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Thema: 1929 Spuren des Satans
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Antworten zu diesem Thema: 18

 
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erstellt am 02.07.15 17:59
Es ist nach all der Zeit schön zu sehen, dass es wieder Handlungsfäden in der Serie gibt, die konsequent fortgesetzt werden. Und dass die Autoren zusammen arbeiten. Der düstere Mönch ist wieder da. Nachdem ihn Timothy eingeführt hat, darf ihn Michael aus dem Hut zaubern. Das nenne ich Teamarbeit. Und ich habe auch schon meine Theorie zum neuen Gegner. Er strahlt das eisige Licht Luzifers ab, das Höllenwesen immun gegen Johns Kreuzformel macht. Es gibt schon einen Dauergegner aus Luzifers Reihen, der immun gegen das Kreuz ist. Zwar denke ich nicht, dass der Mönch Matthias ist, aber vielleicht hat Luzifer einen weiteren Gottesdiener umgedreht und ihm diese Engelsfresser-Kräfte gegeben. Nur dass dieser sie nicht selbst zur Verwandlung nutzt, sondern kurzzeitig weiter geben kann. Dagegen spricht, dass die Gegner weiterhin Probleme mit Silber haben. Meine Vermutung wird sich sicher als falsch herausstellen. Es reicht mir aber schon, endlich wieder mitfiebern und -rätseln zu dürfen.

Der Roman an sich war ein guter Sinclair der Woche. Positiv ist hervorzuheben, dass John nicht direkt wegen ein paar vermeindlicher Teufelsspuren eingeschaltet wird, wie es beim Hauptautor oft geschieht. Hier ist es Bill der gerade nichts besseres zu tun hat und anfangs selbst von einem Streich ausgeht. Erst als er überzeugt von den paranormalen Aktivitäten ist, bittet er seinen Freund hinzu. Nur mit Beweisen – oder der Aussage eines engen Freundes – kümmert sich der Geisterjäger um den Fall.

Die frischen Ideen wie das Dämonenhalsband passen perfekt in die Serie. Es dürfen ruhig mal wieder ein paar Artefakte im Spezialtresor des Yard landen.

Bei diesem angenehmen Lesestoff kann ich die Zufälle auch eher als Stilmittel hinnehmen. Bill bekommt natürlich rein zufällig das Gespräch im Wald mit und der Dämon greift den Reverend genau dann an, als John gerade bei ihm ist und gehen will.

Man darf wegen dem Mönch gespannt sein. Davon abgesehen haben einige Autoren ebenfalls ihre Dauergegner. Ich wünschte, die Gasthefte würden öfter erscheinen, damit diese Handlungen schneller voran kommen und jeder Autor gleichberechtigt seinen Plot ausarbeiten kann.


Mein Eindruck von Michael Breuer hat sich wieder einmal bestätigt. Er ist nicht mein Lieblingsgastautor, aber liefert durchweg gut-solide Sinclairkost ab. Da wird jedes Heft gekauft und gern gelesen.

erstellt am 05.07.15 22:01
Nanu, zum MB-Roman hätte ich mehr Einträge erwartet...
Meinen persönlichen Vogel schießt MB auf S. 47 ab:
" Kurzerhand riss ich das Hemd über der Brust auf und entblößte meinen freien Oberkörper"
Ja, ja, ja!! Endlich! Als ob´s MB irgendwoher gewusst hätte...! Also ich bin jetzt vollkommen ...zufrieden!
Nö, ehrlich, an diesem Roman gibt es nix zu meckern, nur zu loben. Mir gefällt ebenso, dass der Mönch wieder auftaucht und die Kreuzumkehrung aus dem "Izel"-Roman. Aber ich brauche irgendwann nochmal eine Erklärung, was der gute Mönch denn die letzten 40 Jahre so gemacht hat und warum er nicht schon immer die Dämonen gegen das Kreuz "immunisiert" hat.
Gut gefiehl mir auch, das ich ab und zu mal schmunzeln musste, z. B. als Bill eine Bemerkung über Johns Jacke macht.
Genauso seltsam wie alle anderen Beteiligten fand ich allerdings, dass alle Nachfahren noch in demselben Ort wohnen wie vor 150 Jahren. Also wenn ich in meiner Familiengeschichte mal 150 Jahre zurückgehe...
Aber nun gut, das haben wir uns halt alle mal ein bisschen gewundert.

