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Thema: 1948 Die Hexenbibel
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erstellt am 19.11.15 18:41
Zugegeben, die Hexenbibel-Geschichte war unnötig übertrieben. Nicht unbedingt kompliziert, aber zu ideenreich. Warum die schwarze Essenz ausgerechnet in die Vergangenheit reist statt direkt neue Wirte in der Nachbarschaft zu suchen wird ebenso wenig geklärt wie der Fakt, dass die Essenz das Gesicht ihres beinahe übernommenen Opfers auf weitere Opfer überträgt. Und wie die Bibel aus dem Bestand der Weißen Macht verschwunden ist kann man bestenfalls als humorische Hommage an Heftroman-Zufallszufälle sehen. Ich hätte mir eher sowas gewünscht, wie ein ehemaliges Leben von Jane als Dämon. Wie John als Richard Löwenherz. Das würde erklären, warum die Opfer der Dämonenessenz Janes Gesicht zu haben scheinen. Vielleicht zum Finale ein Kampf Jane gegen Jane.

Immerhin hat der Autor damit den Plot eines Kollegen solide abgeschlossen. Der Roman war schon in Ordnung. Jetzt darf es gern mit Barantor und den anderen eingesperrten Dienern des Schwarzen Todes weitergehen. Das interessiert mich wesentlich mehr.



(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 18:42 Uhr bearbeitet)

erstellt am 19.11.15 21:58
Auch ich habe von diesem Roman mehr erwartet. ICh teile nicht jeden Punkt, den Gleichgewicht anbringt, aber die Grundrichtung.
Also ich fand es zu komplex. Wir haben verschiedene Handlungszeiten und -orte, dazu noch Visionen, verschiendene Gegnertypen, (Hexen, Vampiere, Ghouls, Asmodis, ein Buch...), Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit. Mit schwirrt immer noch der Kopf, wenn ich daran denke. Mir war der Aufbau des Romans too much.
Die einzelnen Szenen fand ich jetzt nicht so schlecht, wie von Gleichgewicht dargestellt. Die Erlärung des Ganzen fand ich nicht ganz so logisch wie John, aber er ist ja der Geisterjäger
Klar, man findet auch was zu meckern, aber in welchem Roman haben wir das nicht.
Ich finde, das größte Manko ist die komplexe Verschachtelung.

erstellt am 20.11.15 12:56
Ich denke dieser Roman wird bei den Stammlesern von John Sinclair nicht ankommen. Ich persönlich fand die Geschichte nicht schlecht und auch nicht unlogisch. Sie ist zwar nicht so gut wie die beiden bisherigen Romane von Eric hat aber durchaus ihren Reiz. Das Problem bei Eric's Roman ist wohl, dass sie einen beim Lesen etwas herausfordern und man schnell mal den Pfaden verlieren kann. Doch hält man durch bekommt man Ende doch noch eine logische Erklärung für die Ereignisse. Wobei hier in dieser Geschichte doch die ein oder andere Frage nicht ganz zufriedenstellend beantwortet wird. Ich persönlich mag aber die Schreibweise von Eric weshalb bei mir der Roman auch ganz gut weg kommt.

Eric Wolfe führt in diesem Roman die Geschichte aus Band 1887 weiter in der eine Hexe aufgetaucht ist die Janes Gesicht hat. Ich denke dass er diese Geschichte weitergeführt hat hat zwei Gründe. Die ursprüngliche Geschichte stammte ja von Christan Schwarz und ich schätze mal, dass dieser nicht in die Stammmannschaft der neuen Autoren übernommen wurde. Um aber keine offenen Enden zu lassen hat Eric das Thema aufgegriffen um den Leser eine Erklärung für das Aussehen der Hexe in Band 1887 zuliefern. Und für mich hat er dies auch zufriedenstellend geschafft.

Gerade die Auflösung mit den Energieladungen hat mir ganz gut gefallen. Und das diese drei Energieladungen andere Gastkörper suchen, da sie durch John's eingreifen nicht mir ins Janes Körper zurück konnten fand ich eigentlich logisch. Natürlich kann man sich fragen warum einer der Energieballen eine Zeitreise von einigen Jahrhunderten unternimmt während die anderen beiden in der Gegenwart verbleiben. Hier aber bin ich der Auffassung dass dies einfach dem geschuldet ist im Nachhinein eine logische Erklärung für das Phänomen in Band 1887 zu erreichen.

