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Thema: 1987 Todesritt der Templer
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erstellt am 15.08.16 13:19
Was soll ich zu diesem Roman sagen. Der Roman ist von vorne bis hinten eine reine Katastrophe. Eigentlich hatte ich nicht gedacht, dass das Niveau der Jason Dark Romane noch weiter sinken könnte, aber dieser Roman beweist das Gegenteil. Die Story die sich Dark hier ausgedacht hat ist nicht nur total langweilig, sondern hat auch der jede Menge Ungereimtheiten. Aber was mich noch mehr entsetzt hat waren die hier geführten Dialoge, die waren dermaßen aufgesetzt und schlecht, dass man sich fragt wie so was veröffentlicht werden kann. Ein Bespiel ist mir besonders im Gedächtnis hängen geblieben. Als Suko am Ende einen Templer mit der Dämonpeitsche vernichtet hat lässt er bei John den glorreichen Satz los: Sie können glühen, aber Sie können auch verglühen. Und das ist nicht die einzige Stilblüte der Art, der Roman wimmelt nur so von derart nichtssagenden Sätze. Schlimm ist diesmal, dass das nicht nur auch die Dialoge betrifft, sondern auch auf Situationsbeschreibungen, die sonst eine Stärke von Dark sind.

Den Inhalt des Roman kann man eigentlich mit drei Sätzen erzählen:
Godwin wird von Zombie - Templern entführt.
John und Suko reisen nach Frankreich und fahren ein bisschen rum.
John und Suko besiegen die Templer und befreien Godwin.

Hätte man vielleicht sogar was raus machen können, doch als wenn die Dialoge und nichtssagenden Stilblüten dann noch nicht genug wären wird die Story noch mit jede Menge Ungereimtheiten versehenen , dass auch dem letzten der Spaß vergeht.

Mal ein paar Beispiel:

- Warum tauchen die Templer genau an der Raststätte auf an der John und Suko sich mir der Informantin treffen.
- Warum wirkt der Zeitstrahl auf alle anderen Zugpassagiere nicht aber auf die Begleitung von Godwin.
- Warum schließen alle Protagonisten wenn Nebel auftaucht, dass die andere Seite Ihre Finger im Spiel haben muss.
- Welches Motiv hatten die Templer.
- Warum sind ist einer der Templer plötzlich ein normaler Mensch, als der Godwin im Brunnen töten soll und kein Zombie-Templer
- Was sollten die ersten drei Seiten mit dem Bahnhofswärter (null Bezug zu den Ereignissen)
- Was sollte die Nummer mir der Überwachung durch die französischen Kollegen.
- Und wenn es sich um Kollegen handelt wie so reden die wie Gangster. Ich glaube wohl kaum, dass sich Polizisten untereinander mit Bullen titulieren.

Für mich ist der Roman ein reines Ärgernis und mir graust es jetzt schon vor den nächsten Sinclairromanen von Dark, insbesondere vor der Nummer 2000. Ich hoffe das, dass nicht daneben geht.

Mit tut es selber weh, dass ich die Romane jedes Mal niedermachen muss, doch es wird durch die Fremdautorenromane immer deutlich, dass Dark nicht mehr ansatzweise das liefern kann was die neuen Autoren liefern.

Dieser Roman kann nur eine Bewertung kriegen und das ist sehr schlecht.

erstellt am 15.08.16 18:09
Oh je. Sooo schlecht....? Ich habe ihn nicht gelesen. Ich wollte eigentlich, weil ich Templer-Geschichten mag, aber wenn ich deine Rezi lese, lasse ich es lieber bleiben.

erstellt am 15.08.16 23:38
Geht mir genauso. Wollte eigentlich bis zum Jubiläum mal wieder einige Darks lesen - und dieser sollte der erste sein, weil ich wie leni Templer-Geschichten mag. Aber vielleicht kommt ja noch eine positive(re) Rezi...

erstellt am 21.08.16 11:39
corto feldese schrieb:
Geht mir genauso. Wollte eigentlich bis zum Jubiläum mal wieder einige Darks lesen - und dieser sollte der erste sein, weil ich wie leni Templer-Geschichten mag. Aber vielleicht kommt ja noch eine positive(re) Rezi...


