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Thema: MX-HC 2
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erstellt am 31.03.06 11:32
Hier kommt alles rein, was sich auf das MX Hardcover 2 "Genesis - Die Welt nach dem Kometen" bezieht, also eure Meinung und Kritik. Bitte eröffnet keine weiteren Threads zu diesem Buch, sonst findet sich später niemand mehr zurecht. Im "Allgemeines"-Forum kann natürlich über alle Romane gesprochen werden; dort aber keine Spoiler posten! Danke!

erstellt am 28.02.08 15:03
Noch eine alte Rezi von mir... :-)

Maddrax Hardcover Nr. 02 - GENESIS

Auch ich habe es jetzt endlich geschafft, das zweite HC zu lesen - was aber eher nichts mit der angeblichen Zähigkeit und mangelndem Informationsgehalt des Buches zu tun hat, als mit der simplen Tatsache, dass ich noch so viel andere Sachen zu lesen hatte, erklärbar ist! Allein schon von der Masse des Romans ausgehend hätte ich mir denken können, dass dieses Buch in eine andere, weniger actionbetonte Richtung gehen würde als zuvor APOKALYPSE. Und ich war durch einige Meinungen im HC-Forum bei Bastei auch schon vorgewarnt - bzw. in freudiger Erwartung. Denn genau das, was andere bemängeln möchte ich als Großes Plus des Romans herausstellen: Die gemächliche aber stete Entwicklung der Story, bzw. Stories. GENESIS besteht eigentlich aus 4 verschiedenen Geschichten, die sich in eine Rahmenhandlung und 3 andere Episoden der postapokalyptischen Maddrax-Welt einteilen lassen. Das Jo in der Rahmenhandlung ganz besonders die Charaktere der beiden Chronisten ausgiebig entwickelt (Joseph Floyd mehr, Merlin Roots weniger - der bekommt aber später in der Serie noch mehr Profil) ist wichtig um als Symphatieträger und als "Gegenpol" zu der unmoralischen und überheblichen Handlungsweise des WCA sowie den Verantwortlichen des "Viking Projekts" zu fungieren.
Mit "Winternacht", dem längsten und meiner Meinung nach am gelungensten Kapitel, bekommt man einiges geboten, dass den Wissensdurst aus HC1 löscht, nämlich was denn nun aus den Buckern und deren Einwohnern in NEW YORK geworden ist, Burt und Liz Drax (!!), der Wu-Tang-Clan UND ein paar Info-Happen über den Washington-Bunker, wo Cunningham Präsident ist (Die Lücke zwischen Kometeneinschlag und der Zeit mit Cunningham als Präsidenten, wird übrigens mit den gerade aktuellen Band 68 "Die Allianz" geschlossen) und Familienfeden und -Geschichten in den Wirren eines kleinen "Bürgerkriegs" in den Ruinen. Ratten mutieren in der Nähe eines Kristalls, Menschen verdummen im Calypso-Bunker, wo sich ein Kometensplitter befindet, in der Jetzt-Zeit wird ein grüner Brocken in den Kellerräumen der Gaga-Roots-Führer der Lokiraaburg vermutet, bringt uns nicht wirklich weiter im Rätsel um die Kometenwesen, ist aber immerhin nett zu entdecken. Die ganzen Querverbindungen zu Namen und Orten in der laufenden Serie zu ziehen überlasse ich jemand anderem, es reicht zu sagen: Sie sind da, sie sind durchdacht, und auf dem Schutzumschlag hätte man innen ruhig eine Art Stammbaum der Watongas und Roots angeben können, das hätte in den Wirren der Namen vielleicht ein bisschen für Klarheit gesorgt. "Die Kannibalen von Washington" ist für mich der schwächste Teil des Romans, die Erorberung des Washington-Bunkers war zwar nett zu lesen aber hatte irgendwie nicht den Charakter als würde etwas besonderes passieren, denn man weiß ja quasi wie es ausgehen wird, nur nicht auf welche Art und Weise. Im "Viking Projekt" Kapitel wird dann nochmal Gas gegeben, Belagerung und Erorberung der Lookiraburg, und immer wieder "direkt in die Fresse" Passagen (entschuldigt den Ausdruck *gg*), wo dann mal eben unschuldige Mitglieder von dem Roots-Führer wegen Ungehorsam hingerichtet werden, widerliches Gen-Gepansche mit Menschen und Eisbären-Mutanten gemacht werden und einfach moralisch nichts mehr vertretbar erscheint (z.B. die Quasi-Hinrichtung zur "unnatürlichen Auslese" bei dem Arena-Spiel, dass die Nordmann-Vorgänger mit den Überlebenden des Eisgrafen-Gefolges veranstalten). Ob nun wieder mal ein Komet in den Köpfen der Menschen etwas verändert oder ob die Roots-Führer tatsächlich so unmoralisch, patriotisch (leise Kritik an den amerkanischen Ansichten und der USA-Überheblichkeit in einigen Passagen, dafür Extra-Applaus von mir) und [WCA-]eigennützig handeln, ist angesichts der grausamen Tatsachen am Ende fast egal.
Mit dem rührseligen Ende von Joseph Floyd Watonga ist dann auch die Rahmenhandlung abgeschlossen und ich klappe zufrieden das Buch zu. Was hat mir besonders gefallen? Nun ja, die langsame, leicht schwerfällige Erzählweise und die "leise" Entwicklung im Hintergrund und in den Köpfen der Leute und den Platz, den Jo Zybell dafür eingeräumt hat. Die Skrupellosigkeit des Autors, unschuldige und lieb gewonnene Personen sterben zu lassen, meist sogar einen sinnlosen Tod - dafür aber andere Kotzbrocken wie z.B. Amoz Roots, wenn auch in einer Zelle, leben und älter werden zu lassen. Das hinterlässt bei mir ein unangenehmes Ziehen in der Bauchgegend, und wenn man das bei mir schafft, bin ich meistens sehr begeistert. Ich finde GENESIS auf eben diese Weise noch ein Stückchen besser als APOKALYPSE.
Andro, 6. September 2002

