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Thema: 1947 Rasputins Ungeheuer
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erstellt am 05.11.15 18:25
Spoilergefahr in der Rezi. Wer sich irgendwann eine eigene Meinung zu dem Roman machen will sollte meine Gedankengänge nicht lesen und sich dadurch vielleicht beeinflussen lassen.



Die Rasputin-Romane sind, zumindest wenn man die Action und den Fortgang des roten Fadens betrachtet, momentan das Highlight der Dark-Geschichten für mich. Ich habe dem Hauptautor unrecht getan, als ich vermutete, dass der russische Dauergegner nur PR-Namensgeber für ein weiteres Monster der Woche ist. Hier geht die Action ab, hier wird richtig mitgemischt, hier entwickelt sich der rote Faden. Ob das gleichbedeutend mit einem guten Roman ist, ist eine andere Sache.

Man kann gut und gern sagen, dass das Heft ein Krimi ist. Der neu erweckte Leibwächter von Rasputin ist ein Mensch namens Oleg, den der Alchemist mit einem Schlafgift für Jahrzehnte ruhiggestellt hat. Auch seine Handlanger sind normale Killer. Mal abgesehen von einer Ausnahme am Ende keinerlei paranormale Inhalte oder Magie. Dafür die üblichen Hubschrauber-Verfolgungen, MP-Gefechte und Kampfsporttechniken. Man bekommt die Art von Action, die man von Dark gewohnt ist.

Das trifft leider auch auf die Dialoge (mittlerweile akzeptiere ich diesen Aspekt seiner Schreibe wenn er nicht zu schlimm ist) und die Logik zu. Da haben wir Karinas Informanten, der sie in Lettland auf die Spur der Bösewichter bringt. Es reicht dass Karina beim ersten Treffen vor Ort seinen Namen erwähnt um John misstrauisch zu machen. Warum? Keine Ahnung, es gibt zu diesem Zeitpunkt nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass Sokolov ein Veräter ist. Abgesehen von gesundem Misstrauen, aber John ist sich fast todsicher. Bei dieser Meinung bleibt er auch die ganze Zeit auf dem Weg zum vereinbarten Treffpunkt. Hätte sich dann herausgestellt dass auch ein Geisterjäger mit seinen grundlosen Anschuldigungen sich irren kann, ich hätte es sehr begrüßt. Aber natürlich stellt der Kerl sich als Feind heraus, der Rasputin gerufen hat.

Also muss das Heldenduo vor Rasputin, Oleg und den Killern fliehen, die sie im Hubschrauber verfolgen. Dabei kommt man auf die grandiose Idee, doch in ein Getreidefeld zu fahren, um durch die dadurch entstehende Staubwolke die Gegner zu verwirren...oder so. Es kommt wie es kommen muss, Karina sieht durch die Kornhalme bald nichts mehr und muss den Wagen stoppen, wo Oleg sie aufspürt und sich auch dämlich anstellt. Statt sich die beiden zu schnappen, hebt er ihren Wagen hoch und rutscht dabei ab. Er wird unter dem Auto eingeklemmt und muss sich erstmal befreien, was John und Karina wertvolle Sekunden gibt. Es kommt zu einem kleinen Handgemenge und der Leibwächter flieht. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es für mich zwar Action, aber sie war nur Fassade. Den guten passiert eh nichts, aber auch Rasputin oder Oleg werden nicht verletzt.

Danach kommt der große unerwartete Knall. John und Karina werden gefasst. Ihnen werden die Waffen abgenommen und sie werden gefesselt, um schließlich per Hubschrauber zu einem Versteck geflogen zu werden. Dort trennt man die beiden und schließt sie in verschiedenen Zimmern ein. Wie will Dark da logisch wieder rauskommen? Ich war gespannt. Eine Situation, aus der nur ein guter Autor seine Helden retten kann ohne dass es schlecht geschrieben ist. Ich rechnete mit vielem. Zufallszufälle oder Gegner die sich bis zum Tiefpunkt dämlich anstellen wie nie. Was sich der Altmeister einfallen lassen hat ist fragwürdig. Überraschend, in der Handlung nicht mal unbedingt unlogisch, aber für mich trotzdem grundlegend falsch und nicht zu akzeptieren.