Was ich mich eigentlich mehr Frage ist, wenn bei Jane jetzt die guten Anteile ihrer Seele durch die Hexenbibel ausgesaugt und verunreinigt wurden und nur noch ein verunreinigter Teil wieder in Jane zurückgekehrt ist, müsste Jane dann jetzt nicht Böse sein.

Unlogisch und überschlüssig fand ich eigentlich nur die Szene in der Hellen Dunhams Mann doch noch zu einem Vampir wird obwohl John vorher den Kreuztest mit ihm gemacht hat.

Mir hat das Lesen aber Spaß gemacht und ich wurde trotz einiger verwirrender Momente und nicht ganz geklärter Fragen gut unterhalten. Deshalb vergebe ich auch noch eine gute Bewertung mit der Tendenz nach Mittel.

erstellt am 20.11.15 23:12
New Orgow schrieb:

Was ich mich eigentlich mehr Frage ist, wenn bei Jane jetzt die guten Anteile ihrer Seele durch die Hexenbibel ausgesaugt und verunreinigt wurden und nur noch ein verunreinigter Teil wieder in Jane zurückgekehrt ist, müsste Jane dann jetzt nicht Böse sein.

Richtig! 3x gut raus, 1x böse rein. Was haben wir dann in Jane?? Nur noch böse, oder? Und welcher Teil von ihr kämpft dann todesverachtend gegen den bösen Strang und bittet John um das Kreuz???Hm...
Und warum teilt sich eine Seele in drei Teile auf??
Für mich ist dieser Roman einfach zu kompliziert.

erstellt am 20.11.15 23:52
Dann sag ich halt auch mal was dazu:

Mein Plan für diesen Roman war von Beginn an, die Ähnlichkeit von Jane zu der Hexe aufzuklären. Allerdings hätte mich eine einfache, schon tausend mal gelesene Lösung (z.B. die Hexe war eine Vorfahrin von Jane, die Hexe war ein früheres Leben von Jane) nicht interessiert. Das wäre mir zu abgelutscht gewesen, deshalb hätte es mich gelangweilt. Das mögen andere anders sehen, aber ich wollte das nicht.

Gut, also musste eine andere Idee her, wie man das erklären könnte. Und dass die Lösung, die mir dann in den Sinn gekommen ist, nicht gerade einen unkomplizierten Roman ergeben wird, war mir von vorneherein klar - genauso, dass das nicht bei jedem ankommen wird. Dennoch habe ich mich bewusst dafür entschieden.

Deshalb kann mir mir durchaus vorwerfen, dass der Roman etwas verwirrend sein mag, dass er kompliziert ist. Man kann ihn auch blöd finde, völlig okay. Ihn als oberflächlich zu bezeichnen, finde ich allerdings etwas überzogen, denn das impliziert, dass ich mich hingesetzt und einfach mal was runtergerotzt hätte. Und das habe ich definitiv nicht. Es hat etliche Tage gedauert, bis ich die Handlung in sich logisch hatte (und ich behaupte: das ist sie!).

Die Handlung in Kurzfassung mal chronologisch:
Die Hexenbibel liegt seit Jahrhunderten in einem Archiv der Weißen Macht. Das finde ich nicht ungewöhnlich. Aufgrund eines Unfalls erlischt der magische Bann um die Hexenbibel. Auch da ist in Heftromanen schon Unglaubwürdigeres geschehen.
Von dem magischen Bann befreit, sorgt die schwarze Magie der Bibel nun dafür, dass sie quasi von der Bildfläche verschwindet. Die ganzen Umstände, die dazu führen, haben also nix mit Zufall zu tun, sondern sind schwarzmagisch gesteuert. Das drückt John ja im Roman auch so aus.

Weiter: Eine Frau fällt der Bibel zum Opfer. Ihre Seele verlässt durch Augen und Mund den Körper und dringt in die Bibel. Da es drei Ausgänge sind, ist die Seele folglich in drei Stränge gesplittet. Die Frau bekommt ihre Seele verunreinigt zurück, verfällt dem Bösen und erhält daraufhin von Asmodis den Auftrag, Jane ebenfalls wieder auf die Seite des Bösen zu ziehen.