erstellt am 05.03.08 11:50
Da ich in den Anmerkungen zu aktuellen Bänden letzthin oft über Genesis gesprochen habe, stelle ich hier auch noch einmal meine Beobachtungen zu diesem Band ein. Ich habe ihn in der Heft-Edition gelesen, also deutlich später als Andro (28.06.05):

Mit "Genesis" beweist Jo Zybell in meinen Augen einmal mehr, dass "die Welt nach dem Kometen" recht eigentlich seine Welt ist. Sorgsam zeichnet er seine Figuren in einer Atmosphäre, die dunkel, von Wehmut und Verzweiflung geprägt ist. Mit gewissermaßen unerschütterlichem Pessimismus schildert er die Schicksale von Menschen, die allesamt nicht "aus ihrer Haut können", sondern dazu verdammt sind, alte Gegensätze auszuagieren. Es geht weiter wie bisher - nur schlimmer! Keine gemeinsame Not und keine gemeinsame Bedrohung vermögen das zu ändern. Homo homini lupus.

Es ist faszinierend zu sehen, was Zybell aus und mit seinen Figuren macht; mindest ebenso fasziniert mich aber, was er nicht macht - was er, wenn man so will, dem Leser verweigert. All die falschen Entscheidungen, all die Unversöhnlichkeit. Vielleicht ist dabei der Charakter von Liz Drax am irritierendsten. Seltsam, dass diese Schilderung hier, so weit ich sehe, kein Echo gefunden hat.

Dies macht den Roman über weite Strecken geradezu verstörend und zu einem ausgesprochen literarischen Erlebnis. Allerdings schwelgt der Autor zuweilen doch etwas zu sehr in der düsteren Stimmung, die er da geschaffen hat. Und je länger die Erzählung andauert, desto klarer wird, dass Zybell die introspektiven Momente gegenüber den Action-Elementen klar bevorzugt, so dass diese ein wenig unterzugehen drohen.

Die Konfrontation zwischen dem Clan und den Columbunits wird zudem recht abrupt beendet, so dass die Spannung zur Mitte des Romans einbricht. Der Kampf des dezimierten Clans um einen Platz im Bunker von Washington ist dichter und in meinen Augen der Höhepunkt der Erzählung. Dass Zybell dann mit dem Viking-Projekt weiter macht, ist im Grunde fast unglücklich zu nennen. Sicher entsteht auf diese Weise quasi eine Chronik der Familie(n) als Bild der postapokalyptischen Geschichte, aber insgesamt vertragen sich die Erzählstränge nicht recht. Ich habe an dieser Stelle eine Pause eingelegt und die letzten knapp 50 Seiten separat gelesen.