Chandra höchstpersönlich dringt in Rasputins Versteck ein. Passt, sie kennt sicher seine kleinen Hüttchen im Wald. Danach metzelt sie sich lautlos ohne Alarm auszulösen durch die Wachen, passt sie ist eine ausgebildete Killerin. Sie befreit Karina und tötet Oleg. Warum? Weil ihr Rasputin plötzlich zu mächtig und böse geworden ist. Sie steht nicht mehr auf seiner Seite und hilft lieber den Helden. Ganz genau das ist Jasons platte Erklärung ohne genauere Motive für die Kugelsichere. Die haben mir aber gefehlt, um eine 180°-Wende der Killerin zu rechtfertigen. Justine hatte ihre nachvollziehbaren Gründe, mit John zusammen zu arbeiten. Gut, Chandra will noch nicht mit John zusammenarbeiten, aber auf jeden Fall gegen Rasputin arbeiten. Da muss wohl jeder selbst für sich entscheiden, ob es das hinnehmen kann.

Nebenbei entreißt Rasputin John das Kreuz und der ruft die Formel, um den Russen zu verjagen. Die erwähnt einzige Szene mit Magie im gesamten Roman. Abgesehen von Olegs Erweckung vielleicht, aber der wurde ja alchemisch schlafen gelegt.




Jason hat den Mut aufgebracht, einen radikalen Einschnitt in den Plot einzuarbeiten. Das muss man ihm lassen. Action gab es auch genug und Storyentwicklung sowieso. Chandras Seitenwechsel kann ich nichtmal verurteilen. Er ist nicht direkt unlogisch, es fehlen einfach Informationen um ihn besser zu begründen. Durch ihr Eingreifen macht die Rettung der Helden sogar Sinn. Hätte Dark Chandras Motive besser erklärt, ich hätte einen seiner Romane das erste mal seit gefühlten Jahren trotz Dialoge und Fehlerchen für einfach nur angenehm gut befunden. So für mich aber Mittelmaß.



Als Dialog der Woche ein Gespräch zwischen John und Karina, nach der Ankunft des Geisterjägers.

Sie winkte ab, bevor sie sagte: „Ich denke nicht, dass wir ihn in Russland finden.“
„Sondern?“
„Hier in Lettland. Womöglich sogar in Riga. Deshalb bist du auch hier gelandet.“
„Ahhh – so ist das!“
„Sicher bin ich mir nicht, aber es kann durchaus sein.“
„Und warum sollte dieser Leibwächter hier in der Stadt sein?«“
„Ich habe keine Ahnung. Es kann sein, dass auch Rasputin den Weg nach Westen sucht.“

Warum Rasputin nach Westen auf dem Weg sein soll wird nicht erklärt. Warum man auf dem Weg nach Westen durch Lettland kommen muss wird auch nicht erklärt. Aber wir wissen ja: Wenn bei Dark völlig aus der Luft gegriffene Sachen behauptet werden, dann stimmen sie fast immer.

erstellt am 05.11.15 18:31
klingt jetzt nicht schlecht hab das heft auch schon gekauft. bin aber noch ein bisschen hintendran. paar romane halt.

ich habs nicht so eilig mit dem aufholen, frag mich aber, warum einer, der sich hier Sinclair nennt und die serie so toll findet, beim lesen ganze jahre hinter her hinkt



(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 18:32 Uhr bearbeitet)

erstellt am 06.11.15 13:03
Der Seitenwechsel hat die für mich bisher relativ guten Figur Chandras schwer beschädigt, obwohl sie ja auch schon ewig nicht mehr richtig eingesetzt wurde.
Das hätte man viel besser herausarbeiten können, so ist es nur ein schwacher Kniff in einem hoffnungslos verfahrenen, in die Länge gedehnten Handlungsstrang, der mal das Potenzial zu einem Highlight der Serie gehabt hat.

Über die idiotischen Leserbriefe sollte man keine Worte mehr verschwenden, sind wahrscheinlich alles was Dark an Bestätigung noch geblieben ist.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 13:03 Uhr bearbeitet)

erstellt am 09.11.15 07:56
Ich hatte den ersten Post überflogen und von "dem Knaller" gelesen. Von daher hab ich wer weiß was erwartet ... Karina tot, Wladimir als Untoter zurück oder Rasputin erledigt.

