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Thema: 1901 Der Siebentöter
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erstellt am 17.12.14 20:49
Was schrieb ich zum soliden Dark-Heftchen letzte Woche...“Ich habe mich immerhin nicht alle 2 Seiten über Logik und Schreibweise aufgeregt.„

Bei diesem hier schon. Es ist einer dieser Romane wo man nach der Hälfte eigentlich schon aussteigen mag, aber aus Prinzip weiter ließt. Wo auch ein kurzer Auftritt von Myxin im Spiegel nichts mehr retten kann.


Was mich gleich als erstes gestört hat war der Umgang mit der gespaltenen Zunge. Das muss natürlich etwas magisches sein, deshalb wird sofort John gerufen. Später fragt Purdy sogar nach, ob man das natürlich erklären könnte. Nope, sowas muss Magie sein. Da sind sich John, Tanner und Purdy einig. Ist ja nicht so als würde es Body Modification geben, wo eine gespaltene Zunge noch zu den harmloseren Operationen zählt. Und warum eigentlich? Der Siebentöter erwürgt die Opfer mit seinen Schlangen. Es wird jedoch nie darauf eingegangen, dass er die Zunge der Menschen mit einem Magiemesser oder so spaltet.

Der Atlanter ist also hinter Purdy her, weil sie ihm damals entkommen ist. Aber macht er irgendwas? Nein, er steht auf dem Balkon der Anwältin herum und verschwindet schnell, oder er zeigt sich John im Spiegel, ohne ihn anzugreifen. Die einzigen Ziele sind unwichtige Statisten und das ergibt keinerlei Sinn. Von wegen „Purdy zeigen, wie mächtig er ist“. Der Kerl stand auf ihrem Balkon herum, warum hat er sie nicht direkt getötet, wenn ihm die Rache so wichtig ist? Genau genommen unternimmt er nicht einen einzigen Versuch, die Gute anzugreifen. Aber Elmar Gentry muss sterben. Nachdem er im Gespenstertor-Roman schonmal seinen Kopf hinhalten musste. Wird das jetzt eine ganz neue Marotte des Haupautors, tote Statisten mit ungewöhnlichem Name immer wieder zu killen? Ist natürlich ein Zufall, dass John und irgendwer anders von den Dauercharakteren am gleichen Tag mit dem selben Fall/Monster zu tun haben.

Am Ende gibt es dann böse Krokodile, die mit dem Schwert des Salamo erledigt werden, bevor sie auch nur in Gefahrenreichweite kommen können. Genau so der Siebentöter, schnipp schnapp Schlangenhaare ab, bevor er wirklich gefährlich werden kann.


Dabei war das Cover so gut. Mit den ganzen Tentakeln (für mich keine Schlangen) hätte man einen tollen Gegner erschaffen können. Vielleicht mit Verbindung zu den Großen Alten. Aber nein, Jason muss wieder seinen üblichen Mist fabrizieren. Vielleicht sollte er nur noch einen einzigen Roman im Monat beisteuern, um die roten Fäden kümmert er sich trotz seiner Mehrzeit ja trotzdem nicht. Der erste Dezemberroman war solide, der zweite ist Müll. Der erste Novemberroman (der mit den Schäfchen) war gut, der zweite war unterdurchschnittlich. Bin auf Januar gespannt, ob sich das Muster für mich fortsetzt.

erstellt am 18.12.14 00:51
Zunächst ein Lob für das Titelbild. Bitte mehr Motive von Bondar, der Künstler gefällt mir schon immer gut.

Nun zum Roman, meinem letzten JD des Jahres. Ein Heft, das gut geschrieben und fast durchgängig äußerst kurzweilig ist. Im Gegensatz zur 1900 war ich nicht in Versuchung, es beiseite zu legen. Nach über einem Jahr, glaube ich, mal wieder Purdy; dazu Tanner, Atlantis, das Schwert des Salomo, Myxin. Auch Shao bekommt einen kleinen Auftritt, und Jason erwähnt sogar das Vampirpendel. Dazu ein stimmungsvoller Schauplatz mit dem Reptilienhaus des Londoner Zoos.

