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Thema: 1981 Fantoma (1. Teil)
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erstellt am 09.07.16 16:05
Bei der Gegnerin musste ich immer an eine Fanta trinkende Oma denken.

Naja, der Roman liegt nach meinem Empfinden etwas über dem derzeit gängigen JD-Durchschnitt. Es hatte einige gute Szenen. Der Anfang war stimmig; die Idee, Suko als privaten Leibwächter zu verdingen, gefiel. Mick hätte ich gerne länger in der Story behalten. Suko zu den Toiletten zu versetzen, fand ich amüsant, und John und Glenda im Saal undercover hätte auch gut funktioniert, wenn sie da irgendwas zu tun bekommen hätten. Tanner wollte sich ja ebenfalls dort umsehen, wurde vom Autor dann aber wohl vergessen.
Leider hat es wieder viel Gequatsche und die unsäglichen Handys tun ihr Übriges, um den Zug aus der Geschichte zu nehmen. Sowohl John (Reno), als auch Suko (Mick) haben einen Toten zu verantworten, was sie aber nicht weiter schert. Fantoma hat einen klar umrissenen Auftrag, nämlich die drei Ganoven zu killen, beschränkt sich alllerdings auf das Setzen von Zeichen - die Gangster hätte sie schließlich schon zu Anfang am See ermorden können, was den ganzen Roman überflüssig gemacht hätte.
Mal sehen, ob im zweiten Teil noch Fantomas Hintergrund als keltische Totengöttin eine Rolle spielt. Ich gebe knappe 3 von 5 Kreuzen.
Beim Titelbild hat Timo Würz einfach eine Hand zu dem Bild der Dämonin dazukopiert. Für sowas Spoerrisches kann es nicht mehr als 1 von 5 Kreuzen geben. Mir gefällt aber auch Würz' Stil grundsätzlich überhaupt nicht, das geht schon mit der Wahl der Farben los.

erstellt am 11.07.16 19:24
kann mir vorstellen dass du vom 2. teil enttäuscht sein wirst. der 1. ist noch ganz okay. verspricht aber mehr als er hält.

viele bilder von t. würz find ich auch nicht so toll.

erstellt am 11.07.16 20:12
Ariane schrieb:
kann mir vorstellen dass du vom 2. teil enttäuscht sein wirst. der 1. ist noch ganz okay. verspricht aber mehr als er hält.


Ja, du hast recht.

erstellt am 18.07.16 13:35
Dieser erste Teil ist gar nicht so schlecht. Eigentlich hatte ich nicht viel erwartet, doch die Story um Phantoma fand ich jetzt ganz gut. Am Anfang des Romans und in der Mitte des Romans hat sie gute Auftritte, die auf mehr hoffen lassen. Was aber wieder deutlich auffällt, insbesondere dann wenn man direkt davor einen Roman von einem der neuen Autoren gelesen hat sind die gestelzten Dialoge, die den Lesefluss deutlich unterbrechen. Doch darüber kann ich hier noch gerade so hinweg sehen. Der erste Teil endet auch wie es sich gehört mit einem Cliffhänger, so dass man gespannt ist wie es weiter geht. Das Matthias auch mit von der Partie ist macht das ganze noch interessanter, wenn gleich er hier am Ende mit einem läppischen Messer Suko bedroht. JD versucht hier auch Phantoma einen keltischen Background zugeben und man bekommt im ersten Teil den Eindruck das hier ein starker Gegner seinen ersten Auftritt hat.

Alles im allen würde ich dem ersten Teil noch gerade ein gut geben. Mit Mittel wäre der erste Teil in meinen Augen unterbewertet.

erstellt am 08.05.17 18:08
Bei den kritischen Lesern kam dieses Heft allgemein ganz gut an. Daher war ich wirklich gespannt, ob auch ich wieder eine Dark-Wertung über dem Mittelfeld geben kann. Leider nicht. Auf dem Konzeptpapier sah die Geschichte sicher gut aus und hätte etwas werden können. Die unheimliche Anfangsszene mit dem Nebel. Fantomas erstes Auftauchen und auch direkt das erste Opfer. Schon kurz darauf der zweite Tote. Dann das Ermitteln an zwei Fronten auf der Party. Die Enthüllung, dass Fantoma mit Matthias zusammen arbeitet. Und schließlich das packende Finale des ersten Teils, als beide aktiv werden. Von Dark geschrieben wirkt das Ganze in der Praxis leider nicht mehr so überzeugend.

Neben wieder sehr grausigen Dialogen und eigenwilligen Beschreibungen ist mir die Handlung an vielen Stellen undurchdacht. An vielen wichtigen Stellen.

