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Thema: 1109 Der sphärische Junge
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erstellt am 29.11.16 21:03
Eigentlich wollte ich den neuen PZ von Adrian Doyle erst in 14 Tagen beginnen, wenn mit PZ 1110 die direkte Fortsetzung erschienen ist, um den Zweiteiler dann in einem Rutsch zu lesen. Aber die Neugierde hat mal wieder gewonnen. Immerhin hat Doyle alias Manfred Weinland angekündigt, seinen Faden nun zum Abschluss zu bringen (was ich allerdings eher bedaure - und deshalb hoffe, dass sein neuer Faden dann eng mit dem alten verknüpft sein wird...)

In "Der spärische Junge" schließt Doyle direkt an seinen genialen Zweiteiler 1103/04 an. Oder besser gesagt, fast direkt: gleicher Ort, es ist aber etwas Zeit vergangen. Das seltsame Haus in Paris, das eine Zeitmaschine war, wurde abgerissen, in der entstandenen Baulücke bisher nur ein Fundament gegossen.
In eine Wohnung gegenüber ist ein Paar mit Beziehungsproblemen gezogen, weshalb die schlaflose Frau nachts am Fenster steht. Und Seltsames beobachtet. Auf dem leeren Grundstück bemerkt sie einen durchscheinenden Jungen. Und der steigt eine unsichtbare Treppe hinauf, bewegt sich wie in einem Haus. In einem Haus, das es gar nicht gibt...

Es ist wirklich faszinierend, wie einen Manfred Weinland mit seiner Schreibe packt. Und wie schnell er seine, uns bis eben unbekannten, Protagonisten mit echtem Leben erfüllt!

Auf der (diesmal nur 2seitigen) Leserkontaktseite widmet sich Susie den Kritiken und Anmerkungen zu Michael Breuers PZ 1095 - und auch mal wieder dem von Lesern oft angesprochenen Dauerthema "Haupt"handlung bzw. fortlaufende Handlung.

Und jetzt schnell aus dem Forum wieder ins tolle Zammyversum gout Doyle.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 21:13 Uhr bearbeitet)

erstellt am 02.12.16 11:26
Was zudem natürlich immer wieder faszinierend an Adrian Doyles alias Manfred Weinlands Romanen ist, und was ihn neben seiner Sprache noch aus dem Gros auch anderer guter Heftromanschreiber herausragen lässt, ist seine Vielseitigkeit.
Sowohl in Plotgestaltung, Dramaturgie und Stilmitteln.
Nach einem phantastischen Zweiteiler, der seine vereinnahmende Spannung aus der erzeugten Stimmung zog und zudem auf zwei Zeitebenen spielte, also gleichermaßen auch als historischer und Schauerroman funktionierte (1103/1104) diesmal ein gradliniger moderner Mystery-Thriller voller Emotionen - und Action.
Schauplätze des modernen Settings sind diesmal nach der Straße mit dem abgerissenen Haus, das Zeit irgendwie als Konserve speichern konnte (weshalb Eingriffe innerhalb dieser Konserve nicht zu Zeitparadoxen führten), ein Atomkraftwerk und das futuristische Hauptquatier der französischen "Dämonenbekämpfungssektion" von Onyx.

ACHTUNG SPOILER
Was hat es mit dem durchscheinenden, titelgebenden Geisterjungen auf sich, dessen Berührungen die Opfer buchstäblich als leere Hülle zurücklässt? Und der nach diesem "Saugen" immer verfestigter wirkt? Und was steckt hinter Pauls "Zwilling", der aus ihm hervortritt und Paul wie in einem epileptischen Anfall zurücklässt - und diesmal von Paul erstmals selbst gesehen wird?
ENDE SPOILER

Auffällig ist, dass Doyle diesmal wesentlich mehr Rückblenden einbaut, als gewohnt (wahrscheinlich weil das Gesamtfinale seines Erzählstranges naht), die er allerdings höchst geschickt einwebt, so dass es auch einen Leser, der diese Vorgänge noch gut erinnert, nicht stört. Allerdings wirkt seine Schreibe nicht ganz so fein ziseliert wie sonst - was durchgehend - kurz vor dem fulminanten Heftfinale - bei dem kleinen Kapitel auf Seite 51/52 auffällt, das zudem (ungewohnt bei Doyle) ein ungewolltes Fragezeichen aufwirft. Heißt es doch dort bezüglich des Geisterjungen "Am Ende sah es wie eine Flucht aus, als er sich absetzte."

