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Thema: 1982 - Höhle der Verfluchten
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erstellt am 06.07.16 20:50
http://www.bastei.de/imgs/441359601_7c1b5deca0.jpg

Geschrieben von Jason Dark

okay, das war ein 2-teiler von JD, der schon noch schlechter hätte sein können, aber ich hab irgendwie keine lust mehr, romane von JD zu lesen.

matthias entkommt. bis er das nächste mal wieder auftaucht, ist fantomia vergessen. wenn Jason wenigstens so schlau gewesen wär, matthias sterben und fantomia entkommen zu lassen, wär das noch ein grund gewesen, weiter zu lesen.

bin mal noch auf JS 2000 gespannt. ist dann vielleicht das letzte was ich von JD les. irgendwann ist es genug.

erstellt am 06.07.16 23:17
Der Roman hat mir nicht gepasst. Matthias war für Luzifer's Diener irgendwie zu lasch beschrieben. Sonst ist er sich seiner Sache so sicher, aber wie er sich in der Höhle bei der Erweckung der Zombies angestellt hat...nein danke, einen ersten Diener Luzifers stelle ich mir anders vor. Dabei hatte er kurz vorher noch nen Unterweltboss einfach so richtig schön verkokeln lassen.

Dann kam der Aussetzer bezüglich Kundry. Was zum Teufel hat JD da geritten,dass er Suko, John und Glenda nen kollektiven Hirnfurz hat erleiden lassen, als sie Glenda a) beim Verhör dabeisein lassen und b) dann auch noch mit Kundry alleine lassen! Auch wenn Kundry 1000 mal gefesselt und maskiert ist, John hätte eine wehrlose Frau wie Glenda nicht alleine lassen sollen. Und die Begründung war auch bescheuert; hätte einer von beiden dem Boss nicht alleine Bericht erstatten und der andere bei Kundry bleiben können? Und wieso musste Glenda überhaupt beim Verhör dabei sein? Dafür gibt's keinerlei vernünftigen Grund, sie ist letztendlich "nur" eine Sekretärin, keine Kriminalbeamtin! Da hätte John hart bleiben müssen, auch wenn es sich hierbei um Glenda handelt. Und wie Glenda sich dann schlussendlich aus der Affäre zieht (Serum aktiviert sich selbst, ist das Zeug jetzt auch noch intelligent?) ist auch nicht so pralle.

Dann wäre da noch das kleine Detail, dass die Berührung mit dem Kreuz Fantoma/Kundry nicht "gekitzelt", sondern gleich vernichtet hätte. Soweit ich weiss, hat das Kreuz keine "Foltern"-Einstellung, sondern geht gleich volles Rohr, wenn es mit schwarzer Magie in Berührung kommt. Genaugenommen wäre Kundry gleich beim ersten Mal gestorben, als John das Kreuz gegen die Hörner gepresst hat. Vergisst JD jetzt schon, was das Kreuz macht?

Und dann Matthias' Plan. Mit 8 hirnlosen Zombies, die grademal genug Schmalz haben, um sich mit Messern gegenseitig zu stechen (was dem Matze dann auch noch gefällt, äh was?), will er die Londoner Unterwelt übernehmen. Wie ich auch's drehe und wende, das kommt mir idiotisch vor, selbst für die Massstäbe der Dämonen.

1. Unterweltbosse killen
2. Hirnlose Zombies erwecken
3. ???
4. PROFIT!

Wäre ich der gute alte Luzifer, ich hätte Matthias eine geschallert, und ihn aufgefordert, sich was auszudenken, was auch Aussicht auf Erfolg hat und einer (einigermassen) logischen Betrachtung standhält.

2 von 5 Kreuzen, das war albern.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 23:25 Uhr bearbeitet)

erstellt am 07.07.16 01:47
Unterhaltsame sowie nützliche Kritik, Gurkenmob. Es hat echt Spaß gemacht, diese zu lesen!

Nun bin ich froh, mir den 2-Teiler erspart zu haben. Da waren eure Krikitiken echt eine hilfreiche Bestätigung.

