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Thema: 2002: Schreckensnacht im Geisterschloss
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erstellt am 25.11.16 19:25
Wirklich noch niemand? Mhh, ich möchte nur ungern den Anfang machen, weil die allgemeine Meinung viel besser ist, denke ich.


Von Rafaels Beitrag zur Jubiläumstrilogie war ich etwas enttäuscht. Ich erhoffte an allen Fronten mehr, beziehungsweise habe Kritikpunkte. Vielleicht waren meine Erwartungen nach dem genialen Hilleberg-Roman auch zu hoch angesetzt. Der punktet total bei der Glaubwürdigkeit der Charaktere. Die fehlt mir hier vor allem bei John.

Ich hätte ihn nie als den Typ gesehen, der nach einem tragischen Ereignis aufgibt. Viel mehr als jemanden, der seinen Kummer durch Arbeit und Tatendrang unterdrückt. Johnny ist in einer anderen Dimension, ohne direkten Rückweg. In Teil 1 haben wir aber erfahren, dass Glenda sich blind zu Personen teleportieren kann, wenn sie als Fokus einen Gegenstand in den Händen hält, den diese Person besitzt und ihr viel bedeutet. Der Geisterjäger, den ich kenne, hätte nach dem ersten Schock sofort Glenda angerufen und von ihr erwartet, dass sie ihn zu Johnny bringt. Sheilas Tod hat er aus seiner Sicht zu verantworten, jetzt will er nicht auch noch Johnny auf dem Gewissen haben. Glenda hätte dann vielleicht ihr bestes gegeben, es aber nicht geschafft und John hätte sie angeschrien. Irgendwie so eine Szene hätte ich erwartet. Dass seine Freunde ihn runter bringen müssen. Ihm sagen, dass man gemeinsam schon einen Weg findet. Dass der Geisterjäger stattdessen kurzzeitig den Glauben an das Kreuz und seine Bestimmung verliert war für mich der falsche Weg.

Bill ist dämonisch besessen, was als Ausrede für sein Handeln funktioniert. Logisch betrachtet kann ich nichts dagegen sagen. Ich hätte ihn hier völlig aus dem Spiel genommen. Als jemand der den Glaube an das Sinclairteam verloren hat und nie wieder etwas von John wissen will. „Wenn du dich noch einmal bei mir blicken lässt, knalle ich dich ab.“ Hier ist er erst fremdgesteuert und dann hat er falsche Erinnerungen. Sheila tot, Johnny verschollen. Das reicht mehr als genug. Bill hätte sowas nicht noch erwischen müssen. Mir persönlich ist das zu viel.

Zur Handlung im Schloss: Den Übergang von Dark zu Hilleberg fand ich wesentlich besser als den Übergang von Hilleberg zu Marques. Das Kapitel Strathmore war für mich abgeschlossen. Jetzt noch willkürlich einen Ghoul und einen Walddämon aus dem Hut zu zaubern ist etwas beliebig.



Die Passagen im Krankenhaus haben mir besser gefallen. Asmodis nutzt seine Chance, um auch noch Suko aus dem Spiel zu nehmen. Passt. Der Kugeldämon war typisch Marques, ein Insider für die Fans. Ich mochte die Kerle nie, aber dafür kann der Autor ja nichts. Für die Zufälle schon eher. Nicht nur dass Glenda ausgerechnet dann auftaucht, als sie Shao in letzter Sekunde retten kann. Suko erwacht im letzten Moment, um den Dämonenangriff abzuwehren. Das hat er dem Stab des Buddha zu verdanken. Eine Erklärung gibt es dafür. Heißt das aber im Umkehrschluss, hätte es keinen Angriff gegeben, würde der Chinese bis heute im Koma liegen?


