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Thema: 2003 Töte John Sinclair!
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erstellt am 30.11.16 19:19
Ach Leute...
Das Gleichgewicht schrieb:
Wirklich noch niemand? Mhh, ich möchte nur ungern den Anfang machen, weil die allgemeine Meinung viel besser ist, denke ich.


Aufgrund des Titels habe ich darauf gehofft, dass einer der Gegenspieler ganz gezielt einen Attentäter schickt, der John töten soll. Als Hauptmotivation. Bei der 1000 gab es damals noch einige Zeit Nachwehen, die sich auf die Handlung bezogen haben. Hier handelt es sich um einen Fall der Woche, in den John und Suko durch eine alte Schulfreundin zufällig hineinschlittern. Das gefällt dem Bösewicht nicht, daher müssen John und Suko sterben. Soviel zum Titel.


Voehl schreibt das, was er gut kann. Einen urigen Roman, hinterlegt mit einem Lokalmythos. Wörter wie Spökenkieker oder Südwester musste ich erstmal recherchieren. Die Charakterzeichnungen, die Landschaftsbeschreibungen, einige Dialoge. Typisch Voehl, richtig zünftig. Trash gibt es spürbar keinen, sexualisierte Szenen schon gar keine. In der Gewandung des Logan Dee ist der Autor sehr viel erträglicher.

Stellenweise, vor allem in der ersten Hälfte, hat der Roman sogar richtig Spaß gemacht. Die Logbucheinträge des Schiffes hätten ruhig länger sein können. Gute Idee!

Bei der Logik gibt es wieder von kleinen Dingen, die nicht ins Gewicht fallen, bis zu größeren Löchern einiges. Blackcliff mag ein kleines Kaff sein, aber dass es nicht ins Navi-System eingebunden ist, halte ich 2016 für nicht möglich. Vor allem wenn es auf alten Straßenkarten noch eingetragen ist. Wie gesagt, Kleinigkeiten.

Andere Szenen sind auffälliger. Summer sagt zu John, dass sie ihn töten will und der tut das einfach mit einem Schulterzucken ab und ermittelt direkt weiter. Wenigstens ein Kreuztest wäre drin gewesen, wenn ein kleines Mädchen ihm sowas an den Kopf wirft. Oder am Ende, als Fiona John endlich per Telefon mit allen wichtigen Hinweisen ausstatten will und der sie einfach mitten im Satz wegdrückt. Kein Logikfehler, aber dass neuerdings immer mehr Monster gegen das Kreuz immun sind stört mich. Früher gab es die einfache Regel „Kreuz gegen Monster der christlichen Mythologie wirksam, gegen Wesen aus anderen mythologischen Kreisen nicht“. Dafür hat das Kleinod aber noch andere Symbole, die sich meistens von selbst aktiviert haben. Insgesamt hat das Kreuz also gegen so ziemlich alles gewirkt, nur nicht immer so krass wie gegen Höllenwesen zum Beispiel mit der Kreuzformel. Der Gegenspieler ist mit folgender fadenscheinigen Begründung gegen die Kreuzformel immun: „Es kann mir nichts anhaben. Auf die Dämonen jener Hölle, der ich entstamme, hat es keinen Einfluss.“

Bei Georg war ich am stärksten verwirrt und habe die betreffenden Szenen mehrmals extra überflogen, weil mir der zeitliche Ablauf nicht schlüssig erscheint. Georg ermordet also unter dämonischem Einfluss mehrere Menschen und legt im Schankraum ein Feuer. Wieder bei klarem Kopf stellt er sich der Polizei. Ich nahm an, dass er jetzt verhaftet sei und in Untersuchungshaft säße. Bei der nächsten Szene latscht er aber durch das Dorf und der Dämon bringt ihn dazu, noch den Pfarrer zu töten. Georg lässt die Leiche im Meer verschwinden. Keine Leiche, keine Zeugen, kein Problem. Zumal der Dämon ihm verspricht, dass er nicht belangt werden wird. Als wir später im Heft aber wieder von ihm hören, ist Georg aus seiner Zelle ausgebrochen. Hat Voehl da etwas durcheinander gebracht? Georg hätte eigentlich erst die Menschen im Wirtshaus töten müssen, danach den Pfarrer. Und sich erst dann den Behörden stellen und in einer Zelle landen. So hätte es zusammen gepasst.

