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Thema: 1970 - Geschöpfe der Nacht
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erstellt am 13.04.16 13:03
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"Willard schlug die Augen auf, es war mitten in der Nacht. Ein unheimliches Wispern erfüllte den winzigen Raum, den er sich mit einem anderen Mann teilen musste. Er starrte auf den Lattenrost über seinem Kopf.
Der Spinner da oben war ihm von Anfang an komisch vorgekommen. Irgend so ein Junkie, der die meiste Zeit im Bett verbrachte und vor sich hin vegetierte.
Willard musste plötzlich daran denken, dass er den Typen noch nie eine Mahlzeit hatte einnehmen sehen. Es schien fast, als sei er mit dem Bett verwachsen. Einer von der ganz stillen Sorte, weshalb es Willard jetzt umso mehr wunderte, dass der Kerl ausgerechnet jetzt anfing, wirres Zeug von sich zu geben..."


Diesen Roman von Daniel Stulgies habe ich regelrecht verschlungen. Er ist spannend und atmosphärisch geschrieben, die doppelte Geschichte mit den Ermittlungen in London und gleichzeitig die Sache in Polen hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschehnisse in Polen waren super beschrieben, man fieberte mit Dawid und Anna richtig mit und der Troll war richtig schön widerwärtig beschrieben und auch mal was anderes, als nur die ewigen Zombies Vampire und was weiss ich noch alles. Der kurze Einblick in die Regeln der Trolle und der Hinweis auf einen Verrat der Menschen hat mir sehr gut gefallen.

Die Handlung in London dagegen hat mir nicht sooo zugesagt. Mit Pater Franklin wird hier eine gute Figur vorgestellt, die aber letztendlich wenig zur Geschichte beizutragen hat. Ausserdem war mir am Ende alles etwas schnell abgegolten, wobei mir das Ende doch noch zu gefallen wusste. Dieses Geflecht aus Illusionen, mit dem der alte Vampir hoffnungslos ausgetrickst wurde, war schon beeindruckend. Ich wäre nicht mal im Ansatz auf die Idee gekommen, dass
Text wurde vom Nutzer versteckt, sichtbar machen?
es sich bei Suko nur um eine Illusion handelt! Gut, er wusste ein wenig zu viel über den Vampir, aber das war der einzige Fingerzeig, dass hier was nicht stimmt. Super gemacht!
Und der Stinger am Ende... "Hast du jemals vom Spuk gehört, Ian?" verspricht ja mal was ganz gutes, auch wenn ich mir ein wenig unsicher bin, ob sich der Spuk von Illusionen (mehr scheint "Ian" ja nicht zu können) beeindrucken lässt. Und bei dem, was der Mönch stehlen (lassen) will, handelt es sich wohl um den Würfel des Unheils?

Ich vergebe hier 5 von 5 Kreuzen, das war wirklich mal ein JS-Roman ganz nach meinem Geschmack. So kann's weitergehen.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 13:20 Uhr bearbeitet)

erstellt am 15.04.16 17:27
Gurkenmob schrieb:
Ich vergebe hier 5 von 5 Kreuzen, das war wirklich mal ein JS-Roman ganz nach meinem Geschmack. So kann's weitergehen.


ich geb auch 5 von 5 kreuzen und bin gespannt wies weitergeht.

erstellt am 18.04.16 10:46
Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Größer Pluspunkt dieses Romans ist die Fortführung der Ereignisse um Ian. Hinzu kommt die Aufteilung auf zwei Handlungsstränge. Was in meinen Augen den Roman erst richtig interessant und spannend macht. Zur Schreibweise von Daniel Stulgies braucht man nicht viel sagen. Die Dialoge haben Sinn und Verstand und die Wechsel zwischen Polen und London waren immer zum richtigen Zeitpunkt gesetzt. Zudem merkt man, dass Daniel Stuglies sich vorher Gedanken über die Geschichte gemacht hat.

Auch wenn es vielleicht zwei Punkte gegeben hat die für mich nicht ganz so stimmig waren. Zum einen kann ich nicht ganz nachvollziehen wie John und Suko daraufgekommen sind, dass ein Vampir hinter dem Verschwinden der Obdachlosen steckt. Immerhin gab es keinen Hinweis, da man ja keine Opfer gefunden hat. Und zum Andren frage ich mich natürlich was mit dem Opfer des Vampirs passiert ist. Er wird sie ja nicht nur gequält haben, sondern musste sich ja auch von deren Blut ernähren. Was wiederum die Frage aufwirft ob die Opfer dann nicht selber zu Vampiren geworden sind. Aber dass nur am Rande.

Ob die zwei Handlungsstränge wirklich nichts miteinander zu tun haben, bleibt in meinen Augen abzuwarten. Denn immerhin scheint Ian ja gewusst zu haben, dass John nach Polen muss (Zettel mit den Hinweis Gute Reise). Vielleicht wird hier ja in einen späteren Roman noch etwas Licht ins Dunkel gebracht.