ACHTUNG SPOILER
Wie bitte, Flucht? Als Leser wohnten wir nämlich (wie Zamorra) zuvor den dramatischen Ereignissen im Atomkraftwerk auch mittels Videoaufzeichnung bei - und darauf war zu sehen, dass der Geisterjunge sich keinesfalls fluchtartig absetzte, sondern augenscheinlich gegen seinen Willen eingesogen wurde. Was erzählt Zamorra da also Paul?
(Auch eine andere Formulierung - ironisch gemeint? - verwunderte auf der Seite: "Die Einzige, die völlig ungerührt blieb, SELBST unter diesen Bedingungen, war Nele". Missglückter Scherz? Immerhin liegt diese Nele seit geraumer Zeit im Koma...)

Leider nicht die einzige Unkonzentriertheit Doyles (gerade in diesem Seitenbereich). So betont der Pathologe Dr. Mondo noch auf Seite 49, im Urlaub gewesen zu sein, als die ersten Menschen mit Maschinenherz obduziert wurden, also daran nicht beteiligt gewesen zu sein - um sich auf Seite 52 an seine, von ihm selbst vorgenommene Obduktion und das Kunstherz zu erinnern. (Ok, vielleicht nicht Doyles Irrtum, sondern der von Dr. Mondo...)
ENDE SPOILER

Doch angesichts alleine des folgenden furiosen Finales ab Seite 53 bleibt diese Kritik Erbsenzählerei. Nun noch einmal geballt Action, Spannung, Sense of Wonder. Als würde der Leser gleichsam in eine Marvel-Welt und, speziell was die Ereignisse in der Pathologie betrifft, in einen prallen Slasher-Horror-Streifen versetzt werden. Packend!

So dass man Seite 61 wirklich mit einem "wow" auf den Lippen erreicht. Und zu einem weiteren Ereignis kommt, das einen sie dann zu einem "uff" formen lässt.
Hätte man jetzt bloß schon die Fortsetzung in der Hand (auf die ich diesmal sogar länger warten muss, da ich sie erst später ergattern kann, putain)!

Vielleicht insgesamt etwas (!) schwächer als Doyles Vorgänger, aber nicht nur wegen des Finales 4,5 von fünf Punkten. Klasse!

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 12:06 Uhr bearbeitet)

erstellt am 02.12.16 17:39
Jetzt wo Manfred das Ende seines komplizierten und weit verzweigten Plots anstrebt habe ich auf Antworten gewartet. Stattdessen gibt es wie immer viele Fragen und allgemeine Ratlosigkeit. Erst auf den letzten Seiten meldet sich die Person, die am meisten Bescheid weiß, und zumindest Lösungsansätze liefern kann.

Auf dem Weg dahin gibt es einen Roman ohne Vergangenheitspassagen. Dafür sehr viel gut geschriebene Ermittlungsarbeit. Nicht immer spannend, nicht immer packende Actionszenen. Echte Ermittlungsarbeit eben. Die hat auch im paranormalen Bereich viel mit trockenem Verfolgen von Spuren zu tun. Ich mag sowas, die Helden dabei beobachten, wie sie einem paranormalen Verbrechen nachgehen und selbst ermitteln müssen. Der Autor hat sich sichtlich Mühe gegeben und ein Konzept gemacht. In anderen Gruselromanserien fällt den Hauptcharakteren der nächste Schritt oftmals direkt vor die Füße, ohne dass sie selbst logisch nachdenken müssen. Hier merkt man wieder den Qualitätsunterschied.

Ich bin froh, dass es auf die Zielgerade zugeht und hoffe, dass Manfred sich danach ein Thema aussucht, das mir besser gefällt. Vielleicht etwas mit starkem Fokus auf berühmte Persönlichkeiten und irgendetwas paranormales, das sie verbindet.

Im ersten Teil des Finales gibt es eine bodenständige Handlung, wo am Ende aber richtig was los ist. Sehr gut geschrieben. Keine Logikfehler. Das sollte ich öfter mal würdigen, daran bin ich bei PZ schon gewohnt und weiß es gar nicht mehr richtig zu schätzen.

erstellt am 03.12.16 17:33
corto feldese schrieb:
Leider nicht die einzige Unkonzentriertheit Doyles (gerade in diesem Seitenbereich).


