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Thema: 244 Der Seelen-Vampir
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erstellt am 03.06.11 22:50
Kurzbeschreibung:
John Sinclair und Suko ermitteln in Cornwall. Der Pfarrer einer kleinen Ortschaft hat die Geisterjäger um Hilfe gebeten, denn vier Menschen, die unerklärlicherweise im Sterben lagen, sind spurlos verschwunden. Verantwortlich gemacht wird eine düstere Gestalt aus der Vergangenheit, ein vampirähnliches Monster namens Tarrasco, der Seelensauger. Der Legende nach stammt er aus Rumänien und hat sein Versteck in den Höhlen nahe der Klippen. Dort finden John und Suko die Totenhemden der Vermissten, doch von Tarrasco gibt es keine Spur. Dafür sichten sie zwei rote Vampire, die riesigen Fledermäuse von Vampiro del mar. Tatsächlich haben Lady X und der Kaiser der Vampire Kontakt mit Tarrasco aufgenommen, um von ihm Informationen über Rumänien zu erhalten. Dort will Lady X ihre neue Basis errichten, doch zuvor müssen sie ihre dortigen Feinde vernichten. Vor allen Dingen eine Familie hat sich in den letzten Jahrhunderten einen Namen als erfolgreiche Vampir-Killer gemacht, die Mareks. Während John und Suko in England den Seelen-Sauger jagen, machen sich Lady X und Vampiro del mar auf den Weg nach Rumänien, um Frantisek Marek, den Pfähler, zu vernichten ...

Meinung:
Ein echter Klassiker aus der Glanzzeit der Serie. Unheimlich viel war damals in Bewegung und Hauptgegner waren selten länger als 150 Bände mit von der Partie. Ausnahmen wie der Spuk und Asmodis bestätigten auch hier die Regel. Die Mordliga, die Großen Alten und Atlantis hielten den Geisterjäger und sein Team stets auf Trab und mit den Resten der Erstgenannten bekommen es John und Suko auch dieses Mal, wenngleich eher am Rande, zu tun. Dabei ist der erste Teil des Zweiteilers fast schon ein Einzelroman, denn die Bedrohung durch Tarrasco wird schon in diesem Roman gebannt. Ohne zuviel verraten zu wollen, auf höchst originelle Art und Weise, wie ich finde. Im direkten Vergleich zu den heutigen Romane fällt auf, dass Dark damals viel schneller zur Sache kam. John und Suko befinden sich bereits auf den ersten Seiten mitten im Geschehen und kraxeln in Cornwall durch die Klippen auf der Suche nach dem Unterschlupf des Seelensaugers. In einem aktuellen Roman wäre vermutlich erst die Entführung eines sterbenskranken Opfers minutiös geschildert worden. Anschließend wäre ein ellenlanges Gespräch mit den Angehörigen und dem Pfarrer erfolgt, der sich dann an Scotland Yard wendet. Dort hätte John zunächst mit Glenda geflirtet und ihren Kaffee gelobt ehe man sich auf den Weg nach Cornwall gemacht hätte, nicht ohne mindestens eine Seite für die Landschaftsbeschreibungen und die Fahrt dorthin zu vergeuden. Doch im Jahr 1983 hat der Autor sich und den Lesern all diese Mätzchen erspart und verwöhnt den Leser sogar mit schlagfertigen Dialogen:

Suko blieb so plötzlich stehen, dass ich fast gegen ihn gelaufen wäre. „Kannst du nichts sagen?“, zischte ich.
„Sorry, John, aber wo führt die Treppe deiner Meinung nach hin? Wo kommen wir raus?“
„Wenn ich das wüsste, hätte ich mich da unten aufgebaut und dich in Empfang genommen.“
„Mein Gott, was bist du wieder grantig.“
„Geh weiter, Dicker!“

Die bedrückende Atmosphäre bei den sturmgepeitschten Klippen wird anschaulich beschrieben und obwohl Tarrasco nicht sonderlich mächtig wirkt, ist seine Erscheinung doch charismatisch. Als Schmankerl erwartet den Leser außerdem ein Auftritt von Pamela Barbara Scott alias Lady X und Vampiro del mar. Abermals geraten die beiden Vampire aneinander und die entscheidende Konfrontation zwischen den beiden Schwarzblütlern erscheint immer unausweichlicher. Allerdings hat es auch früher schon Logikfehler und Ungereimtheiten in der Handlung gegeben. So ist es wenig wahrscheinlich, dass sterbenskranken Menschen bereits ein Totenhemd angezogen wird, und es wird an keiner Stelle vernünftig erklärt was Lady X und Vampiro del mar mit den Leichen machen sollen, die ihnen Tarrasco überlassen hat. Zunächst ist noch die Rede von Geschenken, die ihnen der Seelen-Vampir damit gemacht hat. Doch was sollen Vampire mit toten Menschen? Später sollen sie die Leichen weit draußen ins Meer werfen. Das wäre noch damit zu erklären, dass Tarrasco nicht will, dass die Toten nahe seiner Wirkungsstätte angeschwemmt werden, doch dann stellt sich die Frage, was er mit all den anderen Toten gemacht hat, die er im Laufe der Jahrzehnte produziert hat. Abgesehen davon, dass es schlecht vorstellbar ist, dass eines seiner Opfer überlebt haben soll. Entweder er hat die Seele ausgesaugt oder eben nicht. Wenn nicht müsste er das schließlich bemerkt haben. An dieser Stelle wäre die Sache mit dem Geschenk an Lady X wieder schlüssig gewesen. So recht hat sich Jason Dark aber offensichtlich nicht entscheiden können. Dessen ungeachtet erwartet den Leser ein kurzweiliger und spannender Roman, der für Vampir-Fans ein absolutes Muss darstellt.
Fazit:
Trotz einiger kleiner Ungereimtheiten ein spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen. Tarrasco erweist sich als origineller, wenngleich nicht sonderlich gefährlicher Gegner.

erstellt am 05.06.11 12:28
Ein weiteres Merkmal der alten Romane. Die Dialoge gelangen besser und wirkten ungleich witziger als heute.

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