Aber mangelnde Logik bei JD war auch schon in seinen 100er Heften Gang und Gäbe. Ein Künstler und ein klappriges Skellet sollten damals die Unterwelt klarmachen. Oder ein astraler Jack-the-Ripper wurde durch eine affige Vodoomaske beschworen... Hinter einem Superdämon wie dem Teufel tauchte dann ein noch tollerer Dämon namens Luzifer auf usw. und so fort. Oo Es ist halt JS! Groschenromane und kein IZombie-comic. Aber da sag ich Euch ja nichts Neues, werde aber auch nicht müde mich & Euch immer wieder daran zu erinnern. Da muss man halt einige Logiklücken mehr ertragen, wenn die Geschichten derart schnell zu Ende gedacht werden müssen.

Ich bleibe dabei, ich erwarte manchmal auch diese schlechte/schnelle Schreibe.

Ich hoffe ja auf interessantere Storylines & werde erstmal weiter Myxin, den Verräter und andere Dämonenpakte weiterverfolgen; Bis endlich das atlantische Orakel als SE erscheint. ^^

Ty & hauen`s rin!

p.s.: Wird Band 2000 wirklich so schlimm werden?! Es gab hier schon einiges Alarmierendes zu Lesen. Ich hoffe ja unterschwellig immer noch auf einen Blutstein, der urplötzlich vom Himmel fällt, und diese Illuminaten für Arme erschlägt. Dann kommt Dracula III vorbeigeritten und die Welt ist wieder jut... Oder die kriegen Es hin, doch noch eine interessante Mordliga-variante zu präsentieren! Oder ist das jetzt zu utopisch/unkonstruktiv...?!

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 01:50 Uhr bearbeitet)

erstellt am 07.07.16 20:30
Gurkenmob schrieb:
Und dann Matthias' Plan. Mit 8 hirnlosen Zombies, die grademal genug Schmalz haben, um sich mit Messern gegenseitig zu stechen (was dem Matze dann auch noch gefällt, äh was?), will er die Londoner Unterwelt übernehmen. Wie ich auch's drehe und wende, das kommt mir idiotisch vor, selbst für die Massstäbe der Dämonen.


ist idiotisch, aber immer noch besser wie in florians roman 100 zombies auf ner insel zu vernichten. ich denk mal ein wirklich guter autor schaffts auch nur mit 1-3 zombies einen superroman zu schreiben.

das problem ist eben, Jason war mal mehr oder weniger ein guter autor, jetzt ist er es halt nicht mehr. egal, ob er keine lust mehr hat oder es einfach nicht mehr kann, auch die größten fans muessten eigentlich zugeben, dass die romane nicht mehr so gut sind wie früher.

kann ja auch jeder vergleichen. gibt ja die sonderedition.

und dann kommts noch dazu, dass es ewig dauert, bis wirklich mal was interessantes passiert. dass und wie Matthias jedes mal entkommt, oder wie Justine immer wieder entkommt, ist schon zum gähnen langweilig geworden.

erstellt am 12.07.16 16:59
Tja, was eine Ernüchterung nach einem passablen ersten Teil. Ich hatte wirklich geglaubt, hier könne JD noch eine kleine Schippe drauflegen. Zumal ich mich von einer 5-Sterne-Wertung auf amazon hoffnungsvoll stimmen ließ.


Ich will mal meine Meinung zu den interessanten Punkten sagen, die Gurkenmob anspricht:


"Matthias war für Luzifer's Diener irgendwie zu lasch beschrieben. Sonst ist er sich seiner Sache so sicher, aber wie er sich in der Höhle bei der Erweckung der Zombies angestellt hat...nein danke, einen ersten Diener Luzifers stelle ich mir anders vor. Dabei hatte er kurz vorher noch nen Unterweltboss einfach so richtig schön verkokeln lassen."

Ich hätte es auch besser gefunden, wenn Matthias es aus eigener Kraft geschafft hätte, mittels eines Rituals die Zombies zu erwecken. Dass er dafür die Hilfe Luzifers brauchte, war schon etwas arm, da es ja nichts Besonderes, sondern nur acht schlappe Zombies waren.
Dass er vor den Zombies zurückwich, damit sie ihn nicht berühren, erkläre ich mir mit seiner Eitelkeit. Er wollte sich halt nicht schmutzig machen.


