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Thema: PZ-Kurzgeschichten
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Antworten zu diesem Thema: 118

 
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erstellt am 26.06.11 14:53
Ich lese hier immer wieder mal schöne Kurzgeschichten. Doch da es keinen speziellen Bereich dafür gab, sind sie irgendwo im Forum in den verschiedensten Themen versteckt. Wenn man sie gerne noch mal lesen möchte, findet man sie nicht mehr. Dem möchte ich mit dieser Rubrik abhelfen.
Ich hoffe, dass hier viele Kurzgeschichten über unsere Helden, egal ob verstorben oder nicht, ihren Platz finden.

Zia Thepin

erstellt am 26.06.11 14:55
Ich mache auch gleich den Anfang und stelle hier meine Merlin-Kurzgeschichte, die wahrscheinlich die meisten Leser hier im Forum schon kennen, on.



Merlin?


Der alte Magier lag total erschöpft auf seinem Lager. Der Auftrag, den der Bote des Wächters der Schicksalswaage ihm zum Erledigen überbracht hatte, war weit anstrengender gewesen, als er gedacht hatte. Sein Atem ging schwer und seine Augen stierten gegen die Decke. Selbst zum schlafen war er zu müde. Das Gesicht war sehr eingefallen und wirkte hohlwangig. Sogar sein weißes Gewand sah zerknittert und leicht grau aus.
Plötzlich stand derjenige vor ihm, dem er genau genommen seinen momentanen Zustand zu verdanken hatte. Der Bote. Anfangs hatte er sie nicht unterscheiden können, doch inzwischen wusste er einfach, welcher von den vielen Boten vor ihm stand. Er hätte nicht sagen können, wie er sie unterscheiden konnte, aber es funktionierte einfach.
Seine müden Augen schauten seinen Besucher völlig interesselos an. Momentan war es völlig gleichgültig, was der Bote von ihm wollte. Er konnte sich nicht mal erheben, da war es völlig undenkbar, irgendeinen Auftrag zu erfüllen.
Doch der Bote sah ihn lange an, bevor er zu reden anfing. „Mein Herr hat einen neuen Auftrag für dich. Aber wie ich sehe, wirst du ein wenig Hilfe brauchen, um ihn durchführen zu können.“
Merlin sah ihn erstaunt an. Er war es nicht gewöhnt, dass irgendeine Rücksicht auf eine Schwäche seinerseits genommen wurde. „Hilfe?“ krächzte er.
Der Bote bestätigte. „Ja. Mir wurde vor längerer Zeit schon gesagt, dass ich sie dir möglicherweise irgendwann gewähren müsste, damit du deine Aufgabe weiter erfüllen kannst.“
Der einstige Dämon forschte nach. „Und welcher Art soll diese Hilfe sein?“ Vielleicht konnte der Bote ihm ja durch seine eigene Magie helfen, obwohl er sich nicht wirklich vorstellen konnte, wie dessen seltsame Energien mit seiner inzwischen weißen Magie korrespondieren sollte.
„Ich werde einen Clon von dir erschaffen und in diesen wird deine Seele einkehren. Du wirst nichts mehr davon wissen, wirst in ihm leben, wie in deinem wirklichen Körper. Inzwischen wird dein Leib sich in einer eigenen Dimension heilen und neue Kräfte sammeln. Irgendwann wird dieses von mir geschaffene Abbild deiner selbst seine Kraft verlieren und sterben. Leider bin auch ich nicht stark genug, dass dieser Körper alle deine Fähigkeiten übernehmen wird, doch zum Übergang wird es reichen. Dann wird es etwas dauern und du wirst dann in dir selbst erwachen. Bereit zu neuen Taten.“


XXX


Waren Jahre, Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte vergangen, als Merlin wiedererwachte. „Ich lebe?“ Er war selbst erstaunt, denn er fühlte sich, wie neugeboren. Auch merkte er nichts mehr von irgendeiner Verwirrtheit. Seine Gedanken waren völlig klar. Und er erinnerte sich an das, was er die ganze Zeit über nicht mehr gewusst hatte.
Der Bote stand vor ihm. „Ja, so ist es! Doch wir werden dich erst mal weiterhin im geheimen halten. Nicht mal dein Bruder Asmodis wird spüren, dass du wiedererwacht bist. Dafür sorge ich. Wenn die Zeit reif ist, wirst du eingreifen müssen. Informiere dich im geheimen, bleibe aber unbemerkt im Hintergrund.“
Der weiße Magier Merlin nickte. „Wie du befielst.“ Seine ewigjungen Augen blickten lustig auf den Boten. „Das wird aber einige sehr überraschen. Später!“
Sein Gegenüber sagte nichts mehr, sondern verschwand auf einem Weg, den Merlin nicht nachvollziehen konnte.
Mit neuer, besser gesagt, alter Kraft machte er sich auf, sich zu informieren, was seit dem Tod des Clons passiert war und wie früher seine Pläne zu schmieden.
Das Leben hatte ihn wieder. Genauer gesagt, hatte er es ja nie verloren, doch das hatte er nicht gewusst. Manches von dem, was er in den Jahren im Clonkörper erlebt hatte, kam ihm wie ein schlechter Traum vor. Doch es war wirklich geschehen. Aber nun war er wieder er selbst.
„Welt, ich komme.“ Er fühlte sich stark wie selten zuvor.