Und wenn auch heute die Geschichte der "Disuuslachter" schon wieder Vergangenheit ist: dies ist das alte, ursprüngliche Szenario der Serie! Auf der LKS des neuen MX (142) beschwert sich ein Leser, die Euree-Abenteuer "wärmten den Anfang der Serie wieder auf". Ich kann nur sagen: ich wollte, es wäre so.

Und dann hört die Geschichte auf.

Was soll man daraus für ein Fazit ziehen? So einfühlsam die Szenen mit dem alten Chronisten sind, sie sind zu lang. So verstörend der Kampf des Wu-Tang-Clans ums Überleben ist, er wird mit dem Bruch in der Mitte der Geschichte nicht fertig. Und der letzte Teil - das Viking-Projekt - liest sich wie die "Abteilung Vorgeschichte" eines MX-Romans. Nun, das sollen die Romane ja auch sein. Die einzelnen Teile sind durchaus gut bis sehr gut. Aber sie bleiben einzelne Teile. Einen Spannungsbogen hat "Genesis" leider nicht. Man verliert sich im Text. Der ist großartig geschrieben und größtenteils faszinierend, aber er ergibt kein Ganzes. Und das von Zybell geschaffene "Meer der Verzweiflung" ertränkt irgendwie die Konzentration auf die Ereignisse. Nur so kann ich mir erklären, dass praktisch kein Aspekt dieser Erzählung hier im Forum diskutiert wurde. Und viele wären es Wert gewesen.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 11:51 Uhr bearbeitet)

erstellt am 30.11.11 13:56
Bin gerade dabei, fürs Maddraxikon dieses HC einzuarbeiten und muss sagen, dass ich schwer begeistert bin. Das zweite HC gefällt mir fast noch besser als das erste, was natürlich auch dem postapokalyptischen Szenario geschuldet ist.
Besonders toll finde ich die liebevolle Ausgestaltung der Geschichte des Weltrats, der wirklich bis in kleinste Details und viele einzelne Figuren hinein inszeniert ist. Um so beeindruckter bin ich, weil ich weiß, dass vor allem die ganzen Familienstammbäume später zum großen Teil in die Hefte übernommen wurden - und das macht aus dem Ganzen ein richtig geniales Spaßpaket. Der Wermutstropfen dabei: in den heutigen Waashton-Bänden geht das völlig verloren und das ist mehr als schade. Diese Hintergründe hätte man noch um einiges länger pflegen und ausarbeiten sollen. Einfach super, was Jo hier abgeliefert hatte.

Gerade jetzt fällt mir deswegen umso mehr auf, dass ich diese Detailarbeit -und Rücksicht auf schon Geschriebenes heutzutage vermisse, man merkt diesen alten Stories an, dass da noch mit geradezu besessenem Eifer an die kleinste Kleinigkeit rangegangen wurde. Gerade Jo hat in letzter Zeit etwas nachgelassen (nur meine persönliche Meinung). Zur Zeit hat man einfach das Gefühl, dass die Autoren selber nicht mehr soviel Spaß an der Sache haben oder ihnen einfach die Ideen ausgehen und dass einfach das "Herzblut" fehlt. Vielleicht hilft 'ne Frischzellenkur durch das Lesen so eines HC's hier? Da weiß man wieder, warum man mal so begeistert von der Serie war und sie sogar Preise gewonnen hat.

erstellt am 22.06.14 18:56
Nachdem ich schon länger mit dem Gedanken gespielt hatte, mir die ersten beiden HC Bände zuzulegen, kam mir das aktuelle Zaubermond Bundle sehr gelegen.

Und was soll ich sagen? Den ersten Band würde ich mit 7 von 10 Punkten bewerten, aber der zweite Band hat mich doch ziemlich begeistert.

Auf jeden Fall haben die beiden HC bei mir die Lust an der Hauptserie wieder neu entfacht. Ich stecke zwar noch immer bei Band 318 fest und die letzten beiden Folgen von 2012 fehlen noch, werde ab dort aber wieder weiterlesen. Parallel wollte ich aber schon immer auch den Beginn der Serie nachlesen. Vielleicht besorge ich mal die ersten Taschenbücher mit den gesammelten Heften.

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