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Thema: Abschied von PZ
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erstellt am 25.08.15 16:33
Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder. Leider aus keinem schönen Anlass.

Ich lese PZ nun seit gut drei Jahrzehnten, und es hat mir auch (fast) immer Spaß gemacht, die Romane zu lesen. Sicherlich war in der Vergangenheit mal der eine oder andere Roman darunter, der mir nicht so zugesagt hat, aber die konnte ich bis vor ein paar Monaten noch an den Fingern einer Hand abzählen. Nun ist es leider genau anders herum. Inzwischen sind die Romane, die mir gut gefallen absolut in der Minderheit.
Nach dem Tod von Werner Kurt Giesa, der die Serie lange Zeit allein geschrieben hat, habe ich befürchtet, daß die Serie „den Bach runtergeht“. Umso mehr habe ich mich gefreut, daß es den Autoren gelungen ist, PZ so weiterzuführen, wie ich die Serie mochte. Das Lesen der Romane ging auch weiterhin schnell von der Hand, und hat, genau wie früher, genauso viel Spaß gemacht.
Seit einiger Zeit muß ich für mich feststellen, daß sich die Erzählweise bzw. der Stil der Romane geändert hat. Ich habe das Gefühl beim Lesen bekommen, daß das Autorenteam versucht, die Leser an den anderen Stil zu gewöhnen. Es sind viele kleine Sachen, die mich stören.
Irgendwie bekommt man einen Bezug zu den Figuren nach all den Jahren. Wenn diese dann – entgegen ihrer langjährigen Gewohnheiten – anders reagieren oder handeln, ist das nicht sehr realistisch. Langjährige Gewohnheiten, ob sie Handlungen oder Sprache der Akteure angehen, ändert man nicht so schnell.
„Professor Zamorra“, wie er aktuell ist, ist nicht mehr der „PZ“, den ich über all die langen Jahre hinweg mochte. Es ist ein „neuer“ PZ, der dem anderen Stil der Autoren geschuldet ist. Früher habe ich die Romane am ersten Tag gelesen, teilweise binnen 2 oder 3 Stunden. Seit etlichen Wochen brauche ich Tage oder sogar bis zu zweieinhalb Wochen, um die Romane zu lesen. Das liegt nicht daran, daß ich keine Zeit hätte, sie zu lesen, sondern weil sie mir immer weniger gefallen.

Überhaupt nicht klar komme ich mit den Romanen von Herrn Schwichtenberg. Es ist für mich eine Qual, diese Romane zu lesen. Meistens habe ich sie doch gelesen, um in der Handlung zu bleiben. Inzwischen kommt es häufiger vor, daß ich seine Romane nur „überfliege“.

Der letzte Roman, den ich gelesen habe, war die Nummer 1075. Da stört mich zum Beispiel, daß die Figur des Privatdetektivs und seines „Geists“ so geschildert werden, als wenn sie schon seit Jahren in der Serie etabliert sind. Ich konnte mit den Beiden überhaupt nichts anfangen, soll heißen, ich habe keine Erinnerung an sie. Auch die Schilderung der Rahmenhandlung entspricht überhaupt nicht mehr dem PZ, wie er mal war. Eher einem James Bond Film.
Dazu kommt, daß Handlungsstränge die über Monate brach lagen, wieder aufgegriffen werden, als wenn sie im letzten Roman zuletzt behandelt wurden. Man weiß meist nicht mehr, was da zuletzt vorgefallen ist. Besser wäre es, eine kurze Retrospektive zu geben, damit der Leser ein „Aha-Erlebnis“ hat.

Die Themenstränge „Eden“, „Sibirien“ und „Chaldron und Jaroslav“ und „Projekt Nightfall“ haben mir quasi „den Rest gegeben“.

Wie gesagt: „PZ“ ist nicht mehr so, wie er mal war. Wäre er früher schon so gewesen, wie er jetzt ist, hätte ich es gar nicht bis Band 1076 (den hatte ich noch geordert) geschafft.

Sicherlich gibt es viele Leser, die den „neuen Zamorra“ mögen. Ich mag ihn nicht! Und deswegen wird Band 1076 der letzte PZ sein, den ich lese. Schade daß es so weit kommen musste.

Dennoch wünsche ich allen Lesern weiterhin gute Unterhaltung mit den Romanen, und dem Autorenteam alles Gute.

Viele Grüße,
fooly

PS: Ich habe noch etliche hundert Romane. Wenn ich sie durchgesehen habe, werde ich wohl eine Liste veröffentlichen, um welche Bände es sich handelt. Das kann aber dauern.

erstellt am 25.08.15 18:43
das ist echt schad dass du aufhörst

fooly schrieb:
Überhaupt nicht klar komme ich mit den Romanen von Herrn Schwichtenberg.


grad die find ich aber super. wies früher unter Werner Giesa war weiß ich nicht. war halt ne superlange zeit, jetzt mit den anderen autoren ändert sich halt manches, das ist bei JS auch nicht anders

ich denk mal dass grad für die alten leser wo schon lang dabei sind besonders wichtig ist dass sich die autoren untereinander absprechen und nicht jeder nur sein süppchen kocht.