erstellt am 26.06.11 19:44
Zia, dieser Thread ist eine sehr gute Idee.
Vielleicht findet ja etwas davon seinen Weg auf die Leserseite.
Wenn nicht, ist es auch egal. Hauptsache man hat Spass beim Lesen.
Ich werde nächste Woche mit dem zweiten Teil meiner Archivar/ Kassandra Story beginnen.. Mal sehen, was daraus wird.

erstellt am 07.07.11 21:33
In den Dimensionen jenseits von Licht und Zweifel entschied der Wächter der Schicksalswaage, dass es genug sei und dass ein gewisser Diener selbst einen Ausgleich brauchte. Ein Komet brach aus seiner Bahn und zog eine feurige Spur hinter sich her ...

Caermardhin

Asmodis leckte sich die Lippen, dann die Schüssel aus und setzte die Kröte von seiner Schulter in das schwach nach Lauchsuppe mit Croutons riechende Porzellan. Der wie Gustav der Starke wirkende Teufel thronte hinter einem Bankett am Rande des Burghofes und nahm sich gerade die Spearribs vor, als ihm war, als sage eine feine Stimme: "Hi, Onkel Asmo!"
Asmodis lachte der Kröte erheitert zu und griff noch kauend zu einem Kelch mit kühlem Wein, bevor er sich zu dem vermeintlichen Sprecher umdrehte.
In der folgenden Pause fiel das Rippchen aus dem Tütchen.
Eine rechte Hand mit drei prunkvollen Ringen hielt den Kelch ruhig, ein Augenpaar blickte still wie Mitternacht unter einer hohen weissen Perücke auf ein schmales Bürschchen mit blonden Haaren und so etwas wie einer Reisetasche für eine Gitarre auf dem Rücken, die dieses nun abstellte.
Ein Räderwerk nie geahnten Ausmasses begann unter der Perücke zu mahlen und entschied, dass der Wein zu schade zum abstellen sei. Asmodis trank den Kelch mit einem Zug aus und fragte dann mit einer Stimme, die klang als knisterten dahinter die Feuer diverser Höllen: "Und was darf ich auf Deinen Grabstein schreiben, sofern etwas von Dir übrigbleibt?" bevor er den Kelch mit einem Ruck absetzte.
"O, ich bin Galvatorix, der Sohn von Merlin."
Energieblitze zischten aus Asmodis Fingerspitzen und eilten auf den Hänfling zu. Bevor sie den unbeeindruckt Dastehenden erreichten, senkten sie sich zu Boden, kehrten um und krochen zu Asmodis zurück, wobei sie Schlangenköpfe annahmen. Asmodis schaute ungläubig auf die langsam auf ihn zukommenden Vipern, doch sobald ihn eine davon erreichte, stoppte er seine Blitze.
Das Räderwerk unter der Perücke nahm wieder seine Arbeit auf.
"Ein Erbe von Väterchen", sagte Galvatorix und schien den Abendhimmel zu studieren. Die magisch präparierten Kerzen auf der Tafel flammten auf. "Ich störe nur ungern beim Essen", fuhr Merlins Sohn fort, "wo darf ich meine Tasche hinbringen?"
"Hinaus!" polterte es promt und eine Hand, auf der krause schwarze Haare zu spriessen begannen, riss die Serviette vom Kragen. Asmodis erhob sich. Er begann zu wachsen, der rot-goldene Frack wich einem schwarzen Lederpanzer ...
"Ey, reg' Dich ab, Alter! Ich bin auf Deiner Seite." sagte Galvatorix und hob beschwichtigend eine Hand, aus deren Fläche ein goldener Energieschirm mit einem Stachel in der Mitte wuchs und schnell grösser wurde.

