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Thema: 251 Xorron - mein Lebensretter
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erstellt am 04.06.11 20:06
Kurzbeschreibung:
Feuermonster und Skelette mit flammenden Peitschen strömen aus der Büchse der Pandora in den Ort Billings, wo Suko um sein Leben kämpfen muss. Auch Lady X ist auf der Flucht vor Xorron in das Dorf gekommen. Die Gefahr, die von Pandora ausgeht, macht aus den beiden Todfeinden Verbündete auf Zeit. Doch auch gemeinsam stehen sie auf verlorenem Posten, denn die Übermacht der Dämonen ist erdrückend. Währenddessen muss sich John Sinclair gegen den riesigen, schwarzen Todesadler zur Wehr setzen, den Pandora auf den Geisterjäger angesetzt hat. Diesen kann er zwar vertreiben, doch dann steht er Pandora persönlich gegenüber und ihrem neuen diener Xorron. Die Unheilsbringerin setzt sofort den Würfel des Unheils gegen den Geisterjäger ein, der sein silbernes Kreuz aktiviert. Die unterschiedlichen Magien prallen aufeinander und John wird tief in die Vergangenheit geschleudert …

Meinung:
Der Roman schließt nahtlos an die Ereignisse aus Band 250 an und verfolgt die Geschehnisse konsequent weiter. Sehr viel Platz nehmen allerdings die Kämpfe zwischen John Sinclair und dem Todesadler, sowie zwischen Suko, Lady X und den Dämonen aus der Büchse der Pandora ein. Was auf den ersten Seiten noch packend geschildert wird, wird schnell zur Zerreißprobe für die Nerven, denn dicht aufeinanderfolgende Actionszenen sind kein Garant für Spannung. Glücklicherweise kriegt Jason Dark gerade noch die Kurve, als er John in die Vergangenheit schleudert, wo der Geisterjäger einem wichtigen Kapitel in der Existenz von Xorron beiwohnt. Für den Leser bildet dieser Roman eine kleine Offenbarung und es werden bereits wichtige Weichen für kommende Ereignisse gestellt. Am Horizont malt sich bereits diffus die Bedrohung durch die asiatische Magie ab, die in den kommenden Jahren durch Shimada verkörpert werden soll. Tatsächlich ist dem Autor die Überraschung gelungen, dass Xorron ursprünglich aus Japan stammt. Die Verbindung zwischen der japanischen und der griechischen Mythologie ist ein Punkt, der die Serie so interessant gestaltet. Es ist einfach alles möglich und Jason Dark kümmert sich herzlich wenig darum, ob die Kulturkreise zusammenpassen oder nicht. Das müssen sie schließlich auch nicht. Schade nur, dass der Autor danach nicht weiter auf Xorrons Entstehungsgeschichte und seine Odyssee eingegangen ist. Allein die Reise von Japan nach Griechenland und anschließend die Fahrt in die neue Welt, wo er auf der Halbinsel Manhattan gebannt wurde, wäre einen eigene Spin-Off-Serie wert gewesen. Etwas kurz abgehandelt wird die Existenz des Todesadlers, der gleichzusetzen ist mit dem Tier, das Prometheus die Leber aus dem Leib gehackt hat. Zunächst kämpft John seitenlang gegen das Vieh, und am Ende verschwindet es wieder sang und klanglos in der Welt der Mythen und Legenden. Im Gegensatz zu Pandora, die später noch eine wichtige Rolle spielen wird. So dramatisch Sukos Kampf gegen die Monster aus dem Füllhorn ist, so unverständlich ist dagegen die seltsame Wandlung eines Skelettes in einen muskelbepackten Krieger, als es von der Dämonenpeitsche getroffen wird. Diese Metamorphose wird nicht schlüssig erklärt, und ist wohl einzig und allein dem albernen Titelbild zu verdanken, dass noch irgendwie in den Roman mit eingebunden werden musste. Sehr originell ist das Zweckbündnis zwischen Suko und Lady X, bei dem aber an keiner Stelle daraus ein Hehl gemacht wird, dass sie Todfeinde bleiben. Im Gegensatz zu der Partnerschaft zwischen den Geisterjägern und einer gewissen blonden Bestie, die mit allerlei fadenscheinigen Argumenten geduldet wurde. Bezeichnend ist Sukos Reaktion als Lady X vom Dach zu rutschen droht. Anstatt sie zu retten, entscheidet er sich aktiv dagegen, weil sie einfach zu viele Menschenleben auf ihrem Gewissen hat. Das waren damals noch Helden, die ihren Prinzipien treu waren. Bemerkenswert sind auch die Blessuren, die John und Suko davontragen. Dass sich Lady X und Xorron am Ende so schnell aus dem Staub machen ist wohl mit dem Umstand zu erklären, dass die Blutsaugerin froh war, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Der Titel ist leider mindestens so daneben, wie das Cover, denn Xorron rettet John lediglich das Leben, in dem er am Ende unbeabsichtigt in die Schusslinie läuft, so dass Lady X nicht abdrücken kann. Sollte wohl möglichst dramatisch klingen.
Fazit: Sehr viel Action mit einem grandiosen Finale. Ein Roman, der kaum Zeit zum Luftholen lässt. Auf die Dauer wirken die vielen Kämpfe ermüdend, doch allein das Zweckbündnis zwischen Suko und Lady X macht den Roman lesenwert.

