Suche
Beitrag User
 
 
Thema: 1102 Am Ende aller Zeit
| |

Antworten zu diesem Thema: 5

 
Zurück
Weiter
1


erstellt am 29.08.16 20:31
Endlich wird Stefanie Seidels lauschiger kleiner PZ-Roman fortgeführt. Dieses mal sogar mit einer zentralen Handlung. Die Idee das Ende des ersten Teil mit dem Anfang der Fortsetzung überlappen zu lassen, nur aus jeweils anderer Charaktersicht, hat mir schonmal gut gefallen. Dann dümpelt die Story wie von der Autorin gewohnt gemütlich vor sich hin. Das hat durchaus Charme,ich mag bei PZ lieber die großen Abenteuer.

Im Fall der Woche geht es endlich der Partnerin des getöteten Bar’baal an den Kragen. Allerdings erst in der zweiten Hälfte. In der ersten muss Zamorra sich eines Mordes für unschuldig beweisen. Dann endet der Fall in einem beschaulich-schaurigen Vergangenheitssetting.

Die Autorin hält sich wieder an ihre eigene kleine Storyline um Zamorras Jugendfreund Willem. Da warten garantiert noch mehr Abenteuer auf die beiden. Das zögert die „wichtigen“ Themen wie die Artefaktjagd oder LEGION (ja den gibt es auch noch) leider hinaus.



Zwei elementare Logiklöcher sind mir noch aufgefallen. Die sind aber nicht so schlimm, dass sie die Lesestimmung direkt kaputt gemacht hätten. Nur die Handlung an sich.

Wenn Willem in strikter Quarantäne ist und Zamorra nicht anrufen kann, dann hätte er doch trotzdem jemanden von den Ärzten bitten können, den Parapsychologen zu benachrichtigen. Gut, er hat Zamorras private Nummer nicht parat. Aber über eine offizielle Stelle und Nicole wäre das möglich gewesen. Dann hätte die Bar’baal niemanden verarschen können. Eine ausgesprochen unterhaltsame Idee von ihr, muss man sagen.

Und beim Finale wundert es mich, dass eine mächtige Dämonin nicht über die einzige Waffe informiert ist, die sie töten kann. Sie macht sich sogar noch lustig über Zamorra, als er den Metallstaub aufhebt. Weiß sie nicht, dass der Dolch sich aus dem Staub heraus wieder zusammen setzen kann? Spätestens, als sie die Waffe zwischen den Rippen hat, wird sie es bemerkt haben.


Für mich wie immer ein solider PZ von Frau Seidel. Nehme ich jedes mal so mit. Stört mich nicht, aber ich freue mich auch nicht auf ihre Hefte.

erstellt am 09.09.16 14:57
Handlung : Kaum hat Zamorra gestanden , seinen Freund Willem erschossen zu haben , ruft dieser putzmunter aus Andalusien an und teilt ihm mit , das er niemals nach Frankreich geflogen war. Er war nach ihrem Skypen und einem plötzlichen Rotkreuzeinsatz , zusammen mit Hayat , eine Woche in Quarantäne gewesen und nun erst nach Hause gekommen. Dabei habe er festgestellt ,das ihm magische Gegenstände gestohlen wurden. In Frankreich mischt sich Rhannoud , Willems Hausdschinn unter die Ermittler. So kann er nicht nur Zamorra vor der rachsüchtigen Bar´baala warnen , die scheinbar dauernd die Existenzen wechselt , sondern auch noch in " offiziellem Auftrag " die magischen Gegenstände eintüten und zurückbringen. Derweil muß sich Zamorra nicht nur weiterhin mit dem überforderten Kommissar Billot herumärgern , sondern ihn auch noch ,vor der wütend spukenden Mademoisselle retten. Erst auf dem Polizeirevier , macht ein von Nicole alarmierter , renommierter Pariser Anwalt , dem Spuk ein Ende und Zamorra wird entlassen. Zusammen mit Nicole flegt er umgehend zu Willem. Der ebenfalls alarmierte Choukri , unterbreitet ihnen seinen Plan. Während Hayat und Nicole in Sicherheit gebracht werden , reisen Willem und Zamorra über eine neue entdeckte Zeitschwelle in die Vergangenheit. Hier soll sich vor der Kulisse eines entlegenen alpinen Bergdorfes , die Bar´baala zum entscheidenden Duell stellen.