Also ich liebe Templer Geschichten. Ich habe diesen Band leider noch nicht. Sonst hätte ich ihn mir gleich mal rausgesucht und angefangen, zu lesen.

erstellt am 05.09.16 18:15
Wenn man seit geraumer Zeit keinen Sinclair mehr von Jason Dark gelesen, sondern immer die der neuen Autoren, aber hier die Kritiken verfolgt hat, ist die Erwartungshaltung so gering, dass man nicht mehr enttäuscht werden kann. Im Gegenteil. So hat mich Dark hier tatsächlich erstmal in die Handlung hereingezogen, der Autakt mit den Bahnwärter, dann die Überblendung in den Zug... Als Fan von Templer-Geschichten, Vielbahnfahrer und Frankreichfreund erstmal ein Plot, der zumindest mein Interesse wachhielt.

Doch sehr schnell werden dann drei Eigenarten Darks deutlich, zwei eher wohlbekannt, eine weitere, die mir von (ganz) früher nicht so vertraut war.

Zum einen natürlich die seltsamen Dialoge, zwischen holprig und lächerlich. Wobei einige ja für die Handlung durchaus von Bedeutung wären (z.B. das Gespräch mit dem Zugbegleiter Seite 17/18), das nur durch seine Holprigkeit verstört, während andere reine und gnadenlose (und deshalb doppelt nervige) Zeilenschindereien darstellen (z.B. im Büro Seite 21, 22, 23). Und natürlich zudem holprig sind.

Zweitens merkt man deutlich, dass Dark während des Schreibens nicht weiß, wie es weitergeht bzw. seine Vorstellung des Ablaufs ändert. Nach dem Motto: Ach, ich brauch noch ein bisschen mehr Kampf. Jemand, der am Computer schreibt, würde nun zurückgehen und zwei Sätze vielleicht löschen oder umschreiben. Dark schreibt einfach weiter. Zum Beispiel Seite 20 "So etwas wie ein Schrei war zu hören, dann war es auch mit dem Ritter vorbei. (...)" Aber Mist, ich brauch ja doch noch ein bisschen Action. Dann fabuliert man eben weiter "Das dachte Godwin. Dem war nicht so. Der seltsame Ritter hatte sich nur ausruhen wollen." Na ja.

Eher neu für mich war, dass Dark Situationen so unvollständig beschreibt, dass der Leser alles mit seiner Phantasie auffüllen muss. So bleibt es völlig unklar und vage, was der Nebel bei den anderen Zugpassagieren bewirkt bzw. wie deren Verhalten nun auf Godwin wirkt. Oder später in einer Burg, befindet sich plötzlich in einem kleinen Zimmer auch eine Treppe. Dieses Manko, diese Unklarheit kann man aber fast schon positiv sehen, dadurch wird nämlich eine Stimmung wie in einem Alptraum erzeugt, der ja auch gern so ein bisschen vage bleibt und in dem sich die Optik ja auch plötzlich ändert.
Das passt natürlich wieder zu einem Gruselroman...

SPOILER: Anderes nervt mich allerdings gewaltig, wenn z.B. Suko die französischen Flics davon abhält, es zumindest zu versuchen, dem Nebel zu entkommen, und dann einer dieser ermordet wird - und Suko nichtmal den Hauch eines Zweifels ob seines Tuns verspürt. Vielleicht wäre es ja besser gewesen, sie fahren zu lassen, sicher weiß man es natürlich nicht... SPOILER ENDE.

Aber, dass wäre wahrscheinlich ein etwas zu hoher Maßstab angelegt an einem Roman, bei dem es eine Untertreibung wäre, zu sagen, der Stil bilde zahlreiche Blüten. Nein, diese blühen so durchgängig, der Roman ist eine riesige Stilblüte.