erstellt am 05.06.11 00:32
Es sind Figuren wie Xorron, Lady X oder auch Vampiro-DelMar die heute einfach fehlen.
Denn wie schon richtig gesagt, vom Stil her waren die Romane ähnlich mies wie heute (vielleicht ein paar weniger Logikfehler) aber eben oft sehr interessant und packend.
Ich war IMMER auf Seiten der Mordliga, wie vorher auf der vom Schwarzen Tod oder Asmodina und habe immer so gehofft, JD hätte den Mut gewisse Dinge anders enden zu lassen, aber das wäre für den durchschnittlichen Groschenroman-Leser zu der Zeit (und manchmal wohl auch heute noch) wohl zu schlimm gewesen.

Schade auch, dass Shimada nach seiner großen Anfangszeit dann nur noch ein Schattendasein fristen durfte, bis zu seinem viel zu kurzen Ende...
Und ich fand es gut, dass Pandora nicht öfters dabei war, von solch bekannten Figuren sollte JD generell die Finger lassen.



(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 00:39 Uhr bearbeitet)

erstellt am 05.06.11 02:59
Killjoy schrieb:
Denn wie schon richtig gesagt, vom Stil her waren die Romane ähnlich mies wie heute (vielleicht ein paar weniger Logikfehler) aber eben oft sehr interessant und packend

Mies und interessant u. packend.........selten so einen blödsinn gehört.

Killjoy schrieb:
Schade auch, dass Shimada nach seiner großen Anfangszeit dann nur noch ein Schattendasein fristen durfte, bis zu seinem viel zu kurzen Ende...

Er gab ca. 13 Jahre sein "Schattendasein" hier in die Serie. Das nennst du kurz ?. Ausserdem "musste" sich John von einigen Gegnern trennen. Dem Jugendschutz paßten einige Figuren nämlich nicht (hier besonders die schießwütige Pamela Scott alias Lady X und die ganze Ninja-Thematik). Auch wenn mir die früheren Themen und die damaligen Gegner mehr zugesagt haben wie die heutigen, lese ich JS trotzdem noch gerne.

erstellt am 05.06.11 11:00
Wie würdest du einen solchen Schreibstil denn nennen?
Gut ist der sicherlich nicht, aber eben passend für das Genre.
Ähnliches kann man von Richard Laymon sagen, auch dessen Stil ist, wie seine Kritiker oft sagen, auf Grundschuhl-Klasse, aber er motiviert seine Leser zum weiterlesen.

Und ja, Shimda hatte ein Schattendasein, da er in den 13 Jahren so gut wie keine relevanten Auftritte hatte, außer dass er in TB 101 diesen Jungen gekillt hat (was gut war).
Und das mit dem Jugendschutz ist so lächerlich dass ich es unkommentiert lasse, im Grunde genau dasselbe wie mit zensierten oder indizierten Horrorfilmen

erstellt am 05.06.11 12:21
Richtig , die gute alte Zeit. Damals konnte man es kaum erwarten , bis man den nächsten Roman in Händen hatte und in der Schule wurde spekuliert , wie es wohl weitergehen würde.

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