"Dann kam der Aussetzer bezüglich Kundry. Was zum Teufel hat JD da geritten,dass er Suko, John und Glenda nen kollektiven Hirnfurz hat erleiden lassen, als sie Glenda a) beim Verhör dabeisein lassen und b) dann auch noch mit Kundry alleine lassen! Auch wenn Kundry 1000 mal gefesselt und maskiert ist, John hätte eine wehrlose Frau wie Glenda nicht alleine lassen sollen. Und die Begründung war auch bescheuert; hätte einer von beiden dem Boss nicht alleine Bericht erstatten und der andere bei Kundry bleiben können? Und wieso musste Glenda überhaupt beim Verhör dabei sein? Dafür gibt's keinerlei vernünftigen Grund, sie ist letztendlich "nur" eine Sekretärin, keine Kriminalbeamtin! Da hätte John hart bleiben müssen, auch wenn es sich hierbei um Glenda handelt. Und wie Glenda sich dann schlussendlich aus der Affäre zieht (Serum aktiviert sich selbst, ist das Zeug jetzt auch noch intelligent?) ist auch nicht so pralle."

Das habe ich nun alles nicht so eng gesehen. Den Fehler, Glenda allein zurückzulassen, hat John ja recht schnell erkannt, und von Sir James wurde er auch gerügt. Glenda ist immer sehr ambitioniert und traut sich mehr zu, als sie kann. Sie möchte sich halt als Assistentin profilieren und bettelt so lange, bis John in einem schwachen Moment nachgibt.
Die automatische Beam-Funktion hat mich auch aufhorchen lassen; das habe ich mir dann selber so zurecht gebogen, dass Glenda in einer Extremsituation war, unbewusst Hormone ausgeschüttet hat und ihre Biochemie dann das Serum in ihrem Körper aktiviert hat.
Mein eigentlicher Hauptpunkt hier lautet:
Die Glenda-Szene stellt nur Füllmaterial dar. Denn sie hat ja keinerlei Auswirkungen - am Ende sitzt Fantoma wieder in ihrer Zelle, und wir sind kein Stück weiter.


"Dann wäre da noch das kleine Detail, dass die Berührung mit dem Kreuz Fantoma/Kundry nicht "gekitzelt", sondern gleich vernichtet hätte. Soweit ich weiss, hat das Kreuz keine "Foltern"-Einstellung, sondern geht gleich volles Rohr, wenn es mit schwarzer Magie in Berührung kommt. Genaugenommen wäre Kundry gleich beim ersten Mal gestorben, als John das Kreuz gegen die Hörner gepresst hat. Vergisst JD jetzt schon, was das Kreuz macht?"

Ich glaube nicht, dass er das vergisst. Vielmehr schreibt er es so, wie es ihm in den Kram passt. Hätte das Kreuz Fantoma vernichtet, hätte sie John ja nicht mehr zum Steinbruch bringen können. Wäre sie gegen das Kreuz resistent, hätte man sie nicht foltern können. Hier bin ich nun auch an dem Punkt, der für mich ein absolutes No-Go ist: Ich will nicht lesen, dass John, Suko und Glenda irgendwen foltern!!!!! Ich sehe da nämlich nicht mehr, wer eigentlich gut und wer böse ist. John hält Fantoma für irgendwie menschlich (warum, darüber lässt sich trefflich spekulieren) und wird dennoch zum Folterknecht, wo er sogar ihren Tod billigend in Kauf nimmt. Das finde ich unmöglich und erinnert mich an George W. Bush und die CIA. Solche Quälereien stünden Matthias bestens zu Gesicht, die zwei sollten Frieden schließen und zusammenarbeiten.


Ein weiteres großes Problem des zweiten Teils: Fantoma wird jetzt plötzlich wie ein schwarzmagisch beeinflusster Mensch dargestellt, nicht wie eine mächtige keltische Dämonin. Die Ganze Faszination, die JD im ersten Teil aufgebaut hat, ist verschwunden: Sie war doch ein Phantom, das sich, als der Leibwächter am See auf sie gefeuert hatte, einfach auflösen konnte. Und hier wird sie nun bewusstlos geschlagen und mit Handschellen gefesselt. In Teil eins konnte sie Schatten herbeirufen, die für sie kämpften. Auch in den Gesprächen verhält sie sich jetzt nicht mehr wie ein mächtiges Wesen, sondern vulgär ("Leck mich!" ) wie eine der üblichen Hexenfiguren (oder sonstigen weiblichen Gegner) bei JD. Überhaupt sind die Dialoge derart inhaltsleer und repetitiv, dass es selbst dem Autor auffallen müsste, dass dem Roman schlicht die Handlung fehlt.