Die Frau zwingt Jane, das Buch eigenhändig zu öffnen. Weil Jane lange widersteht, dauert das ein paar Tage. Doch irgendwann knickt Jane ein, sie öffnet das Buch, ihre Seele verlässt in drei Teilen ihren Körper (bzw. ein Teil ihrer Seele? Könnte sein. Es wurde nicht konkret ausgesagt, ob etwas Restseele zurückbleibt) - doch bevor die verunreinigte Seele in sie zurückkehren und Jane auf die Seite des Bösen holen kann, greift John ein. Und zwar mit seiner stärksten Waffe - viel stärker als die der Hexenjäger, die damals die Hexenbibel an sich genommen hatten. Deshalb reagiert die verunreinigte Seele auch anders als damals. Damals hat sie sich in die nächstgelegenen Körper verkrümelt. Diesmal, angesichts der starken weißen Magie, flieht sie quasi panisch.

Warum ein Teil davon so weit in die Vergangenheit? Na ja, wie soll ich sagen? Weil es halt so ist. Wie gesagt: Das war eine magische, panische Flucht. Warum also nicht?

Dadurch war nun ein Teil von Janes verunreinigter Seele in den Opfern. Dieser Seelenteil hat irgendwann überhand genommen, die ursprüngliche Seele zurückgedrängt und in den Wahnsinn getrieben, und völlig die Kontrolle übernommen. Das Opfer war dadurch ein Teil der bösen Jane Collins und hat deshalb ihr Aussehen angenommen. Was nicht alles passieren kann, wenn Magie im Spiel ist. (Und da soll mir erst einmal einer das Gegenteil beweisen. )

Die drei Seelenteile waren aber mit ihrem ursprünglichen Körper irgendwie noch verbunden, wollten in ihn zurückkehren. Wären nun alle drei Seelenteile außerhalb des ursprünglichen Körpers vernichtet worden (wei bei den Hexenjägern), wäre nicht mehr genug Seele übrig gewesen, um den ursprüngnlichen Körper am Leben zu halten. Jane wäre gestorben. Deshalb hat sie einen Teil ihrer Seele in sich wieder aufgenommen.
Und im Gegensatz zu den Seelenteilen in Fremkörpern hat Johns Kreuz den Teil hier nicht vernichtet, sondern eben gereinigt. Dadurch konnte Jane überleben.

Woher sie das wusste? Wusste sie nicht. Aber in ihren Augen war es die einzige Möglichkeit, die genauso gut hätte schiefgehen können.

So, was waren noch für Unklarheiten?
Ach ja, warum die Silberkugeln plötzlich nicht mehr gegen Vampire helfen. Das liegt daran, dass die Dame zu dem Zeitpunkt, als John auf sie schießt, noch keine Vampirin ist, sondern ein in Transformation befindliches Opfer der Hexenbibel. Aus diesem Grund hat auch ihr Vampirkeim noch keine Wirkung, aus diesem Grund verwandelt sich ihr Opfer = Ehemann noch nicht in einen Vampir, aus diesem Grund reagiert er nicht auf Johns Kreuz. Erst als ihre Transformation abgeschlossen ist und sie als vollwertige Vampirin gilt, wirkt der Keim, ihr Mann wird zum Vampir, sie kann kein Sonnenlicht vertragen und spiegelt sich nicht mehr. Vorher hat ihr das Licht nur weh getan und das Spiegelbild war verschwommen. Das sollte eigentlich zeigen, dass sie erst auf dem Weg zur Vampirin war.

Keine Ahnung, ob das jetzt etwas zur Klarheit beigetragen hat.

Mir hat es auf jeden Fall Spaß gemacht, mal eine etwas andere Sinclair-Story zu schreiben und das eigentliche Geheimnis erst nach und nach zu enthüllen. Dass das bei manchen auf Unmut stoßen wird, war mir bewusst. Aber ich muss gestehen: ich mag die Geschichte.

