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Thema: JC-TB 31.537 – Jäger und Gejagte
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erstellt am 05.04.06 21:04
JC-TB 31.537
Jäger und Gejagte

Die Idee dieses Romans ist einfach wie genial: Richter Morgan Judd schickt in seinem letzten Fall den Killer Eugene King in den Knast. Dieser schwört Rache; bald danach bricht er aus dem Gefängnis aus und Jerry & Phil machen sich dran, ihn wieder einzufangen. Der Richter wird nach einem Treffen mit Hank Hogan von drei Kerlen, die sich „Snakes“ nennen, so übel zusammengeschlagen, dass er mit dem Tod ringend ins Krankenhaus kommt. Nachdem er jedoch überlebt und wieder nach Hause kommt, ändert sich sein Wesen und er will Rache an den Verbrechern nehmen – zusammen mit seinen zwei Freunden Finlay O’Dea und Alex Morris. Letzterer ist ein Verfechter von Selbstjustiz und hat in einem Erbe so viel Geld geerbt, dass die drei beschließen, mit Hilfe eines Häftlings Eugene King aufzusuchen. Das Geniale daran ist: unter anderem die Person, der der Profi-Killer grausame Rache geschworen hat, engagiert letztlich den Killer, damit er unter anderem die Drei „Snakes“ und einen Schönheitschirurgen (der zuvor die Frau von Finlay O'Dea beim Fettabsaugen umgebracht hat) kaltmacht. Das Problem ist, dass der Profikiller sozusagen freie Hand hat und dann jemanden tötet, den er besser nicht umgebracht hätte.
Aber um nicht viel zu viel verraten, beende ich die Beschreibung hier lieber.
Es überrascht mich immer wieder, wie dieser Autor es schafft, eher simple Profi-Killer-Stories (gewissenloser Killer mordet lustig in der Gegend herum) so spannend zu erzählen, dass sie mich immer wieder fesseln. Davon abgesehen ist der Roman noch für ein paar Überraschungseffekte gut; z. B. als herauskommt, wer Chevy Fayson wirklich ist.
Der Sarkasmus des Autors ist ebenso herrlich. Z. B. diese Szene auf Seite 158:

„Ich habe mir den Knöchel verstaucht.“
„Wobei?“
„Ich bin aus dem Fenster gesprungen!“ […]
„Aus dem Fenster? Im ersten Stock? Liebe Güte, warum hast du das getan?“ […]
„Mir war einfach danach.“

Eine Kleinigkeit ist mir auf Seite 100 aufgefallen. Phil wurde ins Wasser gestoßen, als er und Jerry ein Hausboot aufsuchen. Er sagt zum Hausbootbesitzer: „Sie kriegen Ihren Jogginganzug morgen wieder, Mr. Pankin.“
Pankin: „Hat keine Eile.“
Merkwürdig nur, dass er weder davor, noch danach die Adresse seiner Wohnung erwähnt hat.

Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass Peter Thannisch für die Cotton-TB’s zuständig ist, aber ich habe den Eindruck, dass in den Romanen, die er betreut, viel mehr Figuren vorkommen – also nicht nur Phil und Jerry. Das fällt mir äußerst positiv auf; endlich mal wieder June und Sarah. Aus ebendiesem Grund werde ich jetzt verstärkt die Taschenbücher lesen und nehme mir im Anschluss gleich TB 538 – „Zehn Tage der Rache“ vor.

Also, ein richtig guter Roman – 100 %.

Nebenbei eine Kritik an die Leute, die die Vorschau getextet haben; das ist ja wirklich Schwachsinn:

„Als letzte Amtshandlung schickte Richter Morgan Judd den Profikiller Eugene King lebenslänglich hinter Gitter. Danach ging der Richter in Pension. King schwor noch im Gerichtssaal ewige Rache. Kurz darauf brach King aus dem Gefängnis aus und es war klar, dass er nichts anderes im Sinn hatte, als sich zu rächen. Phil und ich sollten das verhindern, doch wir kamen zu spät. Morgan Judd lag mit dem Tod ringend im Krankenhaus. In diesem Moment beschlossen Richter Judds Freunde, alles ehrenwerte Gentlemen, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen...“

Das ist einfach falsch. Erstmal klingt aus dieser Vorschau heraus, dass Eugene King der war, der sich gerächt hat und es bereits zu spät war, das ist aber völlig falsch. Zwar suchte King den Richter im Krankenhaus auf, da Judd jedoch augenscheinlich nicht bei Bewusstsein war, passte das dem Killer wohl nicht so in den Kram und er tötete ihn nicht. Und nicht nur Richter Judds Freunde nahmen das Gesetz selber in die Hand, sondern seine zwei Freunde plus er selbst. Merkwürdig. Na ja, die Vorschauen sollen von mir aus unpassend sein, Hauptsache die Romane sind gut.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 21:09 Uhr bearbeitet)

erstellt am 06.04.06 15:59
Peter Thannisch ist schon einige Zeit aus dem BASTEI-Verlag ausgeschieden und leider nicht mehr der Cheflektor für Spannungsromane. Seitdem er gegangen ist, werden auch keine Leserbriefe mehr in der JC-Erstauflage veröffentlicht.

erstellt am 06.04.06 17:43
User Blofeld schrieb:
Peter Thannisch ist schon einige Zeit aus dem BASTEI-Verlag ausgeschieden und leider nicht mehr der Cheflektor für Spannungsromane. Seitdem er gegangen ist, werden auch keine Leserbriefe mehr in der JC-Erstauflage veröffentlicht.


Er ist zwar kein Cheflektor mehr, dafür ist er aber (noch?) für die JC-TB's zuständig (zumindest laut Impressum - und die Verweise zu älteren Romanen sprechen da ebenfalls eine deutliche Sprache) - besser, als wenn er überhaupt nichts mehr für JC machen würde...

erstellt am 10.04.06 10:25
Möge mir Peter Thannisch als Lektor noch recht lange erhalten bleiben.

erstellt am 07.02.18 09:51
Wenn's nicht klar ist -- Autor ist Friedrich Tenkrat.

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