erstellt am 26.08.15 09:05
Hi Fooly,

mit ehrlichem Bedauern habe ich gelesen, dass Du „Zamorra“ ad acta gelegt hast. Da Sibirien mein Handlungsstrang war und Du mich namentlich genannt hast, tut es mir natürlich noch mehr Leid bzw. auch weh, dass ich eine große Mitschuld an Deinem Ausstieg habe. Ich kann mich nur noch einmal wiederholen, dass meine Schreibweise oder der Inhalt meiner Geschichten NICHT darauf abzielen, dass ich Leser unbedingt vergraulen will. Mein Stil ist derzeit nun einmal (leider) so.
Auf der anderen Seite formt ihr mich natürlich auch, mit Euren Kritiken, Hinweisen, aber auch mit Eurem Lob. Schreiben ist Wandel, es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. So wandelt sich sicher auch mein Stil. Aber das braucht Zeit. Ich bin erst sechs Romane dabei. Dass diese sechs 1070 andere Romane kaputtmachen ist natürlich eine heftige Ohrfeige für mich.
Ich glaube, dass ich das aber sehr gut nachvollziehen kann, wie Du Dich fühlst, da ich bereits mit Band 913 mein Abo, mindestens genauso wütend, aufgelöst habe.
Es bringt also nichts, Dich jetzt umstimmen zu wollen. Aber. Vielleicht bleibst Du dem Forum als stiller Leser noch ein wenig treu. In den Rezensionen erfährst Du, wie es weitergeht (also so, wie es derzeit Zia praktiziert) und vielleicht daraufhin den einen oder anderen Roman liest. Und vielleicht gibt es dann 2016 auch den einen oder anderen Lichtblick für Dich.

Ich wünsche Dir alles Gute,
Thilo

erstellt am 26.08.15 09:50
Das ist Schade und ich hoffe du findest eine andere Romanheft- oder Buchserie, die dich genau so fesseln kann wie PZ früher.


Ich verstehe dich auch, wenn man als Altleser Wert auf bestimmte Dinge gelegt hat, die jetzt einfach nicht mehr da sind. Ging/geht mir mit JS und Dark ja genau so.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 09:50 Uhr bearbeitet)

erstellt am 26.08.15 18:44
Weltenbummler schrieb:
Mein Stil ist derzeit nun einmal (leider) so.
Auf der anderen Seite formt ihr mich natürlich auch, mit Euren Kritiken, Hinweisen, aber auch mit Eurem Lob. Schreiben ist Wandel, es wäre schlimm, wenn es nicht so wäre. So wandelt sich sicher auch mein Stil. Aber das braucht Zeit. Ich bin erst sechs Romane dabei. Dass diese sechs 1070 andere Romane kaputtmachen ist natürlich eine heftige Ohrfeige für mich.


ich glaub du machst dir da viel zu viel gedanken. da ist nichts falsch was du machst, wenns halt nicht jedem gefällt. es ist halt vielleicht anders wie früher aber nicht falsch wie du schreibst. mir haben alle romane von dir besonders gut gefallen, ich glaub ich hab allen 5 von 5 kreuzen gegeben. ich hoff das stimmt auch.

erstellt am 26.08.15 19:43
Weltenbummler schrieb:
Da Sibirien mein Handlungsstrang war und Du mich namentlich genannt hast, tut es mir natürlich noch mehr Leid bzw. auch weh, dass ich eine große Mitschuld an Deinem Ausstieg habe.
Dass diese sechs 1070 andere Romane kaputtmachen ist natürlich eine heftige Ohrfeige für mich.


Hallo Thilo,

Du bist nicht alleinverantwortlich dafür, daß ich aufhöre. Bevor Du in die Serie eingestiegen bist, hatte ich genau die gleichen Probleme mit den Romanen eines anderen Autors. Ich verstehe, daß jeder Autor "seinen" Stil hat. Und Dein Stil ist nunmal völlig anders.
Wie ich schon geschrieben habe, ist der von Dir behandelte Zyklus nur einer von Vieren.
Also mach Dir keine Vorwürfe.
Wie Du siehst, gibt es andere Leser, denen Dein Stil, wie er jetzt ist, total gefällt. Ich wollte Dich auch nicht deprimieren. Es ist halt so, daß ich zur Zeit die größten Probleme mit Deinen Romanen habe, und gut ist.
Ich kann mich nur wiederholen: Es liegt nicht nur an Dir. Vielleicht ist das Problem auch, daß die Romane, die mir nicht zusagen, in der letzten Zeit gehäuft auftreten.
Es ist möglicherweise eine unglückliche Anhäufung.
Ich hoffe, daß ich hiermit einiges klarstellen konnte, weil Du offensichtlich alles auf Dich beziehst. Du steigerst Dich da in etwas rein.

Auch ich wünsche Dir alles Gute, und lass den Kopf nicht hängen.

erstellt am 27.08.15 09:10
fooly schrieb:
Ich hoffe, daß ich hiermit einiges klarstellen konnte, weil Du offensichtlich alles auf Dich beziehst. Du steigerst Dich da in etwas rein.



Moin Moin,

nein, bitte nicht missverstehen. Ich steigere mich da nicht hinein.

Vielleicht aber ein Versuch der Erklärung.

Allgemein geschrieben. Da gibt es eine Sache, die Menschen mögen. Dann passiert etwas und andere machen die Sache weiter. Nach bestem Wissen und Gewissen. Dass sich die Sache ändert, ist klar. Siehe Politik, Fußball, Film/Serie oder einfach nur ein „Chef“-Wechsel in der Firma. Plötzlich ist alles anders. Dass es da Fluktuationen auf allen Seiten gibt, ist sicherlich auch eine Gesetzmäßigkeit der Dinge. Die „Leidtragenden“ sind die angestammten Wähler, die Fans, die Mitarbeiter, die den neuen Stil nicht mittragen können. DAS finde ich persönlich schade und möchte das auch kundtun, damit der Abschied wenigstens etwas in Würde ist. An der Situation selbst kann ich persönlich nichts bzw. nicht viel ändern.

In meinem Bekanntenkreis nennt man mich auch Thilosoph, weil ich versuche viele(s) zu verstehen und Gesetzmäßigkeiten zu erkennen.

erstellt am 27.08.15 23:05
Schade, aber ich kann es sehr gut nachvollziehen!

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