Herzliche Grüße
Eric Wolfe

erstellt am 21.11.15 11:12
Man hat auf jeden Fall gemerkt, dass du dir Gedanken gemacht hast. Schön wenn ein Autor hier in einem der Foren mitließt und sogar antwortet. :)

Man kann es halt nicht jedem Recht machen.

erstellt am 24.11.15 20:00
New Orgow schrieb:
Ich denke dieser Roman wird bei den Stammlesern von John Sinclair nicht ankommen.


dann gibts wieder schelte auf der leserseite

hab den roman gelesen, okay, n klein bisschen was ausgelassen, war schon spät. ich geb mal 4 von 5 kreuzen. habs aber voll vergessen: war der mönch im roman oder nicht?

erstellt am 25.11.15 20:47
Also mir hat's gefallen. Ja, es gab sicher schon gradlinigere Sinclair-Romane, aber ich fand die Geschichte interessant und spannend erzählt, die Auflösung schlüssig. Lobenswert war auch, dass auf einem bereits etwas länger zurückliegenden Roman aufgebaut wurde. Genau diese lockere Verzahnung mag ich bei Sinclair.
Lediglich eine Stelle im Roman war für mich erzählerisch sehr untypisch, nämlich das knapp geschilderte Ghoul-Intermezzo am Flughafen. Die Unterbrechung passte eigentlich prima in die Geschichte, aber JD hätte daraus nach meinem Empfinden in den guten alten Zeiten einen eigenen Zwischenroman gebastelt und die Bibelgeschichte dann als verkappten Dreiteiler im Abschlussband zu Ende erzählt. Eine Ghouljagd auf einem ganz bestimmten deutschen Flughafen hätte zudem eine wenigstens halbwegs akzeptable Erklärung für ansonsten unerklärliche bauliche Verzögerungen liefern können .

erstellt am 25.11.15 23:09
Ariane schrieb:
New Orgow schrieb:
Ich denke dieser Roman wird bei den Stammlesern von John Sinclair nicht ankommen.


dann gibts wieder schelte auf der leserseite


Das sowieso - aber Stammleser? Sag mal lieber die anspruchslosen "Hausfrauen". Stammleser wie wir, die quasi die ganze Serie kennen, die mögen solche Romane ja weil wir wissen dass Jason früher durchaus anspruchsvoll schreiben konnte.

Und sogar Logikfehlerfrei (nun ja ... mehr oder weniger )

erstellt am 20.12.15 17:06
Mit einer Fortsetzung von Christian Schwarz' Roman JS 1887 hatte ich eigentlich kaum noch gerechnet. Hatte mich das anfangs gewurmt, war ich dann doch eher froh, da ich einer entsprechenden Auflösung sowieso recht skeptisch entgegensah. Wie sich zeigt, war das Projekt bei Eric Wolfe aber in den richtigen Händen, denn er präsentiert mit der 1948 seinen in jeder Beziehung bisher besten Sinclair-Roman.

Die Geschichte besteht aus drei Teilen: Der erste beschäftigt sich mit Helen, dem Vampir und zeigt ihre Metamorphose. Kurz: das Beste, was ich seit Langem zum Thema Vampir gelesen habe.

Teil zwei widmet sich der Coringham-Sippe. Besonders der im Präsens verfasste Shyleen-Abschnitt hat mir ausgezeichnet gefallen. Vielleicht wäre es zu viel geworden, aber ein Kurzauftritt von Tochter Patricia hätte es noch sein dürfen, damit man erfährt, wie es ihr mittlerweile geht.

Der dritte Teil erzählt schließlich Janes Martyrium unter Karens Folter. Da war der Autor alles andere als nett, und überhaupt musste die Detektivin in dieser Geschichte verdammt viel einstecken. Die surreale Träumerei lockerte das Ganze wunderbar auf. Ich hatte die gesamte Zeit fest damit gerechnet, dass Janes latente Hexenkräfte das Ding früher oder später schon schaukeln würden, und ZUM GLÜCK war das nicht der Fall. Eine Jane mit begrenzten Möglichkeiten, die keine Zeittore öffnen und Werwölfe durch reines Anschauen verbrennen kann, ist mir deutlich lieber.

Überhaupt waren alle Figuren bestens dargestellt. Selbst der kürzeste Dialog mit der kleinsten Nebenfigur war ein Lesegenuss. Man merkt dem Roman auf jeder Seite das Engagement des Autors an, weshalb ich mich über manches Urteil zu diesem Band (besonders in einem anderen Forum) nur wundern kann. Letztlich wurde auch das schöne Titelbild passend in der Handlung verarbeitet. Ich gebe die volle Punktzahl - 5/5 Kreuzen.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 17:08 Uhr bearbeitet)

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