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Thema: 1893 Zwei ohne Gnade
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Antworten zu diesem Thema: 26

 
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erstellt am 21.10.14 19:59
So schlimm wie befürchtet wurde es dann doch nicht. Durchaus lesbar:

http://www.literra.info/rezensionen/rezension.php?id=6930

Absoluter Durchschnitt. Soll heißen 2 von 5 Kreuzen.

erstellt am 22.10.14 09:06
Aber scheinbar komplett an der Vorschau vorbei.

Schade, denn die Vorschau klang zumindest interessant.

erstellt am 22.10.14 12:22
Loxagon schrieb:
Aber scheinbar komplett an der Vorschau vorbei.

Schade, denn die Vorschau klang zumindest interessant.


Überhaupt nicht. Die stimmt genau. Sie ist nur unglücklich und irgendwie missverständlich formuliert.

erstellt am 22.10.14 12:59
So wie die meisten Dark Romane.

erstellt am 22.10.14 17:26
Eigentlich hätte das auch ein ganz normaler Kriminalfall sein können. Mit brutalen Mördern anstelle von Zombies. Das Heft war gut geschrieben. Nur irgendwo fand ich die Geschichte uninteressant.

Harry und John greifen erst auf S. 40 ins Geschehen ein, und die erste Konfrontation mit den Zombies ist auch gleich die letzte. Vorher wird sehr lang und ohne Szenenwechsel bei dem alten Herrn verharrt, der aber von JD vor dem Finale aus der Handlung genommen wird. Das finde ich insgesamt unglücklich, war er doch bis dahin die Hauptfigur des Romans.

Widersprüchlich ist, daß die zwei Vögel im Bus von niemand erkannt werden, wo es doch ein Ort sein soll, wo jeder jeden kennt. Und sie sind ja nun sehr auffällig.

Dagmar durfte leider nur mal kurz "Hallo" sagen, und Harry braucht sogar in so einem simplen Fall Johns Hilfe.

Alles in allem ein Fall fürs fortgeschrittene Alter, das mit JDs Sinclair langsam in den Ruhestand trudelt. Ein gut geschriebenes Alterswerk, das aber zum Erschließen neuer/junger Leserschichten nicht geeignet ist. 3/5 Kreuzen.

erstellt am 22.10.14 17:33
Florian schrieb:
Loxagon schrieb:
Aber scheinbar komplett an der Vorschau vorbei.

Schade, denn die Vorschau klang zumindest interessant.


Überhaupt nicht. Die stimmt genau. Sie ist nur unglücklich und irgendwie missverständlich formuliert.


In der Tat stimmt die Vorschau. Aber die Erwartungen (lustiger Art), die sie bei mir geweckt hatte, wurden nicht erfüllt. Ich hatte eigentlich mit sowas wie dem letzten Sylt-Roman gerechnet.

erstellt am 22.10.14 19:02
Hach, der nächste Roman von Dark, wo ich viel kritisieren muss. Bevor jemand ankommt, ich mache das wirklich nicht wegen Dark. Es sind Fakten, die ich auch bei den Gastautoren so bewertet hätte. Sowohl Handlung als auch Charakterisierung der Gegenspieler und falsche Versprechungen nehmen mir den Lesespaß. Aber gehen wir mal rein objektiv ins Detail, damit jeder meine Bewertung nachvollziehen kann.

Als Gegner haben wir zwei Zombies. Aber halt, es könnten genau so gut stinkende Straßenpenner sein, die von Asmodis angeheuert wurden, ein Dorf zu terrorisieren. Außer ihrem Verwesungsgeruch haben sie nichts mit Zombies gemein. Sie reden, handeln und reagieren wie normale Menschen. Sie können problemlos eine Kirche betreten und suchen sich als Unterschlupf sogar das Haus des Dorfpfarrers aus, welches mit christlichen Symbolen vollgestopft sein wird. Als Waffen benutzten sie gewöhnliche Messer. Am Ende wird der eine mit einem sauberen Kopfschuss getötet, der andere mit einem Treffer in den Hals. Beides hätte auch normale Menschen umgebracht. Ich hätte hier einfach mehr Referenzen auf echte untote Zombies gesehen. Ein wenig Abscheu vor der Kirche. Eine stumpfere Sprache und stumpfere Reaktionen. Es mag verschiedene Arten von Zombies geben, aber ich möchte irgendwie merken, dass es auch Zombies sind und der Autor sie nicht nur so genannt hat.

