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Thema: 1923 Das vergessene Templer-Grab
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Antworten zu diesem Thema: 11

 
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erstellt am 19.05.15 17:46
Es ist jedes mal das gleiche. Die Hefte beginnen vielversprechend oder zumindest solide. Im Handlungsverlauf häufen sich dann die unlogischen Stellen, Widersprüche, imaginäre Fragezeichen und unanschauliche Dialogbrocken. Selbst bei den besseren der neueren Dark-Geschichten. Und das ist der Grund, warum Sinclair nicht auf einer Ebene mit anderen Heftromanserien spielen kann. Es gibt einfach immer auffällige Sachen, wenn Dark schreibt. Mittlerweile ist man schon mit einer Geschichte zufrieden, die Abseits von Logik und Dialogen Spaß macht. Und die sind selten geworden. Da macht die vorliegende Templergeschichte keine Ausnahme.

Der Geist erst eines, dann mehrerer Templer entstiegen schottischen Waldgräbern. Godwin träumt davon und wird durch den Würfel bestätigt. Da es ihm zu weit ist, setzt er John darauf an. Doch der muss erstmal nichts weiter tun, als den Erscheinungen zu folgen. Sie bewegen sich einfach nur und verängstigen Leute, machen keine Anstalten eines Angriffs, obwohl sie die Gelegenheit dazu hätten. Vor Johns Kreuz fliehen sie. Sowas ist für den anspruchsvolleren Sinclairleser das Gegenteil von Spannung. Was der Autor auch zu merken scheint, denn knapp vor dem Finale macht er aus den Gespenstern Skelette mit einem gehörnten Anführer. Warum? Wer Dark kennt weiß, dass man sich solche Sachen niemals fragen sollte. Ist halt so, als hätte der Altmeister es nötig, eine plausible Erklärung für den Wandel zu liefern. Die Skeletthorde entführt einen Jungen, John stellt die Widergänger in einem alten Bootshaus. Kreuz raus, finito.


Soviel zum lahmen Roman. Eingangs erwähnte ich die immerwährenden Kritikpunkte abseits der Haupthandlung. Beginnen möchte ich mit dem Zitat der Woche.

„Zuerst war das Licht da! Plötzlich und trotzdem langsam. Und es passierte auch nicht nur bei einem Grab, sondern bei allen, und natürlich auch bei dem Grab direkt vor mir.“

Wohlklingende Poesie, fürwahr. Immerhin gab es nur einen großen Zufall, der die Handlung in Gang gesetzt hat. Da kann ich dieses mal nicht meckern, sehr schön. Weniger schön sind unlogische Stellen. Wenn ich jemanden dringendst erreichen will und er geht nicht an sein Handy. Dann komme ich natürlich nicht auf die Idee, es auf dem Festnetz zu versuchen, sondern gebe gleich auf. Oder wenn ich ein Küster wäre, der eine Geistererscheinung mitbekommen hat. Das würde ich natürlich nicht meinen regelmäßigen Kirchengästen erzählen, sondern nur dem Mann, den ich seit Jahren nicht mehr im Gotteshaus sah. Weil der mir bestimmt viel eher glaubt. Und wer von euch arbeitet und am Abend vor dem nächsten Arbeitstag zu viel gesoffen hat, der meldet sich einfach spontan bei seinem Bürokollegen ab und nimmt sich einen Tag vorher Urlaub. Das funktioniert, kann man hier nachlesen. Sollte ich auch mal versuchen. Nicht nur unlogisch, sondern unmöglich ist folgende Szene gewesen: John erfährt von Godwin nur, in welchem Ort die Gräber stehen und dass jemand in Rangerkleidung den ersten Geist gesehen hat. Mehr konnte der Franzose im Würfel nicht erkennen. Warum fragt der Geisterjäger dann im Ort angekommen direkt nach „Scott Wilson“?


War mal wieder nichts. Von zwei gelesenen Heften war keines richtig grottig, aber beide schlecht.

erstellt am 27.05.15 09:57
Niemand?

erstellt am 27.05.15 12:39
Das Gleichgewicht schrieb:
Niemand?


Sieht ganz danach aus!

Die Hoffnung ist endgültig gestorben, das JD nochmal so wie in den alten Zeiten schreibt!



(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 12:41 Uhr bearbeitet)

erstellt am 27.05.15 12:42
Das Gleichgewicht schrieb:
Niemand?


Na ja viel bleibt mir nicht mehr zu sagen. Eigentlich hast du mit deinem Post genau, dass dargestellt was ich beim Lesen des Romans auch gedacht habe. Die Geschichte beginnt wieder gut und endet im Desaster. Am Ende fragt sich dann der Leser was sollte dass nun. Hier wird diesmal aber auch gar nichts aufgeklärt. Das Motiv der Templer bleibt völlig im Dunkeln. Warum entführen die Templer ausgerechnet den Sohn des Försters ? Warum werden plötzlich aus Geisterwesen Skelette nur weil sie durchs Wasser laufen ?
Was sollte die Nummer mit der Übernachtung bei Maxine ? 2 Seiten verschwendet für Belanglosigkeiten usw. und sofort.