Meinung : Stephanie Seidel setzt hiermit ihren Roman " Liebchen " fort. Der Roman ist spannend , gut zu lesen und bietet wieder eine willkommene Abwechslung in der Serie. Im ersten Romandrittel stockt die Handlung zunächst ein wenig , da die eine oder andere Erklärung auch über Land und Leute , zu diesem Zeitpunkt etwas zu lang geraten ist. Das behebt sich dann aber wieder und es folgt eine spannende und unterhaltsame Gruselgeschichte , in die auch gekonnt , der eine oder andere gelungene Gag eingebaut wurde. Insgesamt fühlte ich micht gut unterhalten und daher auch für diesen Roman von mir die Note 2 = Gut ( 4 von 5 Kreuze )

erstellt am 27.09.16 14:49
Sechs Wochen mussten die Leser warten, dann setzte Zamorra 1102 von Stephanie Seidel ihren mit einem Cliffhanger endenden Band 1099 ("Liebchen" ) fort (der gelungene Jubiläumszweiteiler 1100/1101 von Manfred Rückert war dazwischen geschoben worden, eine eher unglückliche Veröffentlichungspolitik.)

In ihren zweiten Teil "Am Ende aller Zeit" knüpft Stephanie nahtlos an die Geschichte um die Dämonin Bar'baala an, lässt den Beginn (nun aus der Perspektive des ermittelnden Kommissars) sogar mit dem 1099-Finale auf der Insel im Bois de Bologne in Paris überlappen, auf der der Spuk weitergeht - und treibt die Handlung diesmal etwas stringenter voran als im ersten Teil. So bleiben wir nach Eintreffen des Kommissars fast das ganze Heft über - abgesehen von einem Schnitt zu Willem in Andalusien, der bemerkt, dass ein Dämon sein Haus geplündert hat - an der Seite von Zamorra.

Stephanies Schreibe ist klasse, sie lotet die Szenerie in der Regel gekonnt aus, würzt die Szenen oft mit einer ansprechenden Menge Humor, schmeckt sie mit Lokalkolorit ab und schafft Atmosphäre. So ist alles vorhanden, was eine Meisterleistung sein könnte (und über verteilte 40 Seiten auch ist), doch dann versalzt sie dieses Gericht leider erneut mit falsch abgemessenen, viel zu langen und auf falsche Merkmale ausgerichteten Rückblenden und Wiederholungen.

In dem, mit dem alten Heft überlappenden Einstieg hätte das meiste gesagt werden können. Aber es folgen weitere über das Heft verteilt. An welchen Leser sollen sich diese Zusammenfassungen alten Inhalts richten? Für Leute, die erstmals einen Zamorra lesen oder die Handlungsvorgänger nicht kennen, sind sie schlicht falsch gewichtet und zu unpointiert. Und für den Leser, der den ersten Teil kennt, sind sechs Wochen ja nun auch nicht DIE Welt und man sollte doch - mit Verlaub - bitte davon ausgehen, dass er nicht völlig dement ist. Ein paar kurze Sätze um ihn auf die Sprünge zu helfen, hätten durchaus gereicht.

Den Vogel schiesst Stephanie dann aber ab, als sie beim Rückblick Seite 45/46 sogar noch Infos aus DIESEM Heft selbst wiederholt. Ausser, dass einen diese Rekapitulierungswut aus der sonst spannenden Handlung wirft, macht das ständige Wiederholen auch die Plotlücken um so deutlicher: Warum z.B. hat Willem, nachdem der Skypeempfang zusammenbrach, eigentlich Zamorra nicht schon auf dem Weg nach Tarifa eine Nachricht via sms et. zukommen lassen? Er hatte immerhin eine lebenswichtige Info für ihn!

Sehr unschön ist es aber, wenn Stephanie sich trotz ihrer Lust an der Wiederholung selbst nicht an Passagen aus ihrem ersten Teil erinnert. Bereits als dort Willem direkt in der marokkanischen Bucht war, kritisierte ihn der angerufene Choukri für sein unsinniges und gefährliches Handeln. Um von diesem Handeln nun auf Seite 25 nach Wochen im neuen Heft ERSTMALS von Hayat zu erfahren - und sich wieder völlig überrascht aufzuregen. (In diesem Zusammenhang wird dann auch der "Junge"-Spruch gegenüber dem ja eigentlich älteren Willem wiederholt...)