Also alles gut? Nun, wenn man einfach Spaß haben will und dabei seinen Kopf ausknipst, ja. Aber, wenn nicht...

Was mir aufgestoßen ist (Auswahl):
- Der Gegner heißt "Siebentöter", weil er sieben Leute gleichzeitig morden kann. Macht er aber nie.
- Die Story ist mir einfach zu dünn: Er will Rache an Purdy, weil die einst vor ihm floh, bevor er sie vergewaltigen konnte. Fertig.
- Die Opfer des Siebentöters sind nur ausgewählt "um Zeichen zu setzen": Der ermordete Zoowärter macht die Ermittler erst auf sein Versteck aufmerksam; das Archiv wird ohne Grund aufgesucht.
- Der Archivar heißt Elmar Gentry. Das war schon der Name des Pädophilen im letzten Carlotta-Heft.
- Ich glaub, der Siebentöter hat kein Wort gesprochen.
- Myxin erzählt John einfach alles - Ermittlungen überflüssig.
- Woher weiß John, daß das Töten der Schlangen, der Weg ist, den Gegner zu besiegen?
- Purdy steht dem Siebenschläfer im Bademantel auf ihrem Balkon gegenüber. Er läßt sie ziehen.
- Zum Endkampf nimmt Purdy aus ihrem prall gefüllten Waffenschrank nur ein Messer mit.
- Was ist aus den beiden bösen Engeln geworden, die dem Siebentöter laut Myxin halfen? Was ist mit dem Zeittor im Schlangenhaus?
- John metzelt die Krokodile ab, wo er das Gehege gar nicht hätte betreten müssen.
- Purdys Aktion am Ende des Romans hat mir natürlich überhaupt nicht gefallen. Der Gegner war besiegt, sowas Brutales mag ich von den Serienhelden einfach nicht lesen. Das gefällt mir nicht.

Jetzt überlege ich grade noch, inwieweit das biblische Schwert des Salomo geeignet ist, um Atlantis-Kreaturen zu bekämpfen?

2 von 5 Kreuzen verteile ich. Ich denke, die nächste Zeit werde ich mit JD-Romanen wieder etwas kürzer treten und mich ein bißchen bei Maddrax umschauen.

erstellt am 19.12.14 20:48
Nach einigen Monaten der Sinclair-Abstinenz habe ich kurz nach dem typisch Darkschen Jubiläum nun auch wieder zum Heftchen gegriffen, und es mag an eben dieser Abwesenheit liegen, rundherum hat "Der Siebentöter" bei mir einen recht positiven Eindruck hinterlassen.

Insbesondere der Erinnerungs-Rückblick von Prudy auf ihre Atlantis-Zeit hat dem Sinclair zumindest ansatzweise eine Tiefe geben können, die in aller Regel doch leider fehlt. Auch die inhaltliche Schwere gewinnt so natürlich nur dazu.

Das Gleichgewicht schrieb:
Was mich gleich als erstes gestört hat war der Umgang mit der gespaltenen Zunge. Das muss natürlich etwas magisches sein, deshalb wird sofort John gerufen. Später fragt Purdy sogar nach, ob man das natürlich erklären könnte. Nope, sowas muss Magie sein. Da sind sich John, Tanner und Purdy einig. Ist ja nicht so als würde es Body Modification geben, wo eine gespaltene Zunge noch zu den harmloseren Operationen zählt. Und warum eigentlich? Der Siebentöter erwürgt die Opfer mit seinen Schlangen. Es wird jedoch nie darauf eingegangen, dass er die Zunge der Menschen mit einem Magiemesser oder so spaltet.


Body Modification ist sicherlich abseits des recht konservativen Denkens von Herr Rellergerd. Verteidigend muss aber auch gesagt werden, dass er ja die besondere Echsen-ähnliche Dünne der Zunge erwähnt. Ich bin kein Spezialist, möchte aber doch bezweifeln, dass es möglich ist, seine Zunge absaugen zu lassen. Dass das erst doch so besondere Faktum der Schlangen-Zunge später aber gar nicht mehr erwähnt wird - ebenso wenig, wie der Siebentöter diese Zungen überhaupt herbeigeführt hat - ist wirklich äußerst schwach.

