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Thema: Band 1442 "Das Relikt"
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erstellt am 01.04.06 14:50
John Sinclair wird von seinem Freund Bill Conolly zu einer Ausstellung eingeladen, bei der Sammlerstücke des Millionärs Laurent Gabin verkauft werde sollen. Bill hat Informationen darüber, dass darunter ein goldenes Kreuz sein soll, welches dem Teufel geweiht wurde. Bei dem Exponat treffen sie einen jungen Historiker, der für die Weiße Macht arbeitet, den Geheimdienst des Vatikans. Markus Körner hat sich im Auftrag von Father Ignatius bereits mit Godwin de Salier in Verbindung gesetzt, denn das Kreuz wurde in Südfrankreich gefunden und Godwin kennt des Relikt tatsächlich. Denn bevor die Kreuzzüge begannen, fand er das Kreuz als junger Mann bei einem alten Schmied, welcher dem Satan huldigte, und der sich mit dem Relikt selber tötete.
John will das Artefakt mit seinem eigenen Kreuz testen. Doch bevor er die beiden magischen Gegenstände in Kontakt bringen kann, werden sie von vermummten Personen überfallen, die das Kreuz stehlen.
Auftraggeber der Kreuzdiebe war der Sohn des Millionärs, Lino Gabin, der das Relikt an sich bringen will, um bei den Illuminaten anerkannt zu werden. Sein Vater wusste um die Machenschaften seines Sohnes und vererbte diesem absichtlich nicht das Kreuz.
Doch jetzt ist Lino am Ziel seiner Wünsche, doch die Illuminaten treiben ihr eigenes Spiel und wollen mit dem Kreuz den Kontakt zum Satan festigen ...

Schon beim betrachten des Covers kommen Erinnerungen an den Film "Der Exorzist - der Anfang" auf, und beim Lesen der ersten Zeilen setzt sich die Spirale fort, denn ebenso wie im Film spaziert ein Mensch über ein Feld von Leichen hinweg, nur dass es im Roman Godwin de Salier ist, der über das Schlachtfeld stapft. Damit endet der Vergleich mit dem Kinostreifen aber auch schon.
Leider wird auf das Gemetzel selber kaum eingegangen. Wieso und warum wurde sich bekämpft? Wer stritt gegen wen?
Die Bekanntschaft mit dem Schmied wurde dafür um so ausführlicher und ermüdender ausgewalzt und Godwin lässt sich nicht davon abbringen den Mann immer wieder danach zu fragen, ob er denn nun krank sei. Der Schmied wiederum ist auch nicht besser von Begriff, denn einerseits erklärt ihm der Junge, dass er katholisch sei und den Teufel hasse und zwei Seiten später fragt der Mann: "Dir gefällt der Teufel nicht, wie?".
Gute Schlussfolgerung. Als John und Bill in der Gegenwart das Kreuz finden kommen unweigerlich Erinnerungen an das Taschenbuch 73291 "Das Gegenkreuz" auf. Das Kreuz ist ebenso golden wie das erste und auch hier führt die Spur zu einer Insel. Allerdings hat das Kreuz in dem vorliegenden Roman keine herausragenden magischen Eigenschaften, außer, dass ein paar Schatten über das Material hinweghuschen als John mit seiner Wunderwaffe zu nah herankommt. Ansonsten wird das Kreuz nur als Stichwaffe gebraucht, die ihre Opfer zwar hinterher verbrennt, aber das war es auch schon. Übrigens auch ein megamäßiger Zufall, dass ausgerechnet in dem Moment, als John das Kreuz zum Teufel jagen will, die Herren Gangster auftauchen. Die Möglichkeiten, die der Autor bereits im Taschenbuch verschenkte, schöpft er in diesem Heft genauso wenig aus und wirklich Neues kommt auch nicht auf die Helden zu. Wieder einmal sind die Illuminaten die klischeehaft dargestellten Bösewichte und unter dem Strich gesehen kommt im Prinzip ein Kriminalroman über Kunstdiebstahl heraus.
Die Reaktion Godwins zum Ende hin war völlig übertrieben. Man stelle sich einen jungen von 15 Jahren vor, der im finstersten Mittelalter über ein Feld dahingeschlachteter Soldaten marschiert und dann miterlebt wie ein Satanist, sich das Kreuz in die Brust rammt. Dieser Junge zieht in die Kreuzzüge, wo er mit Sicherheit Schlimmeres zu Gesicht bekommen hat und wird plötzlich von einem großen, blonden Mann in die Zukunft geholt, wo er sich mit einer hochtechnisierten Gesellschaft auseinandersetzen muss. Diese Aufgabe meistert er mit Bravour, quasi nebenbei, und wird sogar zum Anführer der Templer in Südfrankreich. Nun steht dieser Mann, der gegen Dämonen, Vampire und Zombies kämpfte vor einem Gangster, der das goldene Kreuz festhält, dass er als 15jähriger zum ersten Mal erblickte. Mit dem reichen Erfahrungsschatz den Godwin besitzt ist es einfach lächerlich, dass er dermaßen durchdreht und den Illuminaten einfach angreift, um ihm das Kreuz zu entreißen und ihn dabei mitsamt mit dem Relikt über Bord wirft. Ich hätte diese Reaktion vielleicht noch ansatzweise nachvollziehen können, wenn mit diesem Artefakt ein naher Verwandter oder Freund ermordet worden wäre, und sich kein wildfremder Satansdiener damit die Rente versaut. Warum der Gangster das Kreuz nicht einfach losgelassen hat, als er ins Wasser stürzte wird auch nicht näher beleuchtet.
Dass das Kreuz nicht vernichtet wurde und laut Vorschau im nächsten Heft bereits wieder auftaucht ist dabei nur ein schwacher Trost.
Unter dem Strich gesehen ein viel zu langatmiger Roman, der mit hölzernen Dialogen und einer dünnen Story sämtliche Möglichkeiten verschenkt. Von Gruselatmosphäre nicht die geringste Spur.

erstellt am 07.09.17 00:06
Vor 11 Jahren hat Florian diese Rezi geschrieben, jetzt schreibt er selbst John Sinclair Romane

erstellt am 07.09.17 08:34
Grüner Drache schrieb:
Vor 11 Jahren hat Florian diese Rezi geschrieben, jetzt schreibt er selbst John Sinclair Romane



Is nicht wahr?

erstellt am 07.09.17 09:12
Was einen aber wieder daran erinnert, was für grandiose, ins Detail gehende Kritiken Florian früher geschrieben hat.
Kein Wunder eigentlich, dass er solch ein hervorragender, alles andere als oberflächlicher Autor geworden ist! (Seit der Nr. 2000 ja, was die Anzahl der JS betrifft, der Hauptautor der Serie.)

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