Und doch: Trotz allem, irgendwie hat das Heft mich trotz aller Stolperfallen, Blüten und Gespräche immerhin bis zum Ende interessiert, auch wenn man den Plot problemlos auf spannenderen 30 Seiten hätte erzählen können. Wie gesagt, ich mag Templer-Geschichten.

So ist der "Todesritt der Templer", wenn man ihn mit Filmen vergleicht, ein Mix aus Ed Wood und alten spanischen Trash-Horror-Streifen. Macht ja auch manchmal Spaß.
Deshalb 1,5 von fünf Templerkreuzen.

Ach ja, anlässlich heutiger Coverdiskussionen: Das Titelbild zeigt einen voll vermummten Reiter in Rüstung. Das Pferd ist allerdings fast nackt, es hat nur sexy Lederstriemen angelegt...

erstellt am 05.09.16 21:11
corto feldese schrieb:


Ach ja, anlässlich heutiger Coverdiskussionen: Das Titelbild zeigt einen voll vermummten Reiter in Rüstung. Das Pferd ist allerdings fast nackt, es hat nur sexy Lederstriemen angelegt...


Loool!

erstellt am 12.09.16 19:38
die dialoge sind wirklich schlecht geschrieben. und viel ist unlogisch. leider ist das fürn roman von Jason aber zu erwarten. frag mich nur ob JS 2000 die totale blamage wird, oder ob sich da ein lektor noch mal erbarmt.

New Orgow schrieb:
- Warum tauchen die Templer genau an der Raststätte auf an der John und Suko sich mir der Informantin treffen.
- Warum wirkt der Zeitstrahl auf alle anderen Zugpassagiere nicht aber auf die Begleitung von Godwin.
- Warum schließen alle Protagonisten wenn Nebel auftaucht, dass die andere Seite Ihre Finger im Spiel haben muss.
- Welches Motiv hatten die Templer.
- Warum sind ist einer der Templer plötzlich ein normaler Mensch, als der Godwin im Brunnen töten soll und kein Zombie-Templer
- Was sollten die ersten drei Seiten mit dem Bahnhofswärter (null Bezug zu den Ereignissen)


das mit dem bahnhofswärter hat schon bezug gehabt. der hat die reiter gesehen, aber keine meldung gemacht. hät ja auch ne warnung sein können, aber so sieht man eben auch mal, wie durch untätigkeit unheil nicht aufgehalten wird.

dass der zeitstrahl nicht auf Charlotte gewirkt hat, denk ich ist weil sie ganz nahe bei Godwin war.

das motiv der templer war, dass sie Godwin ausschalten wollten, weil sie angst hatten, dass der ihnen irgendwie auf die schliche kommt.

dass sie genau an der raststätte rauskommen, war ein gezielter angriff auf ihre feinde, die sie anscheinend erkannt haben.

woher die templer über alles so genau bescheid wussten, hab ich auch nicht so genau verstanden. asmodis wird ihnen da vielleicht geholfen haben, von dem haben sie ja auch den zeitstrahl gekriegt.

erstellt am 16.05.17 18:19
Wieder einmal wusste Dark wohl selbst nicht, wohin die Reise gehen soll. Wenn man sich vor dem Tippen kein Plotkonzept macht und sich daran hält passiert sowas eben ständig. Erst geht es um einen Trupp Geisterreiter, später um lebende Baphomet-Templer die auf herkömmliche Art zu töten sind, später werden dann Zombies daraus. Und der Nebel ist angeblich ein „Zeitstrahl“, obwohl an keiner Stelle der Geschichte eine Zeitreise passiert. Nur magischer Transport durch den Nebel an andere Orte in der Gegenwart. Dabei hätte jede Idee für sich sicher Potential gehabt. Geisterreiter, Baphomet-Zombies und ein versteckter Baphomet-Kult. Besonders störten mich auch die Nebenfiguren, die man hätte weglassen können.