Das Gleichgewicht schrieb:
Der Atlanter ist also hinter Purdy her, weil sie ihm damals entkommen ist. Aber macht er irgendwas? Nein, er steht auf dem Balkon der Anwältin herum und verschwindet schnell, oder er zeigt sich John im Spiegel, ohne ihn anzugreifen. Die einzigen Ziele sind unwichtige Statisten und das ergibt keinerlei Sinn. Von wegen „Purdy zeigen, wie mächtig er ist“. Der Kerl stand auf ihrem Balkon herum, warum hat er sie nicht direkt getötet, wenn ihm die Rache so wichtig ist? Genau genommen unternimmt er nicht einen einzigen Versuch, die Gute anzugreifen.


Das ist wirklich äußerst schwach, da spürt man förmlich das künstliche in die Länge ziehen, noch dazu unbedacht. Prudy muss für den Fall vom Siebentöter gewarnt werden - warum aber nicht auch durch einen Spiegel, wie dies bei John der Fall war?

Vogelmädchen schrieb:
Was mir aufgestoßen ist (Auswahl):
- Die Opfer des Siebentöters sind nur ausgewählt "um Zeichen zu setzen": Der ermordete Zoowärter macht die Ermittler erst auf sein Versteck aufmerksam; das Archiv wird ohne Grund aufgesucht.
- Myxin erzählt John einfach alles - Ermittlungen überflüssig.
- Purdy steht dem Siebenschläfer im Bademantel auf ihrem Balkon gegenüber. Er läßt sie ziehen.
- Was ist aus den beiden bösen Engeln geworden, die dem Siebentöter laut Myxin halfen? Was ist mit dem Zeittor im Schlangenhaus?
- John metzelt die Krokodile ab, wo er das Gehege gar nicht hätte betreten müssen.


Weshalb der Siebentöter das Archiv aufsucht, wenn er sein Tor (hätte das nicht auch zerstört werden müssen?) im Zoo hat, ist wohl nicht zu erklären. Dass John jegliche Ermittlungen abgenommen werden, hat sich ja leider zum Normalzustand entwickelt. Ein Spaziergang durch den Zoo seitens John hätte der Atmosphäre äußerst gut getan.
Die Helfer-Engel habe ich persönlich sogar wieder vergessen, und ich bin mir ziemlich sicher, dass es Dark genauso ging - wahrscheinlich über Nacht nicht mehr daran erinnert und den Roman halt ohne Erwähnung oder ähnlichem schnell fertig getippt.
Aus den Augen eines Tierfreundes betrachtet ist der größte Kritikpunkt wirklich das unnütze Töten der Krokodile, die keinerlei Verbindung zu den Machenschaften des Siebentöters besitzen. Was denkt John denn, was passiert, wenn er sich mitten in das Krokodil-Gehege stellt? Das ist einfach nicht notwendig!

Das Cover hat einen spannenden, neuen Gegner versprochen und die Einführung durch den Rückblick auf Atlantis hätte diese gelungen inszeniert, wenn da nicht ein übereiltes Ende gewesen wäre, das dem Siebentöter jegliche Ernsthaftigkeit genommen hat. Man könnte darauf setzen, dass das Zeittor noch besteht und Dark darauf zurückkommt, doch ein so großer Optimist bin ich nun auch wieder nicht. Schade, denn über weite Strecken ließ sich der Roman sehr angenehm lesen, nur das Ende hat es negativ herausgerissen.

erstellt am 23.12.14 19:17
Mirko schrieb:
Insbesondere der Erinnerungs-Rückblick von Prudy auf ihre Atlantis-Zeit hat dem Sinclair zumindest ansatzweise eine Tiefe geben können, die in aller Regel doch leider fehlt.


