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Thema: 1915 Die Seele des Horus
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erstellt am 25.03.15 17:36
Armer John. Erst kürzlich hat er sich in der Arena der Werwölfe behaupten müssen und jetzt wird er von einem ägyptischen Gott übernommen. Da kann auch das Ankh auf seinem Kreuz nicht viel machen. Zum Glück ist er der Sohn des Lichts, der erste menschliche Wirtskörper von Horus war zu schwach und starb beim Übergang.

Mit so einer Handlung habe ich nicht gerechnet. Sie ist auch selten für die Serie, wo John sonst der überlegene Held und Retter ist. Dieses mal ist er ein Werkzeug des Horus im Kampf gegen dessen Erzfeind Seth. Und es ist sofort klar, dass er nicht den Hauch einer Chance hat, sich zu befreien. Nichts mit Kreuzformel oder Dämonenpeitsche. Eine fremde Frau muss die Sache lösen. Bei Melissa Winterbottom gibt es auch den einzigen kleinen Kritikpunkt an der Geschichte. Wenn ich 1870 durch einen Zauber die ewige Jugend erreichen würde und damals unter dem Name Mellissa Winterbottom ein bekanntes Model gewesen wäre. Dann würde ich doch sicher auf die Idee kommen, zumindest meinen Vorname zu ändern, um meine Identität zur Sicherheit geheim zu halten. Mich als meine eigene Ururenkelin ausgeben oder so. Durch diese Fahrlässigkeit kommen John und Bill der Dame dann auf die Spur.

Davon abgesehen aber ein prima Roman. Er trägt vielleicht mit seinem Konzept etwas dick auf. Dieses Götterkampf-Thema hätte eher in einen Jubiläumsmehrteiler gepasst, schön episch. Dennoch ist die Handlung durchgehend logisch. Man könnte vielleicht noch anzweifeln, dass das Kreuz die Übernahme durch Horus irgendwie verhindert hätte. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

erstellt am 25.03.15 20:15
Wie du schon gesagt hast, wirkte das Geschehen teilweise sehr dick und stellenweise etwas kitschig aufgetragen, aber ansonsten war an dem Roman nicht allzuviel zu beanstanden. Nur die Sache mit der Winterbottom war dann doch etwas unlogisch.

Alles in allem hat es mir Spass gemacht, diesen Roman zu lesen.

erstellt am 26.03.15 03:50
Huch, sollte nicht "kitschig", sondern "übertrieben" heissen.

erstellt am 29.03.15 17:26
Ein sehr gelungener Band von Alfred Bekker, sein bisher bester, was mich anbetrifft. Die Übernahme Johns durch Horus ist in der Tat eher Sinclair-untypisch, wurde aber ausgezeichnet umgesetzt. Am besten gefiel mir die Balance, die der Roman gehalten hat zwischen Spannung und packender, einfallsreicher Action einerseits und interessanten Hintergrundinfos über die altägyptische Mythologie andererseits. Die Auseinandersetzungen der beiden Götter Horus und Seth ebenso wie deren gesamte Darstellung (optisch wie charakterlich) mit allem magischen Drumherum hatten hohen Unterhaltungswert, und doch hat AB die Geschichte selbst nicht aus den Augen verloren, den Faden stets gekonnt weitergesponnen.

Die Bezugnahme auf Sakret paßte; auf überflüssiges Altmaterial (Mordliga und Co.) wurde zum Glück verzichtet. Einziger Verbesserungsvorschlag meinerseits wäre: Man hätte die ägyptischen Zeichen auf Johns Kreuz (Henkelkreuz, das Auge des Horus (hallo!)) in die Geschichte einbinden sollen. Aber sie wurden zumindest erwähnt, das ist schon mal gut.

Fans von Ägyptenromanen sollten diesen überdurchschnittlichen Band auf jeden Fall lesen. Mittelfristig könnte ich mir AB auch sehr gut als den Autor vorstellen, der sich mal in die Psychonauten-Thematik um Dagmar und das Dritte Auge reinkniet.

5/5 Kreuzen

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 17:27 Uhr bearbeitet)

erstellt am 29.03.15 17:55
Mir hat der Roman aus zwei Gründen gut gefallen:

1. Alfred Bekker hat sich gründlich mit der ägyptischen Mythologie beschäftigt.

2. John Sinclair wird von der Seele des Horus übernommen und fremdgesteuert. Das war mal etwas ganz anderes.

Ich für meinen Teil vergebe 4 von 5 Kreuzen. Weiter so, Herr Bekker!

erstellt am 30.03.15 09:43
Also bei mir konnte dieser Roman nicht punkten. Die ersten 30 Seiten hatte ich extreme Probleme mit dem Thema und wollte den Roman eigentlich schon bei Seite legen. Habe mich dann aber doch durchgerungen und die letzten 30 Seiten auch noch gelesen. Wenn man sich dann mit dem Thema einmal arrangiert hat ist die Geschichte eigentlich ganz ok. Aber es gibt auch Punkte die mich gestört haben.

