Suche
Beitrag User
 
 
Thema: 1934 Fluchtpunkt Höllenschloss
| |

Antworten zu diesem Thema: 10

 
Zurück
1 2


erstellt am 05.08.15 18:04
Jason Dark beherrscht neuerdings echt die Kunst, den Leser im letzten Drittel der Geschichte zu enttäuschen, weil noch Seiten fehlen. Das Ganze erinnerte mich stark an den letzten Roman um den Todesengel. Da war der Roman solide, hier empfand ich ihn sogar gut für einen Dark. Dann wird der Gegner in seinem Versteck entdeckt, damals war es das Kloster hier ist es das Schloss. Es sind aber noch Seiten offen, der Gegner kann entkommen und die Geschichte wird für die letzten zehn Seiten einfach schlimm.

Bis zum Showdown im Schloss war der Roman logisch, die Dialoge größtenteils in Ordnung und es gab nur eine Sache, die mich gestört hat. Das war das Höllenschloss. Leo Dante kann sich dorthin teleportieren, es ist sein Rückzugsort und wird so aufgebaut, als wäre das ein super geheimer Ort wo nur er durch die Magie hin gelangt. Ein Ort in einer anderen Dimension hätte gut gepasst. Aber das Höllenschloss ist ein normaler Bau, der ganz in der Nähe von Leos Wohnung steht und ab und an sogar vermietet wird. Natürlich erfährt der Geisterjäger relativ schnell von dem Schloss und spaziert einfach hinein. Davor gibt es auch schon die üblichen Dark-Dinge. Bauchgefühl, völlig grundlos spürt die Witwe auf dem Friedhof dass in der Kirche etwas nicht stimmt und kann so den Pfarrer retten. Reaktionen des Kreuzes, dieses mal dient es als Kompass, da seine Wärme zu- oder abnimmt, je nachdem wie nah John dem Zentrum des Bösen ist. Falsch Nachforschungen, ein dunkler Voodoo-Magier (der Meister von Leo Dante) wird Bokor genannt und nicht Boko. Bis hierhin aber dennoch ein Roman den ich mindestens im guten Mittelfeld eingeordnet hätte. Ich war recht überrascht, dass er sich ganz gut und spannend lesen ließ.

Dann kann Leo aber entkommen, nur das Totem des Boko(r) wird vernichtet. Und damit beginnen einige Widersprüche in der Handlung. Zum einen meint Leo, dass er sich nicht bewusst an Orte teleportieren kann, sondern eine dunkle Macht (wohl der Boko(r)) ihn steuert. Als John das Totem vernichtet ist auch die Verbindung dahin, Leo dürfte sich also gar nicht mehr teleportieren können oder bei dem Versuch ohne Führung völlig zufällig irgendwo auf der Erde rauskommen. Jetzt ist davon aber keine Rede mehr, plötzlich kann er sich gezielt teleportieren. Oder seine Frau, die er anlügen muss, weil sie wie sein Sohn von nichts weiß. Eine Stunde später ist die komplette Familie aber dann doch von Anfang an eingeweiht gewesen. Und weil das nicht genug ist steckt auf einmal Mandragoro hinter allem. Das passt nun überhaupt nicht. Dass der Boko(r) der Dämon im Hintergrund war hat Dark wohl völlig vergessen? Mandragoro hatte ich auch erst vermutet, weil das Opfer zum Beginn aus einem umweltfeindlichen Windrad-Unternehmen stammt. Dann war ich positiv überrascht, dass die Geschichte in die Voodoo-Ecke navigierte und die Hintergründe und Motive in eine andere Richtung liefen. Nun also doch der Umweltdämon, was für mich der Gipfel des Haareraufens war. Man muss das vielleicht selbst gelesen haben, aber das passt einfach absolut nicht. Auch dass Mandragoro mit dem Boko(r) gemeinsame Sache macht wird erstens nie ersichtlich und zweitens würde das nicht zu Mandragoro passen.


Was macht Dark da nur? Der zweite Roman in Folge mit diesem Muster. Fängt vielversprechend an, das Finale wird verschoben und ab da geht es abwärts. Und es zieht den Roman als Gesamtbild runter, weil er durch die letzten Seiten im Ganzen keinen Sinn mehr ergibt.



Den Dialog der Woche könnte ich mir dieses mal sparen. So richtig schlimme Sachen waren nicht dabei. Aber weil ich es so unterhaltsam fand, als am Anfang der Killer auftaucht.

„Er sah einiges, aber nicht alles. So fiel ihm nicht auf, dass zwei der Männer perfekt reagierten und die Nerven behielten, denn sie hatten ihre Handys hervorgeholt und schossen Fotos.“

Wenn vor mir auf dem Tisch ein nackter Killer mit Messer aus dem Nichts erscheint wäre die für mich perfekte Reaktion eher eine schnelle Flucht und nicht erstmal das Handy rausholen und Fotos schießen. Naja, für John war es perfekt, so hat er Fotos vom Killer bekommen.

erstellt am 06.08.15 20:18
Das darfst du nicht so eng sehen. Vielleicht war der Killer ja besonders fotogen oder sie waren neidisch auf sein bestes Stück. Wer weis?.

erstellt am 08.08.15 12:24
Das Gleichgewicht schrieb:
Aber das Höllenschloss ist ein normaler Bau, der ganz in der Nähe von Leos Wohnung steht und ab und an sogar vermietet wird.