Nichts von alledem trat ein, aber von Anfang an. Zum Inhalt ist genug gesagt worden, auch ich fand manches wieder mit der Logikbürste vergeht herum gekämmt, aber das tat meinem Lesespaß wenig Abbruch.

Die Dialoge fand ich sogar annehmbar. Etwas weniger hingegen die Flucht durch das gemähte Feld. Den "Knaller" hingegen finde ich gelungen. Okay, man kann sagen, "das ist aber sehr bemüht" und nicht erklärt ... muss man aber nicht. Das Leben schreibt oft genug völlig verrückte Wandlungen und dann darf der Altmeister das auch. Hoffe wir einfach, dass er daraus was macht.

Nach dem Roman ohne John, den ich erst die Tage las, jetzt der zweite JS hintereinander von Jason Dark und er hat mir sogar noch besser gefallen. Ich gebe eine Zwei mit einem leichten Minus. Dennoch lesenswert für Fans. Nach einem kurzen PR-Abstecher folgt der Roman von Eric Wolfe.

erstellt am 12.11.15 16:26
Teile Eure bisher recht positive MEinung. Auch ich fand ihn gut. Habe zwischendurch mal nachgeschlagen, ob er tatsächlich von Dark ist. Aber die berühmten "Tu das"-Dialoge haben jeden Zweifel aus dem Weg geräumt.
Auch für mich einer der besten Darks seit langem, ich bin froh, dass ich ihn gelesen habe, ich hätte was verpasst.

erstellt am 12.11.15 19:06
Der Roman spielt in Lettland, wo Rasputin in Begleitung eines Lendenschurz tragenden riesigen Afrikaners gesichtet worden ist. Als John und Karina Grischin ihren Informanten besuchen, stellt sich dies als Falle heraus, und eine Flucht durch die lettische Pampa startet ...

Von Rasputins "Ungeheuer" sollte man jetzt nicht zu viel erwarten. Kamen mir in der Unterwasserszene noch die Namen Xorron und Vampiro-del-mar in den Sinn, entpuppte sich der tumbe Oleg eher als Ulk. Dies, gepaart mit den Dialogen und den übrigen Bösewichtern, ließ mich das Abenteuer dann auch als durchaus unterhaltsame Comedy lesen. Es war kurzweilig und spaßig, und offensichtlich interpretiert JD seinen RasPutin in zunehmendem Maße als Allegorie auf die aktuelle russische Politik (oder wie er sie wahrnimmt).
RasPutins Bad im See empfand ich als gelungene Eröffnung der Geschichte; der schmierige Bademantel-Sokolow darf gerne zukünftig noch mal mitmischen, fand ich gut. Die Ereignisse am Ende treffen dann auf meine begeisterte Zustimmung, ich hätte nicht gedacht, dass der Roman sich noch so steigern und ein rundweg spannendes, überraschendes und mich zufriedenstellendes Ende finden würde.
Unterm Strich geb ich 3/5 Kreuzen

Besonderheiten:
- Chandra stellt sich gegen die Erben Rasputins
- selbst das aktivierte Kreuz kann Rasputin nicht ohne weiteres vernichten

erstellt am 12.11.15 19:20
Das Gleichgewicht schrieb:

Nebenbei entreißt Rasputin John das Kreuz und der ruft die Formel, um den Russen zu verjagen. Die erwähnt einzige Szene mit Magie im gesamten Roman. Abgesehen von Olegs Erweckung vielleicht, aber der wurde ja alchemisch schlafen gelegt.


So ganz richtig ist das nicht. Der gute Rasputin wandelt schließlich, ohne atmen zu müssen, fröhlich auf dem Grund des Sees rum. Und Chandra ist immer noch kugelfest.

