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Thema: 1098 Die Quelle des Übels
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erstellt am 29.06.16 20:33
Für alle, die sich meinen Text sparen wollen: Weitergehen, hier gibt es nichts neues zu sehen. Borner liefert wieder einen mittelprächtigen Beitrag zur Serie ab. Dieses mal fehlen sogar bekannte Figuren wie Wiz oder LEGION, die der Handlung ein wenig Würze geben würden. Als Fall der Woche wird am Ende ein weiteres Portal-Artefakt für Sara beschafft. Einige neue Sachen werden, für mich völlig unnötig, eingeführt. Tja, das war es auch schon.



Wer mehr erfahren möchte, wird von mir erstmal hören, dass Borners Geschichte sehr konstruiert und vorhersehbar ist. Sie besteht aus einigen Zufällen und Klischeepassagen. Der Autor biegt sich die Handlung ganz klar so zurecht, wie er es für gewisse Entwicklungen braucht und versucht nicht einmal, das zu verschleiern. Das ist der Knackpunkt. Jede Geschichte muss Zufälle haben und geplant auf ein Ziel hinauslaufen. Sonst würde gar nichts spannendes passieren. Die besseren PZ-Autoren geben sich aber viel Mühe, das mit verschiedenen Stilmitteln zu verbergen. Oder einfach mit ungewohnten Handlungsverläufen, die den Leser überraschen. Ellen Driver ist eine neugierige Journalistin, die auf eigene Faust den mysteriösen Tod eines alten Freundes untersucht. Tags zuvor hat sie sich mit ihm getroffen. Bereits da verhielt er sich seltsam und es gab Anzeichen, dass er Probleme hat. Wegen solchen Sachen schaue ich keinen altmodischen ÖR-Tatort mehr. Natürlich begibt sie sich in scheinbar unmögliche Situationen. In nicht öffentlich zugängliche Bereiche des Pentagon gelangen und Hinweisen nachgehen ist so eine unmögliche Situation. Durch ihren Charme und einen tiefen Ausschnitt bekommt sie einen Pförtner dazu, erst einen Feueralarm auszulösen und sie dann unbemerkt in die gesperrten Bereiche einzuschmuggeln. Gibt es im Pentagon keine knallharten Personalprüfer vor der Einstellung? Was wäre, wenn Ellen eine Terroristin gewesen wäre und keine gute Hauptperson eines Heftromans? Das sind die angesprochenen faulen Handlungsideen von Borner.

Sie findet eine Geheimabteilung in einem geheimen Stockwerk des Pentagon, in die sie durch einen Fahrstuhl gelangt. Der braucht natürlich keinen Irisscanner oder eine Zugangskarte zur Aktivierung. Und dann führt der Autor mal eben so eine geheime Abteilung für Paranormales ein, die vom alten George Washintgon damals persönlich gegründet wurde. Warum? Ja klar, weil er es für seine Handlung so braucht. Für mich ist das zu viel. Wie viele seit Jahrhunderten bestehende staatliche geheime Para-Organisationen gibt es noch, von denen wir Leser nichts wissen und die pünktlich auf Abruf erwähnt werden? Hoffentlich nicht mehr viele. Natürlich wird sie vom kauzigen alten Leiter der Abteilung ertappt. Der tötet sie nicht oder blitzdingst sie, sondern berichtet ihr mal eben so alle Details. Warum? Na, damit sie sich später der Abteilung anschließen wird. Garantiert! Dieses Heft noch nicht, aber es ist offensichtlich, dass dies geplant ist.

Ellen und der Abteilungsleiter schließen sich dann fix mit Zamorra und Nicole zusammen, damit das Quartett an das Artefakt kommt und fertig. Dabei darf Ellen sich das erste mal beweisen.


„Oh, der Brunnenschacht ist zu eng für einen Mann. Was machen wir denn jetzt?“
Hätte man nur zufällig eine zierliche Frau dabei, die spontan ihren Mut und Einsatzwillen entdeckt, um den düsteren Brunnen hinabzusteigen und das Artefakt zu bergen.