Ich denke, dass es dafür Gründe gibt, wenn ein so guter Autor wie er, solche Fehler schreibt.

Für mich ein SEHR GUTER Roman, den Manfred da geschrieben hat. Ich bin schon sehr auf Teil Zwo gespannt.

erstellt am 28.12.16 11:54
Handlung : Nach einem Traum, über das Uhrwerkhaus in der Nacht , meldet sich tagsdarauf Onyx bei Zamorra und bittet ihn und Nicole , umgehend in sein Hauptquartier zu kommen.Gemeinsam begeben sich sich daraufhin zum Grundstück , wo das inzwischen abgerissene Uhrwerkhaus gestanden hat. Hier ist in der Nacht zuvor das Ehepaar Talbin ums Leben gekommen. Ein Zeuge berichtete von der Sichtung eines geisterhaften Jungen. Onyx erhält die Meldung das genau dieser Junge , nun im nahen AKW Nogent gesichtet wurde. Gleichzeitig hatte ein Mitarbeiter einen Sabotageakt versucht und es wurden durch den Geist , in einer Strahlenkammer Tote gefunden. Die Überraschung ist perfekt als Onyx und Zamorra die Toten , als die verschwundenen Bewohner des Uhrwerkhauses identifizieren , die seltsamerweise nicht strahlenverseucht sind. Onyx läßt die Toten in die Pathologie der Sektion Speciale schaffen. Während die Dämonenjäger noch über das Schicksal , der ebenfalls im Hauptquartier der Sektion untergebrachten , Paul und Nele rätseln , bricht in der Pathologie und im ganzen Gebäude das Chaos aus , als der Geisterjunge beginnt die Rechtsmediziner anzugreifen und zu töten.

Meinung : Erster Teil eines Zweiteilers von Adrian Doyle alias Manfred Weinland , mit dem, dessen Zyklus abgeschlossen werden soll. Manfreds Schreibweise ist erneut einfach mitreissend. Dadurch hält er den Leser auch bei der Stange , wenn es zwischendurch mal etwas ruhiger zugeht , was während dieses ersten Teils durchaus öfter passiert. Der Spannungsanteil legt erst im letzten Drittel richtig zu. Man braucht auch als Leser eine gewisse Seitenzahl um mit der Handlung wieder warm zu werden , da das letzte Stück aus diesem Zyklus , ja auch bereits wieder drei Monate zurückliegt. Manfred fördert aber die Erinnerung und hilft dem Leser auf die Sprünge , indem er immer mal wieder , entsprechende Infos , dezent in den Text eingefügt hat, Allerdings so gekonnt , das sie den Fortlauf der Geschichte nicht stören. Alle Romane des Zyklusse zusammengebunden , würden schon einen oder mehrere tolle Fantasywälzer ergeben. Nun bin ich gespannt ob wirklich mit dem folgenden Roman ein würdiges Ende folgt. Von mir gibt es wieder die Note 2 = Gut ( 4 von 5 Kreuze )

erstellt am 30.12.16 09:16
Wie erwartet wurde ich auch vom zweiten Teil nicht enttäuscht. Nein, er übertraf den ersten Teil sogar. Ein Meisterwerk, 5 von 5 Sternen.

erstellt am 30.12.16 09:49
Meinst du "Äon"? Dann bist du in die falsche Überschrift gerutscht. Aber egal, ich danke dir und allen, die ihre Meinung kundgetan haben und der Serie die Treue halten. Guten Rutsch in ein (hoffentlich) besseres 2017!

erstellt am 30.12.16 10:39
Stimmt, Multitasking ist nicht meine Welt. Auch an euch allen wünsche ich ein erfolgreiches und glückliches 2017.

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 10:42 Uhr bearbeitet)

erstellt am 11.01.17 04:19
Die Treue halte ich der Serie schon und die Romane 1111 u. den 1112, welchen ich gerade lese, entschädigen mich schon für den Herrn Weinland und seine letzten Machwerke. Äon liegt noch rum nachdem mir 1109 so emotional auf den Geist gegangen ist.
Meine Konsequenz, kein Weinland Roman mehr!

erstellt am 11.01.17 06:24
Dass die Geschmäcker verschieden sind, weiß man ja. Dass sie aber selbst bei den Anhängern ein und DERSELBEN Serie so weit auseinandergehen, so polarisiert sind, erstaunt doch immer wieder.

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