das höllenschloss hab ich mir auch anders vorgestellt. aber der roman war nicht schlecht, ich geb mal noch 3 von 5 kreuzen.

weiss nicht was Mandragoro gegen windkraft hat. da gibts echt schlimmeres.

so jetzt aber: ich hab ja echt schon viel gelesen, so serien von bastei. PZ. MX, JS, notärztin andrea bergen, fürstenromane, die schwarzen perlen, das berghotel, aber kein bastei-autor schreibt so einen käse wie JD

der pfarrer wird von Leo angegriffen, da sieht er das Messer: seite 15

"Der Stahl, das mörderische Messer, das wie Butter in seinen Körper gleiten würde. Was konnte er machen?"

ich habs mir echt mal versucht vorzustellen wie das messer wie butter in seinen körper gleitet

Auf der leserseite wird Jason gefragt ob er mit band 2000 aufhört. Jasons antwort: "Solange es meine Konstitution zulässt, werde ich immer John Sinclair schreiben."

na, dann ist ja alles in butter

erstellt am 08.08.15 12:33
"Auf der leserseite wird Jason gefragt ob er mit band 2000 aufhört. Jasons antwort: "Solange es meine Konstitution zulässt, werde ich immer John Sinclair schreiben."


Dann weiterhin viel Spaß beim Lesen!



(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 12:34 Uhr bearbeitet)

erstellt am 08.08.15 21:12
Bliebe nur noch anzumerken, dass Käse wie Butter aus Milch hergestellt werden.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 21:12 Uhr bearbeitet)

erstellt am 10.08.15 13:16
Was diesen Roman betrifft, so kann ich mich der hier vorherrschenden Meinung nur anpassen. Es ist wirklich erstaunlich wie JD einen soliden Roman mit den letzten 10 Seiten noch zum Totalabsturz bringen kann. Dabei fängt der Roman wirklich gut an. Die Szenen in den es den Managern an den Kragen geht sind wirklich gut dargestellt. Auch im weiteren Verlauf kann man dem Roman noch was abgewinnen. Doch das ganze wird dann auf den letzen 10 Seiten völlig zunichte gemacht. Anstatt die Idee mit dem Voodoo weiter zu verfolgen wird dann wieder die Umweltnummer heraus geholt und Mandragoro eingebunden. Man hat hier wirklich den Eindruck, dass JD nach der Vernichtung des Boko(r) festgestellt hat, dass noch mindestens 10 Seiten fehlen. Also wird alles von vorher über den Haufen geworfen. Besonders schlimm fand ich die Änderung von Mutter und Sohn, die plötzlich alles von Anfang an wussten obwohl sie vorher total ahnungslos waren. Auch das Motiv macht keinen Sinn. Warum sollte dann der Pfarrer sterben. Und wenn das ganze Ziel war alle Manager zu erledigen warum hat Leo Dante dann nicht alle gleich am Anfang erledigt, schließlich wurde er ja durch niemanden gestört.

Fazit wieder mal ein Roman den man nicht lesen muss oder besser gesagt nicht lesen sollte. Von mir gibt es diesmal ein schlecht. Und auch nur weil der Anfang noch passabel war.

erstellt am 10.08.15 19:29
Grüner Drache schrieb:
Dann weiterhin viel Spaß beim Lesen!



klar, hab heut auch schön alles gekauft

sonderedition 5 "albtraum atlantis"
JS 1835 die templerwaise
und nen sammelband mit 3 heften

alles von Jason

ist halt faszinierend, ich denk ihm ist am nächsten tag einfach alles egal was er einen tag vorher geschrieben hat. der schreibt einfach weiter bis die seiten voll sind egal ob das am schluss noch einigermaßen logisch zusammenpasst oder nicht

vielleicht ist er auch einfach zu alt und kanns einfach nicht mehr. das wär noch schlimmer vor allem für ihn selbst

erstellt am 11.08.15 11:28
Man kann echt nur spekulieren. Das ändert objektiv aber nichts an der Heftqualität. Leider. :/

erstellt am 11.08.15 19:34
Ariane schrieb:
Grüner Drache schrieb:
Dann weiterhin viel Spaß beim Lesen!



klar, hab heut auch schön alles gekauft

sonderedition 5 "albtraum atlantis"
JS 1835 die templerwaise
und nen sammelband mit 3 heften

alles von Jason

ist halt faszinierend, ich denk ihm ist am nächsten tag einfach alles egal was er einen tag vorher geschrieben hat. der schreibt einfach weiter bis die seiten voll sind egal ob das am schluss noch einigermaßen logisch zusammenpasst oder nicht

vielleicht ist er auch einfach zu alt und kanns einfach nicht mehr. das wär noch schlimmer vor allem für ihn selbst


Vielleicht sollte er sich das, was er am Vortag geschrieben hat, einfach noch einmal gewissenhaft durchlesen, das könnte helfen.

erstellt am 11.08.15 23:08
Oder man braucht einen Lektor, der sich durch Jasons Romane quält

Obwohl ... der arme Lektor. Da geht das neu schreiben des Romans doch flotter.

Zurück
1 2

Top

Sie interessieren sich für unsere aktuellen Meldungen? Hier finden Sie die neuesten Informationen rund um unsere Verlagsprodukte.
mehr ...
 
Hier finden Sie wichtige Informationen und Hinweise zur Registrierung und der Struktur des Bastei Forums.
mehr...
Content Management by InterRed