Dazu kommen Kleinigkeiten wie das Hacken in die CIA-Datenbank. Ich weiß, Christian Humberg ist 40 Jahre alt und das Internet ist Neuland. Aber nicht einmal ein Hackerprofi würde sich mit Vorbereitung in wenigen Minuten durch die Firewalls ins Sicherheitsnetz der CIA hacken. Pascal Lafitte, der sicherlich kein Hacker ist, schafft das aber spontan während er mit Zamorra telefoniert bzw. kurz in der Warteschleife hängt. Wieder merkt man, dass Simon das für die Handlung brauchte und einfach unrealistisch eingefügt hat, weil es die einfachste Lösung war.


Das hört sich jetzt alles schlecht an. Aber der Roman war dennoch unterhaltsam. Mittelmäßig, wie gesagt. Nicht wegen einer guten Handlung und erst Recht nicht wegen der Logik, aber Simons Schreibe ist gut und PZ ist allgemein momentan eine schöne Serie für mich.

erstellt am 30.06.16 12:48
Das Gleichgewicht schrieb:
... aber Simons Schreibe ist gut und PZ ist allgemein momentan eine schöne Serie für mich.


Moin Moin,

och, da schmeckt ja mein Mittag gleich noch ein wenig schöner.

Schöne (Mahl-)Zeit,
DWB

erstellt am 03.07.16 21:09
Schon etwas verwunderlich das Zamorras bester Helfer im Pentagon, auch wenns ziemlich lange her ist, nicht erwähnt wird. Kannte Minister Boone nicht mal Balder Odinsson? ... oder hielt er ihn nur für nicht erwähnenswert ?

... und noch eine kleine Auflistung was schon an Sara geliefert wurde

Der Blutstein,
Amatarasus Spiegel,
Neles Goldschiffchen,
Das Arakum aus Petra;
Der Film London after Midnigth aus Hollywood,
Der Fächer der Unsterblichen,
Die Sense von Sascain,
Die Krone von Arawn,
Der Hexenschatz aus Salem

was kommt noch ?

erstellt am 04.07.16 07:47
Das stimmt Balder Odinson müsste er eigentlich kennen, aber was solls, der Roman hat mir sehr gut gefallen und alles andere kann man später auch noch aufklären.

erstellt am 04.07.16 08:01
Zu den Artefakten: Ich habe mir immer gedacht, es müssen einfach nur starke weiß- oder Schwarzmagische Gegenstände sein. Sara sucht danach und wenn eines eine passend mächtige Aura hat, wird es genommen.

Also kann man auch die Artefakte mitgehen lassen, die zufällig sowieso grad auftauchen. Wie das Goldschiffchen.



Hier klingt es eher so, als müssten es ganz bestimmte Artefakte sein. Und das wäre wieder ziemlicher Mist, dass genau diese Artefakte nach Jahrtausenden Ruhezeit gerade dann aktiv werden, wenn sie gebraucht werden.

erstellt am 06.07.16 10:41
War der erste Teil noch richtig gut, so sank die Qualität des Romans vor allem im letzten Drittel leider auf das schlimmste herab. Das Ende war eben typisch für Borner - vermutlich ist er die Wiedergeburt des Orakels von Delphi. Generell eine gute Idee, an deren Umsetzung es (wie meistens) bei ihm hapert.

Ich gebe ein MITTEL

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 10:42 Uhr bearbeitet)