Am besten verarbeite ich das wie meistens durch eine kurze Inhaltsangabe. Der Roman beginnt nämlich direkt mit einem unnötig langen Gespräch mit Charlotte. Dann schnappen sich die Geisterreiter Godwin. Zum Gück gehört er auch zu dem Personenkreis, die Geheimhaltung nicht interessiert und mit jedem dahergelaufenen Zivilisten über die Geheimabteilung reden. Charlotte ruft also John an, erreicht aber nur Glenda. Obwohl die Sache dringlich ist, erachtet sie es nicht für nötig, seiner Sekretärin zu berichten sondern verlangt einen Rückruf. Der erfolgt dann auch in einem längeren Dialog. Es folgt ein Treffen in Frankreich, auf einer Raststätte. Obwohl man am Telefon alles durchgekaut hat, wird hier nochmal seitenfüllend palavert. Mit ein wenig Einfallsreichtum hätte man die Frau auch ganz aus der Geschichte lassen können und wäre zum gleichen Ergebnis gekommen. Sophie hätte sich zum Beispiel Sorgen um ihren Mann machen können, der nicht nach Hause kommt und John um Hilfe gebeten. Der hätte sich mit Suko auf den Weg gemacht, die Bahnstrecke abzufahren und zu sehen, ob das Kreuz an einer Stelle auf Magie reagiert. Schon hätte man einige Seiten gespart, um mehr Spannung in den Plot zu bringen.


Auf dem Weg geraten John und Suko in eine Polizeikontrolle. Einerseits sind kleine Passagen abseits der Haupthandlung per se keine schlechte Idee, aber ich hatte hier wieder das Gefühl, dass man nur Seiten schinden wollte. John weißt sich als Yardbeamter aus, damit die Angelegenheit schnell geklärt ist und er weiter fahren kann. Die französischen Kollegen bekommen jedoch den Auftrag, ihn zu beschatten. Wieso verdammt? Beim Finalkampf sind sie daher anwesend und einer von ihnen muss daran glauben. So gibt es immerhin einen Toten auf Seiten der „Guten“. Für mich macht das trotzdem keinen guten Sinn. Auch wie die Männer so abschätzig über John und Suko als „Bullen“ reden, obwohl sie selbst welche sind oder dass sie sofort an Zombies glauben, weil Suko erwähnt, dass es hier um welche gehen könnte. Das ist einfach schlecht geschrieben.


Godwin ist derweil der Überkrieger und kommt daher auch ohne Verletzungen durch mehrere Auseinandersetzungen, in denen er eigentlich klar unterlegen ist. Erst greift ihn ein gepanzerter Reiter an, der ihn aber mit seinem Schwert verfehlt. Woraufhin er deswegen vom Pferd stürzt, na klar. Godwin entreißt ihm die Waffe und tötet ihn damit. Später in der Burg schleudert er dieses Breitschwert so geschickt, dass es sich einem Gegner in die Brust bohrt. Bei welchem trashigen Mittelalter-B-Movie hat Dark sich das denn abgeschaut?


Das Finale ist eigentlich kaum der Rede wert. Godwin wird natürlich befreit. Die Geisterreiter, oder Zombies, oder whatever vernichtet.

Es gilt das bekannte Dark-Prinzip. Gute Idee, die leider nicht konsequent verfolgt wird. Jason ist da wie ein kleines Kind auf dem Jahrmarkt, das ständig von neuen Dingen abgelenkt wird und diesen nachgehen muss. Kämpfe oder allgemein Szenen, in denen man mit den Helden mitfiebert, sind einfach nicht sein Ding. Davon gibt es auch wenige, dafür viele Dialoge und unspannende Alltagsszenen. Kein Komplettreinfall, aber ein echt schlechter Roman.


Dialog der Woche:

„Sie sind Madame Bonpain.“
„Und Sie John Sinclair.“
„Genau. Mein Freund und Kollege wird noch kommen. Er holt nur etwas zu trinken.“
„Ja, das sah ich. Ihr Kollege ist Asiat?“
„Chinese.“
„Toll, dass man so Karriere machen kann.“
„Ja, das ist es.“


Ich bin mir sicher, Suko wurde nicht als „Quotenchinese“ eingestellt, sondern weil er unabhängig seiner Herkunft einen guten Job als Inspektor macht.

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