Matthias und Fantoma wollen also drei Gangster aus dem Geschäft drängen und sind sehr nachsichtig. Erst warnen sie diese per Brief, als sie nicht reagieren taucht Fantoma auf und gibt ihnen eine letzte Chance. Der erste Leibwächter muss allein als Kostprobe ihrer Kräfte sterben, in Ordnung. Alle weiteren Bodyguard-Kills im Heft machen aber keinen Sinn. Auch dass das Unterwelttrio nun so einfach sterben soll, passt nicht. Fantoma hätte sie vorher fragen müssen, ob sie jetzt auf den Deal eingehen. Hätten sie wieder verneint, wären sie dran gewesen. Hätte man kurzen Prozess machen wollen, hätte man auch an der Blockhütte zuschlagen können. Und selbst wenn. Fantoma kann einfach so auftauchen. Sie hätte die drei direkt töten können, statt John und Suko durch das killen der Leibwächter erst zu alarmieren.

Fantoma kann Menschen zum Selbstmord zwingen und tödliche Schatten befehligen. Sehr wirkungsvoll. Wozu denn dieses martialische Theater mit Pfeil und Bogen? Es passt einfach nicht zu ihr. Und ich mag es nicht, wenn dem Gegner spontan Sachen hinzugedichtet werden, statt ihn konsistent mit wenigen passenden Fähigkeiten auszustatten.

Sie arbeitet mit Matthias zusammen. Schöne Sache. Aber wieso warnt er sie nicht vor dem Sinclairteam? Rein aus Vorsicht. Kann ja nicht schaden, so oft wie sie dazwischen funken. Wollte Dark unbedingt den obligatorischen „Ich spüre, dass du da etwas gefährliches an dir hast“-Kreuz-Spruch einbringen?

Beide Arten, wie das Sinclairteam auf die Party kommt ist Bullenkot. Suko bewirbt sich ohne jegliche Unterlagen und völlig spontan bei einem Sicherheitsdienst. Und wird am selben Tag eingestellt. Außerdem gleich zu einem Job mitgenommen, wo sich prominente Personen befinden. Egal wie unseriös, kein Sicherheitsdienst der Welt würde so dumm sein. Da hätte es jeder Killer einfach, sich in unmittelbare Nähe seiner Zielperson zu begeben. Dass Sir James Karten für John und Glenda organisieren kann passt noch. Aber dass die beiden ohne Hintergrundgeschichte dort auftauchen, ist unsinnig. Auf den Karten stehen doch Namen und vor allem muss es einen erfundenen Grund geben, wieso diese zwei Gäste auf eine so private Feier eingeladen wurden.

Einen hab' ich noch. Es geht um Reno. Der ist zu Beginn geflüchtet, als sein Kollege Zwangssuizid begangen hat. Die Gangsterbosse wissen bestimmt wo er wohnt, aber garantiert für welche Sicherheitsfirma er arbeitet. Sie lassen ihn einfach gehen und erachten es nicht für nötig, ihn am nächsten Tag freundlich auf die Finger zu klopfen und zu den Ereignissen zu befragen? So kann der Kerl frei herumlaufen und John, einem Bullen, alles erzählen. Wo sich dann Johns Kreuz meldet. Irgendetwas ist in der Nähe. Was ist da das beste Vorgehen? Reno schutzlos allein zu lassen und sich umzuschauen, damit Fantomas Schatten ihn killen können. Wieder ein toter Zivilist, dessen Schicksal sich Dark-John durch seine Blödheit auf die eigene Kappe schreiben kann.


So viel zu den groben Schwachstellen der Handlung. Keine Kleinigkeiten für mich. Und gleich eine Hand voll davon. Wenn andere Leser darüber hinweg sehen können oder es gar nicht bemerken, gut für sie. Mich stört es extrem. Die typische klischeehaft-übertriebene Darstellung der Gangsterbosse und der Bodyguards kommt noch dazu. Auch Formulierungen und Wortwahl. Wer spricht heutzutage ernsthaft noch von einer „Fete“? Und die Dialoge, da fand ich sogar den Leichenschaukel-Roman besser. Direkt am Anfang kommen schon Sachen wie.


Er schaute seine beiden Mitstreiter an. Dabei fragte er: „Wer schießt zuerst?“
„Keiner. Wir machen es zu dritt.“
„Das ist auch okay.“

Haltet doch einfach die Klappe und feuert was die Knarren hergeben auf die verdammte Gruselbitch, die euch gerade bedroht.



Das war mal nichts. Die Etappen der Handlung und die grundsätzlichen Ideen sind ja gut gewählt. Ausgearbeitet aber schlampig, muss ich so sagen. Eine schlechte Note, niemals besser als die Grabsucher-Geschichte. Wenn jetzt Matthias mitwirkt könnte Teil 2 noch was werden, aber ich weiß ja, wie unzureichend der Altmeister den Burschen einsetzt.

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