Die Handlung an sich besteht eigentlich nur daraus, dass ein Flüsterer-Dämon in Blackcliff nacheinander Menschen besessen macht und sie morden. John und Suko laufen von einem Schauplatz zum nächsten und kümmern sich um diese. Nebenher entschlüsseln sie sein Geheimnis und stellen ihn. Nicht sehr einfallsreich, aber es gibt keine Pausen und viel zu tun die beiden. Zusätzlich lässt sich Voehl zum Ende hin neue Details einfallen. Leider ohne wirkliche Begründung kann einer der Besessenen plötzlich andere auch besessen machen. Er wird dann von der Dämonenpeitsche vernichtet, schmilzt zu einem Klumpen zusammen. Suko vermutet richtig, dass dann wohl nicht mehr viel menschliches an ihm war. Aber warum? Der Flüsterer kann nur Leute magisch hypnotisieren, mehr nicht. Dann plötzlich erwischt es Suko selbst und es heißt „Töte John Sinclair!“. Ich hätte mir gewünscht, dass er dem direkt widersteht und seine Meditationstechniken zum Tragen kommen, die er extra wegen solchen Situationen bis zur Perfektion trainiert. Außer John ist sonst jeder schwarzmagisch beeinflussbar. Hätte man den potentiellen Zielen aus dem Team ein paar weißmagische Gemmen-Anhänger spendiert, würde Sheila jetzt vielleicht auch noch leben. Das würde es den Autoren schwerer machen, sie müssten sich mehr einfallen lassen und überlegen. Aber es wäre in jedem Falle logischer.

Ich mag Voehl nicht sonderlich, auch als Logan Dee. Seine Geschichten sind einfach nicht mein Stil. Deshalb reicht mir so ein Abenteuer wie dieses. Eine durchschnittliche Handlung bei der man im Detail nicht so genau hinschauen darf. Aber immer gibt es für die Helden was zu tun, langweilig und ereignislos sind Voehls Romane nie.

erstellt am 01.12.16 10:20
Und keine Beerdigung von Sheila, niemand mehr in Trauer? Bill weg, Johnny weg. Scheint ja egal zu sein. Machen wir uns halt an den nächsten Fall Suko.............

erstellt am 01.12.16 11:06
Michl schrieb:
Und keine Beerdigung von Sheila, niemand mehr in Trauer? Bill weg, Johnny weg. Scheint ja egal zu sein. Machen wir uns halt an den nächsten Fall Suko.............



Der Roman ist dann bestimmt vor den Ereignissen in 2001 geschrieben wurden - so was geht ja gar nicht!

erstellt am 01.12.16 15:25
Michl schrieb:
Und keine Beerdigung von Sheila, niemand mehr in Trauer? Bill weg, Johnny weg. Scheint ja egal zu sein. Machen wir uns halt an den nächsten Fall Suko.............



Wie im wahren Leben. Sheila ist seit 14 Tagen tot. Und John muss halt mal wieder "normal" arbeiten. Und als starker Mann lässt er uns halt nicht an allen seinen Gefühlen, an allem, was ihm durch den Kopf geht, teilhaben...

erstellt am 01.12.16 15:31
corto feldese schrieb:
Michl schrieb:
Und keine Beerdigung von Sheila, niemand mehr in Trauer? Bill weg, Johnny weg. Scheint ja egal zu sein. Machen wir uns halt an den nächsten Fall Suko.............



Wie im wahren Leben. Sheila ist seit 14 Tagen tot. Und John muss halt mal wieder "normal" arbeiten. Und als starker Mann lässt er uns halt nicht an allen seinen Gefühlen, an allem, was ihm durch den Kopf geht, teilhaben...


Vollkommen daneben, dass gehört zu einem Roman dazu!!

erstellt am 01.12.16 21:06
In einer Soap-Opera ja, in einem Gruselkrimi nicht unbedingt.

erstellt am 01.12.16 21:30
Grüner Drache schrieb:
Der Roman ist dann bestimmt vor den Ereignissen in 2001 geschrieben wurden - so was geht ja gar nicht!



Mal im Ernst: Wir wissen doch gar nicht, wann der Roman spielt. Vielleicht zwei Monate nach Sheilas Tod, vielleicht vier?

Hier unterscheidet sich doch Sinclair deutlich von Zamorra. Dort kann (und ist meist) unsere Zeitebene als Leser identisch sein mit der der Romane (mal abgesehen von der Traumverschiebung, die ich aber wie andere in allen Konsequenzen nie so ganz verstanden hab.)

Zamorra erscheint alle 14 Tage, er hat also 14 Tage Zeit für ein Abenteuer. Er erlebt diese seit den 70er Jahren parallel zu unserer Realzeit, was möglich ist, da er relativ unsterblich ist. Seine 70er Abenteuer können in den 70ern gespielt haben und trotzdem können in derselben Realtät seine aktuellen Abenteuer heute, 2016, spielen, alle 14 Tage...