So sehr ich Stephanie Seidels ruhige Erzählweise mag, das alles gibt einem nicht nur das Gefühl von Zeilenschinderei, sondern auch von Unkonzentriertheit. (In ihren ersten Zamorras hatte man das Gefühl, sie habe nach ausführlichen Schilderungen zu wenig Platz für das Finale. Bei diesem Zweiteiler hatte man das Gefühl, er müsse (angefangen mit dem Golem-Einschub in Teil 1) stark gestreckt werden.
Während man allerdings bei den ganzen weitschweifigen und eher unnötigen Rekapitulationen, wichtige Infos kurz zur Erinnerung vermisst: Warum eigentlich müssten Nicole und Hayat aus der Vergangenheit zurückgeholt werden, warum ginge das nicht aus eigener Kraft?

Bleiben drei aktuelle inhaltliche Kritikpunkte: Die Autoren sollten etwas enger zusammenarbeiten, speziell bezüglich im Zamorra-Universum vorhandener Charaktere.
Dann hätte sich Zamorra die Ausgaben für einen teuren Anwalt sparen können und seinen Kumpel (Doyle-Strang) von der neuen Spezialeinheit angerufen. (Obwohl Zamorras Bemerkung bezüglich des Büttenpapiers, Seite 48, natürlich köstlich ist.)

Und die Charaktere erfahrener Dämonenjäger (in Lebensgefahr!) sollten nicht zu Trotteln gemacht werden: Da schickt Willem - zum verständlichen Unverständnis Zamorras - den Dschinn weg, der doch als Spürnase zuvor erklärter Teil ihres Plans und Sicherheitskonzepts war. Und Zamorra selbst lässt Willem allein (der die einzige Waffe hat und obwohl sie um die Gestaltenwandlungsfähigkeit des Dämonen wissen ) um ein paar Häuser weiter Pfannenfett zu holen...
Der Dämon selbst, von dem doch eigentlich angenommen wurde, er würde sich "weiblich" rächen wollen, ändert plötzlich seinen vermeintlichen Plan, nur weil die Freundinnen seiner Opfer weg sind...

Bei letzterem, dass nämlich einer uralten Dämonin aus einer anderen Welt, geschlechterspezifische Merkmale und Verhaltensmuster (mal dahingestellt ob aktuell oder nicht) der Menschen untergeschoben werden, die letztlich zur Rettung unserer Helden beitragen, hab ich mich schon gewundert. Und gefragt, wie da die Leser dieser (durchaus auch witzigen) Szene reagieren würden, wenn der Autor ein Mann gewesen wäre.

Wie gesagt, ich schätze, auch wenn es jetzt kaum so geklungen haben mag, Stephanie Seidels Romane, ihre Details (zum Finale z.B. mit der italienischen Zeitung) etc., ich habe hier lediglich, da ihre Könnerschaft ja auf der Hand liegt, mal besonderes Augenmerk auf das Negative gerichtet, das den sonst so tollen Eindruck leider empfindlich schmälert.

Daher auch "nur" 3,75 von 5 Amuletten, also eine 2- in Schulnoten.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 15:08 Uhr bearbeitet)

erstellt am 30.09.16 10:29
wie soll das gehen 3,75 Amulette???? ganz oder garnicht!!! Ein viertel Zammy gewürzt mit ner Prise Asmodis und einem Schuss auf die Lektorin ?
Niemand ist perfekt. Auch nicht mein ehemaliger Bürgermeister , der Niemand hieß.

erstellt am 30.09.16 13:49
Das eine Amulett war runtergefallen und nur der innere Ring noch in Ordnung...

erstellt am 07.03.17 12:05
Der Grund für die von mir oben angesprochene "Zeilenschinderei" ergibt sich aus einer Erklärung, die Lektorin Susie (auf der LKS in Nr. 1116) zu der seltsamen Veröffentlichungspolitik des Zweiteiler 1099/1102 äußert: Der eigentlich vorgesehene Roman für die 1102 war aufgrund von Zeitproblemen des Autors ausgefallen, weshalb Stephanie Seidel anbot, aus ihrer 1099 "Liebchen" eben den Zweiteiler zu machen...
Kein Wunder, dass der sonst gelungene Doppel-Roman einigen arg gestreckt vorkam.

In der Nr. 1117 "Familiengeheimnisse" wird übrigens an den gelungenen Plotteil im Bois de Boulogne bei Paris angeknüpft.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 12:08 Uhr bearbeitet)

Zurück
Weiter
1

Top

Sie interessieren sich für unsere aktuellen Meldungen? Hier finden Sie die neuesten Informationen rund um unsere Verlagsprodukte.
mehr ...
 
Hier finden Sie wichtige Informationen und Hinweise zur Registrierung und der Struktur des Bastei Forums.
mehr...
Content Management by InterRed