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Thema: MX 95 - Der Gen-Mutant
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erstellt am 29.12.14 23:33
Das Heft, geschrieben von Bernd Frenz, ist anläßlich des Bandes Nr. 300 noch einmal hier auf der Bastei-Seite veröffentlicht worden. Ich hab es mir als pdf-Datei gezogen und konnte so mal ein altes Abenteuer lesen, das schon lange zurückliegt.

Einen Unterschied zu heutigen Ausgaben habe ich nicht bemerkt, MX ist über die Jahre, so scheint es mir, seiner Linie sehr treu geblieben. Da die Handlung kein Hintergrundwissen verlangt und Matt und Aruula die einzigen wiederkehrenden Charaktere der Story sind, eignet sich diese gut zum Kennenlernen und Testlesen der Serie. Außerdem werden in "Der Gen-Mutant" eine ganze Menge Viechter vorgestellt: Frekkeuscher, Gejagudoos, Nosfera, Wulfanen und Guule, die letzten drei sogar in Form einer detailgetreuen Abbildung. Hinzu kommen noch die Technos, das sind unterirdisch lebende Menschen, die sich technisches Wissen bewahrt, aber durch ihre Abschottung eine Immunschwäche eingefangen haben, die sie die Oberwelt nur noch in Schutzkleidung betreten läßt.

Letzter Aspekt ist der Aufhänger der Geschichte, denn bei den biologischen Experimenten, die der Herstellung eines Heilmittels dienen, gab es einen Zwischenfall, der die gesamte Techno-Kolonie in Hamburg in Gefahr gebracht hat: Die Lebenserhaltungssysteme drohen, ohne Reparatur auszufallen, doch sie liegen innerhalb des versiegelten Laboratoriumtrakts. Mit ihnen eingeschlossen ist der verletzte Prof. Geyer, dessen Wissen über den Türcode offenbar nur mit Hilfe von Telepathie erlangt werden kann.

Hier kommt Aruula mit ihren Lauschfähigkeiten ins Spiel, in die die Technos ihre Hoffnungen setzen und sie kurzerhand entführen. Matt heftet sich an ihre Fersen und erreicht ein Hamburg, in dem sich, von einem mysteriösen Ruf angelockt, Horden von Mutanten sammeln ...

Bemerkenswert ist, daß dieser Roman als Vorlage für ein MX-Computerspiel dienen sollte (vgl. dazu das mehrseitige Exposé am Ende des Bandes); gerade an der Handlung der zweiten Hälfte wird dies sehr augenfällig. Alles ist sehr actionlastig, was ein bißchen auf Kosten der Figurenzeichnung geht und manches etwas hastig erscheinen läßt. Titel und Coverbild greifen zudem schon recht weit vor, mir hätte der Roman ohne deren Kenntnis noch ein Stück besser gefallen. Aber klar, verkaufsfördernd ist beides.

Als beste Passage habe ich eigentlich die Schilderung der Zeit in Erinnerung, die der Wulfane Duroc in der Gefangenschaft der Technos verbringt; als Figur die Medizinerin Tanja Dang, die mir als Antagonistin über einen längeren Zeitraum gut gefallen hätte. Hier gewinnt der Roman eine Tiefe, die er leider im Trubel der Ereignisse wieder einbüßt.

Noch ein paar schöne Aruula-Szenen:
- Die Technos servieren ihr eine Mahlzeit, und sie leckt anschließend den Teller ab. Nicht, weil sie es nicht besser kennt, sondern um die so zivilisierten Technos zu ärgern.
- In der Atomkraft-Zentrale sucht Matt nach einem bestimmten Schleusenschalter. Aruula weiß sofort, es kann nur der Größte sein, und leitet damit eine Kernschmelze ein.
- Matt und Aruula benötigen Geyer für einen Netzhautscan, doch ein Guul hat ihm bereits die Augen ausgerissen. Aruula entwendet dem Mutant einen Augapfel und freut sich. Schließlich ist es so viel einfacher als mit dem ganzen Geyer.

Ich gebe dem Abenteuer 4 von 5 Hamburger und bedauere, nie dieses tolle Computerspiel ausprobieren zu können.

Übrigens fehlt im MX-Archiv leider die Nr. 300 ->
www.bastei.de/indices/index_allgemein_939.html?id=300

erstellt am 30.12.14 09:54
Toller Roman - nach wie vor einer meiner Favoriten. Hier meine Rezi von damals:

erstellt am 18.09.03 09:19 - Band 95 (Spoiler)

Ein großes Lob an Bernd Frenz ist fällig. Ich gestehe, dass die Aussicht, den "Roman zum Computerspiel" zu lesen, mir nicht behagte. Aber nicht nur haben die Herren Frenz und Schönenbröcher ein tolles Szenario entwickelt, auch die Erzählung ist meisterlich gelungen.
Dass sich bei dem Versuch, eine Koalition gegen die Daa\'muren zu schmieden, früher oder später die Frage nach dem Verhältnis der verschiedenen Zivilisationen und Rassen zueinander stellen würde, war zu erwarten. Der "Gen-Mutant" verpackt diese Frage in eine atemberaubende, grandiose Handlung, in der Matt und Aruula – endlich einmal wieder – folgerichtig, zielstrebig und heldenhaft agieren.
Frenz verfolgt ihren Weg durch das Spiel-Szenario ohne große Umwege und spielt doch einige der Möglichkeiten zwischen Kooperation und Konfrontation, zwischen Sensibilität und Skrupellosigkeit im Umgang untereinander durch. Dabei bleibt er auch stilistisch konzentriert und beweist einmal mehr, dass er es versteht, spannende Action zu schreiben, was dem Roman insgesamt einen von mir letzthin etwas vermissten Drive verleiht und ihn zu bester Unterhaltung macht. Großartig!

erstellt am 02.01.15 18:25
Was mich beim Lesen noch gewundert hat, am Ende explodiert das Atomkraftwerk - "Das TFG hatte schon fast den Stadtrand erreicht, als hinter ihnen der Atompilz in den Himmel stieg." - und - "Sekunden später wurde das TFG von der Druckwelle erfasst." - aber die radioaktive Strahlung erreicht die Flüchtenden nicht - "... noch hatte die radioaktive Strahlung sie nicht erreicht. Und wenn er das Tempo hielt, würde das auch nicht passieren." Ich hätte jetzt gedacht, so Strahlung breitet sich viel schneller aus, noch viel schneller als eine Druckwelle. Weiß das jemand?

erstellt am 02.01.15 23:33
Das muss man unter "künstlerische Freiheit" verbuchen. Gemeint war vermutlich, wenn schon, der Fallout. Gamma-Strahlung breitet sich mit Lichtgeschwindigkeit aus, da wäre allenfalls eine Reichweiten- bzw. Intensitäts-Frage relevant, aber davonfahren kann man der nicht... :))

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