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Thema: 420: Hinter dem Spiegel
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erstellt am 17.02.16 17:06
Hinter dem Spiegel
Geschrieben von Lucy Guth
Cover von Néstor Taylor

Eben noch in einer bizarren Scheinwelt gefangen, die der postapokalyptischen Erde nachempfunden wurde, finden sich Matthew und Aruula nach ihrem Sprung durch den Spiegel in einer weiteren Welt wieder, die als Gegengewicht zu Jacob Smythes wahnsinnigen Phantasien zu fungieren scheint - und von der er selbst nichts ahnt! Auch diese holografische Simulation erscheint erschreckend real, doch sie gehorcht wenigstens der Logik. Wie Matt und Aruula erfahren müssen, als sie vom Wachdienst des Weißen Hauses festgenommen werden...

erstellt am 23.02.16 22:28
Nachdem der Zyklus bereits seit geraumer Zeit ziemlich stark verläuft, war dies der erste Roman seit Längerem der ein Stück abfiel. Das hatte primär mit der für meinen Geschmack etwas verkopften Grundkonstellation (doppelte holografische Simulation samt Einstein-Bot) und dem teilweise nicht nachvollziehbaren Figurenverhalten des Wachpersonals im Weißen Haus zu tun.

Das gelegentliche Hin- und Herspringen zwischen den beiden Simulationen vermittelte nicht wirklich Spannung, im Grunde liefen die beiden Ebenen in der Erzählung nebeneinander her. Es drängt sich der Eindruck auf, der einzige Grund für die Einführung der Washington-Simulation sei gewesen, einen Band mal wieder "auf der Erde" spielen zu lassen und dabei Aruula etwas von Matts alter Welt nahezubringen. Der letztere Aspekt bot für mich an dem Setting dann auch die gelungensten Momente des Romans.

Man kann für den derzeitigen US-Präsidenten nur hoffen, daß sein Wachpersonal im Gegensatz zu demjenigen im Roman wenigstens ein Mindestmaß an Professionalität an den Tag legt. Matt erzählt eine fürcherliche Räuberpistole, er habe von einer "Terrorzelle in Riad" (!) die Information erhalten, daß eine Bombe in den Privtaträumen des Präsidenten platziert werden soll, weswegen er (selbst) als erstes das präsidiale Schlafzimmer überprüfen wollte. Was macht der Security-Chef des Weißen Hauses: Er nimmt Matt das ab. Nee, ist jetzt schon klar.

Einige Seiten später bittet der Matt "seinen" Wachmann darum, daß ihm dieser innerhalb des Weißen Hauses Sprengstoff besorgt, schließlich benötige er diesen für seinen Plan den bösen Roboter aus der Parallelsimulation zu besiegen. Gesagt, getan. Der Wachdienst bringt eine Bombe in Weiße Haus.

Bleibt festzuhalten: Die Idee mit der holografischen Simulation war durchaus gut, aber man hätte es vielleicht besser bei einem Band (419) belassen sollen.

P.S. Einer meiner Lieblingsromane der vergangenen 20 Bände war Nr. 417 (Binaar), aufgrund der durchgängig hohen Spannungskurve, des ebenfalls hohen aber dennoch nicht gehetzten Erzähltempos und der (dosierten) Verwendung von Horrorelementen. Umso bedauerlicher finde ich daher Mikes Ankündigung auf der Leserseite, daß Oliver Fröhlich in 2016 eine MX-Pause einlegen wird.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 22:52 Uhr bearbeitet)

erstellt am 24.02.16 08:08
Jan schrieb:
Matt erzählt eine fürcherliche Räuberpistole, er habe von einer "Terrorzelle in Riad" (!) die Information erhalten, daß eine Bombe in den Privtaträumen des Präsidenten platziert werden soll, weswegen er (selbst) als erstes das präsidiale Schlafzimmer überprüfen wollte. Was macht der Security-Chef des Weißen Hauses: Er nimmt Matt das ab. Nee, ist jetzt schon klar.

Nachdem sich Matt als Angehöriger der US Air Force ausgewiesen hat und das auch überprüft wurde! Bei derselben Befragung beweist Matt zudem seine Geschichte von der Parallelwelt. Interessante Frage: Wenn jemand vor deinen Augen in einem Spiegel verschwinden würde, könntest du das ignorieren?

Einige Seiten später bittet der Matt "seinen" Wachmann darum, daß ihm dieser innerhalb des Weißen Hauses Sprengstoff besorgt, schließlich benötige er diesen für seinen Plan den bösen Roboter aus der Parallelsimulation zu besiegen. Gesagt, getan. Der Wachdienst bringt eine Bombe in Weiße Haus.

Wie gesagt: Nachdem Matt dem Wachmann die Sache mit der Parallelwelt bewiesen und der sich entschieden hat, ihm zu glauben! Und er händigt ihm den Sprengsatz (den er nicht ins Weiße Haus bringen muss, weil er sie aus dem Arsenal holt) auch nicht aus, sondern behält ihn am Mann. Zudem ist die Bombe durch einen Fernzünder gesichert, ohne den sie nicht scharfgemacht werden kann.