Von mir bekommt der Roman ein sehr gut und ich freue mich schon darauf, wie es mit den dunklen Eminenzen weitergeht.

So macht Sinclair lesen wieder Spaß.

erstellt am 21.04.16 18:33
Es freut mich ungemein, dass jetzt auch Ian in der Monster-Crew aufgenommen wurde. Wir haben jetzt total unterschiedliche Charaktere dabei. Hier zum Beispiel jemanden, der nicht wirklich böse ist. Da könnte es auch schöne Reibungen innerhalb der Gruppe geben.


Aber auch die Troll-Handlung ist nicht von schlechten Eltern. Dass zwei völlig unterschiedliche Fälle behandelt werden, die gar nicht miteinander in Verbindung stehen, ist schon besonders genug. Später könnte der Spuk eine Verknüpfung bilden, aber in diesem Heft wird an zwei Fronten ermittelt. Dabei gelingt es Daniel Stulgies wieder, eine dauerhafte Spannung und Lust auf den Fortgang der Handlung zu bilden. An keiner Stelle ist die Geschichte langweilig, immer will man wissen, wie es weiter geht. Ich hatte fast das Gefühl einen Zweiteiler zu lesen. Handlungsreiche 64 Seiten, ohne dass es zu vollgestopft wirkt. Erstaunlich. Hier zeigt sich, dass zum Autorenberuf mehr gehört, als nur „gut Texte zu tippen“.


An der Höchstnote scheitert es bei einem Logikfreund wie mir aber. Wieso nehmen sich John und Suko überhaupt des Falles an? Dass das vermeintliche Monster in einer Kirche aufgetaucht ist, spricht sogar gegen einen paranormalen Fall. Wird am Ende überhaupt erklärt, warum der Vampir das konnte? Jedenfalls ist eine animalische Stimme kein Indiz für einen übersinnlichen Fall. Da hätte man die Geisterjäger sinniger einbinden können. Und dann erfährt John noch über fünf Ecken von den Vorkommnissen in Polen. Wie die Helden mit den Ereignissen verknüpft werden ist für mich schlichtweg mangelhaft gelöst. Dann noch so kleine Details wie die Statuen. John freut sich, dass die Kreuzformel nur die Menschen erlöst und nicht die Tiere. Ja, aber wieso? Das Licht müsste alles in der Höhle wieder zu Fleisch verwandeln. Sogar die versteinerten Trolle , aber die schwarzmagischen Wesen werden vom selben Licht sofort pulverisiert.


Ich bleibe streng. Ein sehr guter Roman, der einfach Spaß gemacht hat. Aber Florian hat Geschichten mit einer Handlung auf dem gleichen Level geliefert, die noch dazu auch den Logikfanatiker befriedigt.


edit: Ein Lob an den Autor für die Szene mit dem Schein-Suko. Da habe ich mich schon wieder gefragt, was diese unlogische Stelle soll und warum Suko so "out of charakter" redet. Und dann war es nur eine Illusion und es hat perfekten Sinn ergeben. Gut reingelegt.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 18:41 Uhr bearbeitet)

erstellt am 24.04.16 20:56
Eigentlich wollte ich ja keine Romane von DS mehr lesen, weil er bis jetzt in meinem Augen unnötig brutal mit unnötig hohem Bodycount geschrieben hat. Dieser Roman hat mit aber um so mehr überzeugt. Ich fand in wirklich gut. ICh möchte jetzt nicht die Höchstnoten geben, aber 4 von 5 KReuzen sind bei mir auch drin. Und das bei einem DS-Roman. Geht doch.
Mich haben die beiden HAndlungsstränge eher verwirrt. Vor allem weil ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wann den endlich aufgeklärt wird, wie die miteinander verbunden sind. Vielleicht kommt das ja wirklich noch. Sollten die wirklich gar nichts miteinander zu tun haben, hätte ich es besser gefunden jeden in einem eigenen HEft zu würdigen.

Das Gleichgewicht schrieb:
John freut sich, dass die Kreuzformel nur die Menschen erlöst und nicht die Tiere. Ja, aber wieso? Das Licht müsste alles in der Höhle wieder zu Fleisch verwandeln.

Das hat mich auch gewundert. Ich habe insgeheim damit gerechnet, das alles zum Leben erwacht und wir doch noch am Ende den DS-bodycount bekommen Hat mich gewundert, dass DS diese Gelegenheit ungenutzt verstreichen ließ.

Eine kleine Kritik habe ich noch. Wie war Natalia jetzt mit den Kids verwandt? Einmal ist ihr Bruder der Vater, dann trifft sie ihre Schwester, dann sind beide Schwager und Schwägerin. Da könnte man sich mal entscheiden und beim Weiterschreiben dran erinnern.

Ansonsten aber ein guter Roman, von dem ich nichts erwartet hatte.

erstellt am 13.05.16 02:21
Okay, meine Theorie, dass es sich beim Mönch um den Spuk handelt, kann ich nun zu den Akten packen.