erstellt am 13.11.15 10:49
Dieser Roman hat mich wirklich positiv überrascht. Dass das Thema Rasputin JD liegt hat er in diesem Zusammenhang schon öfter bewiesen. Für mich ist dies der beste Roman den ich in der letzten Zeit von JD gelesen haben. Der Roman fängt schon mit der Erweckung des Leibwächters Oleg recht spannend und gut an. Die Szenen am See sind wirklich gut beschrieben. Etwas enttäuscht war ich eigentlich nur, dass Oleg nicht das erwartete Ungeheuer war, wie es der Titel vermuten lies. Das Oleg dann auch noch schwarz war war wohl dem Titelbild geschuldet. Etwas lächerlich fand ich dann die Geschichte mit dem Lendenschurz. Na ja Schwamm drüber. Doch auch nach der Erweckung weiß dieser Roman zu überzeugen. John wird von Karina nach Lettland geholt und von da an wird einem jede Menge Aktion geboten. Übrigens fand ich die Idee mit Lettland nicht schlecht. Das sich Karinas Informant als Komplize von Rasputin herausstellt fand ich gar nicht so schlimm. Nur das John dies schon vorher ahnt bevor er den Informanten kenngelernt hat fand ich etwas merkwürdig. Doch auch hier kann ich ein Auge zudrücken. Denn die Verfolgungsjagd mit dem Hubschrauber und die Gefangennahme von John und Karina sorgen für jede Menge Unterhaltung. Doch wirklich überraschend fand ich dann das Ende. Denn hier hatte ich tatsächlich überlegt wie will JD diese Nummer noch retten. Beide gefangen und kein Ausweg. Doch dann zaubert JD die Nummer mit Chandra aus dem Hut. Damit gelingt ihm ein Schachzug mit dem ich persönlich nicht gerechnet habe. Obwohl man natürlich sagen muss dass Chandras Motiv etwas dünn ist. Aber bisher habe ich mich immer beschwert das JD alles immer in 08/15 Manier runterspult und diesmal schafft er es wirklich eine unerwartete Wendung in die Geschichte reinzubringen, die ich nur als positiv bewerten kann. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser Wechsel von Chandra nicht beim nächsten Rasputinroman wieder in Vergessenheit gerät sondern dieser Punkt weiter ausgebaut wird. Ansonsten würde diese an sich gute Idee direkt wieder verpuffen. Positiv fand ich in dem Roman auch das Rasputin selber den ganzen Roman über mitgespielt hat und nicht nur seinen Leibwächter ins Rennen geschickt hat.

Für diesem Roman vergebe ich ein sehr gut weil er mich rundherum gut unterhalten hat und in meinen Augen alles enthält was Sinclair ausmacht. Eine Geschichte die ein Hauptthema weiterführt, Aktion und eine überraschende Wendung. Natürlich kann man auch Kritik anbringen und das ein oder andere bemängeln doch hier drücke ich ein Auge zu.

erstellt am 13.11.15 12:23
Den einzigen Feind den JD noch mehr gestreckt hat als Rasputin (und Matthias) ist glaube ich Dracula 2 gewesen, der gefühlte 10 Jahre früher hätte abtreten sollen, wobei Rasputin mit seinen Experimenten und auch als Figur viel mehr Potenzial gehabt hat, was inzwischen leider im Sande verlaufen ist, einfach weil sich das ganze schon wieder Jahrelang hinzieht.

Und was Chandra angeht, Mallmann hatte auch Pakte mit Assunga und Justine, die mehr schlecht als recht aufgelöst wurden, deshalb erwarte ich hier auch nichts.

Viel mehr interessiert mich die neue "Gruppe" die sich um den Mönch der neuen Autoren bildet.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 12:24 Uhr bearbeitet)

erstellt am 13.11.15 17:13
New Orgow schrieb:Doch wirklich überraschend fand ich dann das Ende. Denn hier hatte ich tatsächlich überlegt wie will JD diese Nummer noch retten. Beide gefangen und kein Ausweg. Doch dann zaubert JD die Nummer mit Chandra aus dem Hut. Damit gelingt ihm ein Schachzug mit dem ich persönlich nicht gerechnet habe. Obwohl man natürlich sagen muss dass Chandras Motiv etwas dünn ist.


ich weiß überhaupt nicht wo die herkommt. hab nur ein paar romane gelesen, da war sie halt eben kugelfest. wer ist das überhaupt, Chandra?

das ende vom roman hat mir nicht gefallen. schon mal nicht wenn jemand so aus dem hut gezaubert wird. und wenn der typ von john nur das kreuz haben und ihn dann sofort umbringen will, warum dann alles so umständlich. da hätt er john auch gleich erschießen, das kreuz nehmen und mit dem hubschrauber wegfliegen können, genau in dieser reihenfolge und nicht wie im roman in der umgekehrten reihenfolge.

trotzdem geb ich mal 3 von 5 kreuzen. bis kurz vors ende war der roman ja noch gut.

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