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Thema: MX-HC 8
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Antworten zu diesem Thema: 4

 
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erstellt am 31.03.06 11:35
Hier kommt alles rein, was sich auf das MX Hardcover 8 "Die Expedition" bezieht, also eure Meinung und Kritik. Bitte eröffnet keine weiteren Threads zu diesem Buch, sonst findet sich später niemand mehr zurecht. Im "Allgemeines"-Forum kann natürlich über alle Romane gesprochen werden; dort aber keine Spoiler posten! Danke!

erstellt am 08.04.06 19:05
Maddrax Hardcover Nr. 8
DIE EXPEDITION
von Jo Zybell

Nach längerer Zeit meldet sich JO ZYBELL endlich mit einem neuen Hardcover zurück. DIE EXPEDITION erzählt die Geschichte von Eve Carlyle, jener ersten Bunkerbewohnerin, die uns in der Serie erschienen ist, und leider auch gleich starb, nicht ohne Matt Drax zu eröffnen, in welchem Jahr er gelandet ist und wo er Kontakt zu den Bunkerkolonien bekommen kann - Somit wurden die Communities zu einem wesentlichen Bestandteil der Serie, wie sie heute ist. Die schon bekannte Kombination aus Rückblenden in die Zeit kurz vor dem Kometeneinschlag und kleinen geschichtlichen Abrissen der Zeit danach bis zur aktuellen Handlung, kombiniert mit einer Gegenwartsgeschichte, zieht sich auch durch DIE EXPEDITION. Während in der Vergangenheit Joan Carlyle, eine Kriegsfotografin und Ahnin der EWAT-Kommandantin von 2516, die Tage im England im Angesicht des Kometen erlebt und dokumentiert, wird in der Zukunft die Expedition nach Leipzig geschildert.

Jo Zybell schafft es einfach wieder einmal, seine Trümpfe in einem Roman voll auszuspielen. Bis auf die Person Eve Carlyle und die Personen in den Communities Salisbury und London hat er keinerlei große Vorgaben und kann nach Herzenslust einen komplexen Hintergrund für die Person aufbauen. Die Stärke liegt wieder einmal - wie schon bei "Apokalypse" und "Genesis" - darin, durch Personen aus der Vergangenheit Verbindungen aufzutun und Brücken zu schlagen in die Gegenwartshandlung. Durch Namen werden ganze Familienschicksale und Ahnen der aktuellen Bunkerführung aufgezeigt, alles passt irgendwie zusammen. Der halbjournalistische Stil der Tagebucheintragungen und Diktiergerätabschriften sind ein gelungenes Stilmittel um Unmittelbarkeit zu transportieren, so sind die Passagen durchsetzt von Weltuntergangsstimmung und entfalten gänzlich ihre Wirkung. Relativ ruhige Töne werden hingegen zunächst bei der Handlungsebene der Expedition an sich angeschlagen. Die Personeneinführung bekommt ausreichend Raum, fast alle Teilnehmer erhalten ausreichend Profil, um nicht nur als Beiwerk empfunden zu werden. Die Liebesgeschichte zwischen Eve und David und dessen Betrug mit einer Kollegin umfassen einen Aspekt von zwischenmenschlichen Beziehungen, der meist nur unzureichend in Maddrax-Heften geschildert wird. Im Hardcoverformat ist für so etwas Platz, und Jo Zybell beschränkt sich hier nicht nur auf die Minimallänge von 256 Seiten, sondern gibt der Geschichte auf 320 Seiten Raum sich zu entfalten. Mehr Roman fürs Geld. Später bekommt die Geschichte noch zusätzlich Tempo, Fights mit Nordmännern, eine neue Bunkerkolonie in Deutschland, deren Computer- und Roboterrevolution zwar etwas schnell abgehakt wird, aber doch für eine durchaus spannende Actionsequenz sorgt. Bis zum spannungsberstenden Finale kommt also kaum Langeweile auf.

Besonders großartig ist die geschilderte Parallelität der Hauptpersonen Joan und Eve. Beziehungs- und Familienprobleme der einen und der Betrug des Geliebten der anderen verbinden die Schicksale beider über den Abgrund der Zeit hinweg - und beide Linien schließen mit einem tragischen Tod ab. Blut, so scheint es, ist auch in der dunklen Zukunft noch dicker als Wasser. DIE EXPEDITION ist also im weitesten Sinne auch ein postapokalyptisches Familienporträt im Maddrax-Stil. Ein weiterer großartiger Roman von Jo Zybell.

Andro, 06.02.2005 (T minus 2 Tage, 7 Jahre *gg*)

erstellt am 09.04.06 11:04
Und wieder ein Bunker der draufgeht, ganz zufällig in Deutschland...hmm, damit hätt ich in dem Roman ja gar nicht gerechnet

Haben sich die anderen Bunker wenigstens daran gemacht die technologie zu bergen, auch wenn da alle tot sind werden die Gerätschaften wohl noch vorhanden sein (bis zum Emp).

erstellt am 24.07.11 19:37
Zybell wurden meinen Erwartung mal wieder voll und ganz gerecht!
Zwei Zeitebenen, die immer wieder ineinander eingeschoben wurden, beide Handlungstränge strenen ihrem Höhepunkt entgegen, wobei die ältere Storyline (Einschlag Christopher-Floyd) bereits ein bekanntes Ende nahm.
Einziger Wermutstropfen: Die Katastrophe in unserer nahen Zukunft hätte noch breiter erzählt werden können.
Die Handlung ist sicherlich nicht notwendig für die Heftserie, aber Lesevergnügen pur.
Von mir 8 von 10 Punkten.

erstellt am 17.11.13 10:44
Muss mich den Vor-Rezensenten anschließen - ein ganz feines Hardcover, dass mir super gefallen hat. Es werden viele Verknüpfungen von der Vergangenheit ins 26. Jahrhundert geleistet und endlich erfährt man mal, wie die Bunker in Britana eigentlich entstanden sind. Das Abenteuer in Doyzland ist spannend und eigentlich viel zu kurz Einzig die Liebesgeschichten waren mir eine Spur zu dick aufgetragen und wirken dadurch leicht theatralisch, das ist aber zu verschmerzen. Es ist schade, dass die Technos in der Serie eigentlich keine Rolle mehr spielen und all die schönen Geschichten, die Jo sich ausgedacht hat, inzwischen Makulatur sind...

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 10:44 Uhr bearbeitet)

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