Bei John Sinclair sieht das ganz anders aus, seine Zeitebene läuft nicht parallel mit unserer Leserebene, er ist in einem ganz anderem Kontinuum verortet. Sonst hätte er ja für jeden Fall nur sechs/sieben Tage Zeit. (Und damals, als es noch TBs gab, noch weniger.) Seine Zeitebene ist gleichermaßen gepresst wie auch gedehnt im Verhältnis zu unserer. Wir können als Leser also nicht sagen, das ist jetzt eine Woche her...
Wir begleiten ihn nicht in unserer Woche in seiner Woche. (Schon weil er sonst mit uns gealtert wäre. Die alten Abenteuer des jetzigen Sinclair können nicht in den "normalen" 1970ern gespielt haben, da er ja jetzt nicht über 70 Jahre ist.).
Er lebt in einer ganz anderen Zeitebene, weshalb solche Überlegungen (warum trauert er nach zwei Wochen nicht mehr) ausserhalb eines Mehrteilers eher müßig sind.

(Und natürlich auch bezogen auf die Schreibrealität mehrerer Autoren: Auf der LKS wurde ja nochmal betont, dass Sinclair nicht den Maddrax-Weg gehen wird. Es ist kein langer Roman, es sind einzelne Romane.)

(Dieser Beitrag wurde vom Benutzer zuletzt um 21:37 Uhr bearbeitet)

erstellt am 02.12.16 08:55
Erstmal bin ich ganz froh, dass Logan Dee keine Beerdigung Sheilas geschrieben hat. Er hat andere Stärken und die hat er hier ausgespielt.

Sheila wird im Roman exakt zwei mal erwähnt. Im ersten Drittel. Es klingt nicht so, als wären "Monate vergangen". Das wäre auch unsinnig.

Corto, erst schreibst du, "Sheila ist seit 14 Tagen tot" und später "Vielleicht zwei Monate nach Sheilas Tod, vielleicht vier?"

Was denn jetzt?

Ich sehe es auch so, dass die Hefte nicht in Echtzeit geschehen. Dann würden Mehrteiler gar keinen Sinn machen. Ich bezweifle aber, dass so ein großer Zeitraum wie 2 Monate zwischen zwei Abenteuern liegen. Für mich ist zwischen den Heften eher mal eine Woche Zeit, manchmal auch nur ein Abend.


Hier steht "jünste Vergangenheit". Johnny ist immernoch verschwunden, Bill immernoch auf Reisen. Ich gehe eher so von 3 Tagen bis einer Woche aus.



Hoffentlich kommt die Beerdigung noch, von einem Autor der sich eher auf die ruhigen Szenen mit tiefen Charaktermomenten versteht.

erstellt am 02.12.16 09:59
Das Gleichgewicht schrieb:
Corto, erst schreibst du, "Sheila ist seit 14 Tagen tot" und später "Vielleicht zwei Monate nach Sheilas Tod, vielleicht vier?"
Was denn jetzt?


Sorry, hinter meinem ersten, kurzen Statement fehlt der Smiley...
Wie gesagt: Wir wissen es nicht! Leseabstand und zeitlicher Abstand in den Romanen kann/muss nicht identisch sein... (Es kann doch in der Regel alles vom nächsten Tag bis zu zig Monate später sein...)

Wobei ich Michls Beschwerde, dass für den Leser hier zu schnell zur Tagesordnung übergegangen wurde, natürlich nachvollziehen kann. Das ist aber nicht Dees Fehler.

erstellt am 02.12.16 19:55

Bei John Sinclair sieht das ganz anders aus, seine Zeitebene läuft nicht parallel mit unserer Leserebene, er ist in einem ganz anderem Kontinuum verortet. Sonst hätte er ja für jeden Fall nur sechs/sieben Tage Zeit. (Und damals, als es noch TBs gab, noch weniger.)


Tja.....

In der guten alten Zeit war's sogar eher andersrum. Ein Roman von Jason Dark hatte eine Handlungsdauer von meist weniger als einem Tag, es wurde oft ein ungefähres Datum genannt, und der nächste Roman schloß dann zeitlos an. So ging das durch 5, 6, 7 oder 8 Hefte, rein logisch wäre eine Woche vergangen, aber auf einmal hatten wir nicht mehr Anfang März mit Frost, sondern Mitte Mai mit Sommerwetter.

Das war, abgesehen von der miserablen Handlungsstruktur in den meisten Heften, was mich am meisten gestört hat. "Besser" wurde es erst als die fortlaufenden Handlungsfäden immer dünner wurden.

Dann doch lieber so wie jetzt.

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