Eine faire Bewertung fällt mir schwer. Dafür könnte ich Hilleberg die Schuld geben, wieso ist er auch so fies und bringt so einen exzellenten Vorgängerroman? Dagegen hat man nur schwer eine Chance. Mein erster Impuls nach dem Lesen wäre eine leicht überdurchschnittliche Bewertung.

erstellt am 25.11.16 21:30
Also ich muss dem Gleichgewicht total widersprechen! Ich fand den Roman genauso genial wie den Vorgänger von Herrn Hill! Aber das ist bekanntlich Geschmackssache und deshalb brauchen wir uns hier nicht zu streiten. Aber begründen möchte ich es doch:
2001 lässt uns atemlos mit riesigen Cliffhängern zurück. Sheila tot, Johnny weg, Suko im Koma, Verhältnis von J und B in einer tiefen Krise. Bei diesen Vorlagen kann es keinen actionlastigen gewöhnten Gruselroman der Woche geben, wie wir ihn ja seit 2000 Bänden kennen. Nein, hier MUSS es emotional vor allem weitergehen. Sonst hätte auch 2001 mit Kaffekränzchen enden können. Wir sind hier ganz klar an einem Wendepunkt der Serie, an einer Stelle, an denen unsere Protagonisten und Helden sich endlich (!!!) einmal weiterentwickeln können. Und genau so war es ja wohl vom gesamten Autoren-Team gewollt, sonst hätte man es nicht so geschrieben. Hier ein Werk hinzulegen, dass die emotionale Entwicklung beschreibt, ohne dabei so schnulzig zu wirken, als würden wir einen Arzt- oder Alpen-Roman lesen ist ein äußerst schwieriges Unterfangen, dass RM wunderbar gelöst hat! Die, ich möchte fast sagen "liebevollen", Rückblenden, lässt Bill und Leser noch einmal ganz klar vor Augen führen, was die gesamte JS-Gemeinde verloren hat.
Gut, da wir eine Gruselserie lesen, bzw. von der anderen Sichtweise schreiben, müssen solche Entwicklungen immer mit irgendwelchen gruseligen Ereignissen in Verbindung gebracht werden. Deshalb kam dann noch ein Ghoul und ein Geist ins Spiel, die seit 1000 Jahren keiner mehr im Schloss auf dem Schirm hatte. Aber die dämonischen Bösewichte waren in diesem Band völlig austauschbar. Genauso gut hätte auch wieder Matthias aus Band 2000 oder die Cavallo auftauchen können. Die Gruselstory ist für mich hier nur der Rahmen für die eigentliche Geschichte um das JS-Team herum.
Achtung Spoiler-Gefahr:
Text wurde vom Nutzer versteckt, sichtbar machen?

Das Ende relativiert die Cliffhänger, bis auf Sheilas unwiderbringlichen Tod, auf einen Stand mit dem Leser und Autoren-Team für die nächsten Jahre(?), Monate (?) oder Wochen (?) klar kommen müssen. Suko wird wohl wieder der alte, John wird wohl auch in Zukunft Geisterjäger bleiben, Johnny kann vielleicht noch durch ein anderes, noch zu findendes Tor zurück geholt werden. Bill leidet unter gnädiger Amnesie, macht den Kerkeling und ist dann mal auf unbestimmte Zeit "weg", bleibt wohl aber mit John befreundet. Ob diese Freundschaft langfristig einen Knacks weg bekommen hat, wird die Zeit zeigen. Das ist der neue Stand mit dem wir jetzt alle leben und lesen müssen. Eine ganz neue Ausgangslage für hoffentlich noch viele, viele, viele Abenteuer mit unseren Lieblingshelden.


Sprachlich habe ich auch nichts zu meckern, es gab wieder einige Szenen und Sätze, die ich sehr schön und treffend beschrieben fand.

Ich habe mich beim Lesen nur 1-2x gewundert, ob z.B. Kreuz oder Stab des Bhudda schon mal so reagiert haben, wie beschrieben. Vertraue RM da aber eigentlich, wird wohl so richtig sein.
Und ich habe mich gewundert, was JD dazu gesagt hat. Ich gehe stark davon aus, dass die Entwicklung mit ihm abgesprochen wurde. Trotzdem müssen solche tiefen Einschnitte doch für ihn hart sein.

Fazit: 5 von 5 Gummipunkten! Wichtiges Heft! Spannendes Heft! Lesen!!!!!

erstellt am 27.11.16 20:23
@Gleichgewicht
Den DARK-Roman hattest du mit Durchschnitt bewertet. Den Marques mit guten Durchschnitt. Also siehst Du bei den beiden Romanen keinen großen Unterschied was das Niveau betrifft ???. Ich glaube der KRITIKER wird langsam wunderlich .

leni schrieb:
Ich habe mich beim Lesen nur 1-2x gewundert, ob z.B. Kreuz oder Stab des Bhudda schon mal so reagiert haben, wie beschrieben. Vertraue RM da aber eigentlich, wird wohl so richtig sein.