Dem alten Mann, der im Dorf unten erzählte er habe auf dem Hügel ein Gewitter erlebt und Merlins Burg sei immer wieder in Abständen kurz sichtbar geworden, wollte keiner glauben.

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Australien

"Wir warten hier schon seit Stunden und es passiert gar nichts!" beschwerte sich der Jungdrache. Fooly stand auf und ging um den reglos dasitzenden und nur mit der Unterhose bekleideten Rhett herum. Die roten Streifen, Muster und Punkte, die sich dieser mit dem Saft von einigen Beeren auf die Haut gemalt hatte, wirkten wie partieller Sonnenbrand im flackernden Schein des Feuerchens.
"Ich versuche immer noch meine Magie zu aktivieren um in die Traumzeit zu kommen. Ich schaffe das schon noch", kam es von Rhett, der die Augen zu schmalen Schlitzen zusamengezogen hatte.
Das Feuer knackte wie zur Antwort und ein dünner Faden Rauch stieg in die Höhe. "Falls das alles ist, was diese ausländischen Geister zu bieten haben", sagte Fooly und stemmte dabei die Hände auf die Hüften, "bin ich nicht sehr beeindruckt." Er schnaubte zwei Wölkchen in Richtung des Rauchfadens.
Rhett beschloss den Drachen zu ignorieren. Er konzentrierte sich auf das Feuer und war bestürzt festzustellen, dass sich weder die Flammen noch der Rauch bewegten. Auch Fooly stand immer noch so da als wolle er jeden Moment etwas sagen.
Am Rand des Feuerscheins bewegten sich Schatten und Farben. Atemlos konnte Rhett eine deutlicher werdende Schlange ausmachen, die in allen Regenbogenfarben schimmerte.
"Willkommen in der Traumzeit!"

erstellt am 08.07.11 00:04
Super Dolmial^^
Das war eine der Kurzgeschichten, die ich vergeblich gesucht habe. Danke fürs hierher posten.

erstellt am 08.07.11 20:19
Wie wäre eine Beilage zu Band 1000 wo wir Leser zusammen einen ganzen Roman schreiben?

Volker macht das Expo und verteilt die Kapitel und dann schreiben wirs und es kommt als Beilage zu Band 1000.

erstellt am 08.07.11 20:51
Du hat Vorstellungen! Bei den 95 Ideen, die von 96 verschiedenen Autoren herauskommen, ist alles möglich - nur kein Ende. Das haben wir im Irren Vampir auf Seite 803/804 ff schon erfahren. Außerdem bin ich dagegen, daß meine Storys im PZ veröffentlicht werden. Die sind vielleicht gerade mal gut genug für ein Web-Forum, aber nicht für die gedruckte Öffentlichkeit gedacht. (Ich lasse mich natürlich breitschlagen.) Von mir aus können die Verantwortlichen im Band 1000 über den ColoniaCon 2012 referieren, käme gerade passend.

erstellt am 08.07.11 21:47
Naja, ich dachte ehr an einen Roman außerhalb der aktuellen Story.

Vor allem: was wäre mal was neues, ein ganzer von Fans geschriebener Band.

erstellt am 08.07.11 22:13
Hm, das wäre sehr kompliziert. Eine ehemalige Freundin und ich haben zusammen Storys geschrieben, die damals per Post und Diskette hin und her gegangen sind. Wir waren nur zu zweit, aber es war schwierig dass das ganze nicht zu viele Fehler inhaltlicher Art hatte.

Da wäre ich eher für eine Beilage ganz einfach mit Kurzgeschichten über PZ. Das ist einfacher.
Und Dolmial, du schreibst gut. Ich lese deine Geschichten gerne. Vor allem ausdrucksmäßig merkt man, dass du gut mit Worten umgehen kannst. Und Spannung und Stimmungen kannst du auch gut verarbeiten, so dass der Leser es gerne liest. Warum also sollten deine Geschichten nicht gedruckt werden?

erstellt am 09.07.11 00:04
ZiaThepin schrieb:
Und Dolmial, du schreibst gut. Ich lese deine Geschichten gerne. Vor allem ausdrucksmäßig merkt man, dass du gut mit Worten umgehen kannst. Und Spannung und Stimmungen kannst du auch gut verarbeiten, so dass der Leser es gerne liest. Warum also sollten deine Geschichten nicht gedruckt werden?

dem schließe ich mich an. und das geht mir bisweilen schon bei seinen normalen postings so, bei denen ich mir zwar manchmal nicht sicher bin, ob ich 100%ig verstehe, um welche 2 ecken der schreibende da gerade gedacht hat, deren sprachwitz mich aber oft erfreut.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 00:04 Uhr bearbeitet)

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