erstellt am 22.07.16 11:17
Handlung : Die Suche nach einem weiteren Artefakt , bringt Zamorra und Nicole in das legendäre Salem.Inmitten einer Freizeitparkathmosphäre bekommen Zamorra und Nicole , in einem Cafe , ein Gespräch ,am Nachbartisch mit , das ihr Inetresse weckt. Die Frauen heißen Marge und Corrie und sprechen über einen gewissen Winford Miller , mit dem etwas passiert ist. Zamorra und Nicole folgen je einer Frau , um mehr zu erfahren. Doch statt Auskunft zu geben , bekämpft Marge den Professor und begeht am Ende Selbstmord. Per Zeitschau und Computer der Toten erfährt Zamorra , das ein gewisser Winnie Miller , Mitarbeiter im Pentagon , in Washington , Selbstmord verübte. Er verfolgt die Spur zum Pentagon und trifft dort auf einen gewissen Boone , Leiter einer kleinen Abteilung für Paraphänomene , in dessen Begleitung die Journalistin Ellen Driver ist. Eine ehemalige Freundin Millers , die die Spur des Toten ,bis dorthin verfolgte. Boone teilt Zamorra mit , das es um einen gefährlichen Hexenschatz geht , der in Bleeking einst versteckt wurde. Auch Nicole ist es gelungen über Corrie , von Bleeking zu erfahren. Und so fahren die Dämonenjäger dorthin , um die Quelle des Übels zu beseitigen.

Meinung : Guter und flüssiger Roman von Simon Borner , der den Fall aus Salem recht gut erzählt. Das Ende ist anders als gewohnt erzählt , hat aber auf jeden Fall , einen gewissen Charme. Mit Boone ist ein neuer Charakter aufgetaucht , der durchaus noch ausgebaut werden kann. Insgesamt gibt es von mir die Note 2 = Gut ( 4 von 5 Kreuze )

erstellt am 09.10.16 13:23
UFO-Bote schrieb:
... und noch eine kleine Auflistung was schon an Sara geliefert wurde

Der Blutstein,
Amatarasus Spiegel,
Neles Goldschiffchen,
Das Arakum aus Petra;
Der Film London after Midnigth aus Hollywood,
Der Fächer der Unsterblichen,
Die Sense von Sascain,
Die Krone von Arawn,
Der Hexenschatz aus Salem


der schatz ist nur ein stein, kein gold oder so

so ne aufstellung hat ich vermisst, danke

okay der roman war jetzt nicht der beste von Simon, aber ich geb trotzdem noch 5 von 5 kreuzen. Boone und Driver, gefällt mir richtig gut, mit den 2 neuen.

Zamorra fährt wie ein wilder auto, gleich mal ne kurzgeschichte dazu, so ne art crossover mit ner anderen basteiserie

"Wieder mal keine Regenbogenblumen in der Nähe und kein Teleportertaxi greifbar, grummelte Zamorra in sich hinein. Wie sollte er nun schnell in dieses Kaff in Massachusetts kommen? Plötzlich, als er sich umdrehte, rempelte er einen großen Mann in einem verdächtig dunklen Maßanzug, mit weißem Hemd und dunkler Krawatte an, der gerade aus einem roten E-Type Jaguar gestiegen war. Na sowas, dachte Zamorra. So 'ne Schleuder könnte ich jetzt brauchen. 'Verzeihen Sie, Mister', sagte er und sah dem dunkelhaarigen Mann, der ihn ebenso fixierte, direkt in die Augen. Der Meister des Übersinnlichen setzte all seine hypnotischen Fähigkeiten ein. 'Brauchen Sie Ihren Wagen heute noch unbedingt? Nein, würden Sie ihn mir freundlicherweise überlassen? Ah, vielen Dank! Merci Beaucoup!' Wow, dachte Zamorra, als er später auf der Interstate das Gaspedal voll durchtrat, das ist ja ein Hybrid mit einem Dodge Viper 510 PS Motor. Dank einer neuen Funktion von Merlins Stern, die Zamorra herausgefunden hatte, konnte niemand die Geschwindigkeit des Fahrzeugs bestimmen. So kam Zamorra ungeschoren davon. Mit einer zweiten, bis vor kurzem unbekannten Funktion von Merlins Stern, einer Zusatzfunktion der Zeitschau, gekoppelt an den Bordcomputer des Jaguars, würde er das Auto den selben Weg - fahrerlos - zurückfahren lassen, damit sein Besitzer, ein gewisser Jerry Cotton, sobald er aus der Hypnose aufwachte, es nicht vermisste."

erstellt am 24.11.16 11:56
Nach "Die unsterblichen Schatten" (PZ 1092) erneut ein herausragender Zamorra von Simon Borner. Stilistisch klasse, in schöner Spache geschrieben, dramaturgisch packend aufgebaut, mit interessantem Plot, gekonnten Ortsbeschreibungen, durch politische Bemerkungen (und einem Hauch Gesellschaftskritik) schön in unserer Realität verortet. Dazu ein gelungen emotionaler Epilog.