Da waren die hirnlosen Zombies mit ihrer Messerstecherei eine ulkige, begrüßenswerte Abwechslung. Zwar völlig unpassend zu Matthias' Ambition, Londons Unterwelt zu beherrschen, aber wenigstens zum Lachen. (Und das tat gut im Angesicht dieses äußerst schlechten Romans.)


Ach ja, diesen Anschlussfehler an den ersten Teil muss ich auch noch erwähnen: Wieso ist Suko bitte mit dem Rover zur Party gefahren? Er saß doch in dem Einsatzwagen zusammen mit seinen Kollegen von der Sicherheitsfirma. Und weshalb fährt er mit einem Taxi zum Yard, anstatt mit John, Glenda und Fantoma?


Das Titelbild gefällt mir: 4 von 5 Kreuzen.
Für den Inhalt vergebe ich leider nichts: 0 von 5 Kreuzen.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 17:01 Uhr bearbeitet)

erstellt am 18.07.16 13:36
ach dem guten ersten Teil schafft es JD mit diesem Teil alle guten Ansätze aus Teil zunichte zumachen. Der zweite Teil ist grottenschlecht und hat bei mir nur Fassungslosigkeit ob dieses delittantischen Meisterwerkes hinterlassen. Wenn ich einen Zweiteiler als Leser lese dann ist es doch nicht zuviel verlangt, dass der Autor sich an die Dinge erinnert die er im ersten Teil geschrieben hat. Doch dieser zweite Teil ist ein gutes Beispiel dafür, dass dies nicht unbedingt immer so ist. Ober der Autor hat bewusst gesagt "Ach was stört mich der Quatsch den ich gestern geschrieben habe". Was mich hier wieder mal auf die Palme bringt sind unnötige Logikfehler, das Ignorieren von im Teil 1 angedeuteten Sachen und das Verhalten der Charaktere.

zu den Logikfehler zählen so Sachen wie:

das Suko angeblich mit dem alten Rover zum Empfang gekommen ist. Ist der aber nicht weil er mit den Leibwächtern im Auto gekommen ist.

Suko schlägt Phantoma KO und legt sie in den Rover, dabei wird gesagt dass sie wohl noch einige Zeit bewusstlos ist. Plötzlich sitzt sie aber putzmunter im Fond des Rovers und grinst John an. Der kommt dann auf die glorreiche Idee man könnte Phantoma ja KO schlagen um Schlimmeres zu verhindern.

Phantoma sind die Hände mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt trotzdem kann sie ganz gemütlich die Hände hinter den Kopf verschränken. Wohl super gelenkig die Dame.

Dann die Nummer mit Jarvis der rennt raus und dann steht da tatsächlich, dass er glaubt das die anderen Beiden nicht fliehen konnte, obwohl er deren Tod hautnah mitbekommen hat.

Das größte Ärgernis ist aber, dass von der starken Phantoma aus dem ersten Teil nichts mehr übrig bleibt und alles plötzlich wieder anders ist. Von wegen keltische Göttin, die sich in Luft auflösen kann und Kugeln wiedersteht. Auch von dem Herbeirufen der Schatten ist nicht mehr die Rede. Stattdessen ist sie nun ein schwarzmagisch beeinflusster Mensch oder man bekommt zu mindestens den Eindruck dass es so ist. Aber auf Grund der Andeutungen im ersten Teil passt natürlich auch die Festnahme von Phantoma nicht ist Bild. Sie hätte sich ja einfach auflösen können.

Dann die Nummer mit dem Kreuz warum wird Phantoma nicht vernichtet, sondern verliert nur ihre Hörner, Na klar weil John sie noch ein bisschen foltern will.

Und dann die Sache mit Matthias warum zum Teufel holt dieser sich mit Luzifers Unterstützung 8 tumbe Zombies aus der Erde mit denen er die drei gekillten Unterweltbosse ersetzten will. Das macht keinen Sinn. Sinn hätte es gemacht wenn er selber und Phantoma die Posten übernommen hätten.