Für mich war diese Gottheitennummer eine Spur zu heftig. Diese ganze Verwandlung von John in Horus und zurück fand ich einfach zu übertrieben. Das alles passte nicht wirklich in einen klassischen John Sinclair. Für mich war, dass schon etwas zu fantastisch. Doch wie gesagt nachdem ich mich mit der Story arrangiert hatte ging es. Zumal keine Logiklücken offen geblieben sind. Bis auf die Frage die bereits aufgeworden wurde: Warum das Kreuz John nicht beschützt hat, zumal es ja auch ägyptische Symbole enthält.

Dass was mich mehr gestört hat war die Darstellung von Bill und Suko. Bill kam hier als sensationsgeiler Reporter rüber. Zum Beispiel am Ende des Roman wo ausdrücklich noch mal daraufhingewiesen wird, dass Bill seine Digitalkamera um den Hals hängen hat und John und Suko ihn davon überzeugen doch nicht die Wahrheit über Melissa Winterbottom zuschreiben. Schlimmer noch fand ich Sukos Verhalten in einigen Situationen insbesondere als er im Büro sagt , dass Bill wahrscheinlich nur hinter einer Sensationsstory her ist. Diese Ausdrucksweise würde Suko gegenüber Bill meines Erachtens nach nicht verwenden. Auch war Suko hier wieder mehr Statist und verkam wieder in die Rolle "Hol schon mal den Wagen Harry" wie es bei Bekker schon öfter vorgekommen ist.

Was mich auch etwas gestört hat ist, dass das Kreuz mal Wirkung gezeigt hat dann in anderen Situation aber völlig nutzlos war.

Mehr als eine mittlere Bewertung kann ich für diesem Roman nicht vergeben.

erstellt am 30.03.15 17:42
Also ich fand´s auch nicht so doll. Ich kam mit der Übernahme nicht so ganz klar. Das war mir zu Wischi-waschi. John kann sich willentlich in Horus verwandeln und durch Wände gehen, hat aber nicht genug Eigenwillen, um den Arm zu heben. Ich hätte es besser gefunden, wenn es eine totale Übernahme gewesen wär, Körper und Bewusstsein. John wacht dann irgendwann irgendwo auf und kann sich nicht erinnern, was vorher war. Basta. Keine gedanklichen Zwischengespräche. So fand ich´s zu schwammig.
Schade, eigentlicht bin ich großer Ägypten-Fan.
Aber: Suko fand ich jetzt nicht schlecht, der durfte denken und Auto fahren (was er ja sonst auch ganz gern macht) und: Das Kreuz hat nicht vibriert! Also denke ich, ist AB auf einem guten Weg, vielleicht packt mich nächstes mal die Story etwas mehr.

erstellt am 09.06.15 19:59
Vogelmädchen schrieb:Die Auseinandersetzungen der beiden Götter Horus und Seth ebenso wie deren gesamte Darstellung (optisch wie charakterlich) mit allem magischen Drumherum hatten hohen Unterhaltungswert

ich hoff dass das nicht vorbei ist. ich geb auch 5 von 5 kreuzen. das mit Horus hat mich an nen film erinnert. da war auch einer von Horus besessen.

erstellt am 08.09.15 18:44
Irgendwie habe ich den Roman jetzt erst gelesen (Ja, ich hinke stark hinterher, bei den guten neuen Sinclairs.) aber er hat mir richtig gut gefallen. Aber ich stimme dem Gleichgewicht zu: das wäre echt was als großer Mehrteiler zu Band 2000 gewesen.

Natürlich hätte man den Leser lange im Unklaren lassen müssen, auf welcher Seite Melissa steht und auch Andeutungen einstreuen sollen, dass sie in Wahrheit Seth dient. Oder einfach beide Götter töten will, und dabei über Leichen gehen würde. Aber für einen Band war das ganze einfach schon wirklich "zu viel" Stoff.

Ein wirklich richtig guter Roman, der sich hier und da etwas "schwer" las, aber dennoch immer spaß machte. Ich gebe dem Roman ein wohlverdientes GUT!

erstellt am 08.09.15 19:13
Ich freue mich auf den nächsten Band von Alfred Bekker.

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