Dass das Kreuz erst bei der zweiten Berührung gegen den Ghoul für dessen entgültige Vernichtung sorgte, fand ich jetzt einwenig seltsam. Jeder Vampir/Zombie/Ghoul/Werwolf wird durch einen noch so kurzen Kontakt mit dem Kruzifix vernichtet. Beim Ghoul kristallisierte ja gewissermaßen nur sein Arm. Selbst wenn Asmodis ihn mit mehr Macht ausgestattet hatte, er hätte dennoch *in die Ewigen* zum SPUK müssen. Das mit Buddhas Stab fand ich hingegen klasse und auch völlig nachvollziehbar.

leni schrieb:
Und ich habe mich gewundert, was JD dazu gesagt hat. Ich gehe stark davon aus, dass die Entwicklung mit ihm abgesprochen wurde. Trotzdem müssen solche tiefen Einschnitte doch für ihn hart sein.
Fazit: 5 von 5 Gummipunkten! Wichtiges Heft! Spannendes Heft! Lesen!!!!!

Hoffentlich war das abgesprochen und wenn ja ....das er es auch begriffen hat.

P.S.: Ich sehe es mehr wie leni. Der Roman bekommt 4 von 5 Kreuze von mir. Ich sehe ihn sogar noch knapp vor dem Hill Roman.

erstellt am 28.11.16 11:22
Sohn der Finsternis schrieb:
@Gleichgewicht
Den DARK-Roman hattest du mit Durchschnitt bewertet. Den Marques mit guten Durchschnitt. Also siehst Du bei den beiden Romanen keinen großen Unterschied was das Niveau betrifft ???:


Dark bekommt bei mir seine eigene kleine Wertungsskala. Schön bunt, mit Blümchen darauf.

Sonst:

Hilleberg 10/10
Marques 6/10
Dark 3/10

erstellt am 28.11.16 14:00
Sohn der Finsternis schrieb:
leni schrieb:
Ich habe mich beim Lesen nur 1-2x gewundert, ob z.B. Kreuz oder Stab des Bhudda schon mal so reagiert haben, wie beschrieben. Vertraue RM da aber eigentlich, wird wohl so richtig sein.


Dass das Kreuz erst bei der zweiten Berührung gegen den Ghoul für dessen entgültige Vernichtung sorgte, fand ich jetzt einwenig seltsam. Jeder Vampir/Zombie/Ghoul/Werwolf wird durch einen noch so kurzen Kontakt mit dem Kruzifix vernichtet. Beim Ghoul kristallisierte ja gewissermaßen nur sein Arm. Selbst wenn Asmodis ihn mit mehr Macht ausgestattet hatte, er hätte dennoch *in die Ewigen* zum SPUK müssen. Das mit Buddhas Stab fand ich hingegen klasse und auch völlig nachvollziehbar.

Ich fand beides seltsam. Aber RM kennt sich doch sonst auch super in der Serie aus.... HM...

leni schrieb:
Und ich habe mich gewundert, was JD dazu gesagt hat. Ich gehe stark davon aus, dass die Entwicklung mit ihm abgesprochen wurde. Trotzdem müssen solche tiefen Einschnitte doch für ihn hart sein.
Fazit: 5 von 5 Gummipunkten! Wichtiges Heft! Spannendes Heft! Lesen!!!!!

Hoffentlich war das abgesprochen und wenn ja ....das er es auch begriffen hat.
.