Angesichts dieser ganzen Pluspunkte, fallen zwei Kritikpunkte, die auch ich nicht unerwähnt lassen möchte, noch stärker auf, als es in einem durchschnittlicheren Roman der Fall gewesen wäre.

ACHTUNG SPOILER
Um an Informationen zum Tod ihres Ex-Lovers zu kommen, dringt Journalistin Ellen in Bereiche des Pentagons, seines Arbeitsplatzes ein, die ihr sonst verschlossen blieben.
Auch in einem phantastischen Roman gibt es natürlich eine gewisse Realitätsebene. Und hier hätte sich Simon etwas vielleicht nicht Realistischeres, aber doch Glaubwürdigers ausdenken sollen, wie Ellen dies gelingt.
(Mit Hilfe eines Wachmannes, einen Feueralarm zu fingieren und dadurch zu einem völlig ungesicherten Fahrstuhl, der aber in eine höchst geheime Abteilung führt, zu gelangen - dieser Abschnitt ist i.E. ein Schwachpunkt der tollen Story.)

Während sich Ellen auf die Spur ihres Ex begibt, suchen Zamorra und Nicole nach einem weiteren Artefakt, das nach Auffasung von Lafitte im Bereich von Salem zu finden sein soll.
Zum Finale treffen beide Handlungsstränge zusammen.
Und hier mein zweiter, schwächerer Kritikpunkt. Dass nämlich Zamorra und Nicole sich (recht langwierig) den Kreaturen widmen, während eine Laiin (?, weiblicher Laie) sich dem höchst gefährlichen Artefakt nähern muss. Das ist dramaturgisch und stilistisch natürlich klasse und klasse beschrieben - aber doch auch ein bisschen unlogisch. Und fahrlässig von Zamorra und seinem neuen Bekannten Boone. (Hier hätte sich Simon eine schlüssigere Begründung, ein unabwendbareres Muss ausdenken sollen.)

Dieser Boone ist Leiter des Ministeriums für Transdimensionale Sicherheit. Eine sehr alte, aber neu ins Zammyversum eingeführte Organisation, wesentlich verschrobener als die neue (aber auch fürs Zammyversum noch recht frische) Organisation von Onyx in Frankreich.
Ich finde, beide sind eine Bereicherung für PZ, sogar vom, na ja, Realismusstandpunkt aus. Bei den ganzen Bedrohungen macht es Sinn, dass diese bestimmten offiziellen Stellen nicht vollkommen entgangen sind und es deshalb entsprechende (geheime) Behörden gibt. Ich finde es schön, wenn Zamorra in eine magische Welt und eine, die sich mit - wenn auch im Geheimen - mit Magie auseinandersetzt, eingebettet ist.
ENDE SPOILER

Was mir zudem (neben dem ganz oben aufgezählten und seiner Intelligenz) an Simon Borners Romanen gefällt und was diese tatsächlich durchdringt, ist seine Einfühlsamkeit, seine Empathie. Bei ihm wird nicht einfach über das Böse gewettert, sondern am Rande auch erwähnt, was die wahnhafte Hexenjagd mit Unschuldigen gemacht hat. Oder das Mitgefühl mit den alten Frauen und den zu Monstern mutierten Archäologen. Diese Sensibilität von Autor und Protagonisten ist sehr angenehm.

"Die Quellen des Übels" ist ein sehr lesenswerter Zamorra-Roman. 4,25 von fünf Punkten.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 12:13 Uhr bearbeitet)

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