Kommen wir kurz zu den falschen Versprechungen. Da habe ich vielleicht zu viel hineininterpretiert. Das würde ich der Geschichte auch gar nicht mal so stark ankreiden. Zwei normale Zombies sind keine Gegner für John und Harry. Wären sie vielleicht, wenn sie mordend durch das Dorf rennen. Aber der Gewaltgrad beim Hauptautor ist eher gering, was gar nicht mal negativ ist. Die Zombies erzählen Robert Winkler, und damit indirekt dem Leser, ihren Plan. Sie sind nur die Vorhut, um Panik zu verbreiten.

»Unsere Zeit ist angebrochen«, sagten sie, und es klang wie aus einem Mund. »Die Toten
wollen nicht mehr in ihren Gräbern bleiben. Wir sind so etwas wie eine Vorhut, wenn du verstehst.«


Nimmt man das wörtlich und ernst, habe ich zwei Gedanken dazu. Im Finale oder während der Heftes erheben sich weitere Zombies aus ihren Gräbern. Oder es ist der Beginn eines neuen Handlungsfadens und die Geisterjäger bekommen es mit einer großangelegten Zombieinvasion zu tun. Ersteres tritt leider nicht ein, zweiteres bezweifle ich jetzt einfach mal. Vielleicht haben die Zombies auch einfach gelogen. Es wäre aber ein packenderes Finale gewesen, wenn sich der ganze Friedhof erhoben hätte.

Als letztes eine kurze Handlungszusammenfassung. Vor allem den Beginn habe ich nicht verstanden. Man kann mir gern auf die Sprünge helfen. Zwei Zombies erheben sich aus ihren Gräbern. Sie treffen als erstes auf ein Bauernhaus und wollen dort ihre Zeichen setzen. Leise brechen sie ein und durchforsten das Gebäude. Schnell sind zwei Opfer gefunden, die lautlos getötet werden. Die Zombies durchsuchen das Haus nun nicht fertig, um eventuelle weitere Bewohner zu töten, sondern verziehen sich warum auch immer in den Stall. Die quietschende Stalltür schreckt Robert Winkler auf, der nachschauen geht und auf die Zombies trifft. Nachdem er sie vergeblich mit einer Mistgabel attackiert hat flüchtet er ins Haus und die Untoten hinterher. Dort wo sie ihn vermuten ist er aber nicht, weil er auf das Dach geflüchtet ist. Einer der Zombies merkt sogar noch, dass ein Fenster verdächtig offensteht. Statt der Fleischhülle weiter nachzujagen ziehen sie aber von dannen. Nun kennt Rainer Winkler zufällig Harry Stahl und ruft ihn zu Hilfe.

Am nächsten Tag durchstreifen die Zombies wohl planlos die Gegend und treffen in der Nähe eines Altenheimes zufällig auf Rainer Winkler. Oder konnten sie ihn irgendwie aus weiter Entfernung aufspüren? Statt ihn zu töten soll er als Bote fungieren und den Menschen Angst machen. Er rennt aber nicht wie ein unheilsverkündender Prophet im Dorf herum und warnt vor den Zombies. Einen Pfarrer warnt er im Auftrag der lebenden Leichen und fünf Minuten danach töten die Zombies den armen Kerl. Warum bitte Leute warnen, wenn man sie eh tötet, bevor sie die Panik wie eigentlich geplant verbreiten können? Da hätten die Zombies auch selbst klingeln können und den Pfarrer direkt an der Tür töten. Später dann folgen die Geisterjäger der Spur der Zombies. Sie verlieren sie und fahren im Ort umher. Wo sie gerade dann an einer Bushaltestelle vorbei düsen, als die Zombies in den Bus steigen.


Einige Gedanken zum Schluss. Man kann mir vorwerfen, dass ich zu überkritisch bin oder zu hohe Ansprüche an die Serie stelle. Das kann durchaus sein und nehme ich gern an, abschütteln lässt sich das nicht. Aber ich hätte einen Zamorra oder Gastroman genau so bewertet. Dort gibt es solche Sachen einfach nicht. Wenn man nur seinen kurzweiligen Sinclairspaß will und es mit der Logik nicht so furchtbar genau nimmt wie ich, dann ist der Roman sicher ein guter Fall der Woche. Ich bin aus gutem Grund aus der Serie ausgestiegen, bis es wieder Gastromane gab.