Ich bin auf die nächsten Dark-Hefte gespannt.

erstellt am 30.11.16 11:15
Es ist interessant wie „Das Gleichgewicht“ einen Roman seziert. Seine Begründungen kann ich sehr wohl nachvollziehen, nur komme ich zu einem ganz anderen Ergebnis. John hat nicht nur eine Niederlage erlebt, so was haut ihn jetzt nicht um, zu Gleich aber eine gute Freundin zu verlieren, wofür er sich eine Mitschuld gibt, das Patenkind verschollen, vielleicht für immer und der beste Freund hasst ihn. Also, wenn man dann mental am Ende ist, kann ich das verstehen und somit auch sein Handeln, erst einmal zur Ruhe zu kommen und abzuschalten.
Das Glenda just in time im Krankenhaus auftaucht war jetzt nicht ungewöhnlich, schließlich war sie angekündigt als Ablösung. Hätten wir nicht öfters diese Zufälle, gäbe es das Sinclair Team schon nicht mehr.
Gerade das Unerwartete innerhalb der Handlungsstränge macht doch die Spannung aus. Wenn immer nur das “Erwartete“ auftaucht, brauch ich den Roman nicht lesen, ich weiß ja dann wie alles ausgeht.
Mein Gott, was macht das schon aus, ob man einen Ghoul zweimal mit dem Kreuz streicheln muss, bis er sich verflüssigt, war halt anders als die anderen.
Bills neue Situation gibt mir allerdings Rätsel auf. Hat er jetzt wirklich eine Amnesie und will sich nur in Schottland erholen, oder spielt er allen etwas vor und macht sich alleine auf den Weg, um ein Portal zu finden und seinen Sohn zu retten?
Meine Erwartung an diesen Roman war, dass er mich gut unterhält, das hat er nicht erreicht, er hat mich bestens Unterhalten. Wieder eine klasse Geschichte von Herrn Marques.
Ich denke über das Niveau der aktuellen Autoren müssen wir nicht streiten, jeder Leser hat da so seine Vorlieben. Ich genieße einfach diese hohe Qualität.

erstellt am 10.12.16 23:04
Ich weiß nicht warum, aber ich habe mich beim Lesen sehr gelangweilt. Nach 24 Seiten habe ich dann aufgehört. Vielleicht war ich aber auch einfach müde, keine Ahnung.

erstellt am 16.12.16 20:58
Ich bin zweigeteilter Meinung! Die Schloßgeschichte weiterzuführen fand ich nicht so berauschend, diese Geschichte fand ich schon in den (genialen) Roman von Hil schon nicht so spannend! Der andere Teil der Geschichte war um so spannender - ich muss zugeben, als John voller Zweifel an seiner Aufgabe sein Kreuz fallen lässt und sein Geisterjäger Job an den Nagel hängen wollte, da blieben meine Augen nicht mehr trocken, sehr emotional geschrieben, einfach toll, hier wurde wieder einmal gezeigt, das John Sinclair kein Superheld ist, sondern ein Mensch mir Gefühlen, wie jeder andere von uns auch. Das ist etwas was mir sehr gut gefallen hat. Sehr spannend fand ich auch die Story um Suko im Krankenhaus, obwohl man sich denken konnte, daß nicht noch jemand aus dem Team stirbt, so war der Spannungsbogen, den unser junger Nachwuchsautor aufgebaut hat, sehr gelungen. Es waren diese Stellen im Roman, wo ich wirklich mitgefiebert habe, daß war Spannung pur.
Ich hätte aber diese Geistergeschichte im Schloß weggelassen und stattdessen die Geschichten komplett im Krankenhaus spielen lassen.
Geister, Gespenster & Lords sind mir zu angestaubt, da denke ich immer, ich lese ein Roman aus den Kelter Verlag, bitte verzichtet in Zukunft darauf!

Bill? Das wäre Stoff für ein weiteres Spin Off - auf der Suche nach einem Weg zu seinem Sohn könnte er viele Abenteuer erleben!

Das alles bietet Stoff für noch viele spannende Romane und ich bin mit der Entwicklung der Serie sehr zufrieden!

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 21:03 Uhr bearbeitet)

erstellt am 03.01.17 21:38
Das Gleichgewicht schrieb:
Zur Handlung im Schloss: Den Übergang von Dark zu Hilleberg fand ich wesentlich besser als den Übergang von Hilleberg zu Marques. Das Kapitel Strathmore war für mich abgeschlossen. Jetzt noch willkürlich einen Ghoul und einen Walddämon aus dem Hut zu zaubern ist etwas beliebig.

mir war das alles zu viel und zu durcheinander, der ganze 3teiler von vorn bis hinten. 3 autoren, 1 zu viel. trotzdem der teil von Rafael noch am besten irgendwie. das weinerliche von John hat mir nicht gefallen und dass Bill besessen war.

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