Dies nur zum besseren Verständnis. Ich bin dann mal wieder weg bis morgen früh!

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 08:09 Uhr bearbeitet)

erstellt am 24.02.16 20:54
Jan schrieb:
Umso bedauerlicher finde ich daher Mikes Ankündigung auf der Leserseite, daß Oliver Fröhlich in 2016 eine MX-Pause einlegen wird.


Das kommt ja nicht überraschend. (Wenn das Bayern München der Heftromane ruft.)
Ich hatte seit der 400 vergeblich auf einen weiteren Roman von Fröhlich gewartet. Meiner Meinung nach hätte man den Jubiläumsband von einem Autor schreiben lassen sollen, der den damit begonnenen Handlungsstrang auch künftig repräsentiert. Also z.B. Lucy Guth oder Sascha Vennemann. So hat das für mich das Hohlbein-Geschmäckle.

erstellt am 24.02.16 21:48
Blank

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 21:53 Uhr bearbeitet)

erstellt am 24.02.16 21:56
Sorry, die Editierfunktion des Forums hat mir komplett das Format meines ursprünglichen Beitrags zerschossen. Daher hier das zweite Blank-Posting. Ich versuche es später nochmal.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 22:06 Uhr bearbeitet)

erstellt am 24.02.16 21:59
Für mich ein sehr gut gelungener Roman, der sogar noch den Vorgänger getoppt hat. Vor allem wegen den guten alten Bekannten von der Erde!
Das macht schon Lust auf ein baldiges Umblenden zur guten alten Erde.

Der Smythe-Roboter ist also erstmal in der Washington-Holowelt von 2011 geparkt. Das passt mal ganz gut für ein paar Bände, aber er wird schon einen Ausweg finden, der Gute.

erstellt am 24.02.16 22:32
(Dritter Anlauf, alles nochmal abgetippt, puuh!)

@Mike

Ja, die Einwände habe ich in etwa so erwartet.

Ohne die Diskussion zu breit zu treten, überzeugen mich die Argumente aber nicht wirklich.

Zum einen beweist Matt bei der Befragung durch McKellan nicht seine Geschichte von der Parallelwelt, vielmehr hindert er gerade Spencer daran, daß dieser gegenüber McKellan die Thematik überhaupt erwähnt. Und so erzählt Matt eben die vorerwähnte Räuberpistole, er sei viel gereist, habe in Nahost die junge Dame [Aruula] kennengelernt und dann von einer Terrorzelle in Riad von einem geplanten Anschlag auf den Präsidenten erfahren, nämlich per Bombe in dessen Privaträumen.

Das ist für sich genommen schon eine an den Haaren herbeigezogene Story. Was aber macht der "Angehörige der US Air Force" dann mit dieser Information? Informiert er seine Vorgesetzten oder aber die einschlägigen US-Sicherheitsdienste? Nein, er reist offensichtlich mit Aruula aus dem Nahen Osten nach Washington, um dann im Schlafzimmer des Präsidenten selbst nach einer Bombe zu suchen(!).

Und diese Story wird vom Sicherheitsberater des Präsidenten erstmal so akzeptiert und man begibt sich auf Bombensuche. [Bitte hier gedanklich einen "Hand-vor-das-Gesicht-schlagen-und Kopfschütteln" Emoji einfügen]

Dein zweiter Einwand greift aus meiner Sicht schon etwas mehr. Ja, Spencer hat den Gang durch den Spiegel mitbekommen und ist daher eher bereit, Matt zu glauben. Sich dann aber als Wachmann(!) bereit zu erklären, mal so eben einen Koffer mit Sprengsatz im Weißen Haus zu deponieren, nur weil Matt ihm dies sagt, ist für meinen Geschmack einfach "zu viel". Separater Zünder hin oder her.

Um abschließend die Frage zu beantworten, ob ich es ignorieren würde, wenn jemand vor meinen Augen in einem Spiegel verschwindet: Sicherlich nicht, ich würde aber wahrscheinlich schleunigst mit dem Romanlesen aufhören.

erstellt am 23.03.16 17:31
ich geb mal grad noch so 5 von 5 kreuzen, aber versteh nicht was das jetzt für ne holo-welt war wie die funktioniert.

wie smythe das erste gerät geklaut hat, war das nur wie so ein überzug aus so ner masse, mit der er ein anderes aussehen hatte. wenn das holodings so ne art 3ddrucker ist, dann kanns so schwer doch nicht sein, aus der welt hinterm spiegel wieder auszubrechen. der muss doch nur durch die wand. wozu braucht der nen spiegel?

und wie groß ist dieses künstliche waashton? hat smythe überhaupt so viel platz binaar, um das hinzustellen?

erstellt am 11.05.16 13:54
Der Zweiteiler hat mir spitzenmäßig gefallen. Hat mich an die Auftaktepisoden der sechsten Dr Who Staffel erinnert mit dem weißen Haus und den witzigen Bebegenheiten. Das Hin und Her-Wechseln zwischen den Welten ist voll unterhaltsam. Dieser Smythe ist ja ein Freak.

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