Aber was noch schlimmer ist, dass Matthias hier auf mich nicht wie der erste Diener Luzifers wirkte sondern wie ein kleiner Schiesser der die Buxe voll. So stelle ich mir bei Leibe keinen 1 Diener Luzifers vor. Zumal Matthias in anderen Roman viel mächtiger war.

Man merkt es an diesen Roman wieder deutlich, dass JD seine besten Tage hinter sicht hat und ich mir immer mehr überlegen muss ob ich seine Romane wirklich noch lesen soll.

Ironie des Schicksals ist dann noch die Leserseite in diesem Roman in dem ein treuer alter Sinclairleser doch tatsächlich sagt, dass er sein Abo gekündigt wegen der neuen Autoren gekündigt hat, weil er mit deren Schreibstil nicht zurecht kommt. Da fragt man sich doch ob manche nicht schon betriebsblind sind.

Für diesen Roman kann es nur eine Bewertung geben und das ist sehr schlecht.

erstellt am 09.05.17 18:51
Ohne das Finale wäre ich geneigt gewesen, den zweiten Teil sogar besser zu bewerten als den ersten. Denn er ist logischer aufgebaut, auch wenn die Dialoge einen neuen Höhepunkt erreichen. So hatte ich wenigstens mal wieder einen Heftroman in unter einer Stunde durch. Zugegeben, auch der Beginn des Heftes ist verbesserungswürdig, aber klassisch für Dark. Der Gegenspieler schwafelt , statt zu agieren. Dadurch hat Suko die Zeit, den Stab zu benutzen. Fast schon die Standardwaffe gegen brenzlige Situationen. Damit hätte Dödel-Matthias echt nicht rechnen können. Aber gut, Fantoma wird ausgeknockt. Die Geisterjäger sind mit ihr beschäftigt und abgelenkt, als die Zeit abgelaufen ist. Matthias könnte das nutzen, aber er haut lieber ab.

Und damit teilt sich die Handlung. Ich bleibe erstmal beim Sinclairteam und Fantoma, oder besser bei den Dialogen des Grauens. Nach einer netten Szene, die mit dem Tod einer unbedeutenden Nebenfigur endet, geht es los. Versuch Eins, Fantoma verwertbare Informationen zu entlocken. Seltsamer Weise möchte die aber nicht reden und wird zum Yard kutschiert. Auf dem Weg tötet sie einen Polizisten. Danach wieder elend lange Dialoge, aber die Killerin bleibt stur. Es kommt zu einem kleinen Handgemenge. Danach wird nochmal seitenlang gefragt. Fantoma ist weiterhin zickig. Im Yard die nächste Fragerunde und ratet mal, wer nicht auspackt. Kurz wird sie allein gelassen, dann hat man die grandiose Idee, Glenda allein mit ihr reden zu lassen. Von Frau zu Frau sozusagen. Nach der Hälfte des Romans gibt es durch diese völlig verblödete Aktion immerhin wieder etwas anderes als ergebnislose Gespräche. Fantoma bringt Glenda unter ihre Kontrolle, gelangt aus ihrer Zelle und will die Sekretärin dazu bringen, einen Wachmann zu töten. Da meldet sich gerade noch rechtzeitig das Serum und sie entkommt. Fantoma wird ohne große Gegenwehr wieder in ihre Zelle gebracht, wo John die Idee kommt, mit dem Kreuz etwas Druck zu machen. Endlich! Doch nicht so voreilig, so schnell geht das nicht. Erst schmelzt er ihre Hörner weg, dann brennt er ein nettes Kreuzsymbol auf ihre Brust ein. Dann redet sie endlich, weil ihr der Ernst der Lage klar wird. Ich behaupte mal, man hätte hier locker ein Drittel des gesamten Hefttextes einsparen können.