Und ganz ehrlich, es ist vor allem das mangelnde Zombiefeeling, welches mich stört. Dass die beiden nicht die versprochene Vorhut sind, macht den Roman nicht schlechter. Es ist einfach eine verstrichene Gelegenheit, den Roman einen Tick besser zu machen. Und das Hinterfragen von Handlungsmotivationen in Büchern und Filmen ist ein Tick von mir, weil ich während des Lesens und Schauens jederzeit mitdenke „Was hätte ich getan?“ „Warum handelt diese Person so und was steckt dahinter?“. Es war dieses mal auch nicht so schlimm, dass es mir den ganzen Roman versaut hat.

Nach dem längeren Text ein kurzes Fazit: Ein unterdurchschnittlicher Roman. Auf jeden Fall besser als die für mich verkorkste Kreatur der Finsternis letzte Woche. Aber kein Vergleich zum Stahl-Roman von Daniel Stulgies. Der hatte eine nachvollziehbare Handlung, echte übernatürliche Gruselgegner und als Sahnehäubchen eine Menge Opfer zum Mitfiebern, ohne zu krass zu wirken. Mal schauen, wie diese Geschichte in der Community ankommt. Wenn sie wieder fast durchweg gut aufgenommen wird, werde ich vielleicht eine neue Darkpause einlegen, zumindest bei Einzelfällen.



edit: 2/5 Kreuze hätte ich auch gegeben. Zumindest in der Wertung stehe ich damit schonmal nicht alleine da. Hätte man jetzt echte Zombies genommen oder wie vom Vogelmädchen angebracht die Gegner einfach "stinkende Menschen" genannt, ich hätte mich zu 3/5 Kreuze hinreißen lassen.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 19:04 Uhr bearbeitet)

erstellt am 22.10.14 21:48
Und wieder sehe ich mich berufen, für diesen Roman eine Lanze zu brechen, denn zwei gewöhnliche Straßenpenner hätte Asmodis eben nicht für diese aktion anheuern können, denn die überstehen es in der Regel nicht wenn man sie mit einer Mistgabel aufspießt und
Text wurde vom Nutzer versteckt, sichtbar machen?
sie reißen den Toten auch keine Arme aus!


Sicher, am Ende pöbeln sie rum wie Kleinganoven in der Londoner U-Bahn. So welche hat John früher auf Seite 3 vermöbelt und sich dann dem richtigen Fall gewidmet, aber wirklich lange braucht er für diese beiden auch nicht. Und ja, der Roman richtet sich an die älteren Semester, siehe Robert Winkler (80 Jahr weißes Haar) und der pensionierte Polizist. Der Pfarrer ist auch 60 und Harry ebenfalls 50+. Aber ich verstehe nicht, wo das Problem ist. Da bleiben einem wenigstens diese gezwungenen Dialoge zwischen Jugendlichen erspart. Das finde ich im Übrigen toll an den Romanen von Dark, dass es eben keine 08/15-Teenie-Cliquen gibt.

erstellt am 22.10.14 21:50
@Gleichgewicht
Ich verstehe nicht wo du noch 2 Kreuze locker machst. So wie du den Roman beschreibst hätte ich eher auf 0 oder vielleicht 1 Kreuz getippt.

erstellt am 23.10.14 00:19
Florian schrieb:
@Gleichgewicht
Ich verstehe nicht wo du noch 2 Kreuze locker machst. So wie du den Roman beschreibst hätte ich eher auf 0 oder vielleicht 1 Kreuz getippt.


Naja, wie in meiner Rezi erwähnt. Wenn man die Logik ausblendet oder nicht so wichtig nimmt ist der Roman solide lesbar.

1 Punkt für die Action. Da gab es langweiligere Romane, wo außer Gerede nichts passiert ist.

1 Punkt für den Schreibstil an sich. Keine zu langen Dialoge, gefühlte hundert Essensszenen oder Klischees. Du hast Recht, ältere Leute bekommt Jason besser hin als Jugendliche oder Kinder. Merkt man hier gut.

Es ist kein Roman, den ich in die Tonne treten würde. Das war eher der letzte.

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