Sorry, MB, dass es so kurz ist, aber hier stimmt alles einschließlich persönlichem Sahnehäubchen (s.o.).

erstellt am 05.07.15 22:01
Ach ja, P.S.:
Und ich habe fast gar nicht an Bollywood gedacht!

erstellt am 07.07.15 23:14
Also ist denn mal meine Rezi zum John Sinclair-Band 1929 "Spuren des Satans" von Michael Breuer.
Tja, es war seit längerem mal wieder ein aktueller John Sinclair-Roman, der meinen Weg kreuzte und ich muss zugeben - obwohl ich den Autor sehr schätze - dass ich mit einer Mischung aus Skepsis und Unbehagen dranging diesen zu lesen.
Das liegt nun nicht daran, dass ich Michaels Romane nicht mag oder dergleichen, nur haben mich die letzten JS-Romane (abgesehen von Oliver Fröhlichs Beiträgen zur Serie) nicht sonderlich vom Hocker gerissen.
Kurze Inhaltsangabe also SPOILERGEFAHR!:
1885: Der Dämon Rukh wird von jenen Menschen, die ihn seiner Macht beraubten und gefangen hielten, gejagt, gestellt und dann (scheinbar) getötet.
Aber Irrtum ... in unserer Gegenwart, kehrt der Dämon, den es "nur" ins Höllenreich verschlagen hat, auf die Erde zurück, um Rache an den Nachfahren seiner Häscher zu nehmen.
Anfangs läuft auch alles recht gut für ihn, doch dann kommt ihm John Sinclair in die Quere und nötigt ihm mit seinem Kreuz gehörig Respekt ab.
Aber wer den Geisterjäger und dessen Freund Bill Conolly jetzt schon auf der Siegerseite sieht irrt.
Rukh erhält unerwartete Hilfe von einer dunkel verhüllten Gestalt. Diese verspricht ihm ihn gegen die Macht des Kreuzes immunisieren zu können.
UND ... tatsächlich Johns Wunderwaffe vermag Rukh selbst nach aussprechen der Aktivierungsformel nicht zu vernichten.
Nun müssen andere Mittel und Wege gefunden werden, um den gigantischen Dämon, der glühende Hufspuren hinterlässt, eine ledrige Haut besitzt und geschraubt aufragende Stirnhörner, aufzuhalten.
Der Anfang war schon mal Klasse. Ein Dämon auf der Flucht ... seiner übernatürlichen Kräfte beraubt ... Moment mal? Gab's doch schon, oder?
Ja, ist aber lange, lange Zeit her (JS-Taschenbuch Nr. 8 "Die Seelenburg" ... also schon lange verjährt und daher ist es auch gestattet bestimmte Elemente daraus für sich nutzbar zu machen):
Aber weiter im Text.
Rukh's Dilemma auf den ersten Seiten ist sehr schön dargestellt. Sein Zorn über die Demütigungen, die er über sich hat ergehen lassen müssen und seine Verzweiflung, weil er um seine Existenz bangen muss.
Das Rukh zum Ende der Vorgeschichte hin nicht wirklich vernichtet wird, wundert wahrscheinlich niemanden.
Michael Breuer vermag durchaus mit seinen Zeilen den Leser in Bann zu ziehen, doch manches Mal lässt dieser Bann etwas nach. Z. B. wenn Rukh zum (gefühlten) siebten oder achten Mal beschrieben wird (daher auch die ansatzweise genaue Beschreibung im oberen Teil dieses Textes) oder wenn ein Abschnitt etwas abrupt (zumindest für mein Gefühl) endet. Hier kann man den Abschnitt nennen in dem Bill die Begegnung zwischen Rukh und dem "Mönch" beobachtet.
Trotzdem ist die Geschichte gut zu lesen. Schön "Old School" und - das soll jetzt ein Kompliment sein - sie erinnert bisweilen an eine Jason Dark-Story aus den frühen oder mittleren 80ern. Schön so.
Mit dem "Mönch" (oder was immer er ist) ist augenscheinlich eine interessante Figur ins Sinclairversum eingetreten und der Umstand das man Dämonen (wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen) gegen Johns Kreuz immunisieren kann, wertet die - ansich doch ein wenig simpel aufgebaute Dämonen-Rache-Geschichte, gehörig auf.
Alles in bietet der Roman für ein bis zwei Stunden gute Unterhaltung und so soll es auch sein.

erstellt am 13.07.15 23:12
leni schrieb:
Meinen persönlichen Vogel schießt MB auf S. 47 ab:
" Kurzerhand riss ich das Hemd über der Brust auf und entblößte meinen freien Oberkörper"
Ja, ja, ja!! Endlich! Als ob´s MB irgendwoher gewusst hätte...! Also ich bin jetzt vollkommen ...zufrieden!

Ich freu mich, wenn ihr euch freut Aber danke für Lob und kritische Worte, meine Lieben.

erstellt am 14.07.15 19:18
Auch mir hat der Roman gut gefallen. Ein gradliniger, schnörkelloser Roman mit einer klaren Handlung, bei dem man sich nicht dauernd fragen muss, wieso jetzt gerade wieder dieses und jenes passiert.

Positiv fand ich auch, dass der Roman keine "Überlänge" hatte (also eine recht kleine Schriftgröße), sondern das normale, lesefreundliche Format.

