zu wollen. Ich habe ja nicht die Themenauswahl von Herrn Borner kritisiert, sondern den Schreibstil, der meines Erachtens nicht zu den anderen Romanen passt. Warum ich das so sehe, kann man meiner Antwort auf Hellboys Posting entnehmen.


Jedoch möchte ich Simon Borner im Autoren-Team nicht missen.



Ich schon. Und das lieber heute als morgen, sofern sich an seinem Stil nichts ändert

Mir müsste etwas fehlen, wenn ich extra wegen meiner akzeptierten Autoren mein Abonnement kündigte und alle zwei Wochen im Zeitschriften-Laden zuerst Seite drei aufschlüge ...

Ich kann Dolmial beruhigen: Wenn ich meine im Zeitschriften - Laden abonnierten PZ's abhole, schaue ich nicht gleich auf Seite 3 nach, wer der Autor ist. Und ich beabsichtige auch keineswegs, wegen Herrn Borners Romanen, die mir bislang nicht gefielen, mein Abo zu kündigen


Fazit:
Ich habe nichts gegen Herrn Borner persönlich - ich kenne den Mann ja nicht einmal. Es ist einfach nur so, daß mir seine bislang für PZ veröffentlichten Romane nicht gefallen haben. Kann man mir es da verdenken, daß ich deswegen keine weiteren PZ - Romane von ihm lesen möchte?
Ich halte mich für so objektiv, daß ich einen Roman von Herrn Borner lobenswert erwähnen würde, wenn er mir gefällt. Das wird vielleicht die Zukunft bringen, wer weiß.

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