Wieder ein Roman der zwischen Mittelmäßigkeit und Totalausfall pendelt, so dass am Ende eine schlechte Benotung steht.

erstellt am 27.05.15 19:34
Für mich ist das Ding ein Totalausfall. Beginnt mittelmässig und endet schwach. Lustlos hingeschludert, nach dem Motto "Ich muss diese Woche noch was abliefern." Unlogisch zum Quadrat noch obendrein. Mehr ist da nicht zu sagen.

erstellt am 27.05.15 20:38
Also ich habe nach der nicht allzuguten Anfangsrezi nur den Anfang des Hefts gelesen und wollte ihm eine Chance geben. Aber ich stieg dann doch relativ früh aus, als der Ranger NACHDEM er von dem rosa-Lichstrahl ausgeknockt wurde und ein GEspenst vor dem Grab erscheint, merktdass damit irgenwas nicht stimmt. Ach, Blitzmerker!
Als sich dann das Palaver um den Würfel noch ergebnislos über Seiten hinzog, inklusive Frühstück, dachte ich, ich hätte wohl mehr davon, mein Buch weiterzulesen.

erstellt am 28.05.15 08:07
Die Frühstücksszene muss ja wohl sein.
Und das Palaver mit Sophie gehört auch zum Jason-Stil, bei Templerromanen.


edit: Danke, jetzt weiß ich, dass ich mich in meiner Meinung nicht völlig getäuscht habe.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 08:08 Uhr bearbeitet)

erstellt am 28.05.15 21:30
Gurkenmob schrieb:
Für mich ist das Ding ein Totalausfall. Beginnt mittelmässig und endet schwach. Lustlos hingeschludert, nach dem Motto "Ich muss diese Woche noch was abliefern." Unlogisch zum Quadrat noch obendrein. Mehr ist da nicht zu sagen.


doch, ich muss noch sagen wie schlimm es ist einen JS von JD direkt nach einem JS von TS zu lesen.

war das langweilig.

das beste vom heft war der leserbrief

ich geb 0 von 5 kreuzen

erstellt am 28.05.15 21:42
Ariane schrieb:
Gurkenmob schrieb:
Für mich ist das Ding ein Totalausfall. Beginnt mittelmässig und endet schwach. Lustlos hingeschludert, nach dem Motto "Ich muss diese Woche noch was abliefern." Unlogisch zum Quadrat noch obendrein. Mehr ist da nicht zu sagen.


doch, ich muss noch sagen wie schlimm es ist einen JS von JD direkt nach einem JS von TS zu lesen.

war das langweilig.

das beste vom heft war der leserbrief

ich geb 0 von 5 kreuzen




Was stand im Leserbrief?

erstellt am 31.05.15 08:00
Weil ich beim Durchblättern im Geschäft gesehen hatte, dass Carlotta einen kleinen Auftritt in dieser Geschichte hat, habe ich mir den Band zu Gemüte geführt. Man kann an JD nur appellieren, seine Arbeitsweise zu ändern und sich vor dem Schreibprozess den Verlauf des Romans zu überlegen. Ich weiß nicht, was herauskäme, wenn ein AB oder ein TS ihre Beiträge einfach so drauflos schrieben, aber auch da würde es sicher deutliche Qualitätseinbußen geben. Aus meiner Sicht killt dieses Vorgehen jedenfalls JS Nr. 1923.

Mir hat der Roman bis Heftseite 48 gut gefallen, dann kommt der Bruch und man kann's vergessen.
Zunächst zum guten Teil: Natürlich ist die Geschichte sehr gemütlich angelegt und alles andere als actionlastig. Ich will allerdings auch nicht jede Woche ein großes Feuerwerk lesen, das wird dann ebenfalls schnell langweilig und eintönig. Bei so einer langen Serie müssen beschaulichere Bände dabei sein, die nicht ständig das nächste Supermonster aus dem Hut zaubern.
Dafür konnte die Geschichte zunächst mit Witz und guter Serieneinbindung punkten. John bechert mal wieder zu viel und ist arbeitsuntauglich - gefällt mir. Schon in Sukos BMW fallen ihm die Augen zu, am nächsten Morgen muss er seinem abstinenten Partner Urlaub vermelden. Lustig, wenn er dann auf seinem Weg zum Fall Bier, Wein und Whisky erneut nicht absprechen kann. Die Frühstücksszene mit Sophie und der Stopp bei Maxine machen für mich eine Serie aus: Wichtige Figuren kommen nicht nur vor, wenn sie als "Sidekick" im Fall gebraucht werden, sondern sind einfach da, weil sie zum Umfeld des Geisterjägers dazugehören. Und Carlotta hat mexikanische Teigtaschen gemacht!
Das Ganze hätte JD aber noch etwas gründlicher darstellen können, indem John sich nach der Kopfverletzung erkundigt hätte, die Max kürzlich erlitten hatte. Auch der im letzten Templer-Band angedachte Paris-Aufenthalt von Sophie und Godwin war erwartungsgemäß kein Thema mehr.
Nicht gefallen hat mir die eineinhalbseitige Google-Werbung.

Auch atmosphärisch stimmte es in diesem Romanabschnitt. Das sparsame Auftreten des Reiters, das Geheimnisvolle und die Frage, warum er gerade jetzt wieder auferstanden ist. Eine Geistergruselgeschichte mit einem alten Totenacker und einem Baphomethintergrund. Da hätte nichts mehr schiefgehen dürfen. Sogar ein paar konkrete historische Fakten flechtet JD auf S. 5 endlich einmal ein.

Doch dann die Wende: Nach einem dümmlichen Gelaber mit Scott Wilson werden die Gespenster zu Skeletten, entführen den Rangersohn und hocken sich in ein Bootshaus. Dann gab es noch irgendeinen "Troubleshooter" (häää??!!!) und einen Baphometklon. Das Kreuz steckt alle in Brand - fertig.

Hier hat JD einfach ein unmögliches Ende hingerotzt. Bezeichnenderweise wird der Leih-Toyota in diesem Abschnitt auch wieder zum Rover - die Konzentration und das Interesse an der Geschichte waren beim Autor erloschen. Und bei mir auch.

Ich geb 2 von 5 Kreuzen.

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