Zurück zu Matthias, wo das alte Dark-Konzept „gute Idee schlecht umgesetzt“ gilt. Londoner Gangsterbosse töten und durch Diener des Satans ersetzen, solange es ein Machtvakuum gibt. Nett, könnte auch mal ein neues Themengebiet werden. Ich vermisse die Zeit von Logan Costello. Als Ersatz aber halb verweste Zombies mit der Auffassungsgabe einer sedierten Schildkrötenoma zu nehmen ist so ziemlich das dümmste, was man machen kann. Schlaue Untote, mit einem Illusionszauber versehen, wären doch auch gegangen. Immerhin werden sie nicht durch simple Nekromantie, sondern durch Luzifers Macht persönlich wieder erweckt. Diese Beschwörungsszene fand ich übrigens wirklich stimmig. Matthias hat dann aber nichts besseres zu tun, als seine Zombies mit Messern auszustatten, damit sie sich gegenseitig noch weiter verstümmeln. Völlig sinnlose Aktion, Dark wollte vermutlich einfach noch ein paar kleine Ekelszenen reinschreiben.

Anstatt Fantoma in einer magisch gesicherten Zelle zu lassen wird sie mit zu Matthias genommen. Damit sie dem Sinclairteam in den Rücken fallen und sich rächen kann? Das wäre logisch, aber bei Dark ist Logik bestenfalls nebensächlich. Es folgt das bereits angesprochene Finale. Fantoma wird als Druckmittel gegen Matthias eingesetzt. Die ist inzwischen aber völlig nutzlos für ihn, entsprechend seiner Charakterisierung würde es ihn kein Stück kümmern, falls sie stirbt. Luzifers Diener lässt aber zu, dass John zwei seiner Zombies einfach abknallt, bevor er etwas unternimmt. Er hypnotisiert John, das Kreuz kämpft mühsam gegen Luzifers Macht an. Und Fantoma wechselt die Seiten, hilft John. Sie rennt auf Matthias zu und küsst ihn – what the heck? - um ihn abzulenken. Dafür tötet er sie, aber Suko kann das zweite mal im Heft mit dem Stab den Tag retten. Matthias wird niedergeschlagen. Während man sich um die verbliebenen Zombies kümmert, erwacht der Gegenspieler wieder und kann sich verdünnisieren. Und ich bin fassungslos, wie Dark so etwas unpassendes hineinschreiben konnte. Da hätte auch ein pinkes Nilpferd aus den Wolken fallen können und Matthias unter sich begraben.


Diese Handlungszusammenfassung brauche ich bei Dark einfach. Zu viele Stellen, die mir aufgefallen sind. Kleinere Sachen, wie bei den Co-Autoren, sind da eher nebensächlich. Aber trotzdem erwähnenswert. Fantoma ist sicher eine halbe Stunde am Stück ohnmächtig, Matthias wacht am Ende nach einer halben Minute wieder auf. Der zeitliche Handlungsablauf passt nicht. Während Matthias ruck zuck arbeitet wird Fantoma stundenlang befragt und dann muss man erst noch zu Matthias' Aufenthaltsort fahren. Der wäre eigentlich schon längst wieder weg gewesen. Als letztes hat mich gestört, dass Fantoma dieses mal plötzlich viel menschlicher dargestellt wurde. Mit ihren Fähigkeiten aus dem ersten Teil hätte sie locker aus der Zelle fliehen können. Die sind hier plötzlich vergessen. Für den treuen Leser liegt eine Woche zwischen den Geschichten, aber trotzdem. Wie schätzt Dark seine Leser ein, wenn er vermutet, dass sie in der Zeit alles wieder vergessen haben und ihnen das schon nicht auffällt?


Wieder ein längerer Mecker-Text, aber nicht schlechter als Teil 1 des Falles. Dämonischer Ersatz für Gangsterbosse klingt nach einer guten Idee. Die Passagen mit Matthias fand ich, bis auf das Ende, solide bis gut. Bei Fantoma gibt es zwar extrem viele lahme Dialoge, aber davon abgesehen war das auch in Ordnung. Trotzdem, und gerade wegen den Dialogen, ein schlechter Roman. Das Finale hat die Wertung dann nochmal gefestigt.





PS. Wegen den Zombies. Ich denke, da hätte sich Dark wirklich einen Gefallen getan, mit stärkeren Wesen die Dauergegnerpotential haben. Matthias ist die Hand Luzifers, aber trotzdem nur ein Sterblicher. Er dient nur als Gefäß für Luzifers Macht und wird hier benutzt, um die Beschwörung vorzunehmen. Das könnte man dann vielleicht auch logisch hinbiegen, dass er Respekt vor den Erweckten hat.

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