Wie man dem was stehlen will, kann ich mir nur schwer vorstellen, hoffe aber, es handelt sich um den Trank des Vergessens. Der Würfel war bereits im Besitz von Dr. Tod, und schließlich will sich die neue Gruppierung ja von der Mordliga abheben.

Der Roman wartet mit zwei interessanten Gegnern auf: dem Vampir Wesley und einem polnischen Troll. Wesley hat mich im positiven Sinne an Finn CraNston aus PZ erinnert, dessen Rückkehr ja noch ansteht. Außerdem habe ich ihn den ganzen Roman über für den Geschichtenerzähler gehalten! Ich wüsste gern, ob das von DS so geplant war oder es sich um eine zufällige Dynamik handelt. Seltsam fand ich, dass dieser sehr alte Vampir nicht zu Staub vergangen ist.
Der Troll ist ja eine zutiefst tragische Figur, bemitleidenswert. Schade um den armen Kerl.

Nachdem der Vogel durch die Kreuzmagie zurückverwandelt wurde, fehlt auch mir eine Erklärung, weshalb das bei den übrigen Tieren nicht geschah. Auch wollte mir nicht einleuchten, wieso sich das Kreuz während des Verhörs nicht sofort, sondern erst mitten im Gespräch erwärmte.

Besonders gefallen hat mir der märchenhafte Charakter des Polenstrangs, insbesondere die Szene zu Anfang, als die Kinder erstmals den Weg zur Höhle finden.
Die Londongeschehnisse gipfeln schließlich in einem sehr gut inszenierten Finale zwischen Ian und Wesley.

Ich gebe 5/5 Kreuzen, und das Titelbild gefällt mir bestens.

Besonderheiten: Ian heißt mit Nachnamen McCoy wie der Arzt auf der Enterprise, sieht aus wie James Dean und gehört jetzt zu den Mönchsvasallen.

erstellt am 18.05.16 17:12
Vogelmädchen schrieb:
Okay, meine Theorie, dass es sich beim Mönch um den Spuk handelt, kann ich nun zu den Akten packen.

ich hab keine theorie

hab auch nicht das gefühl, dass ich da irgendwie drauf kommen könnt.

Matthias oder Rasputin wirds ja auch nicht sein.

ist es denn jemand wo man kennen soll?

istn bisschen schade, dass du erst jetzt zum roman schreibst, wo ich schon so viel wieder vergessen hab. finds aber gut wie du so schreibst.

erstellt am 20.05.16 01:33
Naja, ich werde in Zukunft eher noch später und noch weniger schreiben, da ich mich ja quasi auf meiner persönlichen "Sinclair-Abschiedstournee" befinde. Ich hatte vor einiger Zeit im "Allgemeinen" geschrieben, dass ich mit JS aufhören werde, wenn Dark nicht mehr schreibt, und daran hat sich nichts geändert. Durch Hill habe ich auch kaum noch Lust, zu den Romanen der anderen Co-Autoren zu greifen, auch wenn diese an sich gut sind. Man merkt aber, wie alles mehr und mehr verzahnt wird und sich verdichtet. Und da ich Hills Romane nicht lese, werden mir zwangsläufig bald Puzzle-Stücke in der Handlung fehlen.
Text wurde vom Nutzer versteckt, sichtbar machen?
Im Katzen-Roman verwendet Hill ja nun schon Sarket, was heißt, dass ich den Michael-Breuer-Charakter nun nicht mehr komplett habe. Spätestens wenn ähnliches auch mit anderen Charakteren (Ian, Rabisana) passiert, bin ich raus.
Mit Maddrax habe ich auch bereits aufgehört, weil mir die Handlung zu fortlaufend war: Ich hatte zwar Interesse daran, wie es mit Matt und Aruula in der Fremdwelt weitergeht, aber keine Lust, Romane von Autoren mit langweiliger Schreibe lesen zu müssen. Bei MX macht es allerdings noch weniger Sinn, Hefte zu überspringen. Und als Hill dann bei MX angekündigt wurde, war das mein endgültiger Ausstieg.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 01:48 Uhr bearbeitet)

erstellt am 21.05.16 22:06
Vogelmädchen schrieb:Ich hatte vor einiger Zeit im "Allgemeinen" geschrieben, dass ich mit JS aufhören werde, wenn Dark nicht mehr schreibt


ich find das ist ne extreme einstellung, die Dark selbst gar nicht hat. klar freut der sich, wenn seine fans ihm schreiben, wie toll er ist und dass sie ihm die treue halten und er der einzig wahre autor ist, aber glaubst du, der will wirklich, dass JS ganz eingestellt wird, oder dass keiner mehr JS liest, wenn er nicht mehr schreibt?

erstellt am 21.05.16 22:12
Das glaub ich auch nicht, das er das will. Aber das bleibt ja jedem selbst überlassen.

Du schreibst selbst oft wie schlecht Dark ist. Gäbe es keine anderen Autoren würdest da ja vielleicht auch nicht mehr lesen.

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