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Thema: 1443 Die Hölle stirbt nie
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erstellt am 03.04.06 17:48
Das Teufelskreuz, welches John und Suko durch die Lappen ging (siehe JS 1442) wird durch den Sturm an Land gespült und von Travis Beck gefunden, der gleich dem Einfluss des Teufels unterliegt und in dessen Auftrag er seine Freundin schwer verletzt.
Durch diese Tat werden die Geisterjäger auf den Plan gerufen. Beim verhör der Verletzten meldet sich Asmodis und tötet die Frau vor den Augen von John und Suko. Beide vermuten, dass Travis mit dem Kreuz Zeichen setzen und eine Kirche schänden wird.
Tatsächlich begibt sich der Teufelsdiener mit dem Relikt in eine große Kathedrale, um sie dem Satan zu weihen ...

Sehr schnell setzt Jason Dark seine Story um das Satanskreuz fort. Der Beginn der Geschichte ist durchaus stimmungsvoll, auch wenn die Charakterisierung der Protagonisten wieder einmal dem Schema F entspricht. Sehr merkwürdig übrigens, dass die meistens Menschen mit denen es John zu tun bekommt diese ultramodernen Berufe haben, die der Schriftsteller sich vermutlich aus seinen Illustrierten und Boulevard-Magazinen heraussucht. Travis Beck und seine Freundin arbeiten in der IT-Branche, beim nächsten Mal sind die Nebenfiguren in der Werbebranche tätig, Grafiker oder für eine Firma unterwegs, welche Computerprogramme entwirft. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann John mal mit einem Maurer, KFZ-Mechaniker oder Klempner zu tun hatte. Dafür schafft es der Autor aber die Dialoge im ersten Abschnitt nicht gar so künstlich und abgehackt klingen zu lassen, wie sonst. Gestört hat eigentlich nur das obligatorische „So muss man das sehen.“
In diesem Roman erreicht die Spannung ihren Höhepunkt sogar in der Mitte des Heftes, als John und Suko die schwerverletzte Frau besuchen und plötzlich die Stimme von Asmodis aus ihrem Mund hören. Diese fast schon klassische Besessenheits-Szene ist unheimlich und spannend gewesen wie schon seit langem nicht mehr. Der grausame Tod des Opfers war eine klare Niederlage für die Geisterjäger und ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Asmodis noch lange nicht zum alten Eisen gehört und noch immer ein interessanter Gegenspieler ist, der keineswegs sein Potential verbraucht hat. Jason Dark sollte es sich wirklich überlegen, ob er den Höllenherrscher nicht wieder mehr in den Vordergrund bringt. Alle zwanzig Romane würde dabei schon ausreichen. Die Figur soll sich ja nicht abnutzen, wie es schon mit Saladin geschehen ist.
Leider kann der Roman die Qualität in der zweiten Hälfte nicht mehr halten, denn dort geht der Geschichte gehörig die Puste aus. John und Suko haben natürlich messerscharf kombiniert wohin sich Beck wenden wird und selbstverständlich sucht sich der Teufelsdiener genau die Kathedrale aus, die auch von den beiden Polizisten aufgesucht wird. Geradlinig, ohne Überraschungen und großartige Wendungen, erzählt Jason seine Geschichte und natürlich schaffen es die beiden Helden den braven Mann Gottes vor dem bösen Teufel zu erretten. Die bigotte, katholische Einstellung des Autors, die seinen Romane deutlich anzumerken ist, ähnelt schon fast dem unerträglichen Patriotismus amerikanischer Action- und Kriegsfilme.
Insgesamt betrachtet aber durchaus ein lesenswerter Roman, allein wegen der größeren Intervention von Asmodis. Darüber hinaus vermeidet der Autor die üblichen Fehler in der Logik und verzichtet sogar darauf die Protagonisten mit ermüdenden Bürogesprächen in den Fall zu schicken.

Das Cover ist im Prinzip genauso unpassend wie der Titel. Vom Stil her gibt es nichts auszusetzen, der Typ im Vordergrund erinnert allerdings schmerzhaft an den stümperhaft gespielten Bösewicht aus dem Sinclair-Pilotfilm „Ich töte jeden Sinclair“, obwohl der damals eine Glatze hatte.
Auch ansonsten gibt es an diesem Cover nichts Außergewöhnliches, was es zu einem Blickfang machen würde.

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