Ja, war gut, auch passend eingebaut. Dachte plötzlich, ich lese einen Maddrax

erstellt am 23.12.14 22:05
Vogelmädchen schrieb:
Ja, war gut, auch passend eingebaut. Dachte plötzlich, ich lese einen Maddrax

Ich war eher erschrocken, so etwas in einem 2014er Sinclair zu sehen. Ich kann mich an Band 1700 "Hüter der Apokalypse" erinnern, da gab es einen ähnlichen Rückblick in vergangene Zeiten.
Maddrax habe ich leider noch nie gelesen, ich würde gerne beim Anfang einsteigen, aber an die alten Hefte ist nur schwer zu kommen, die ebooks gibt es erst ab 2500. Dafür schmökere ich zur Zeit meinen ersten Zamorra - Rückmeldung dazu gibt es bald im PZ-Rezensionsbereich

erstellt am 23.12.14 23:58
MX Band 2500?

Aus welchem Zeitloch bist du denn gefallen?

erstellt am 24.12.14 00:14
Loxagon schrieb:
MX Band 2500?

Aus welchem Zeitloch bist du denn gefallen?

Holla, das sind die Nullen mit mir durchgegangen Wer mit Sinclair rumhantiert, dem erscheinen dreistellige Nummern so klein...

erstellt am 25.12.14 13:25
Also ich hab´s auch gelesen. So sehr wie Euch stören mich die üblichen Logik-Fehler nicht, da bin ich einiges gewohnt. Ich fand´s deshalb auch nicht unbedingt schlecht. Begeistert hat´s mich allerdings auch nicht. Ganz normal eben. Ablsolute Durchschnittskost.

erstellt am 24.01.17 16:50
Handlung : Chiefinspektor Tanner bittet einmal mehr , John ,um Amsthilfe. Im Londoner Zoo ist ein Tierpfleger ermordet worden. Rätselhafter Weise hat die Leiche eine gespaltene Schlangenzunge. Noch während John rätselt , meldet sich die Staatsanwältin Purdy Prentiss , die auf ihrem Balkon ein Wesen aus dem alten Atlantis entdeckt hatte - den Siebentöter. Purdy war ihm einst auch in Atlantis begegnet und entkommen. Purdy kommt ebenfalls zum Zoo und besichtigt die Leiche. Danach fährt sie mit John zurück in ihr Büro im Gerichtsgebäude. Dort erfahren sie von einem weiteren Mord. Der Siebentöter hat erneut zugeschlagen und den Gerichtsarchivar getötet. Während Purdy noch einer Besprechung beiwohnen muß , fährt John nach Hause um das Schwert des Salomo zu holen. In einem Spiegel zeigt sich ihm ,der Siebentöter. Nachdem dieser sich wieder zurückgezogen hat , zeigt sich an gleicher Steele , Myxin , der John einen wertvollen Hinweis auf das Versteck des Siebentöters gibt. Und so fährt John erneut zum nächtlichen Zoo , um den Siebentöter im Reptilienhaus aufzuspüren. Dabei muß er sich nicht nur dem dämonischen Gegner stellen.

Meinung : Ein guter Roman von Jason Dark , der um einiges besser ist , als der sogenannte Jubiläumsroman. Er bietet spannende und kurzweilige Unterhaltung , auch wenn die eine oder andere Frage noch offen bleibt. Warum untersucht John , die Leiche des Archivars nicht daraufhin, ob er auch eine Schlangenzunge hat ? Auch mutet es etwas seltsam an , das Purdy nur mit einem Messer als Waffe zum Zoo fährt und sich nicht zuvor , eines ihrer Schwerter aus der Wohnung holt , wo sie doch weiß , wie gefährlich der Siebentöter ist ? Ansonsten hat mir der Kurzauftritt von Myxin gefallen , in einem Roman der stets spannend bleibt. Auch der Gang , durch das nächtliche Reptilienhaus , war gut beschrieben und hatte auf alle Fälle einen gewissen Gruseleffekt. Auffällig ist ,das Suko , seit dem Einstieg der Coautoren , bei Jason Dark , wenn überhaupt , meist nur Kurzauftritte , so wie hier hat.Insgesamt gibt es von mir die Note 2 = Gut ( 4 von 5 Kreuze )

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