Falls es jemanden interessiert: Die Story basiert auf einem tatsächlichen Ereignis. Guckt ihr hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fußspuren_des_Teufels

erstellt am 16.07.15 20:59
Das Gleichgewicht schrieb:
Es ist nach all der Zeit schön zu sehen, dass es wieder Handlungsfäden in der Serie gibt, die konsequent fortgesetzt werden. Und dass die Autoren zusammen arbeiten. Der düstere Mönch ist wieder da. Nachdem ihn Timothy eingeführt hat, darf ihn Michael aus dem Hut zaubern. Das nenne ich Teamarbeit. Und ich habe auch schon meine Theorie zum neuen Gegner. Er strahlt das eisige Licht Luzifers ab, das Höllenwesen immun gegen Johns Kreuzformel macht. Es gibt schon einen Dauergegner aus Luzifers Reihen, der immun gegen das Kreuz ist. Zwar denke ich nicht, dass der Mönch Matthias ist, aber vielleicht hat Luzifer einen weiteren Gottesdiener umgedreht und ihm diese Engelsfresser-Kräfte gegeben. Nur dass dieser sie nicht selbst zur Verwandlung nutzt, sondern kurzzeitig weiter geben kann. Dagegen spricht, dass die Gegner weiterhin Probleme mit Silber haben. Meine Vermutung wird sich sicher als falsch herausstellen. Es reicht mir aber schon, endlich wieder mitfiebern und -rätseln zu dürfen.


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Sehe ich auch so, ich fand die Stellen mit dem Mönch sehr spannend. Das ist auch genau das, was ich bei Sinclair vermisst habe. Dass der Mönch etwas mit Matthias zu tun hat, glaube ich nicht, wobei ich gestehen muss, dass ich nur zwei oder drei Romane gelesen habe, in denen Matthias vorkommt. Daher kenne ich mich mit der Figur nicht so gut aus. Ich gehe aber einfach davon aus, dass die neuen Autoren sich nicht in Jasons Handlungsstränge einmischen, sondern sich ganz neue Sachen einfallen lassen, damit es nicht zu Komplikationen kommt.
Aufgefallen ist mir die Sache mit dem Mond, der ja bei dieser Taufe offenbar eine wichtige Rolle spielt. Wenn ich mich richtig erinnere, wurde der Rukh bei Neumond geweiht und die Magie sollte dann genau einen Monat halten. Mit dem Mond bringt man natürlich zuerst Werwölfe in Verbindung; insofern könnte ich mir vorstellen, dass es da eine Verbindung gibt.
Aus irgendeinem Grund musste ich auch an die Himmelsscheibe von Nebra denken, auf der der Mond ja eine wichtige Rolle spielt. Insofern könnte ich mir auch vorstellen, dass irgendeine vorzeitliche (bronzezeitlichen?) Magie dahinter steckt.
Aber wahrscheinlich werde auch ich voll daneben liegen.
Jetzt hoffe ich nur, dass die Sache um den geheimnisvollen Mönch weiterhin spannend bleibt und mittelfristig aufgelöst wird und sich nicht so endlos in die Länge zieht wie die Akte Mallmann.

erstellt am 16.07.15 22:38
Anfortas schrieb:

https://de .wikipedia.org/wiki/Fußspuren_des_Teufels

Dan ke für den Link. Kann ich aber nicht öffnen.

erstellt am 20.07.15 10:26
Dies ist der erste Roman von Michael Breuer der bei mir irgendwie so gut funktioniert hat. Komischerweise kann ich auch nicht genau sagen woran es gelegen hat. Die Geschichte ist eigentlich gut und logisch durchdacht, doch gerade der Anfang der Story hat mir irgendwie gar nicht zu gesagt. Bills Recherchen und das alles war mir etwas zu langatmig. Dafür geht die Spannungskurve am Ende deutlich nach oben. Gerade die Einbindung des Mönches und seine Fähigkeiten heben den Roman noch mal an. Das Ende stimmt einen dann auch versöhnlich. Es gibt noch eine Portion Aktion und eine gute Aufklärung für die Vernichtung.

Doch leider hat der Roman auch ein Ärgernis, welches mir den Lesespaß etwas genommen hat.
Es wurde mir hier deutlich zuviel durch die Zähne gepfiffen. Bill mindestens 4 mal und John mindestens genauso oft. Das nervt mich dann doch, da es irgendwie nicht zu den Figuren passt.

Deshalb lieber Michael Breuer gelobe hier und jetzt feierlich, dass du nicht mehr so viel durch die Zähne pfeifst.

Ich schwanke diesmal zwischen einer mittleren Bewertung oder einem gut. Auch Grund der Ereignisse um den Mönch und da die Qualität der Geschichte über so manch einem JD - Roman der letzten Zeit liegt ringe ich mir noch zu einem gut durch.

erstellt am 20.07.15 19:09
New Orgow schrieb:
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Doch leider hat der Roman auch ein Ärgernis, welches mir den Lesespaß etwas genommen hat.
Es wurde mir hier deutlich zuviel durch die Zähne gepfiffen. Bill mindestens 4 mal und John mindestens genauso oft. Das nervt mich dann doch, da es irgendwie nicht zu den Figuren passt.

Deshalb lieber Michael Breuer gelobe hier und jetzt feierlich, dass du nicht mehr so viel durch die Zähne pfeifst.

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Wodurch sollen die Leute denn sonst pfeifen, wenn nicht durch die Zähne? Durch
den Hintern?

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 19:09 Uhr bearbeitet)

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